Enttrümmerung

Unter Enttrümmerung versteht man die Beseitigung von Schutt und Ruinen der Häuser, die im Zweiten Weltkrieg vor allem durch den Luftkrieg zerstört worden waren. Dabei unterschied sich die Enttrümmerung in deutschen Städten von Ort zu Ort, und auch die Enttrümmerung außerhalb Deutschlands war nicht einheitlich. Die Arbeiten in Deutschland begannen bereits während des Krieges, hierbei wurden Mitglieder der verschiedenen NS-Organisationen mit dem Beseitigen der Trümmer beauftragt. Hinzu kamen KZ-Häftlinge oder Kriegsgefangene, die Zwangsarbeit leisten mussten. Nach dem Krieg wurden insbesondere deutsche Kriegsgefangene und frühere Mitglieder der NSDAP beiderlei Geschlechts als Bußmaßnahme zu Aufräumarbeiten herangezogen. Die andere Gruppe bestand aus Arbeitslosen, die zur Trümmerräumung verpflichtet wurde. In vielen Städten wurde die Drohung mit dem Entzug der Lebensmittelkarte erfolgreich als Druckmittel eingesetzt, um die Menschen zur Registrierung bei den Arbeitsämtern zu bewegen. Ein konsistentes System, das festlegte, wie viele Stunden gearbeitet werden sollten, welche Arbeitsleistungen zu erbringen waren und in welchem Rhythmus dies geschehen sollte, fehlte. Zunächst erfolgten die Arbeiten mit der Hand und vorhandenen oder selbstgebauten Werkzeugen, später wurde die Arbeit immer mehr professionalisiert und Unternehmen wurden mit der Trümmerräumung beauftragt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs unterschieden sich die Enttrümmerung in den westdeutschen Besatzungszonen und der Sowjetischen Besatzungszone im Grad an Technisierung und in den Charakteristika des Einsatzes von Arbeitskräften. Die Einzelheiten der Art und Weise, in der die Enttrümmerung ablief, war aber auch innerhalb der Zonen von Stadt zu Stadt verschieden. In der Sowjetischen Besatzungszone/DDR existierten Bürgereinsätze bis 1952, in den westdeutschen Besatzungszonen nur bis Ende der 1940er Jahre.

In den ersten Monaten nach Kriegsende waren Frauen bei den Arbeitsloseneinsätzen im Rahmen der Enttrümmerung an manchen Orten in der Überzahl, danach glich sich das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Frauen und Männern jedoch aus. Dies entsprach einer allgemeinen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Begriff

In der wissenschaftlichen Literatur werden häufig die Begriffe Trümmerräumung und Trümmerbeseitigung mit derselben Bedeutung verwendet. Seit der Veröffentlichung von Mythos Trümmerfrauen von Leonie Treber ist auch oft der Begriff Enttrümmerung zu lesen. Dabei handelt es sich um einen Quellenbegriff, der in zeitgenössischen Veröffentlichungen verwendet wurde.

Umfang

Die Trümmermengen bei Kriegsende im ehemaligen deutschen Reichsgebiet betrugen nach dem Statistischen Jahrbuch deutscher Gemeinden 400 Millionen Kubikmeter.[1] Damit hätte man ein 20 Meter hohes, 10 Meter breites und 2000 Meter langes Gebäude füllen können.[2] Axel Schildt nennt sogar Schätzungen von bis zu 600 Millionen Kubikmetern.[3]

Unmittelbar nach Kriegsende ermittelten die Städte die Trümmermengen unabhängig voneinander, was zu uneinheitlichen Maßstäben führte und eine Vergleichbarkeit sehr erschwerte. Aus diesem Grund führte der Ausschuss für Bau- und Wohnungsstatistik im Verband der Deutschen Städtestatistiker Ende Juli 1947 eine Erhebung in 39 Städten durch. Diese wurde die Grundlage eines Fragebogens für das Statistische Jahrbuch der deutschen Gemeinden 1949, der folgende Ergebnisse erbrachte.[4]

Insbesondere die Daten für die Städte in der Sowjetischen Besatzungszone sind nicht in demselben Umfang verfügbar wie die Informationen zu Städten in den westlichen Besatzungszonen. Die in der Tabelle angegebenen Zahlen dienen hauptsächlich dem Vergleich der Städte, sie sollen lediglich eine allgemeine Orientierung bieten:

 Info: Die Links führen auf die dazugehörigen Abschnitte im Artikel Enttrümmerung in deutschen Städten.

Gemeinden nach vorliegenden Erhebungen

(unaufgelockert) Trümmermengen in Millionen [5]

nach vorliegenden Erhebungen

(aufgelockert) Trümmermengen in Millionen m³[5]

Trümmermengen

je Einwohner (unaufgelockert) in m³[6]

Zerstörte Wohnungen[5]
Berlin 55,000 70,000 02,7 556.500
Ostberlin 20,000[7]  –  – 184.518[8]
Hamburg 35,800 43,000 20,9 295.654
München 05,000 07,150 06,5 082.000
Dresden 25,000[7]  – 39,7[7] 75.000 total, 11.000 schwer, 7000 mittelschwer, 81.000 leicht beschädigte Wohnungen[8]
Essen 14,947 20,190 22,4 100.000
Freiburg 01,035 01,207  – 017.200
Köln 24,100 30,200 31,2 176.600
Leipzig 8,000[7]  –  –  –
Dortmund 16,777 18,455 30,9 105.500
Frankfurt am Main 11,700 15,010 21,1 080.575
Stuttgart 04,232 05,289 08,5 042.125
Düsseldorf 10,000 12,500 18,5 086.500
Bremen 07,920 09,504 17,6 065.000
Duisburg 05,600 06,600 12,9 082.000
Hannover 08,400 09,660 17,8 075.378
Wuppertal 07,580 09,475 18,9 054.400
Nürnberg 10,700 12,000 25,3 061.319
Magdeburg 05,200[7]  –  –  –
Gelsenkirchen 03,860 05,018 12,2 047.400
Bochum 03,700 04,923 12,1 047.500
Kiel 04,145 05,391 15,1 44.700
Ulm 00950 01,150 12,8 03000
Mannheim 04,300 05,370 15,1 041.850
Braunschweig 02,250 02,660 11,5 027.000
Wiesbaden 00,604 00,785 03,1 012.355
Oberhausen 01,310 01,506 06,8 018.400
Karlsruhe 01,411 01,568 07,4 013.950
Augsburg 01,163 01,297 06,3 012.423
Krefeld 02,750 03,162 16,1 27.800
Bielefeld 01,650 01,909 12,8 010.300
Kassel 05,775 06,600 26,7 040.443
Mühlheim 00,800 01,000 05,8 012.554
Solingen 01,450 01,525 10,3 009936
Hagen 01,100 01,375 07,2 018.867
Aachen 03,440 04,297 21,2 025.700
Mönchengladbach 02,290 02,519 17,8 009200
Ludwigshafen 02,090 02,780  – 023.678
Bonn 00,952 01,093 09,4 014.200
Bremerhaven 00,825 00,991 011.740
Münster 02,500 03,150 17,7 013.200

Berechnungen gehen von einer Zerstörung von 650.000 bis 700.000 Wohngebäuden in allen Städten mit über 100.000 Einwohnern aus. Damit hatte jede dieser Großstädte durch die Luftangriffe im Durchschnitt 55 bis 60 Prozent des Bestands an Wohngebäuden verloren.[9] Dies entsprach 2,6 bis 3 Millionen Wohnungen.[10] Der Wohnraummangel beeinträchtigte das Leben der Bevölkerung massiv und auf lange Zeit.

Ablauf / Durchführung

Da viele Grundstückseigentümer nicht erreichbar oder zur Trümmerräumung nicht in der Lage waren, belastete die Trümmerbeseitigung die Kommunen. Frankfurt am Main etwa half sich, indem es die Trümmer mit Berufung auf die Notstandslage zum Eigentum der Stadt erklärte und dafür kostenlos die Räumung übernahm. Da die großen Städte gezielt bombardiert worden waren, gab es dort sowohl auf die Einwohnerzahl als auch auf die Fläche bezogen die größten Trümmermengen. Die dort pro Einwohner weggeschaffte Schuttmenge war kaum höher war als in den Mittelstädten, sodass die Enttrümmerung mehr und mehr die Großstädte belastete.[11]

Die Trümmer bestanden zu 16 Prozent aus ganzen Ziegelsteinen, zu 47 Prozent aus Ziegelbruch, Steinbruch und Glas und zu 37 Prozent aus feinkörnigem Material wie Ziegelmehl, Holz- und Koksasche und Mörtel.[12] Ein Mauerstein wog etwa 3,5 Kilogramm.[13] Zuerst mussten Mörtel und Zement von den Ziegel- oder Backsteinen entfernt werden.[14] Dies nannte man Ziegelputzen.[15] Auf Fotos ist zu sehen, dass für diese Arbeit häufig ein sogenannter Ziegelputzhammer benutzt wurde, der eine Gemeinsamkeit mit dem Dengelhammer hat: Er verfügt über keine Schlagfläche, sondern hat zwei Finnen (Schneiden), die allerdings anders geformt sind als beim Dengelhammer. Die Trümmer wurden abtransportiert, gelagert und sortiert. Unbrauchbare Bestandteile sortierte man aus.[12] Wo das Abschlagen des Mörtels nicht möglich war, wurden aus dem Trümmersplitt neue Backsteine gegossen.[14] Dies erledigten vor allem private, in kleinerem Umfang auch öffentliche Verwertungsanlagen.[11] Durch den Verkauf von verwertbarem Baumaterial ließen sich nur etwa zehn Prozent der Kosten der Trümmerräumung einsparen.[11]

Aus Berlin berichtet eine Betroffene, sie hätte pro Tag 1000 Steine vom Mörtel befreien müssen, also zwei pro Minute. Die Ausrüstung sei nicht gestellt worden.[16] Zum Stundenlohn finden sich für Berlin leicht unterschiedliche Angaben im Bereich zwischen 60 und 72 Pfennig.[17][18][19][19.1]

Während des Krieges und kurz danach gab es keinen einheitlichen Plan zur Trümmerbeseitigung. Sowohl die Vertreter der Stadtverwaltung als auch Unternehmen erstellten planmäßige Grundlagen. Priorität hatten zunächst die Räumung der Hauptverkehrsstraßen, das Instandsetzen von beschädigten Straßen und Wiederherstellen von nur teilweise zerstörten Häusern. Mit der Zeit professionalisierten sich die Tätigkeiten. Ungelernte konnten unter fachlicher Anleitung Rohstoffe und Baumaterialien aus den Ruinen bergen, die Ziegel von Mörtel befreien und die Straßen freiräumen.[19.2] Qualifizierte Bauhandwerker dagegen wurden vorrangig bei der Instandsetzung eingesetzt.[19.3]

Trümmer wurden auf Halden und Kippen getürmt; meistens lagen diese am Stadtrand, wenn nötig aber auch innerhalb der Stadt. Je nach Ort wurden die Trümmer auch in ausgegrabene Gruben geschüttet oder in der Ostsee versenkt.[19.4] Der Schutt von den Straßen fand nicht nur seinen Weg in die Häuser, sondern es wurden kurz nach Kriegsende sogar U-Bahn-Schächte aufgefüllt. Letztlich wurden die Trümmer somit planlos hin und her bewegt, was eher Arbeit erzeugte, anstatt sie zu verringern. Deshalb wurden die Aufbauarbeiten bald unter die Federführung der Tief- und Hochbauämter gestellt. Die Arbeitseinsätze wurden von ihnen organisiert und koordiniert.[19.2]

In vielen Städten wurde die Drohung mit dem Entzug der Lebensmittelkarte erfolgreich als Druckmittel eingesetzt, um die Menschen zur Registrierung zu bewegen. Dieser Verpflichtung konnten sich diejenigen entziehen, die auch ohne Lebensmittelmarken überleben konnten, etwa durch Schwarzarbeit, Schwarzhandel oder das sogenannte Hamstern bei Bauernhöfen.[20]

Nach Kriegsende wurden keine Arbeitsschutzbestimmungen eingehalten, was die Arbeit sehr gefährlich machte. Auf der Suche nach verwertbaren Steinen kletterte man in den Ruinen herum, jederzeit konnten Trümmer herunterfallen. Die Berliner Bauhilfsarbeiterin Anni Mittelstädt berichtet davon, dass sie sich zusammen mit anderen an ein im Boden verankertes Drahtseil hängen und schaukeln musste, bis eine baufällige Wand zum Einsturz kam. Für 1946 berichtete die Berliner Morgenpost von 957 Verunglückten bei der Trümmerbeseitigung, 22 Frauen kamen zu Tode. Eine andere Quelle nennt 10 tödliche Arbeitsunfälle pro Monat. 1946 zählte man im gesamten Berliner Baugewerbe 16.400 Unfälle, der Frauenanteil betrug 80 Prozent.[21]

Ausführende während des Zweiten Weltkriegs

Ab den ersten Luftangriffen der Alliierten im Jahr 1940 musste zumindest eine provisorische Trümmerbeseitigung organisiert werden. Hierzu setzten die Nationalsozialisten männliche Handwerker und Mitglieder des Reichsarbeitsdienstes, der Hitlerjugend, der Wehrmacht, der SS-Baubrigaden und der Luftschutzpolizei ein. Die Trümmerräumung gehörte zu den Aufgaben des Instandsetzungsdienstes, der Teil des Sicherheits- und Hilfsdienstes (SHD) war. Im September 1940 erließ Fritz Todt, Generalbevollmächtigter für die Bauwirtschaft, eine Anordnung zur Eingliederung des Bauhandwerks in die Trümmerbeseitigung. Auch die Sofortmaßnahmen bei Bomben- und Brandschäden wurden dort festgelegt: Die Bürgermeister wurden zu Leitern der Sofortmaßnahmen erklärt, gaben aber die Aufgaben meist an die Leiter des Bauamtes weiter.[19.5]

Neben den Mitgliedern der nationalsozialistischen Organisationen mussten auch andere Gruppen Arbeiten bei der Trümmerbeseitigung ausführen. Dazu gehörten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, vor allem aber auch Kriegsgefangene, die eine Ausbildung in einem Handwerk wie Maurer oder Glaser hatten.[22][23][19.6] Gegen Ende des Krieges wurde die Bereitstellung von Zwangsarbeitern für die Trümmerräumung noch schwerer zu organisieren. Dies veranlasste die Behörden dazu, Zwangsarbeiterinnen aus Osteuropa nach Deutschland zu bringen.[23] Nach einem Führererlass vom 12. Oktober 1940 wurden zivile Strafgefangene für die Trümmerbeseitigung eingesetzt. Dies betraf auch Gefangene aus dem Jugendstrafvollzug.[19.7] KZ-Gefangene wurden ebenfalls zur Arbeit verpflichtet: Mitte Oktober 1942 wurden zum Beispiel 3000 Häftlinge der Konzentrationslager Buchenwald, Neuengamme, Sachsenhausen in den SS-Baubrigaden eingesetzt.[19.8] Dies wurde bis zur Befreiung so gehandhabt, besonders in Städten, die noch angegriffen wurden.[23]

Im Rahmen des sogenannten „Ehrendienstes“ kamen am Wochenende nach Aufrufen auch Angestellte von Betrieben sowie Schülerinnen und Schüler freiwillig zur Trümmerräumung.[24]

Der Einsatz von Frauen für körperliche Arbeiten wie die Trümmerräumung lag außerhalb der traditionellen Frauenaufgaben der Vorkriegszeit. Denkbar wurde dies in Deutschland erst durch die Übernahme von Männerarbeiten durch Frauen während des Totalen Krieges.[25] Trotzdem stellte der Einsatz von Frauen bei der Enttrümmerung während des Krieges eine Ausnahme dar: Zu den hier vor allem eingesetzten nationalsozialistischen Organisationen hatten sie in der Regel keinen Zugang. Auch die gesondert für die Trümmerräumung zusammengestellten Bataillone von Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern bestanden generell nur aus Männern. Doch unmittelbar nach Bombenangriffen wurden nicht selten die Menschen in den umliegenden Lagern von ihren eigentlichen Aufgaben zur Enttrümmerung abgezogen, und darunter konnten auch Zwangsarbeiterinnen sein. Für Kiel und Saarbrücken sind derartige Einsätze belegt.[19.9] Die SS-Baubrigaden bestanden nur aus Männern. Doch nach deren Abzug errichtete man nicht selten KZ-Außenlager, deren Insassen für die Trümmerbeseitigung eingesetzt wurden. Darunter konnten auch Frauen sein. Belegt ist dies für die Außenlager des KZ Neuengamme (Hamburg). Die ersten „Trümmerfrauen“ in den deutschen Städten waren also Zwangsarbeiterinnen, meist aus Osteuropa.[19.9]

Ausführende in der Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen in allen vier Besatzungszonen auf 1000 Männer 1259 Frauen. Besonders groß war das Missverhältnis in der Sowjetischen Besatzungszone und in Berlin. War das Zahlenverhältnis von Männern zu Frauen in den Westzonen bei 1000 zu 1219, so lag es in der sowjetisch besetzten Zone bei 1000 zu 1344 und in Berlin sogar bei 1000 zu 1464. In der Altersgruppe zwischen 20 und 39 Jahren zeigte sich das Ungleichgewicht besonders deutlich: 1947 kamen hier auf 250.000 Männer doppelt so viele Frauen, also 500.000.[19.10]

Personengruppen

Ehemalige Angehörige von NS-Organisationen und deutsche Kriegsgefangene

Unmittelbar nach Kriegsende setzten die deutschen Stadtverwaltungen und alliierten Militärregierungen das Vorgehen des nationalsozialistischen Regimes mit umgekehrten Vorzeichen fort: Zum einen wurden nun deutsche Kriegsgefangene für die Trümmerräumung eingesetzt. Belegt ist dies allerdings nur für das Jahr 1945.[19.7] Zum anderen wurden ehemalige Angehörige von NS-Organisationen, z. B. der NSDAP als Straf- und Sühnemaßnahme zu Aufräumarbeiten gezwungen. Dies war Teil der Entnazifizierungs- und Entmilitarisierungsstrategie und wurde zum Beispiel auch in Wien praktiziert.[23][19.11] Für zahlreiche Städte in verschiedenen Städten ist belegt, dass bei der Resozialisierung von Anhängern und Anhängerinnen des Nationalsozialismus das Geschlecht keine Rolle spielte. Quellen liegen etwa für Berlin, Magdeburg, Dresden, München, Stuttgart und Köln vor. Daher lässt sich von einer allgemeinen Praxis ausgehen, soweit die Trümmerräumung Strafarbeit war.[19.12] Zum Teil arbeitete diese Gruppe gemeinsam mit ehemaligen KZ-Häftlingen.[26]

Strafgefangene und Bewährungshäftlinge wurden wie schon im Nationalsozialismus bei der Enttrümmerung herangezogen.[19.7]

Bürgerinnen und Bürger

Wegen des großen Mangel an Arbeitskräften in der ersten Zeit nach dem Krieg wurde außerdem in Städten aller Besatzungszonen und zum Beispiel auch in Warschau die Bevölkerung zu Bürgereinsätzen aufgerufen.[27] Dies war zum Beispiel in Dresden, Magdeburg, Kiel, Duisburg, Jülich, Saarbrücken, Freiburg, Nürnberg und Frankfurt am Main der Fall. Aus Berlin und Frankfurt an der Oder dagegen sind keine zentral organisierten Bürgereinsätze nachweisbar; hier konzentrierten sich die Stadtverwaltungen auf den Einsatz von Arbeitslosen.[19.13] Für die Städte waren Bürgereinsätze wesentlich kostengünstiger als die Trümmerbeseitigung durch gewerbliche Dienste.[19.14] Nicht nur waren die Personalkosten geringer, sondern die Kommunen konnten durch den Verkauf von aufbereiteten Baustoffen zusätzliche Summen einnehmen.[19.14]

Doch die Bedingungen der Bürgereinsätze variierten erheblich von Ort zu Ort. Sie unterschieden sich vor allem in folgenden Merkmalen:

  • Beteiligte: In manchen Städten wurden nur Männer herangezogen, in anderen beide Geschlechter. In den westlichen Besatzungszonen spielten Frauen bei Bürgereinsätzen nur eine geringe Rolle.[19.15] In der Sowjetischen Besatzungszone waren die Regelungen für Frauen bei Bürgereinsätzen unterschiedlich. Häufig wurden Männer und Frauen gleichermaßen herangezogen.[19.16] Teils waren aber auch – wie etwa in Magdeburg – ausdrücklich nur Männer zur Pflichtarbeit aufgerufen, teils wurde – wie etwa in Dresden – Frauen die Beteiligung an der Arbeit freigestellt.[19.17]
  • Pflicht oder Freiwilligkeit: Während etwa Saarbrücken die Einsätze zur Pflicht machte, entschieden sich Frankfurt am Main, Kiel, Duisburg, Jülich, Nürnberg und Freiburg anfangs für Freiwilligkeit. Bei Freiwilligkeit schwang überall ein moralischer Druck mit. Auf Dauer behielten allerdings nur Frankfurt am Main, Kiel und Jülich die Freiwilligkeit bei. In Duisburg wurden die Bürgereinsätze schon nach wenigen Wochen völlig eingestellt. In Nürnberg und Freiburg hatten die Aufrufe keine nennenswerte Beteiligung der Einwohner an der Trümmerarbeit bewirkt, daher ordneten beide Städte Pflichtarbeit an.[19.18]
  • Vergütung: Die Aufrufe zu Bürgereinsätzen in Kiel, Jülich, Freiburg, Duisburg, Frankfurt am Main und Saarbrücken boten keine Bezahlung an. Nürnberg stellte mit der Entlohnung von 0,79 RM für die Arbeit bei der verpflichtenden Trümmerbeseitigung eine Ausnahme dar.[19.19] Vermeintlich Freiwillige hatten durchaus auch eigennützige Motive. Lebensmittel waren rationiert und die zugeteilten Mengen von der ausgeführten Arbeit abhängig. Um Frauen zum Arbeiten zu bewegen, erhielten Hausfrauen bei der Zuteilung von Lebensmittelmarken die schlechteste Kategorie, die sogenannte Hungerkarte. Die Rationen reichten kaum zum Überleben. Meldeten sie sich jedoch für die Trümmerräumung, so erhielten sie in Berlin nicht nur den bescheidenen Stundenlohn von 72 Pfennigen, sondern wurden auch für die Lebensmittelvergabe in die zweithöchste Kategorie eingestuft.[28] Dies setzte allerdings eine Meldung beim Arbeitsamt voraus.[28]
  • Dauer: Stundenzahl, Häufigkeit und Zeitfenster der Einsätze waren unterschiedlich. In Magdeburg und Dresden etwa mussten die Bürgerinnen und Bürger immer wieder Einsätze leisten. In Nürnberg dagegen umfasste der Einsatz insgesamt nur 50 Arbeitsstunden, in Frankfurt am Main zwei Arbeitstage.[19.19] In den westdeutschen Besatzungszonen wurden Bürgereinsätze mit dem Ende der 1940er Jahre eingestellt (Jülich 1947, Saarbrücken Anfang Mai 1948). In der Sowjetischen Besatzungszone dagegen gab es sie bis 1952 (Dresden und Magdeburg bis 1952, Frankfurt an der Oder 1951).[19.20]

Über Aufrufe in Zeitungen wurden auch Mieterinnen und Mieter sowie Eigentümerinnen und Eigentümer aufgefordert, freiwillig die Trümmer vor den Häusern mit Handwagen zu Schuttabladeplätzen zu bringen. Wer sich nicht beteiligte, erhielt für notwendige Instandsetzungen an den betreffenden Gebäuden kein Baumaterial. Dennoch war die Zahl der Freiwilligen zu gering. Es wurden daher Firmen zu freiwilligen Trümmerräumungen im Inneren und im Umkreis ihrer Betriebsgebäude aufgefordert; dies betraf nur die männlichen Angestellten. Wenn an freien Tagen Aktionsgruppen, Nachbarschaften oder Baugenossenschaften zur Enttrümmerung zusammenkamen, waren viele Frauen darunter. Immer aber arbeiteten hier beide Geschlechter miteinander.[29]

Studentinnen und Studenten waren in manchen Städten, so etwa Freiburg, für ihre Zulassung zum Studium verpflichtet, an den Universitäten bei der Trümmerräumung mit Hand anzulegen.[29][19.21] Bei der Heranziehung von Jugendlichen unter 16 Jahren, denen in den ersten Nachkriegsmonaten oft Faulheit unterstellt wurde, wurde argumentiert, dass die Enttrümmerung der Heranführung an die Arbeit diene. Obwohl der Mangel an Arbeitskräften ein viel gewichtigerer Grund war, wurde dieser in den Hintergrund gerückt. Neben den jugendlichen Arbeitslosen mussten in vielen Städten auch Schüler mitarbeiten, so etwa in Kiel und Freiburg.[19.22] In Frankfurt am Main und Magdeburg wurden Jugendgruppen und Schüler in gesonderten Aktionen in die Bürgereinsätze einbezogen.[19.21]

Arbeitslose

Leichter als der Einsatz von Freiwilligen ließ sich die Beschäftigung von Arbeitslosen bei der Trümmerräumung organisieren. Zwar wurde diese Personengruppe in allen Besatzungszonen zur Registrierung bei den Arbeitsämtern verpflichtet. Doch die drei westlichen Zonen ordneten keine Zwangseinsätze an. Sie beschränkten sich darauf, qualifizierte Personen an Baufirmen zu vermitteln. Im Vergleich zur Sowjetischen Besatzungszone und Berlin war hier der Einsatz von Maschinen häufiger möglich, Arbeitskräfte waren in höherer Zahl verfügbar und der arbeitspolitische Ansatz war ein ganz anderer:[28] Frauen, die ihre zur Wehrmacht eingezogenen Männer ersetzt hatten, sollten die Arbeitsplätze für Männer räumen und so die klassische Familienform mit einem männlichen Alleinverdiener wieder etablieren.[28]

Im Sommer 1945 wurde an manchen Orten für Frauen zwischen 16 und 45 Jahren und für Männer zwischen 16 und 65 Jahren die sogenannte „Pflichtarbeit“ eingeführt.[30] In Nürnberg musste sich zunächst nur arbeitsfähige Männer registrieren lassen. Erst nach einigen Monaten zog man auch Frauen heran. Da viele Aufrufe ignoriert wurden, verbanden die Besatzer die Einsatzanforderungen mit der Vergabe von Lebensmittelmarken. In Berlin zeigte diese Zwangsmaßnahme sofortige Wirkung. Die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte stieg von 400.000 im Juni auf 1,42 Millionen im September 1945.[31][19.23]

In der Sowjetischen Besatzungszone bzw. DDR wurden, hauptsächlich aufgrund der deutlich schlechteren wirtschaftlichen Lage, vor allem ungelernte Arbeitslose ohne Umwege über Baufirmen für die Trümmerbeseitigung eingesetzt. In den ersten Nachkriegswochen organisierten die Arbeitsämter die Einsätze, später verlagerte sich dies auf die neu eingerichteten Bauämter oder es erfolgte die Vermittlung an Baufirmen.[32] Besonders, wenn die Arbeitslosenzahlen hoch waren, startete man immer wieder Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die der Enttrümmerung dienten und dem Staat halfen, Sozialleistungen zu sparen.[19.24] Auf diese Weise konnte man flexibel auf die schwankende Nachfrage nach Arbeitskräften bei der Umsetzung der jährlichen Wirtschaftspläne reagieren und die Arbeitslosenzahlen deutlich senken, was ein wirtschaftspolitisches Ziel der jungen DDR war.[19.25] Ab 1952 wurden die Arbeiten zunächst in Ost-Berlin vom Nationalen Aufbauwerk koordiniert.[33] Nicht mehr auf der Enttrümmerung lag nun der Schwerpunkt, sondern als städtebauliches Prestigeprojekt sollte eine sozialistische Vorzeigestraße, die Stalinallee in Berlin, entstehen. Nach und nach schlossen sich mehr Städte dem Programm an. Alle sollten einen Beitrag zur Aufbau eines neue sozialistischen Staates leisten. Wer nicht mithalf, setzte sich der Verachtung der Anderen aus. Als Anreiz wirkten kleine Belohnungen (Freikarten für Zirkus und Theater etc.).[19.26] Mit dem Ehrentitel „Aktivist der ersten Stunde“ konnte sich schmücken, wer mehrere hundert Schichten geleistet hatte.[33] Die Begriffe Aufbauhelfer und Aufbauhelferin bezeichneten ab den 1950er Jahren in der DDR diejenigen, die freiwillig für das Nationale Aufbauwerk arbeiteten.[19.27]

Auch in den westlichen Besatzungszonen finden sich Beispiele dafür, dass die Trümmerbeseitigung als Erwerbslosenfürsorge eingesetzt wurde, so etwa in Kiel.[19.25]

Displaced Persons

Zu Beginn hatten die Alliierten beschlossen, dass es nicht zulässig sei, die ehemaligen Zwangsarbeiter des NS-Regimes nach Kriegsende weiterhin zu Arbeitsdiensten heranzuziehen. Deshalb bestand offiziell für die Displaced Persons (DPs) keine Arbeitspflicht. In der britischen Besatzungszone wurde jedoch von dieser Grundsatzentscheidung abgewichen. Im Herbst 1946 kam es bei der britischen Militärregierung zu einem Umdenken, da die bisherigen Repatriierungsbemühungen nicht den gewünschten Erfolg zeigten und viele DPs nicht die Absicht hatten, in ihre Heimat zurückzukehren. Der verstärkte Einsatz dieses Personenkreises machte die Trümmerräumung erneut zu einer Form von Zwangsarbeit, so etwa in Münster.[19.28]

Vertriebene

Zahlen zur Arbeit von Vertriebenen bei der Enttrümmerung liegen nicht vor.[19.24] Doch auch diese Personengruppe wurde in der unmittelbaren Nachkriegszeit oft in die allgemeinen arbeitspolitischen Maßnahmen einbezogen, zu denen in hohem Maße die Trümmerräumung gehörte.[19.28] In Kiel etwa wurden sie explizit im Aufruf zur Registrierung aller Arbeitslosen genannt. Vertriebene waren zu diesem frühen Zeitpunkt häufig ohne Arbeit. Daher ist anzunehmen, dass sie einen vergleichsweise hohen Anteil der Arbeitslosen ausmachten, die bei der Trümmerbeseitigung beschäftigt waren.[19.28] In vielen Städten hatten die Arbeitsämter die Aufgabe, aus den Vertriebenen Fachhandwerker aus Mangelberufen herauszulesen und in Betriebe zu vermitteln. Ungelernte Vertriebene, die von staatlichen Mitteln lebten, wurden etwa in Hamburg häufig bei der Enttrümmerung eingesetzt.[19.24]

Frauen

In der Nachkriegszeit wurde zwar mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 32 ab Juli 1946 ausdrücklich die Arbeit von Frauen bei Aufräumarbeiten und auf dem Bau generell erlaubt.[27] In der Regel waren aber die deutschen Behörden und Stadtverwaltungen gegen diese Art von Beschäftigung von Frauen, sodass in den drei westlichen Besatzungszonen Frauen bei Bürgereinsätzen die Ausnahme waren.[34][35] In Städten wie Nürnberg, Frankfurt am Main und Saarbrücken war die Teilnahme an Bürgereinsätzen nur für Männer Pflicht, Frauen konnten sich freiwillig beteiligen. In Jülich und Kiel war die Arbeit für Frauen zumindest formal freiwillig, wenn auch mit moralischen Aufrufen verbunden. Eine Verpflichtung zur Arbeit im Rahmen von Bürgereinsätzen gab es in keiner westdeutschen Stadt.[19.29]

Es gibt auch keine Nachweise dafür, dass Frauen in der französischen oder amerikanischen Besatzungszone zu einem Einsatz bei der Trümmerräumung gezwungen wurden.[28] In der britischen Besatzungszone ordnete die britische Militärregierung Anfang 1946 an, dass auch Frauen auf dem Bau einzusetzen seien, um die Arbeiten zu beschleunigen. Dies hatte jedoch kaum Auswirkungen: Bei der Volkszählung im Oktober 1946 waren in der britischen Besatzungszone wegen der zögerlichen Haltung der deutschen Verwaltungen nur 0,27 Prozent der berufstätigen Frauen im Baugewerbe beschäftigt, und nicht einmal die Hälfte davon war bei der Enttrümmerung eingesetzt.[36] Die Behörden waren zwar verpflichtet, die Anweisungen der Militärregierung zu erfüllen, doch knüpften sie die Frauenarbeit im Baugewerbe an so viele Bedingungen, dass die Zahlen minimal blieben. Außerdem teilten sie nach Möglichkeit Frauen die weniger anstrengenden Arbeiten zu.[19.30]

Das Frauen- und Familienideal der drei westlichen Besatzungszonen wurde bis in die 1960er Jahre von der Ablehnung von Vollzeiterwerbsarbeit für verheiratete Frauen, vor allem aber für Mütter bestimmt. Es war auch ein Element der Abgrenzung der politischen Systeme.[37] Trümmerräumung war allerdings für Frauen inzwischen etabliert. Bei Frauen, die ohne Rücksicht auf die Umstände wegen einer Geschlechtskrankheit der Prostitution beschuldigt wurden oder „sich herumtrieben“, wurde die Arbeitsverpflichtung mit dem Resozialisierungsgedanken begründet. In Städten wie Essen und Dresden wurden diese Frauen zur Trümmerräumung eingesetzt.[38]

Anders als in den Westzonen waren die Verhältnisse in der Sowjetischen Besatzungszone: In der Sowjetunion hatten Frauen während des Krieges nicht nur in zivilen Berufen Männer ersetzt, sondern auch in großer Zahl in der Armee. In der Sowjetischen Besatzungszone gehörten die meisten Bürgermeister der SED an. Diese unterstützte den Einsatz von Frauen vor dem Hintergrund des sozialistischen Ideals der Emanzipation der Frau und der Doppelverdienerehe.[25] In Berlin und der SBZ waren daher Frauen in größerer Zahl als in den westlichen Besatzungszonen bei der Trümmerräumung tätig, meistens Arbeitslose. Vor allem 1945 und 1946 waren dort Frauen in der Überzahl, was auch an den örtlich besonders ungleichen Geschlechterverhältnissen lag.[34][28] Bis Anfang der 1950er Jahre dauerte die Beschäftigung arbeitsloser Frauen in diesen Gebieten an.[39] Verpflichtet wurden vor allem Kriegswitwen und verheiratete Frauen, deren Ehemänner in Kriegsgefangenschaft waren. Da diese ihre Familien allein ernährten, mussten sie entweder für Lohn und Lebensmittelmarken arbeiten gehen oder sich in die immer größer werdende Zahl von Sozialhilfeempfängern einreihen: Nach der Befreiung hatten die Sowjets alle privaten Konten eingefroren und alle Unterstützungsleistungen einschließlich der Rentenzahlungen gestoppt.[39] Als es wieder Unterstützung gab, erhielten Kriegswitwen sie nur dann, wenn sie über 60 oder arbeitsunfähig waren.[40] Die verpflichtende Beteiligung von Frauen an der Trümmerräumung in Berlin, der Sowjetischen Besatzungszone und später der DDR stand im Zeichen der Gleichberechtigung der Frau in Gesellschaft und Wirtschaft.[37] Dennoch waren auch in diesen Gebieten an der Enttrümmerung nur für eine kurze Periode mehr Frauen als Männer beteiligt. Beide Geschlechter arbeiteten dabei in aller Regel zusammen.[19.16]

Die deutschen Frauen spielten also bei der Enttrümmerung nur eine untergeordnete Rolle. Ihre Beteiligung war vor allem regional geprägt und durch die rasch entstehende Differenz der politischen Systeme in den westlichen Besatzungszonen und der Sowjetischen Besatzungszone bedingt.[19.15]

Professionalisierung der Trümmerräumung

Das Bergen von Baumaterialien und Rohstoffen aus den Ruinen, das Reinigen von Ziegelsteinen zur erneuten Verwendung und das Räumen der Straßen waren Aufgaben, die ungelernte Arbeiter leisten konnten.[19.2] Schon ab Herbst 1945 erhielten die Helfer zunehmend technisches Equipment wie Lokomotiven, Förderbänder und Ziegelputzmaschinen zur Unterstützung. Den Verantwortlichen wurde schnell klar, dass man die riesigen Schuttmengen nicht allein mit Handarbeit würde bewältigen können. Im Gegensatz zu der Zeit ab 1940 gab es nach Kriegsende zudem die Aussicht, neue Gebäude errichten zu können. Dies machte eine vollständige Beseitigung der Schuttberge nötig und eine Professionalisierung erforderlich.[41] Damit verfuhr man zweigleisig: Zum einen nutzte man vorhandene Firmen mit Fachkräften und schweren Maschinen. Ab 1946 wurden die Aufträge vermehrt an Bauunternehmen vergeben, während die arbeitslosen Helfer als ungelernte Arbeitskräfte eingestellt wurden, anstatt weiterhin in „Arbeitskolonnen“ eingeteilt zu werden. Zum anderen gründete man spezielle Gesellschaften, so etwa in Frankfurt am Main die Trümmerverwertungsgesellschaft.[42] Häufig unterstützten die Besatzer von Anfang an mit schwerem Gerät, z. B. mit Baggern und Lastwagen, sowie mit Personal bei der Trümmerbeseitigung. Solche Einsätze waren wesentlich effizienter als die manuelle Trümmerräumung. Sie dienten dazu, die öffentliche Sicherheit zu verbessern und somit auch die Besatzer vor einstürzenden Trümmerwänden zu schützen.[42]

In den westdeutschen Städten wurde die Trümmerbeseitigung trotz aller Unterschiedlichkeiten stark professionalisiert.>[43] Auf den Deutschen Bau-Ausstellungen in Berlin (1946), Kiel (August 1947), Köln (1949) und Nürnberg (September 1949) wurden die Leistungen im Bereich der Enttrümmerung und Wiederaufbau der Öffentlichkeit präsentiert und im Vergleich mit anderen Städten dargestellt.[19.31] Doch auch in der Sowjetischen Besatzungszone war die Trümmerräumung nach und nach stärker durch den Einsatz von Maschinen und qualifiziertem Personal gekennzeichnet.[39]

Erinnerungskultur

Auf verschiedene Weise wurden Trümmerbeseitigung und Wiederaufbau dokumentiert und die Erinnerung daran wachgehalten.

Denkmäler (Auswahl)

In einigen Städten erinnern Denkmäler an die Trümmerräumung.

Im Berliner Bezirk Wedding auf dem Max-Josef-Metzger-Platz (damals noch Courbièreplatz) wurde am 20. Juni 1954 eine etwa elf Meter hohe Betonsäule enthüllt. Das als Trümmersäule oder auch Trümmerstele bekannte Werk stammt vom Künstler Gerhard Schultze-Seehof.[44][45] Auf der Bodenplatte stehen unter den vier Seiten der Stele die Begriffe „Zerstörung, Aufbau, Sklaverei, Demokratie.“[45] Die mehrfarbigen Mosaikbilder auf den vier Seiten der Säule zeigen vor einem Hintergrund aus hellen und dunklen Flächen schematisch menschliche Figuren, deren Umrisse dunkel umrandet sind. Das Thema Zerstörung beginnt unten mit einer Menschengruppe unter zerbombten Häusern, gefolgt von gefallenen Menschen, eine hockende Person, die ihr Gesicht verdeckt, und drei Personen, die ihre Arme nach oben recken. Oberhalb sind Gebäudesilhouetten angedeutet, über denen ein Blitz zuckt. Davor steht eine Personengruppe: Ein Mann mit Kind auf dem Arm, das sich zu der Person daneben wendet, und eine zusammengesunkene Person.[44] Das Thema Aufbau wurde über Abbildungen von Menschen, die Ziegelsteine klopfen und tragen, umgesetzt.[44]

Das Portal der Johanneskirche in Magdeburg ist seit 1982 ein dreiteiliges Ensemble von Heinrich Apel mit dem Titel Zerstörung und Wiederaufbau der Stadt Magdeburg. Eine Trauernde und eine „Trümmerfrau“ in Bronze stehen links und rechts vom Eingang, die Bronzetür zeigt die Plastiken Krieg und Frieden. Hier stellte der Künstler den Bombenangriff auf Magdeburg vom 16. Januar 1945 dar, den er von seinem Wohnort, einem Bördedorf, aus gesehen hatte.[46]

In Würzburg erinnert seit 2006 eine Gedenktafel aus Buntsandstein an der Hochwasserschutzmauer zwischen Altem Kranen und Kranenkai an die „Trümmerfrauen und Trümmermänner Würzburgs“. Dieser Platz war der Endpunkt des fast 30 km langen Gleisnetzes der Trümmerbahn. Von hier aus wurde der Schutt auf Schiffen wegbefördert. Eine Lore mit Keupersteinen erinnert an diese Zeit.

Briefmarken

Motive der Trümmerräumung und des Wiederaufbaus fanden sich auf den ersten Berliner Briefmarken nach Kriegsende. In Berlin war es nicht erlaubt, Marken aus der Zeit des Nationalsozialismus zu verwenden, die lediglich durch Schwärzungen unkenntlich gemacht worden waren. Aus diesem Grund hatte der Magistrat der Stadt Berlin schon auf seiner ersten Sitzung vom 20. Mai 1945 beschlossen, neue Briefmarken für Groß-Berlin herauszugeben. Alle Berliner Grafiker wurden zur Vorlage von Entwürfen für die Gestaltung der Marken eingeladen. Ausgewählt wurden in einem nicht öffentlichen Wettbewerb Alfred Goldhammer und Heinz Schwabe.[47] In seinen Vorschlägen für die Motive der Marken zu 6, 10 und 12 Pfennigen sah Heinz Schwabe neben dem Berliner Bären auch symbolträchtige Motive des Wiederaufbaus vor: Spaten, Ziegelstein und Balken.[47]

Ausstellungen

Die Bauausstellungen in Berlin (1946), Kiel (1947), Köln (1949) und Nürnberg (1949) boten den Städten Gelegenheit, ihre Leistungen bei Trümmerräumung und Wiederaufbau einer großen Öffentlichkeit vorzustellen und sich mit anderen Städten zu vergleichen. Hier wurden auch die eingesetzten Maschinen und Fahrzeuge präsentiert und die Enttrümmerung als Leistung dargestellt.[19.31]

Orden

Eine kleine Gruppe von „Trümmerfrauen“[A 1] und „Trümmermännern“ wurde 1952 bei zwei Verleihungen exemplarisch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 1952 veröffentlichte das Bundespräsidialamt die Richtlinien für die Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Daraufhin äußerte der Regierende Bürgermeister West-Berlins Ernst Reuter, dass in die Vorschlagsliste „besonders auch eine Reihe der weiblichen Arbeitskräfte, die bei der Enttrümmerung von Berlin eingesetzt waren“ aufgenommen werden müssten.[48] Am 2. Mai 1952 wurde 32 Frauen und 17 Männern, die an der Enttrümmerung beteiligt waren, von Bundespräsident Theodor Heuss das Bundesverdienstkreuz verliehen.[19.32] Abweichend vom ursprünglichen Vorschlag waren auch Männer ausgezeichnet worden. Dadurch wurde den tatsächlichen Verhältnissen insoweit Rechnung getragen, als in Berlin Frauen und Männer stets gemeinsam bei der Trümmerräumung beschäftigt worden waren. Während sich jedoch auf den Baustellen das Zahlenverhältnis der Geschlechter rasch ausgeglichen hatte, waren bei der Verleihung die Frauen in der Überzahl.[19.32] Das wurde auch bei der zweiten Verleihung am 6. Dezember 1952 so beibehalten, als 3 Berliner und 29 Berlinerinnen geehrt wurden.[19.32] Während im ersten Vorschlag – wie in der Nachkriegszeit nicht unüblich – die Männer als „Trümmermänner“ bezeichnet worden waren, wurden sie im zweiten „Arbeiter“ genannt; die Bezeichnung „Trümmerfrau“ aber hatte man beibehalten. Darin spiegelt sich wider, dass die männlichen Arbeitskräfte bei der Enttrümmerung inzwischen von der vorübergehenden zur vollwertigen Arbeitskraft aufgestiegen waren. Die „Trümmerfrauen“ blieben jedoch immer noch mit ihrem Einsatz in Notzeiten verknüpft und wiesen nicht wie die Männer den Weg in eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft.[19.32] Bereits vor der zweiten Verleihung hatte die Ordenskanzlei des Bundespräsidialamts sich gegen die weitere Auszeichnung von „Trümmerfrauen“ ausgesprochen: Es bestünde die Gefahr, dass der Verdienstorden dadurch abgewertet werden würde. Außerdem sei die Gruppe der Auszuzeichnenden so groß, dass nicht alle einen Orden würden bekommen können, und eine exemplarische Auszeichnung sei ja bereits erfolgt.[19.33] Zu weiteren Verleihungen kam es daher nicht.

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Im überwiegenden Teil der Forschungsliteratur zum Thema seit 2013 (u. a. Leonie Treber, Clara-Anna Egger, Martin Tschiggerl/Thomas Wallach) eben diese Distanzierung als angemessener Umgang mit dem Begriff gilt und durch Anführungszeichen angezeigt wird, folgt der Artikel der Forschung und verwendet diese typografischen Kennzeichen.

Einzelnachweise

  1. Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden. 37. Jahrgang. Alfons Bürger Verlag, Schwäbisch-Gmünd 1949, S. 362.
  2. Günther Schulz: Wiederaufbau in Deutschland: Die Wohnungsbaupolitik in den Westzonen und der Bundesrepublik von 1945 bis 1947. Droste Verlag, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-0975-4, S. 134.
  3. Axel Schildt: Die Sozialgeschichte der Bundesrepublik Deutschland bis 1989/90. R. Oldenbourg Verlag, München 2007, ISBN 978-3-486-56603-1, S. 7 (Enzyklopädie deutscher Geschichte. Band 80.).
  4. Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden. 37. Jahrgang. Alfons Bürger Verlag, Schwäbisch-Gmünd 1949, S. 361.
  5. a b c Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden. 37. Jahrgang. Alfons Bürger Verlag, Schwäbisch-Gmünd 1949, S. 374–376.
  6. Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden. 37. Jahrgang. Alfons Bürger Verlag, Schwäbisch-Gmünd 1949, S. 366.
  7. a b c d e Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden. 37. Jahrgang. Alfons Bürger Verlag, Schwäbisch-Gmünd 1949, S. 363.
  8. a b Olaf Groehler: Bombenkrieg gegen Deutschland. Akademie-Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-05-000612-9, S. 447.
  9. Olaf Groehler: Bombenkrieg gegen Deutschland. Akademie-Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-05-000612-9, S. 263.
  10. Olaf Groehler: Bombenkrieg gegen Deutschland. Akademie-Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-05-000612-9, S. 262.
  11. a b c Günther Schulz: Wiederaufbau in Deutschland: Die Wohnungsbaupolitik in den Westzonen und der Bundesrepublik von 1945 bis 1947. Droste Verlag, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-0975-4, S. 134–135.
  12. a b Günther Schulz: Wiederaufbau in Deutschland: Die Wohnungsbaupolitik in den Westzonen und der Bundesrepublik von 1945 bis 1947. Droste Verlag, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-0975-4, S. 136.
  13. Doris Schubert: Frauen in der deutschen Nachkriegszeit. Hrsg.: Annette Kuhn. 1: Frauenarbeit 1945–1949. Quellen und Materialien. Schwann, Düsseldorf 1984, ISBN 3-590-18028-5, S. 282–283;283 (Dort zitiert nach Frauen gestern und heute. Berlin 1946, S. 34–36. (nicht eingesehen)).
  14. a b Frank Grube, Gerhard Richter: Die Schwarzmarktzeit. Deutschland zwischen 1945 und 1948. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1979, S. 33.
  15. Marita Krauss: Trümmerfrauen. Visuelles Konstrukt und Realität. In: Gerhard Paul (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. Band 1:1900–1949. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89331-949-7, S. 738–745; 740 (Sonderausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2009).
  16. Irmgard Weyrather: „Was Männer zerstören, bauen Frauen wieder auf.“ Frauenarbeit am Bau in den Trümmerjahren. In: A. Klönne, O. Bartels (Hrsg.): Hand in Hand. Bauarbeit und Gewerkschaften – Eine Sozialgeschichte. Frankfurt am Main 1989, S. 280–295;285.
  17. Sibylle Meyer, Eva Schulze: Wie wir das alles geschafft haben. Alleinstehende Frauen berichten über ihr Leben nach 1945. Beck, München 1985, ISBN 3-406-30330-7.
  18. Antonia Meiners: Wir haben wieder aufgebaut. Frauen der Stunde null erzählen. Elisabeth Sandmann Verlag, 2011, ISBN 978-3-938045-54-1, S. 82.
  19. Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015, ISBN 978-3-8389-0655-3.
    1. Seite 53
    2. a b c Seite 22
    3. Seite 17
    4. Seite 18
    5. Seite 12
    6. Seite 13
    7. a b c Seite 16
    8. Seite 14
    9. a b Seite 42/43
    10. Seite 47 mit weiteren Quellen
    11. Seite 15
    12. Seite 45
    13. Seite 29
    14. a b Seite 40
    15. a b Seite 61
    16. a b Seite 58/59
    17. Seite 58
    18. Seite 33
    19. a b Seite 32
    20. Seite 39
    21. a b Seite 34
    22. Seite 33/34
    23. Seite 21
    24. a b c Seite 36
    25. a b Seite 37
    26. Seite 41–42
    27. Seite 59
    28. a b c Seite 35
    29. Seite 62
    30. Seite 57
    31. a b Seite 20
    32. a b c d Seite 100
    33. Seite 101
  20. Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Klartext Verlag, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1178-9, S. 140/141.
  21. Irmgard Weyrather: „Was Männer zerstören, bauen Frauen wieder auf.“ Frauenarbeit am Bau in den Trümmerjahren. In: A. Klönne, O. Bartels (Hrsg.): Hand in Hand. Bauarbeit und Gewerkschaften – Eine Sozialgeschichte. Frankfurt am Main 1989, S. 280–295;285 (mit weiteren Nachweisen).
  22. Carola Frings: Krieg, Gesellschaft und KZ: Himmlers SS-Baubrigaden.Schöningh Verlag, Paderborn 2005. Zitiert nach: Leonie Treber: Die Geburtsstunde der Trümmerfrau in den Presseerzeugnissen der deutschen Nachkriegszeit. In: Elisabeth Cheauré, Sylvia Paletschek, Nina Reusch (Hrsg.): Geschlecht und Geschichte in populären Medien. transcript Verlag, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-8376-2373-4, S. 189–207;192/193.
  23. a b c d Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York / Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;96.
  24. Marita Krauss: Trümmerfrauen. Visuelles Konstrukt und Realität. In: Gerhard Paul (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. Band 1: 1900 – 1949. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89331-949-7, S. 738–745; 741 (Sonderausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2009).
  25. a b Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York / Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;100.
  26. Miriam Gebhardt: Die kurze Stunde der Frauen. Zwischen Aufbruch und Ernüchterung in der Nachkriegszeit. Herder, Freiburg im Breisgau 2024, ISBN 978-3-451-39938-1, S. 63.
  27. a b Christine von Oertzen, Almut Rietzel: Neuer Wein in alten Schläuchen: Geschlechterpolitik und Frauenerwerbsarbeit im besetzten Deutschland zwischen Kriegsende und Währungsreform. In: Ariadne: Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte 27, S. 28–35;30. Zitiert nach: Leonie Treber: Die Geburtsstunde der Trümmerfrau in den Presseerzeugnissen der deutschen Nachkriegszeit. In: Elisabeth Cheauré, Sylvia Paletschek, Nina Reusch (Hrsg.): Geschlecht und Geschichte in populären Medien. transcript Verlag, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-8376-2373-4, S. 189–207;190 mit weiteren Nachweisen.
  28. a b c d e f Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York / Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114; 102 (mit weiteren Nachweisen).
  29. a b Marita Krauss: Trümmerfrauen. Visuelles Konstrukt und Realität. In: Gerhard Paul (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. Band 1:1900–1949. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89331-949-7, S. 738–745; 741 (Sonderausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2009).
  30. Nori Möding: Die Stunde der Frauen? Frauen und Frauenorganisationen des bürgerlichen Lagers. In: Martin Broszat, Klaus-Dietmar Henke, Hans Woller (Hrsg.): Von Stalingrad zur Währungsreform. Zur Sozialgeschichte des Umbruchs in Deutschland. 2. Auflage. R. Oldenbourg Verlag, München 1989, ISBN 3-486-54132-3, S. 619–648;623.
  31. Miriam Gebhardt: Die kurze Stunde der Frauen. Zwischen Aufbruch und Ernüchterung in der Nachkriegszeit. Herder, Freiburg im Breisgau 2024, ISBN 978-3-451-39938-1, S. 62.
  32. Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York / Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;98–99.
  33. a b Marita Krauss: Trümmerfrauen. Visuelles Konstrukt und Realität. In: Gerhard Paul (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. Band 1:1900–1949. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89331-949-7, S. 738–745; 742 (Sonderausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2009).
  34. a b Dieter Hanauske: Bauen, bauen, bauen…!: Die Wohnungspolitik in Berlin (West) 1945–1961. Akademie Verelag, Berlin 1995, S. 177. Zitiert nach: Leonie Treber: Die Geburtsstunde der Trümmerfrau in den Presseerzeugnissen der deutschen Nachkriegszeit. In: Elisabeth Cheauré, Sylvia Paletschek, Nina Reusch (Hrsg.): Geschlecht und Geschichte in populären Medien. transcript Verlag, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-8376-2373-4, S. 189–207;190/191 mit weiteren Nachweisen.
  35. Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Klartext Verlag, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1178-9, S. 228.
  36. Klaus-Jörg Ruhl: Verordnete Unterordnung. Berufstätige Frauen zwischen Wirtschaftswachstum und konservativer Ideologie in der Nachkriegszeit (1945–1963). München 1994, S. 35 f. (zitiert nach: Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015, S. 54).
  37. a b Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York / Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;105 mit weiteren Nachweisen.
  38. Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Klartext Verlag, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1178-9, S. 204.
  39. a b c Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York / Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;101 mit weiteren Nachweisen.
  40. Wolfgang Zank: Wirtschaft und Arbeit in Ostdeutschland 1945–1949: Probleme des Wiederaufbaus in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. München 1987, S. 133 (zitiert nach: Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener: Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York / Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;101).
  41. Leonie Treber: Heldinnen des Schuttbergs. In: Damals. Nr. 4, 2018, S. 64–69;66.
  42. a b Marita Krauss: Trümmerfrauen. Visuelles Konstrukt und Realität. In: Gerhard Paul (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. Band 1:1900–1949. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89331-949-7, S. 738–745; 741 (Sonderausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2009).
  43. Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Klartext Verlag, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1178-9, S. 129.
  44. a b c Eva-Maria Klother: Denkmalplastik nach 1945 bis 1989 in Ost- und West-Berlin. In: Matthias Bleyl (Hrsg.): Theorie der Gegenwartskunst. Band 12. LIT Verlag, Münster 1998, ISBN 3-8258-3797-1, S. 188–189.
  45. a b Stefanie Endlich, Bernd Wurlitzer: Skulpturen und Denkmäler in Berlin. Stapp, Berlin 1990, ISBN 3-87776-034-1, S. 187.
  46. Magdeburger Museen, Kloster Unser Lieben Frauen (Hrsg.): Heinrich Apel: Querschnitte; Plastiken, Textilien, Collagen (Ausstellungskatalog). Ziethen Verlag, Oschersleben 1995, ISBN 3-928703-57-9, S. 81.
  47. a b Fritz Steinwasser: Berliner Post: Ereignisse und Denkwürdigkeiten seit 1237. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1988, ISBN 3-344-00280-5, S. 400.
  48. Senat von Berlin, Chef der Senatskanzlei: LA Berlin, B Rep. 002 Nr. 3473 I: Schreiben von Senat von Berlin, Chef der Staatskanzlei an den Senator für Bau- und Wohnungswesen. Berlin 15. Februar 1952 (zitiert nach: Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Klartext Verlag, Essen, 2014, ISBN 978-3-8375-1178-9, S. 319, Anmerkung 155).