Grund (Gemeinde Wullersdorf)
| Grund (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Grund | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Hollabrunn (HL), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Hollabrunn | |
| Pol. Gemeinde | Wullersdorf | |
| Koordinaten | 48° 37′ 47″ N, 16° 3′ 49″ O | |
| Höhe | 233 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 249 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 12,46 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 03875 | |
| Katastralgemeindenummer | 09023 | |
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Grund ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Wullersdorf im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich mit 249 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025)[1].
Geografie
Das an der Weinviertler Straße liegende Dorf wird von Grunder Bach entwässert, der über den Windpassinger Graben in den Gmoosbach fließt. Die zugehörige Katastralgemeinde ist ungewöhnlich groß, da sie auch die Flächen des Gutshofs Nexenhof umfasst und reicht damit von Guntersdorf, wo auch die Siedlung Grund-Bahnhofsiedlung zur Ortschaft Grund gehört, bis nach Hetzmannsdorf, wo auch die Häusergruppe Hetzmannsdorf-Wullersdorf-Bahnstation zu Grund gehört. Die Ortschaft zählt insgesamt 30 Adressen (Stand: 1. April 2020).[2]
Geschichte
In der Schlacht bei Hollabrunn und Schöngrabern am 16. November 1805 wurden auch die Häuser in Grund schwer beschädigt und großteils geplündert.
Die Bewohner waren Landbauern, die mit 22 bis 24 Joch Grund bestiftet waren, manche aber auch nur mit 18 Joch, und sie betrieben Feld- und Weinbau, schrieb Schweickhardt im 19. Jahrhundert über den Ort. Die Böden waren dafür sehr unterschiedlich; manche litten stark unter Reifschäden, andere wiederum waren für alle vier Körnergattungen geeignet und erbrachten reiche Ernte. Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 63 Häusern genannt, das nach Wullersdorf eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Immendorf besaß die Ortsobrigkeit und besorgte die Konskription. Die Landgerichtsbarkeit wurde von der Herrschaft Guntersdorf ausgeübt und die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Immendorf, Guntersdorf, Wullersdorf und Kadolz.[3]
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Grund ein Binder, ein Branntweinbrenner, zwei Brennstoffhändler, ein Drainageunternehmen, ein Elektrizitätswerk, drei Gastwirte, zwei Gemischtwarenhändler, ein Landesproduktehändler, ein Lagerhaus, eine Milchgenossenschaft, ein Sägewerk, ein Schlosser, ein Schmied, zwei Schuster, ein Wagner, ein Zimmermeister und mehrere Landwirte ansässig.[4]
Um 1850 konstituierte sich Grund zur selbständigen Ortsgemeinde und mit Wirkung von 1. Jänner 1971 traten die damaligen Gemeinden Grund, Hetzmannsdorf und Immendorf der Gemeinde Wullersdorf bei,[5] die bereits aus Kalladorf, Roggendorf, Schalladorf und Oberstinkenbrunn bestand. Später stieß noch die Gemeinde Hart-Aschendorf hinzu.
Im Juli 2013 wurde der Verein Österreichische Gesellschaft der Mühlenfreunde gegründet, der sich mit der Bewahrung, Erhaltung und Pflege alter Mühlen und des Müllnereiwesens befasst.
Literatur
- Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 221 (Ausgabe 1769; Grund in der Google-Buchsuche).
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 2. Band: Fatzihof bis Herrnlois. Mechitaristen, Wien 1834, S. 192 (Grund – Internet Archive).
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 134.
Weblinks
- Grund in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
Einzelnachweise
- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
- ↑ Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
- ↑ Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Erster Band: A–L. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 240 (Grund in der Google-Buchsuche).
- ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 269
- ↑ Gemeindeänderungen ab 1945. Statistik Austria, S. 34. In: Änderungen in der Verwaltungsgliederung. Statistik Austria (ZIP, 1,3 MB; Inhalt PDF); abgerufen am 30. Oktober 2025.