Georges Diéterle

Georges-Pierre Diéterle (* 24. März 1844 in Paris; † 30. Juli 1937 in Criquebeuf-en-Caux, Département Seine-Maritime) war ein französischer Maler und Architekt. Er war vor allem als Landschafts- und Marinemaler tätig.[1]

Leben

Er entstammte einer weitverzweigten Künstlerfamilie. Er war der Enkel der Miniaturmalerin Anne Gardie, der älteste Sohn von Jules Diéterle und Émilie Gardie sowie der Bruder von Charles Diéterle. Durch familiäre Verbindungen war er zudem Schwager von Marie Diéterle und Jean-Jules Badin. Seine Tochter war Yvonne Diéterle.[1]

Georges-Pierre Diéterle studierte bis 1863 Architektur an der École des Beaux-Arts in Paris bei Simon-Claude Constant-Dufeux und schloss das Studium mit einem Diplom ab. Um 1872 entschied er sich für eine Laufbahn als Maler. Der mit seinem Vater eng befreundete Camille Corot übernahm dabei seine künstlerische Beratung und prägte seine Entwicklung maßgeblich. Von 1874 bis 1936 stellte Diéterle mit Ausnahme des Jahres 1883 regelmäßig im Pariser Salon aus. Bis 1900 signierte er seine Werke mit dem Vornamen Georges, danach mit Georges-P. In seinem Haus in Criquebeuf-en-Caux empfing er häufig befreundete Bildhauer und Maler wie Emmanuel Hannaux, Jules-Paul Brateau, Camille Corot, Jean-Paul Laurens, Paul-Alfred Colin, Georges Desvallières, Albert Auguste Fourié und André Edouard Devambez. Bei den Weltausstellungen in Paris im Jahr 1889 und 1900 erhielt er jeweils eine Bronzemedaille. 1897 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Georges-Pierre Diéterle starb 1937 in Criquebeuf-en-Caux.[1]

Werk

Georges-Pierre Diéterle schuf vorwiegend ländliche Landschaften aus der Region Pays de Caux sowie Marinen und Hafenansichten, insbesondere aus Fécamp. Seine Malweise ist eng an das Werk Camille Corots angelehnt. Zur Vorbereitung seiner Gemälde nutzte Diéterle häufig Fotografien. Gemälde von ihm befinden sich heute unter anderem in den Museen von Clamecy, Fécamp und Rouen.[1]

Literatur

  • Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 9, E. A. Seemann, Leipzig, 1913.
  • Eugène Delaire: Les architectes élèves de l’École des beaux-arts, Paris, 1907.
  • Marie-Hélène Desjardins-Ménégalli, Catherine Join-Diéterle: Les Diéterle – une famille d'artistes: Jules, Georges, Charles, Marie, Yvonne, décorateur, peintres et sculpteurs, une famille d'artistes à Yport, Musée des Terre-Neuvas, Fécamp, 1999.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris, 2006.
Commons: Georges Diéterle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris 2006.