Fotografen im Kanton Tessin
Diese Übersicht zu Fotografen im Kanton Tessin gibt zuerst einen Überblick und listet danach einige Männer und Frauen einzeln auf, die im italienischsprachigen Kanton Tessin fotografiert haben.
Geschichte
Gemäss Historischem Lexikon der Schweiz waren die wichtigsten Fotografen der italienischsprachigen Schweiz Antonio Rossi, der 1841 in Locarno ein sogenanntes fotografisches Kabinett für Daguerreotypien eröffnete, und Angelo Monotti, der im Tessin erste Panorama-Ansichten fotografierte. In Lugano führte Grato Brunel mit seinem Zwillingsbruder Ludovico Brunel als Erster einen 1862 eröffneten Salon für Fotografie.[1][2]
Antonio Rossi (1823–1898) gilt als der erste Fotograf des Tessins.[3] Zu dieser Zeit war die Fotografie noch den Gegebenheiten des täglichen Lebens und der Natur gewidmet. Wanderfotografen wie Roberto Donetta (1865–1932) zogen durch die Täler, während Stadtfotografen wie Grato Brunel (1840–1920) in Lugano ihre Ateliers eröffneten. Eugenio Schmidhauser (1876–1952) porträtierte Dorfbarbiere und Kesselflicker und bewegte sich dabei bereits zwischen Klischee-Idylle und realistischer Darstellung. Auch einen der ersten Fotojournalisten, Gino Pedroli, der 1986 verstarb, faszinierte das Tessiner Leben mit seinen Traditionen. So unterschiedlich die Intentionen der Fotografen waren, so unterschiedlich gestalteten sich auch die Themen: von der Schönheit der Landschaft und Natur über Porträts bis hin zur Arbeitswelt und Katastrophen. Reportagen können einen politisch engagierten Blick zeigen, wie jene von Pia Zanetti zu Südafrika, oder ethnografischer Art sein, wie Adriano Heitmanns Portfolio über Mexiko.
Kurzbiografien
(Alphabetisch nach Familiennamen geordnet)
Fiorenza Bassetti
Fiorenza Bassetti[4] (* 1948) studierte in Paris, Rom und Mailand Malerei.[5] Von 1974 bis 1978 vertiefte sie das Handwerk des Kupferstichs in Urbino, Venedig und Paris. Sie konzentrierte sich zunächst auf die Gravierkunst und wandte sich später auch der Malerei, der Fotografie, der Collage, der Computerkunst, der Skulptur und der Installation zu. Sie gewann 1981 in Paris den ersten Preis im «Grand prix de la photo pour femmes».[6] Sie nahm an zahlreichen Ausstellungen auch zur Fotografie teil.[7]
Armin Berner
Armin Berner (1896–1992) stammte aus Unterkulm (Kanton Aargau).[8] Nach seiner Ausbildung zum Zahntechniker heiratete er 1919 Chiarina Bonzanigo aus Bellinzona. Diese war um 1924 als Fotografin tätig, 1926 eröffnete ihr Ehemann ein Geschäft für Fotografien und Postkarten in der Viale Stazione (Palazzo Resinelli). Als begeisterter Kinoliebhaber drehte Berner einige Filme, darunter eine Dokumentation über den Erdrutsch am Motto d’Arbino (1928) und L’attività femminile nell’agricoltura ticinese (Die Tätigkeit der Frauen in der Tessiner Landwirtschaft), der auf der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA) gezeigt wurde.[9] Seiner Leidenschaft für das Kino folgend, verliess er 1930 Bellinzona und zog nach Berlin, wo er mit der Filmgesellschaft Universum Film (UFA) zusammenarbeitete und eine Karriere als Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur begann. Das Fotostudio in Bellinzona wurde von seiner Frau fortgesetzt.
Stefania Beretta
Stefania Beretta (* 1957) lernte Fotografin in Bellinzona, 1984 bis 1986 besuchte sie Studienkurse in Schaffhausen, Mailand und Arles.[6] Sie zeigte 1986 eine Einzelausstellung in Gstaad und war beteiligt an Kollektivausstellungen in Lausanne, Bellinzona, Mailand und Nyon. Sie arbeitete hauptsächlich im Bereich der fotografischen Reproduktion von Kunstgegenständen und Architektur und an Kunst- und Architekturzeitschriften sowie an Katalogen. Diverse Institutionen, beispielsweise die Società Ticinese di Belle Arti oder die Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr, verliehen Beretta Stipendien für ihr künstlerisches Schaffen und ermöglichten ihr Aufenthalte in London, Vilnius, Bogliasco oder Paris.[10][Q 1]
Lorenzo Bianda
Lorenzo Bianda, 1956 geboren in Locarno, absolvierte eine Grafiker- und Fotografenlehre und studierte danach Ciné-Video und Filmregie in Paris.[6] Er publizierte Bücher und nahm an zahlreichen Fotoausstellungen und Video-Festivals teil. Er spezialisierte sich auf Sach- und Architekturfotografie sowie Videos.[Q 2]
Chiarina Bonzanigo
Chiarina Meuli Bonzanigo (1896–1952) wurde in Bellinzona geboren und heiratete 1919 Armin Berner.[8] Im Jahr 1924 arbeitete sie als Fotografin in Bellinzona («Ch. Bonzanigo – Bellinzona»). Im Jahr 1926 eröffnete ihr Mann ein Fotostudio in der Viale Stazione (Palazzo Resinelli), in dem sie mitarbeitete. Nach Berners Abreise nach Deutschland im Jahr 1930 übernahm Chiarina Berner Bonzanigo die Leitung des Studios und heiratete später Giacomo Meuli, der sich der Firma anschloss. Das «Bonzanigo & C. Photo Haus» war bis 1944 tätig. Chiarina Meuli Bonzanigo starb 1952 in Zürich.
Grato Brunel
Grato Brunel (1840–1920) studierte Architektur in Marseille, wo seine Grosseltern wohnten, und erlernte den Beruf des Fotografen.[11][12] Nach seiner Rückkehr 1862 eröffnete er ein Fotogeschäft in Lugano. Er erhielt den 1. Preis einer internationalen Fotoausstellung in Como (Aufnahme von Bernardino Luinis Kruzifix in S. Maria degli Angioli, Lugano) und fertigte mehrere fotografische Platten zur Kathedrale S. Lorenzo in Lugano. Er war ein enger Freund des Bildhauers Vincenzo Vela, dessen sämtliche Werke er fotografierte. Sein Spitzname: vecchio Grà-papà dei fotografi. Sein nach Argentinien ausgewanderter Zwillingsbruder Ludovico besass später ein Fotostudio in Bellinzona. Von seinen acht Söhnen wurden vier Fotografen, Luigi, Antonio, Athos und Edoardo.
Giosanna Crivelli
Giosanna Crivelli (* 25. Januar 1949 in Lugano; † 21. November 2017 in Sorengo) war eine Schweizer Fotografin. Von 1971 bis 1973 besuchte sie die Bayerische Staatsanstalt für Fotografie in München. Anschliessend arbeitete sie als Pressefotografin bei Keystone in Zürich und besuchte Workshops bei verschiedenen Fotografen. 1975 machte sie sich selbständig, wobei sie sich vorwiegend mit Landschafts- und Reportagefotografie befasste. Ihre Bilder publizierte sie in Zeitungen, Zeitschriften und Büchern, beispielsweise in der Neuen Zürcher Zeitung oder der Illustrazione Ticinese.[13]
Im Archivio di Stato del Cantone Ticino befinden sich folgende Fotoserien:
- Spazio Greina (2008): 139 Fotos dokumentieren in vielfältigen Perspektiven und zu unterschiedlichen Jahreszeiten die Landschaften der Greina-Hochebene an der Grenze zwischen den Schweizer Kantonen Tessin im Westen und Graubünden im Osten. Die Motive umfassen markante Gipfel wie Piz Terri, Piz Vial, Piz Gaglianera und Piz Coroi, Winter- und Sommeransichten, Gletscherformationen (Ghiacciaio Medel), naturbelassene Täler (Val Canal, Valle di Güida) sowie Wege, Spuren im Schnee und Fauna wie Steinböcke und Gämsen. Mehrere Aufnahmen zeigen die Capanna Terri und Capanna Scaletta sowie Alpwirtschaft (Alpe Motterascio, Alpe di Camadra). Thematisch finden sich Fels- und Eisformationen, Schneestrukturen und Alltagsmomente des Wintersports.[14]
- Parco del Piano di Magadino (2009): Umfangreiche fotografische Dokumentation des Parco del Piano di Magadino mit fast 2000 Bildern. Die Serie umfasst Landschaftsaufnahmen, Feuchtgebiete, Flussräume, Kulturland, Flora und Fauna sowie Wege, Infrastrukturen und landwirtschaftliche Nutzung.[15]
- Maggia – Paessaggi di vita quotidiana (2014): Die Serie mit 25 Fotografien zeigt Alltagslandschaften im Maggiatal: Dorfstrukturen, Wege, Flussräume, Menschen im Alltag, einfache ländliche Szenen und die topografische Einbettung des Tals.[16]
- I luoghi del respiro (2014): Eine Serie von 69 Fotografien, die Orte der Ruhe und des Atems im weitesten Sinn dokumentieren: Landschaften, abgelegene Wege, Übergänge, Lichtstimmungen und Naturfragmente. Thematisch stehen Atmosphäre, Leere und Wahrnehmung der Landschaft im Mittelpunkt.[17]
Dona De Carli
Dona De Carli (geboren am 21. Dezember 1950 in Locarno), auch bekannt unter dem Namen Dona De-Carli, ist eine Schweizer Künstlerin, die mit Fotografie, Film, Video und Performance-Kunst arbeitet. Sie lebt und arbeitet im Tessin.[18] Von 1970 bis 1974 arbeitete Dona De Carli als fotografische Assistentin bei René Groebli in Zürich. Später besuchte sie Fotografiekurse in München und Arles und studierte von 1978 bis 1979 Bühnenbild an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand. Im Anschluss liess sie sich bei RSI Radiotelevisione svizzera zur Kamerafrau ausbilden.[19] Seit 1976 arbeitet De Carli als freischaffende Fotografin in Locarno und befasst sich seit 1981 auch mit Video- und Aktionskunst.
Roberto Donetta
Roberto Donetta (1865–1932) war Hausierer und Wanderfotograf.[20] Er handelte mit Saatgut und hielt mit seinem Fotoapparat Ereignisse des Bleniotals fest: Hochzeiten, Taufen und auch Dinge des täglichen Lebens oder auch die Natur, die Arbeit oder die Freizeit in der Osteria. Von Donetta existieren noch rund 5000 Glasplatten sowie einige hundert Originalabzüge. Die Casa Rotonda Donetta in Corzoneso beherbergt seit 2003 das Archivio Donetta.[21]
Margarethe Marianne Fellerer
Margarethe Marianne Fellerer (1885–1961) war eine österreichisch-schweizerische Fotografin und Anthroposophin. Sie liess sich zwischen 1909 und 1910 in Ascona nieder und lebte später im Haus Cà del Sass auf dem Monte Verità. Als ihr der Bruder Max Anfang der 1930er-Jahre eine Fotokamera schenkte, begann sie, das kulturelle und künstlerische Leben von Ascona fotografisch zu dokumentieren.
Liliana Holländer
Liliana Holländer ist eine Schweizer Fotografin, die vor allem durch ihre umfangreiche dokumentarische Tätigkeit im Kanton Tessin seit den 1960er-Jahren hervorgetreten ist und dessen kulturelles, politisches und gesellschaftliches Leben in zahlreichen Fotografien festhielt. Zu ihren charakteristischen Arbeiten zählen folgende Beispiele ihres fotografischen Schaffens:
- Jean e Marguerite Arp al Ronco dei Fiori (1965): Das Foto zeigt das ehemalige Wohn- und Atelierhaus Ronco dei Fiori des deutsch-französischen Malers Hans Arp und seiner Frau Marguerite in Locarno-Solduno.[22]
- Adriana Ramelli con Francesco Chiesa, nell’allora Saletta delle esposizioni della Biblioteca cantonale di Lugano, in occasione della mostra allestita per festeggiare il centesimo compleanno dello scrittore (1971): Hier dokumentiert Holländer die Begegnung zwischen der Schweizer Bibliothekarin Adriana Ramelli und dem Schweizer Schriftsteller Francesco Chiesa während der Ausstellung zum 100. Geburtstag Chiesas im Jahr 1971 in der Kantonsbibliothek Lugano.[23]
- Die folgenden im Archivio di Stato del Cantone Ticino aufbewahrten Fotografien von Holländer dokumentieren prägnante Momente des öffentlichen und kulturellen Lebens im Tessin zwischen 1969 und 1978:
- Vecchio Pretorio carcere (1969): Die Aufnahme des «Vecchio Pretorio» dokumentiert ein früher genutztes Justiz- und Gefängnisgebäude, das ein Teil der kantonalen Geschichte ist.[24]
- Diritto di voto alle donne, prima votazione femminile (1970): Die Aufnahme zur ersten kantonalen Frauenabstimmung von 1970 hält einen historischen Wendepunkt fest, an dem die politische Partizipation der Frauen erstmals sichtbar wurde.[25]
- Biblioteca cantonale, Esposizione Carlo Cattaneo (1970): Ebenfalls 1970 entstand die Fotografie der Ausstellung zu Carlo Cattaneo in der Kantonsbibliothek Lugano, welche die kulturpolitische Auseinandersetzung der Zeit widerspiegelt und die Rolle der Bibliothek als intellektuellen Raum hervorhebt.[25]
- Silvio Moser formula 2 trainata da cavallo – lungolago (1973): Mit der Szene des von einem Pferd gezogenen Formel-2-Wagens von Silvio Moser an der Promenade zeigt Holländer ein Ereignis, das sportliche Innovation, lokale Identität und Alltagsbeobachtung verbindet.[25]
- Iva Cantoreggi – 30 anni quale corrispondente all'ATS (Agenzia telegrafica Svizzera) (1978): Die Fotografie zeigt Iva Cantoreggi, die 1978 für 30 Jahre Tätigkeit als Korrespondentin der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA/ATS) geehrt wurde.[25]
Ingeborg Lüscher
Ingeborg Lüscher ist eine deutsch-schweizerische Malerin, Fotografin und Videokünstlerin. Lüscher lebt seit 1967 in Tegna im Tessin. Sie besuchte eine Theaterschule und kam autodidaktisch zur Fotografie.[26] Als Kunstfotografin beteiligte sie sich ab 1972 an vielen Ausstellungen, Einzelausstellungen in der Schweiz sowie in Sevilla, Paris, München und New York. Sie veröffentlichte zahlreiche Publikationen, Kataloge und Beiträge in Zeitschriften im In- und Ausland.
Angelo Monotti
Angelo Monotti (1835–1915) war ursprünglich gelernter Kunsttischler, liess sich aber bei Giuseppe Marzocchini in Livorno in die Technik der Fotografie einführen.[27][28] Kurze Zeit später eröffnete er dort ein eigenes Studio. Nach seiner Rückkehr ins Tessin 1874 eröffnete er ein Fotostudio und ‑labor in Cavigliano und 1895 ein neues Atelier in Locarno. Als einer der ersten Berufsfotografen des Tessins schuf er neben Fotoreportagen v. a. Porträt- und Landschaftsaufnahmen. 1876–1888 war Monotti Gemeindepräsident von Cavigliano.
Antonio Rossi
Antonio Rossi (1824–1898) entstammte einer Familie von Bildhauern und Steinmetzen des Mendrisiotto.[29] Nach einer Malerausbildung in Mailand arbeitete er als Marmorbildhauer in der Werkstatt seines Vaters. Gleichzeitig begann er sich in einem Atelier in Mailand mit der aufkommenden Fotografie zu beschäftigen. 1841 übersiedelte er mit dem Vater, der die Leitung der dortigen Zeichenschule übernahm, nach Locarno. Während seiner Tätigkeit in der väterlichen Werkstatt eröffnete Rossi das erste Fotoatelier im Tessin. Er gilt als einer der ersten bekannten Fotografen des Kantons und Pionier der Panoramaaufnahmen. Nach dem Tod seines Vaters blieb er als Marmorbildhauer und Fotograf tätig. Von seinen zwischen 1860 und ca. 1890 entstandenen Fotografien sind nur etwa deren 20 erhalten.
Christian Schiefer
Christian Schiefer (1896–1998) wurde in Davos, Kanton Graubünden, geboren.[30][31] Nach seiner Ausbildung zum Fotografen in Davos im Studio von Emil Himmelsbach (auch in Lugano tätig) arbeitete er mit Francis de Jongh in Lausanne und mit Philipp Link in Zürich zusammen. 1920 liess er sich in Paradiso bei Lugano nieder und übernahm das Studio von Ervin Hauser-Pricam in der Via Funicolare. Er gilt als einer der ersten Fotojournalisten unseres Kantons. Auch jenseits des Gotthards geschätzt, realisierte er Reportagen für die Schweizer Illustrierte und die Zürcher Illustrierte. In der Illustrazione ticinese veröffentlichte er zwischen 1931 und 1960 mehrere hundert Fotografien, darunter verschiedene Reportagen über Ereignisse und Aspekte des Tessins. 1938 erhielt er in Campione d’Italia den ersten Preis bei einer internationalen Fotoausstellung. Von 1942 bis 1945 war er Militärkorrespondent und fotografierte unter anderem die Ankunft von Flüchtlingen aus Norditalien im Tessin nach dem Waffenstillstand vom 8. September 1943. Seine Aufnahmen der Leiche von Benito Mussolini auf der Piazza Loreto am 29. April 1945 fanden internationale Verbreitung. Er arbeitete auch mit der Filmkamera. 1949 verlegte er sein Studio nach Lugano, in die Viale G. Cattori 6. Er gab seine Tätigkeit 1986 offiziell auf, als Costantino Catena seine Nachfolge antrat.
Eugenio Schmidhauser
Eugenio Schmidhauser (1876–1952) wurde im aargauischen Seon geboren.[32][33][34][Q 3] Nach dem Tod des Vaters wurden Eugenio und sein Bruder Oskar vom vermögenden Rudolf Fastenrath in Obhut genommen. Er konnte auf Kosten von Fastenrath eine Fotografenlehre absolvieren und in München die renommierte Lehr- und Versuchanstalt für Photographie sowie Kurse in Lithografie besuchen. Als Fastenrath ins Tessin zog, folgte ihm Schmidhauser und wurde zu seinem 'Leibfotograf'. Dort übernahm Schmidhauser mit seiner Tessiner Frau eine Pension in Astano und fotografierte weiter. 1932 bis 1949 war Schmidhauser Gemeindepräsident von Astano.
Ernesto Steinemann
Ernesto Steinemann (1892–1968) kam in den frühen 1920er Jahren aus Graubünden ins Tessin.[35][Q 4] In Locarno führte er ein Fotogeschäft an der Via Ramogna. Zudem betrieb er eine kleine Filiale in San Bernardino. Neben Entwicklungs- und Vergrösserungsarbeiten für Amateurfotografen spezialisierte er sich ausserdem auf den Verkauf von Kameramaterial. Er fotografierte bei Taufen und Hochzeiten, dokumentierte Tessiner Staudammprojekte und etablierte sich mit seinen Motiven auf dem Postkartenmarkt. Sein Bild der Wallfahrtskirche Madonna del Sasso gehörte einst zu den beliebtesten Motiven und wurde von Touristen in alle Welt versandt. Ab 1924 versuchte er sich auch als Filmemacher. 1929 war er offizieller Fotograf am Eidgenössischen Schützenfest in Bellinzona. Ab 1931 fotografierte er zudem regelmässig für die Illustrazione ticinese.
Pia Zanetti
Pia Zanetti wurde 1943 in Basel geboren und lebt seit 1972 in Tremona.[32] Ab 1963 ist sie freischaffende Fotoreporterin. Zanetti realisierte mit ihrem Mann, dem Journalisten Gerardo Zanetti, eine Vielzahl von Reportagen über soziale und politische Themen für internationale Printmedien. Gegenstand ihrer Bilder ist der Mensch in seiner Umgebung, mit seinen teils prekären Lebensbedingungen. Zanetti schuf auch Porträts von Prominenten, wie z. B. der Modedesignerin Vivienne Westwood, der Schauspielerin Bette Davis oder dem Filmemacher Federico Fellini.
Rudolf Zinggeler
Rudolf Zinggeler (1864–1954) war ein Fotograf und Unternehmer. Auch wenn er in der Deutschschweiz wohnte, unternahm Zinggeler oft Fotoreisen in andere Landesteile, so auch ins Tessin. Das Maggiatal war eines der beliebtesten Ziele Zinggelers. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts besuchte er es mehrmals und nahm mehr als 400 Fotografien auf.[36]
Literatur
- Storie di fotografia: il Ticino, i Ticinesi e i loro fotografi nella collezione fotografica dell’Archivio di Stato: 1855–1930. Hrsg. von Gianmarco Talamona, Edizioni dello Stato del Cantone Ticino, Bellinzona 2020, ISBN 978-88-904992-3-4 (PDF; 4,1 MB) Kurzbiografien S. 164–176.
- Ticino in luce: percorsi fotografici 1915–2015, mostra, Bellinzona, Castelgrande, 5 settembre – 1. novembre 2015. Hrsg. von Marco Franciolli, Gianmarco Talamona; Stefania Beretta… [et al.], BancaStato, Bellinzona 2015, ISBN 978-88-7713-711-1.
- Il Ticino e i suoi fotografi: fotografie dal 1858 ad oggi / Das Tessin und seine Photographen: Photographien von 1858 bis heute. Red. Walter Binder et al. Benteli, Bern 1987, pubblicato in occasione della mostra itinerante in Germania «Das Tessin und seine Photographen», 1990–1991, ISBN 3-7165-0596-X. Ausstellung gezeigt auch im Zürcher Kunsthaus, 6. Februar bis 4. April 1987.[37]
- Alberto Nessi et al.: Das Tessin und seine Photographen. Photographien von 1858 bis heute. 1987 (Ausstellungskatalog).
Weblinks
- Fotografen im Kanton Tessin bei fotoCH
- Catalogo dei fondi fotografici, Archivio di Stato del Cantone Ticino
- «Das Tessin und seine Photographen». Ein Dokument der Veränderung. In: Neue Zürcher Nachrichten. 1. März 1988
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Einzelnachweise
- ↑ Walter Binder: Fotografie. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 20. August 2020.
- ↑ Das Tessin und seine Fotografen Ausstellung im Kunsthaus Zürich: Tessiner Fotografie ›‹ 40 Fotografinnen und Fotografen. In: Der Bund. 17. Februar 1988.
- ↑ Von Rossi bis Pedroli. In: Der Bund. 17. Februar 1988.
- ↑ Videoporträt Fiorenza Bassetti. In: Vimeo. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
- ↑ Fiorenza Bassetti. fotoCH, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ a b c Il Ticino e i suoi fotografi: fotografie dal 1858 ad oggi / Das Tessin und seine Photographen: Photographien von 1858 bis heute. Red. Walter Binder et al. Benteli, Bern 1987, ISBN 3-7165-0596-X, S. 276.
- ↑ Fiorenza Bassetti. In: Kunstbulletin. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
- ↑ a b Storie di fotografia: il Ticino, i Ticinesi e i loro fotografi nella collezione fotografica dell’Archivio di Stato: 1855–1930. Hrsg. von Gianmarco Talamona, Edizioni dello Stato del Cantone Ticino, Bellinzona 2020, ISBN 978-88-904992-3-4 (PDF; 4,2 MB), S. 164
- ↑ Associazione Archivi Riuniti delle Donne Ticino (Hrsg.): Donne ticinesi, rievocazioni. 1928–2008. Il lavoro femminile. 2009, ISBN 978-88-904152-0-3 (ti.ch [abgerufen am 7. Dezember 2025]).
- ↑ Stefania Beretta. fotoCH, abgerufen am 7. Dezember 2025.
- ↑ Alberto Nessi: Grato Brunel. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 21. Januar 2008.
- ↑ Grato Brunel. fotoCH, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Giosanna Crivelli. fotoCH, abgerufen am 5. Dezember 2025.
- ↑ Catalogo dei fondi fotografici: Spazio Greina. Archivio di Stato del Cantone Ticino, abgerufen am 5. Dezember 2025.
- ↑ Catalogo dei fondi fotografici: Parco del Piano di Magadino. Archivio di Stato del Cantone Ticino, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Catalogo dei fondi fotografici: Maggia – Paessaggi di vita quotidiana. Archivio di Stato del Cantone Ticino, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Catalogo dei fondi fotografici: I luoghi del respiro. Archivio di Stato del Cantone Ticino, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Dona De Carli. fotoCH, abgerufen am 1. Dezember 2024.
- ↑ Dona De Carli – Claudia Quadri. 8. Mai 2024, abgerufen am 4. Mai 2025 (italienisch).
- ↑ Il Ticino e i suoi fotografi: fotografie dal 1858 ad oggi / Das Tessin und seine Photographen: Photographien von 1858 bis heute. Red. Walter Binder et al. Benteli, Bern 1987, ISBN 3-7165-0596-X, S. 277.
- ↑ Fondazione archivio fotografico Roberto Donetta. Archivio Donetta, abgerufen am 6. Dezember 2025 (italienisch).
- ↑ Jean e Marguerite Arp al Ronco dei Fiori. Fondazione Marguerite Arp, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Fotografie Archivio Prezzolini. Sistema bibliotecario ticinese, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Catalogo dei fondi fotografici: Edifici, piazze, strade, monumenti. Archivio di Stato del Cantone Ticino, abgerufen am 7. Dezember 2025.
- ↑ a b c d Catalogo dei fondi fotografici: Avvenimenti. Archivio di Stato del Cantone Ticino, abgerufen am 7. Dezember 2025.
- ↑ Il Ticino e i suoi fotografi: fotografie dal 1858 ad oggi / Das Tessin und seine Photographen: Photographien von 1858 bis heute. Red. Walter Binder et al. Benteli, Bern 1987, ISBN 3-7165-0596-X, S. 278.
- ↑ Marco Marcacci: Fotografie. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 17. April 2007.
- ↑ Angelo Monotti. fotoCH, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Antonio Mariotti: Antonio Rossi. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 24. November 2010.
- ↑ Storie di fotografia: il Ticino, i Ticinesi e i loro fotografi nella collezione fotografica dell’Archivio di Stato: 1855–1930. Hrsg. von Gianmarco Talamona, Edizioni dello Stato del Cantone Ticino, Bellinzona 2020, ISBN 978-88-904992-3-4 (PDF; 4,3 MB), S. 174.
- ↑ Christian Schiefer. fotoCH, abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ a b Il Ticino e i suoi fotografi: fotografie dal 1858 ad oggi / Das Tessin und seine Photographen: Photographien von 1858 bis heute. Red. Walter Binder et al. Benteli, Bern 1987, ISBN 3-7165-0596-X, S. 280.
- ↑ Eugenio Schmidhauser. Hrsg. von Gianmarco Talamona, Archivio di Stato, in occasione della mostra Eugenio Schmidhauser. Oltre il Malcantone tenutasi presso il Museo d’arte della Svizzera italiana a Lugano dal 16 marzo al 12 ottobre 2025, Bellinzona 2025, ISBN 978-88-904992-6-5 (PDF; 33,4 MB)
- ↑ Artigianato e vita di paese / Handwerk und Dorfleben. In: Il Ticino e i suoi fotografi: fotografie dal 1858 ad oggi / Das Tessin und seine Photographen: Photographien von 1858 bis heute. Red. Walter Binder et al. Benteli, Bern 1987, ISBN 3-7165-0596-X, S. 88–105.
- ↑ Ernesto Steinemann. fotoCH, abgerufen am 5. Dezember 2025.
- ↑ Alan Dalessi: Museo di Valmaggia – Rudolf Zinggeler Fotografie. Archiviert vom am 4. November 2018; abgerufen am 6. Dezember 2025.
- ↑ Tessiner Photographie seit 1858. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Dezember 1986.