Charles Diéterle

Charles Diéterle (* 6. April 1847 in Paris; † 31. März 1933 ebenda) war ein französischer Maler, der vor allem für seine Historienbilder, Porträts, religiösen Darstellungen und Genreszenen bekannt wurde.[1]

Leben

Charles Diéterle entstammte einer Künstlerfamilie. Er war der Enkel der Miniaturmalerin Anne Gardie, der Sohn von Jules Diéterle und Émilie Gardie sowie der Bruder des Malers Georges-Pierre Dieterle. Durch seine Ehe war er Schwager von Jean-Jules Badin. Am 15. November 1875 heiratete er Marie van Marcke de Lummen. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er in Paris bei Paul-Jacques-Aimé Baudry und Jean-Léon Gérôme. Zwischen 1874 und 1898 stellte er regelmäßig im Pariser Salon aus. Für seine dort gezeigten Werke erhielt er 1879 eine ehrenvolle Erwähnung. Mitte seines Lebens, mit etwa fünfzig Jahren, gab er seine eigene künstlerische Laufbahn weitgehend auf, um sich zugunsten der Karriere seiner Ehefrau zurückzuziehen. In der Folgezeit widmete er sich vorwiegend dem Kopieren alter Meister. Charles Diéterle starb 1933 in Paris.[1]

Werk

Das frühe Werk von Charles Diéterle umfasst Historienbilder, Porträts, religiöse Darstellungen und Genreszenen. Zu den im Salon gezeigten Arbeiten zählen unter anderem die Bilder Auffindung des Hermesstabes, Othello und Der Tod des Gaston de Foix. Daneben schuf er zahlreiche Porträts von Familienangehörigen und Persönlichkeiten seiner Zeit, darunter ein Bildnis des Generals Brunet aus dem Jahr 1896. Werke von Charles Diéterle befinden sich heute unter anderem im Museum von Fécamp, darunter La Fileuse aus dem Jahr 1879 sowie ein Porträt von Paul Casimir-Perier aus dem Jahr 1888. In der Kirche Saint-Étienne ist ein Gemälde erhalten, das den heiligen Laurentius bei der Verteilung der Kirchenschätze an Arme und Kranke zeigt.[1]

Literatur

  • Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 9, E. A. Seemann, Leipzig, 1913.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionnaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs, Band 4, Paris, 1999.
  • Marie-Hélène Desjardins-Ménégalli, Catherine Join-Diéterle: Les Diéterle – une famille d'artistes : Jules, Georges, Charles, Marie, Yvonne, décorateur, peintres et sculpteurs, une famille d'artistes à Yport, Musée des Terre-Neuvas, Fécamp, 1999.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris, 2006.

Einzelnachweise

  1. a b c Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris 2006.