Julius Schmitz-Bous

Julius Schmitz-Bous (geboren als Julius Schmitz; * 10. August 1904 in Duisburg; † 10. März 1978[1] in Solingen) war ein deutscher Bühnenbildner und Maler.

Leben

Julius Schmitz-Bous wurde am 10. August 1904 als Julius Schmitz im preußischen Duisburg geboren. Zwischen 1924 und 1927 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen Lehrern gehörten der Glasmaler Jan Thorn Prikker, der Maler Wilhelm Nauen und der Bühnenbildner Walter von Wecus. Im Jahr 1928 schloss er sein Studium als Meisterschüler von Wecus ab. Parallel dazu wurde er 1927 Schüler des Berliner Bühnenbildners César Klein. Als Student gewann er den zweiten Preis in einem Bühnenbild-Preisausschreiben, das vom Intendanten des Krefelder Stadttheaters, Ernst Martin, ausgeschrieben worden war.[2]

Noch früher, im Jahr 1925, wurde Schmitz-Bous Mitglied des Duisburger Museumsvereins und präsentierte einzelne Entwürfe für Bühnenbilder sowie Glasbilder. Im Jahr 1928 trat Schmitz-Bous eine Tätigkeit als Bühnenbildner am Duisburger Stadttheater an. 1929 entwarf er für den Intendanten Saladin Schmitt das Bühnenbild der Uraufführung der Oper „Dianas Hochzeit“. Für kurze Zeit wirkte er als Bühnenbildner in Heidelberg. Am 15. August 1930 wechselte Schmitz-Bous als künstlerischer Beirat und Bühnenbildner an das Stadttheater Stettin unter dem Intendanten Hans Meissner, wo er bis 1933 blieb.

Ende Juni 1933 wurde Schmitz-Bous entlassen, bis zum 1. September 1934 war er arbeitslos. In dieser Zeit wirkte er in einem Duisburger Atelier als Künstler. Trotz des faktischen Arbeitsverbots wurden Arbeiten des Künstlers in der Dezember-Ausstellung des Duisburger Museumsvereins gezeigt. Nachgewiesen werden können auch Skizzen für mehrere Aachener Inszenierungen, wobei unklar bleiben muss, ob Schmitz-Bous hier auch tätig war. Im September 1934 wurde er Bühnenbildner am Stadttheater Trier, verlor die Stelle aber bereits 1935 wieder. Bis 1937 arbeitete er in Hanau und Aschaffenburg.

Am 25. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.213.332).[3] Ideologische Nähe zur Partei hatte Schmitz-Bous aber auch in den folgenden Jahren nicht. Die Aussage von Heinz Coubier vom Stadttheater Regensburg unterstreicht diese Deutung: „während der ganzen 12 Jahre [habe Schmitz-Bous] nicht einen Augenblick das Gefühl verloren, als Fremder in einer feindlichen Umgebung zu leben.“ Am 1. August 1937 wurde er Bühnenbildner am Stadttheater Remscheid unter dem Intendanten Hanns Donadt. Noch während des Krieges wechselte er zur Bergischen Bühne Remscheid-Solingen. Offenbar schied er 1944 aus der NSDAP aus. Im selben Jahr wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und wurde 1945 aus einem Kriegsgefangenenlager in Schleswig entlassen.

Zunächst blieb Schmitz-Bous mit seiner Familie in Niederbayern, wo er unmittelbar nach Kriegsende als freier Maler Geld verdiente. Am 30. Juni 1947 erhielt er bei den Städtischen Bühnen Solingen eine neue Stelle als Ausstattungschef und Erster Bühnenbildner. Diese Stelle hatte er bis zur Schließung des Theaters im Juni 1950 inne. Danach intensivierte Schmitz-Bous seine Ausstellungstätigkeit als freier Künstler. 1974 erhielt Schmitz-Bous eine Werkschau im Städtischen Museum Remscheid. Er starb am 10. März 1978 in Solingen. Ein Jahr später eröffnete eine Gedächtnisausstellung im Solinger Klingenmuseum.[4][5]

Werke (Auswahl)

Julius Schmitz-Bous wirkte als Bühnenbildner und Maler, wobei sich heute insbesondere die Skizzen für Bühnengestaltungen erhalten haben. Daneben können Einzelarbeiten wie Glasmalereien und Plakatvorlagen für Theatervorstellungen ausgemacht werden. Zunächst überwiegen romantische Arbeiten, die sich an den darzustellenden Inszenierungen orientieren. Später wurde sein Stil bereits von den Zeitgenossen eng mit dem Expressionismus in Verbindung gebracht, wobei der Einsatz einer modernen Drehbühne in Stettin die Arbeit von Schmitz-Bous grundsätzlich veränderte. Bereits im Jahr 1930 zählte Schmitz-Bous zu den namhaftesten Bühnenbildnern Deutschlands.[6]

Bühnenbilder

Literatur

  • Burkhard Biella, Sabine Haustein: Spuren der Anfänge. Die Gründungsmitglieder des Bundes Duisburger Künstler (= Museum St. Laurentius. Schriftenreihe Bd. 10). Albula-Verlag, Duisburg 2023, ISBN 978-3-948281-05-2.

Einzelnachweise

  1. Geneat: Schmitz-Bous, Julius, abgerufen am 23. September 2025.
  2. Burkhard Biella, Sabine Haustein: Spuren der Anfänge. Die Gründungsmitglieder des Bundes Duisburger Künstler (= Museum St. Laurentius. Schriftenreihe Bd. 10). Albula-Verlag, Duisburg 2023, ISBN 978-3-948281-05-2. S. 295.
  3. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/38561152
  4. Peter Klucken: Julius Schmitz-Bous mit 26 als Bühnenbildner ein Star, RP (2023), abgerufen am 23. September 2025.
  5. Burkhard Biella, Sabine Haustein: Spuren der Anfänge. Die Gründungsmitglieder des Bundes Duisburger Künstler (= Museum St. Laurentius. Schriftenreihe Bd. 10). Albula-Verlag, Duisburg 2023, ISBN 978-3-948281-05-2. S. 333.
  6. Burkhard Biella, Sabine Haustein: Spuren der Anfänge. Die Gründungsmitglieder des Bundes Duisburger Künstler (= Museum St. Laurentius. Schriftenreihe Bd. 10). Albula-Verlag, Duisburg 2023, ISBN 978-3-948281-05-2. S. 298.