Yvonne Diéterle
Yvonne Diéterle (* 7. März 1882 in Paris; † 23. November 1974 in Fontenay-aux-Roses, Département Hauts-de-Seine) war eine französische Bildhauerin und Malerin.[1]
Leben
Yvonne Diéterle wurde als Emma-Juliette-Yvonne Diéterle geboren. Sie war die Enkelin von Jules Diéterle und die Tochter des Malers Georges-Pierre Diéterle und Jeanne Lailler. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie zunächst bei ihrem Vater in Paris, anschließend bei dem Bildhauer Emmanuel Hannaux und dem Maler Fernand Pelez. Zwischen 1899 und 1906 stellte sie im Salon der Société des Artistes Français vor allem plastische Arbeiten aus, darunter Porträtbüsten und monumentale Basreliefs mit Motiven aus der Normandie. Ab 1904 war sie Mitglied des Salon d’Automne, wo sie 1906 eine Porträtbüste von George Desvallières zeigte.[1]
1912 heiratete sie den Maler Jean-Pierre Laurens. In der Folge gab sie die Bildhauerei weitgehend auf und widmete sich vornehmlich der Malerei. Sie signierte ihre Werke fortan mit dem Namen Yvonne-Pierre Laurens. Nach dem Tod ihres Ehemannes im Jahr 1932 leitete sie die Ausgestaltung der Kirche Notre-Dame-du-Calvaire in Châtillon-sous-Bagneux durch ehemalige Schüler Laurens’. 1948 wurde sie im Salon mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurden einige ihrer Werke im Musée des Beaux-Arts in Le Havre zerstört. Yvonne Diéterle starb 1974 in Fontenay-aux-Roses.[1]
Werk
Das Frühwerk Yvonne Diéterles ist vor allem durch plastische Arbeiten geprägt. Sie schuf Porträtbüsten, darunter Darstellungen von Jules Siegfried und ihrem Vater Georges Diéterle, sowie monumentale Basreliefs wie La Poussée. Ihre bekannteste Skulptur ist Le Sommei, die im Jardin des Plantes in Rouen aufgestellt ist. Nach ihrer Heirat arbeitete sie überwiegend als Malerin. Auch in dieser Phase blieb sie der figürlichen Darstellung treu. Werke von ihr befinden sich unter anderem in Museen in Fécamp und Rouen.[1]
Literatur
- Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 9, E. A. Seemann, Leipzig, 1913.
- Marie-Hélène Desjardins-Ménégalli, Catherine Join-Diéterle: Les Diéterle – une famille d'artistes : Jules, Georges, Charles, Marie, Yvonne, décorateur, peintres et sculpteurs, une famille d'artistes à Yport, Musée des Terre-Neuvas, Fécamp, 1999.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris, 2006.
- Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009.