Adriana Ramelli

Adriana Adele Ramelli (* 22. April 1908 in Calprino; heimatberechtigt in Grancia; † 4. März 1996 in Lugano) war eine Schweizer Bibliothekarin. Sie war die erste Frau in einer bedeutenden Führungsposition im Kanton Tessin und förderte durch ihr Wirken die kulturelle Entwicklung des Kantons.[1]

Leben

Adriana Ramelli war die Tochter der Malerin Carolina geborene Chiesa und des Architekten Bernardo Ramelli. Nach dem Besuch des kantonalen Gymnasiums in Lugano und studierte sie bis 1932 Altphilologie an der Universität Pavia. Sie blieb unverheiratet.[2]

Ramelli wurde 1931 stellvertretende Leiterin der Kantonsbibliothek Lugano. In der Nachfolge von Francesco Chiesa übernahm sie von 1941 bis 1973 die Leitung. Das Angebot der Bibliothek baute sie massiv aus und modernisierte die Strukturen. Sie unterstützte zahlreiche Veranstaltungen, Vorträge und Arbeitstagungen sowie Publikationen die den Kulturaustausch zwischen Italien und der Schweiz förderten. Ein besonderes Anliegen Ramellis waren dokumentarische und bücherkundliche Ausstellungen. Als «herausragend» gelten ihre Ausstellungen zu Alessandro Manzoni, Francesco Chiesa und zur Tipografia Agnelli.[2] Im Juni 1973 übergab sie ihr Amt an Adriano Soldini.

Ramelli war Frauenrechtlerin und Mitarbeiterin der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA). Die Gosteli-Stiftung führt ein Dossier über sie.[3] Das Archivio di Stato del Cantone Ticino (ASTI) bewahrt ihren Nachlass.[2]

Werke (Auswahl)

  • Le edizioni manzoniane ticinesi. Centro nazionale di studi manzoniani, Milano 1965.
  • Vita di una bibliotecaria con firma e dedica dell’autrice. Estratto da Il Cantonetto, Lugano 1977.
  • Catalogo degli incunaboli della Biblioteca cantonale di Lugano. Olschki, Florenz 1981.
  • mit Franca Cleis, Lorenza Noseda: Una via milanese per Pietroburgo. La diffusione delle edizioni bodoniane in Europa nelle lettere fra Giocondo Albertolli e Giambattista Bodoni 1798–1813. Parma und Bellinzona 1996, ISBN 88-7713-239-6.

Literatur

  • Rosalinda Chiappetti, Franca Cleis: Bibliografia e catalogazione dell’archivio privato di Adriana Ramelli. Manuskript, 1990.

Belege

  1. Daniela Delmenico: Adriana Ramelli (1908–1996). In: archividonneticino.ch. Italienisch, abgerufen am 6. Dezember 2025.
  2. a b c Mario Frasa: Adriana Ramelli. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 27. Januar 2012.
  3. gosteli.anton.ch: Ramelli, Adriana. Abgerufen am 6. Dezember 2025.