Hermann Bänder
Hermann Bänder (* 30. Dezember 1884 in Aachen; † 18. Dezember 1957 in Duisburg) war ein deutscher Glasmaler.
Leben
Hermann Bänder wurde am 30. Dezember 1884 im preußischen Aachen geboren. Er absolvierte in Münster zunächst eine Ausbildung zum Beamten, die ihn für eine Karriere im Vermessungsamt qualifizieren sollte. Parallel besuchte er zwei Jahre lang die Handwerksfortbildungsschule. Anschließend ging er an die Kunstgewerbeschule nach Elberfeld, wo er Schüler des Malers Max Bernuth wurde.
Nach dem Ende seiner Ausbildung war Bänder in Düsseldorf, Hamburg und München als Glasmaler tätig und wirkte hier auch als Glaser. Im Jahr 1914 machte er sich mit einer Werkstatt im Duisburger Stadtteil Meiderich selbstständig. Er bewohnte eine alte Schmiede, in der ein Gussofen untergebracht war. Für das Jahr 1921 kann in der Duisburger Stadtbibliothek erstmals eine Ausstellung mit Arbeiten Bänders fassbar gemacht werden.[1]
Am 11. Juli 1922 bewarb sich Bänder am Bauhaus bei Walter Gropius als Meister in der Glasmalerei. Bereits eine Woche später erfolgte die Absage. Erst 1925 erhielt er eine Berufung an die Folkwangschule in Essen. 1923 hatte er zusammen mit Marianne Nieten-Overbeck, Hans Grohmann, Will Kelter, Werner Kreuzhage, Volkram Anton Scharf, Julius Schmitz-Bous, Heinrich Seepolt, Peter Stermann und Artur Zahn den Duisburger Künstlerbund gegründet.
In den folgenden Jahren sind vor allem Arbeiten für Kirchen nachweisbar. Auf der parallel beginnenden, regen Ausstellungstätigkeit registriert die Presse den Drang zur Monumentalisierung der Kunst Bänders. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten stellte für Hermann Bänder keinen Bruch dar. So war er 1933 auf der von Will Kelter organisierten Westfront-Ausstellung vertreten. 1935 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Künstlervereinigung „Die Mannschaft“.
Bänders Arbeiten waren ab 1936 in der ständigen Ausstellung im Duisburger Kunstmuseum zu sehen. Auch während des Zweiten Weltkriegs stellte Bänder weiter aus. So wurden seine Werke auf der 1943 im Wiener Künstlerhaus gezeigten Schau „Junge Kunst im Deutschen Reich“ reich rezipiert. Und auf einer Zusammenschau des Münchner Kulturamtes aus dem gleichen Jahr wurde Bänder als Vertreter des niederrheinischen Kunst namentlich erwähnt. 1943 wurde das Atelier Bänders zerstört.[2]
Mit Kriegsende blieb Hermann Bänder darum bemüht, weiterhin auf Ausstellungen vertreten zu sein. Hierzu nahm er 1948 Kontakt mit dem Duisburger Kulturdezernenten Ernst D’ham auf. Wahrscheinlich wurde er in der Nachkriegszeit Mitglied der Künstlervereinigung „Arche“. Hermann Bänder starb am 18. Dezember 1957 in Duisburg. Der Nachlass des Künstlers wurde in der Folge verstreut.[3]
Werke (Auswahl)
Hermann Bänder war vor allem als Glasmaler tätig. Daneben sind aber auch Gemälde und Zeichnungen von ihm bekannt. Insbesondere die frühen Arbeiten sind dabei dem Expressionismus verpflichtet. In der Malerei sind Anleihen von Franz von Stuck, Hans von Marées, Paul Cézanne und Nicolas Poussin zu erkennen. Die meisten Glaswerke Bänders wurden während des Zweiten Weltkriegs zerstört. Sein Hauptwerk bilden heute die 1927 fertiggestellten Glasfenster der Moerser Stadtkirche.
- 1942, Diana, Öl, 470 × 660 mm, Künstlerhaus Wien
- 1948, Badesee, Öl auf Leinwand, 800 × 605 mm, Neue Galerie Kaarst
Literatur
- Burkhard Biella, Sabine Haustein: Spuren der Anfänge. Die Gründungsmitglieder des Bundes Duisburger Künstler (= Museum St. Laurentius. Schriftenreihe Bd. 10). Albula-Verlag, Duisburg 2023, ISBN 978-3-948281-05-2.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Burkhard Biella, Sabine Haustein: Spuren der Anfänge. Die Gründungsmitglieder des Bundes Duisburger Künstler (= Museum St. Laurentius. Schriftenreihe Bd. 10). Albula-Verlag, Duisburg 2023, ISBN 978-3-948281-05-2. S. 62.
- ↑ Burkhard Biella, Sabine Haustein: Spuren der Anfänge. Die Gründungsmitglieder des Bundes Duisburger Künstler (= Museum St. Laurentius. Schriftenreihe Bd. 10). Albula-Verlag, Duisburg 2023, ISBN 978-3-948281-05-2. S. 60.
- ↑ Burkhard Biella, Sabine Haustein: Spuren der Anfänge. Die Gründungsmitglieder des Bundes Duisburger Künstler (= Museum St. Laurentius. Schriftenreihe Bd. 10). Albula-Verlag, Duisburg 2023, ISBN 978-3-948281-05-2. S. 74 f.