Friedrich August Philipp von dem Bussche
Friedrich August Philipp von dem Bussche (* 4. Oktober 1771 in Horneburg (Altes Land); † 2. August 1844 in Stade) war kurhannoverischer Generalleutnant und zuletzt Kommandant von Stade.
Herkunft
Seine Eltern waren der Generalleutnant Johann Joachim Friedrich von dem Bussche (* 20. März 1732; † 22. November 1795) und dessen Ehefrau Margaretha Elisabeth von der Decken (* 31. Januar 1743; † 26. Januar 1805).
Leben
Er wurde auf der Ritterakademie und Lüneburg ausgebildet und ging am 5. Oktober 1784 als Kornett in das 4. Kavallerie-Regiment. Mit dem Regiment kämpfte er im Ersten Koalitionskrieg. Am 31. August 1794 wurde er dort Rittmeister. Aber 1803 wurde das Kurfürstentum Hannover vom napoleonischen Frankreich besetzt und mit der Konvention von Artlenburg kam es zur Auflösung der hannoverschen Armee. Bussche wechselte wie viele seiner Kameraden in britische Dienste zur King’s German Legion. Dort kam er am 8. Oktober 1803 in das 1. Husaren-Regiment KGL. Am 10. Dezember 1805 wechselte er in das 3. Husaren-Regiment und kam am 4. August 1810 als Major in das 2. Husaren-Regiment. 1811 zeichnete sich seine Schwadron in der Schlacht bei Barrosa so sehr aus, das es die Battle Honour Barrossa erhielt. Am 28. Oktober 1811 wurde er im Gefecht bei Arroyo de Molinos verwundet. Er erkrankte schwer und musste zunächst nach England zurück.
Mit Beginn der Befreiungskriege wurde er am 9. März 1813 auf Halbsold gesetzt und verließ die Legion. Er errichtete daraufhin das Husaren-Regiment der Bremen und Verdensche Legion[1] (diese Einheit wurde später als 1. Husaren-Regiment, dann als 1. Ulanen-Regiment in hannoverische Dienste übernommen). Bussche wurde am 19. März 1814 zum Oberst befördert. Er nahm am Sommerfeldzug von 1815 teil und kämpfte bei Waterloo. Bei seiner Rückkehr nach Hannover erhielt er 1815 den Guelphen-Orden.
Am 27. Februar 1821 wurde er zum Generalmajor ernannt. Er ging am 4. Februar 1830 in Pension und wurde Kommandant von Stade. Am 28. Februar 1836 erhielt er noch den Charakter als Generalleutnant. Am 20. Juli 1840 trat er in den Ruhestand und starb am 2. August 1844 in Stade.
Er war Mitbegründer der Kreditanstalt Bremen-Verden und auch in der Land- und Ritterschaft aktiv.
Für Barrossa erhielt er das Army Gold Cross, in Hannover wurde er 1840 Träger des Großkreuzes des Guelphen-Ordens. Ferner war er Träger der Waterloo-Medaille. Das hannoverische Husaren-Regiment Nr. 15 trug seinetwegen den Schriftzug „Barrossa“ an der Mütze. Zu seinem Andenken stiftete sein Sohn die Bussche-Stiftung in Stade.[2]
Familie
Bussche heiratete 1803 seine Cousine Wilhelmine von der Decken (* 20. Oktober 1785; † 10. März 1871). Das Paar hatte mehrere Kinder:
- Marie Hedwig (* 23. September 1807; † 29. Februar 1824)
- Friedrich (Fritz) Carl Ludwig Theodor Cecillius (* 27. Dezember 1814; † 17. April 1878), Forstmeister ⚭ 1844 Charlotte Helene Frederike von Estorff-Neetze (* 22. September 1822; † 28. September 1895)
Literatur
- Bernhard von Poten, Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen in Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 299 Nr. 324
- Stammtafeln der von dem Bussche, Tafel VIII
- North Ludlow Beamish, Geschichte der koeniglich deutschen Legion, Teil 2, S. 140 Nr. 869
- Schwertfeger, Bernhard: Bussche-Ippenburg, August Freiherr von dem. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 3. Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 74 (deutsche-biographie.de).
- Bernhard Heinrich Schwertfeger, Der königlich hannoversche Generalleutnant August Friedrich Freiherr v. d. Busche-Ippenburg, 1904, Digitalisat
- Dehnel, Erinnerungen deutscher Officiere in britischen Diensten aus den Kriegsjahren 1805–1816, S. 348 FN1
- Neuer Nekrolog der Deutschen, 1846, Teil 1, S. 581ff
- Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, 1912, S. 108