Herrnhütte

Herrnhütte
Statistischer Distrikt 832Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname falsch
Kreisfreie Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 29′ N, 11° 6′ O
Höhe: 317 m ü. NHN
Postleitzahl: 90411
Vorwahl: 0911
Lage des statistischen Bezirks 83 Marienberg in Nürnberg
U-Bahn-Station Herrnhütte

Herrnhütte (nürnbergisch: Häanhiddn[1]) ist ein Stadtteil und statistische Distrikt 832 der kreisfreien Stadt Nürnberg (Mittelfranken, Bayern).[2] Herrnhütte liegt in der Gemarkung Ziegelstein[3] und im statistischen Bezirk 83 (Marienberg).

Geographie

Lage

Herrnhütte liegt etwa 3 km nordöstlich des Zentrums von Nürnberg. Es wird im Norden vom Falknerweg und Hugo-Distler-Straße, im Osten durch die Ziegelsteinstraße und Äußere Bayreuther Straße, im Süden durch Gräfenbergbahn und im Westen durch den Volkspark Marienberg begrenzt.[4]

Distrikte

Statistische Nachbardistrikte des Distrikts 832 Herrnhütte
831 Marienberg (Volkspark Marienberg) 833 Marienberg (Loher Moos)
830 Marienberg (Großreuther Str.) 840 Ziegelstein Süd-West
800 Schleifweg 801 Merianstr. 820 Klingenhof

Geschichte

Nach der Zerstörung der alten Ziegelsteiner Ziegelhütte im Zweiten Markgrafenkrieg gründeten die Nürnberger Ratsherren 1554 rund einen Kilometer südlich eine neue Hütte. Wegen der Initiative der Ratsherren hieß die Hütte „Herrnhütte“.[5]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Herrnhütte aus 4 Anwesen (1 Ziegelei mit Wirtshaus und Nebengebäuden). Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf bestritten wurde. Die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Bauamt der Reichsstadt Nürnberg.[6]

1796 wurde auch Herrnhütte preußisch und fiel 1810 an Bayern.[5] Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Herrnhütte dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt und Ruralgemeinde Großreuth hinter der Veste und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Ziegelstein zugeordnet. Am 1. August 1920 wurde Herrnhütte in die Stadt Nürnberg eingemeindet.[7]

Zwei Jahre zuvor war die Ziegelei geschlossen worden. Das Gelände wurde Ende der 1960er Jahre mit großen Wohnhäusern überbaut. Damals erfolgte auch die Verlegung der Äußeren Bayreuther Straße, die seither durch das Grundstück der früheren Ziegelei führt.[5]

Einwohnerentwicklung

Jahr 001818 001824 001836 001840 001861 001871 001885 001900 001910
Einwohner 26 30 47 69 85 141 119 146
Häuser[8] 9 3 4 4 15 16
Quelle [9] [7] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16]

Religion

Herrnhütte ist evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Sebald (Nürnberg) gepfarrt.[6] Ab dem 19. Jahrhundert war St. Jobst zuständig, seit 1935 ist es die Melanchthonkirche. Die Katholiken sind seit 1937 nach St. Georg gepfarrt.[17]

Verkehr

Herrnhütte verfügt mit der U-Bahn-Station Herrnhütte über einen direkten Anschluss an die U-Bahn, die die zuletzt dort verkehrende Straßenbahnlinie 3 ablöste und den direkten Anschluss zur Innenstadt und zum Flughafen ermöglicht.

Durch Herrnhütte führt die Gräfenbergbahn mit dem Bahnhof Nürnberg Nordost.

Literatur

Commons: Herrnhütte – Sammlung von Bildern

Fußnoten

  1. D. Fastnacht: Nürnberg, S. 152. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „hęɐnhidn“.
  2. Stadt Nürnberg, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 9. Oktober 2025.
  3. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 9. Oktober 2025.
  4. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 9. Oktober 2025.
  5. a b c H. Rusam: Herrnhütte, in: Stadtlexikon Nürnberg, S. 442.
  6. a b H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 126.
  7. a b H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 245.
  8. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1824 als Hauptgebäude, 1840 als Häuser, 1836, 1885 und 1900 als Wohngebäude.
  9. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 39 (Digitalisat).
  10. Wilhelm Meyer: Eintheilung der Amtsbezirke im Rezatkreis des Königreichs Bayern und Verzeichniß aller dazu gehörigen Ortschaften. Brügel’sche Kanzleybuchdruckerey, Ansbach 1837, OCLC 911053266, S. 197.
  11. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 212 (Digitalisat).
  12. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1066, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  13. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1232, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1166 (Digitalisat).
  15. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1238 (Digitalisat).
  16. Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches/1912. Abgerufen am 16. Januar 2025.
  17. D. Fastnacht: Nürnberg, S. 151.