Chiarina Bonzanigo

Chiarina Bonzanigo (geb. 1896 in Bellinzona, Tessin; gest. 1952 in Zürich) war eine Schweizer Fotografin, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Tessin tätig war und das lokale Fotografieerbe prägte. Sie führte das Fotoatelier in Bellinzona, das ihr Ehemann Armin Berner, ein Fotograf und Filmemacher, gegründet hatte.[1]

Werdegang

Bonzanigo trug ab den frühen 1920er Jahren zur frühen professionellen Fotografie im Tessin bei.[2] Sie war ab 1919 mit dem Zahntechniker Armin Berner verheiratet und begann um 1924 ihre Tätigkeit als Fotografin.

Berner eröffnete 1926 in Bellinzona ein Fotoatelier an der Viale Stazione, das ab 1927 unter der Firma „Berner Armin Photo-House“ geführt wurde. Bonzanigo arbeitete bereits als Fotografin und war im Atelier ihres Mannes tätig; ihre Arbeit floss damit in das fotografische und filmische Schaffen des Studios ein. Berner realisierte neben der Fotografie mehrere Dokumentarfilme, etwa über den Erdrutsch von Motto d’Arbino (1928) und über die Frauenarbeit in der Landwirtschaft im Tessin (L’attività femminile nell’agricoltura ticinese) für die SAFFA 1928 in Bern an deren Herstellung Bonzanigo beteiligt war.

Als Berner 1930 nach Berlin ging, um bei der UFA als Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur zu arbeiten, übernahm Chiarina Bonzanigo das Geschäft in Bellinzona und führte es zunächst allein unter eigener Verantwortung weiter.[3]

Einige Jahre später betrieb sie das Atelier gemeinsam mit Giacomo Meuli unter dem Namen „Bonzanigo & Co. Photo House“, das in den 1930er und frühen 1940er Jahren als Mitglied des Schweizerischen Photographen Verbandes (SPhV) firmierte.[4] In den Beständen der Fondazione Pellegrini Canevascini sowie in der fotografischen Sammlung des Staatsarchivs des Kantons Tessin sind Arbeiten dieses Ateliers überliefert, die die Kontinuität vom Studio Berner zum Studio Bonzanigo dokumentieren. Das „Bonzanigo & Co. Photo House“ war bis 1944 tätig. Chiarina Meuli Bonzanigo starb 1952 in Zürich.

2011 wurde sie in der Fotoausstellung „Quando le donne...“ im Castello di Sasso Corbaro in Bellinzona erwähnt.[5]

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Archiv Fototeca, Archivio di Stato del Cantone Ticino, Bellinzona, Schweiz
  • Storie di fotografia: il Ticino, i Ticinesi e i loro fotografi nella collezione fotografica dell’Archivio di Stato: 1855–1930. A cura di Gianmarco Talamona, Edizioni dello Stato del Cantone Ticino, Bellinzona 2020, ISBN 978-88-904992-3-4 (PDF; 4,1 MB) Kurzbiografien S. 164–176.
  • Online-Quellen: foto-ch.ch

Einzelnachweise

  1. Chiarina Bonzanigo | fotoCH. Abgerufen am 6. Dezember 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
  2. Fondi fotografici - Catalogo - ASTI (DECS) - Repubblica e Cantone Ticino. Abgerufen am 6. Dezember 2025.
  3. Armin Berner | fotoCH. Abgerufen am 6. Dezember 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
  4. Bonzanigo & Co. Photo House | fotoCH. Abgerufen am 6. Dezember 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
  5. Ausstellungsflyer Abgerufen am 8. Dezember 2025 (italienisch).