Enttrümmerung in deutschen Städten

Die Enttrümmerung in deutschen Städten war durch die massiven Zerstörungen von Gebäuden im Zweiten Weltkrieg, vor allem dem Luftkrieg, notwendig geworden. Schutt und Ruinen der bombardierten Häuser und Versorgungseinrichtungen mussten entfernt werden, um einen Wiederaufbau zu ermöglichen. Die Durchführung war von Stadt zu Stadt verschieden, teilweise auch innerhalb der Besatzungszonen. Die Angaben über den Grad der Zerstörung der Städte unterscheiden sich von Quelle zu Quelle.[A 1]

Der folgende Artikel gibt einen Überblick über die Enttrümmerung in ausgewählten deutschen Städten.

Berlin

Die Bevölkerung Berlins reduzierte sich von 4 Millionen vor dem Krieg auf 2,8 Millionen bei Kriegsende.[1][2.1] Das zahlenmäßige Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen zeigte sich hier besonders deutlich: Auf 1000 Männer kamen 1464 Frauen.[2.1]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden von den Besatzern ehemalige Mitglieder der NSDAP und ihrer Unterorganisationen zur Trümmerräumung gezwungen. Männer und Frauen aus dieser Gruppe wurden gemeinsam eingesetzt.[2.2] Zum Teil waren auch Familienmitglieder zwangsverpflichtet. Die Kommandantur ordnete an, dass die Arbeitsämter „bei wenig zusagender und nicht wünschenswerter Arbeit“ in erster Linie diese Personengruppe einzusetzen hatten.[3]

Die deutschen Städte gingen bei der Beschaffung von Arbeitskräften für die Enttrümmerung unterschiedliche Wege. Während Magdeburg schon sehr bald nach Kriegsende verpflichtende Bürgereinsätze anordnete und Dresden Bürgereinsätze und Arbeitsloseneinsätze kombinierte, setzte Berlin stark auf den Einsatz von Arbeitslosen. In keiner anderen deutschen Stadt hatte der Einsatz von Arbeitslosen für die Enttrümmerung im Rahmen von geschlossenen Arbeitseinsätzen eine so große Bedeutung wie hier. Dies bezieht sich sowohl auf die Zahl der Arbeitskräfte als auch auf den Zeitraum der Einsätze.[2.3] Dagegen sind aber für Berlin im Gegensatz zu vielen anderen Städten keine Bürgereinsätze nachweisbar, die von der Stadtverwaltung für die gesamte Stadt zentral organisiert worden wären.[2.4]

Bis Juli 1945 wurde Berlin allein von der Sowjetunion kontrolliert, die auch die Arbeitsrichtlinien festlegte.[4] Bereits am 29. Mai 1945 mussten sich bei den Bezirksämtern der ehemaligen Hauptstadt alle arbeitsfähigen Frauen zwischen 15 und 50 und alle Männer zwischen 15 und 65 Jahren erfassen lassen.[3] Ausnahmen gab es nur für Frauen mit Kindern unter drei Jahren oder mit zwei oder mehr Kindern unter 14 Jahren, für Kriegsverletzte oder Kranke mit ärztlichem Attest oder für anderweitig Beschäftigte mit entsprechender Arbeitserlaubnis.[4] Ziel der Erfassung war unter anderem auch, vorgetäuschte Arbeitsverhältnisse aufdecken zu können, durch die Menschen versuchten, sich vor einem Arbeitseinsatz zu schützen. Die Resonanz auf die Registrierungsaufrufe war jedoch nicht so groß wie erwartet. Daher wurde immer stärker die Drohung mit dem Entzug der Lebensmittelkarte erfolgreich als Druckmittel zur Durchsetzung der Registrierungspflicht eingesetzt: Waren es im Juni 1945 nur 400.000 registrierte Arbeitskräfte gewesen, so stieg die Zahl bis September 1945 auf 1,42 Millionen.[5] Da viele der Registrierten nicht bei den zugeteilten Arbeitsstellen erschienen, wurde im Juni 1945 das Arbeitsbuch wiedereingeführt, und ab Oktober 1945 mussten sich damit alle Arbeitsfähigen bei der Ausgabe der Lebensmittelkarte legitimieren. Registrierung und Arbeitsaufnahme waren somit mit der Lebensmittelkarte verbunden. Diese im Vergleich zu den Westzonen strengen Kontrollen steigerten die Zahl der Arbeitskräfte.[3]

Das Arbeitseinsatzsystem in Berlin war im Vergleich zu anderen Städten sehr stark ausdifferenziert.[2.4] Während es in den Anfängen nach der Registrierungspflicht vom Juni 1945 noch unprofessionell umgesetzt wurde, wodurch es zum Beispiel zum Zuschütten von U-Bahn-Schächten mit Trümmern kam, wurden die Arbeiten schon bald besser organisiert: Die Bezirksarbeitsämter übernahmen dann nur noch die Beschaffung der Arbeitskräfte, während die Enttrümmerung unter der Aufsicht der neu gegründeten Hochbauämter und Tiefbauämter stand.[2.5] Vorgesehen war, dass diese die sowohl die Planung der Einsätze als auch die Anleitung und Bezahlung der Arbeitskräfte und die Aufsicht über sie übernehmen sollten. In vollem Umfang umgesetzt wurde dieses Vorhaben jedoch nicht. Vielmehr wurden von den Bezirksarbeitern Arbeitskolonnen zusammengestellt und entweder den Baufirmen oder aber den Bauämtern zugewiesen. Dort waren sie jeweils einer Leitung unterstellt, meist einem Mann.[2.6][3] Anfangs erfolgte die Vermittlung tageweise. Entgegen den Anweisungen wurde aber die Bezahlung am Ende des Tages weiter von den Bezirksarbeitsämtern übernommen, sodass ein hoher Organisations- und Zeitaufwand die Folge war. Die Produktivität war niedrig, auch weil in Berlin hauptsächlich in Handarbeit enttrümmert wurde.[2.6] Spätestens ab September 1945 konnten immerhin Feldbahngleise und Loren zum Abtransport von Schutt genutzt werden.[2.6]

Während in den Westzonen auf Freiwilligkeit gesetzt wurde, ordneten in Berlin Behörden die Einsätze an. So verpflichtete etwa im August 1945 der Stadtkommandant die Bevölkerung zur Dacheindeckung. Davor durften nur ausgebildete Dachdecker diese gefährliche Arbeit ausführen. Betroffen waren an Werktagen alle Männer und Frauen, die kein Arbeitsverhältnis vorweisen konnten, an den Samstagen alle arbeitsfähigen Einwohnerinnen und Einwohner und an den Sonntag Nachmittagen Männer und Frauen aus der arbeitenden Bevölkerung.[3]

Widersprüchliche Angaben finden sich zur Vergütung. In der Anordnung des Stadtkommandanten von August 1945 mit einer Verpflichtung der Bevölkerung zur Dacheindeckung wurde verfügt: Da die Arbeiten in allgemeinem Interesse lägen, werde keine Vergütung erfolgen.[3] An anderen Stellen wird mehrfach von 72 Pfennig pro Stunde gesprochen, aber meist nur mit Bezug auf eine Gruppe und einen Zeitpunkt. So berichtet eine „Trümmerfrau“[A 2] von dieser Bezahlung, eine andere Quelle bezieht sie auf die bisher arbeitslosen Aufräumarbeiter im Juni 1945.[3][2][2.6]

Zu Beginn der Trümmerräumung waren kaum Männer für die Arbeiten verfügbar, sodass anfangs fast nur Frauen eingesetzt werden konnten: Laut der ersten Statistik von Ende August 1945 waren es zu diesem Zeitpunkt über 5000 Frauen, aber immer noch weniger als 1000 Männer. Ende November 1945 standen 23.000 Frauen 7.000 Männern gegenüber. Im Mai 1946 wurde die Höchstzahl von 35.000 Arbeitenden erreicht, davon 26.000 Frauen. Die Zahl ging stetig zurück. Im Dezember 1945 waren es nur noch 10.000 Arbeitende, ab Anfang 1947 war das Geschlechterverhältnis dann mehr oder weniger ausgeglichen. In den drei westlichen Zonen hatte sich die Anzahl der Arbeitslosen, die zur Beschäftigung herangezogen wurden, auf etwa 3000 bis 4000 Personen stabilisiert.[6] Die sinkende Zahl war auf die Professionalisierung zurückzuführen sowie darauf, dass die Firmen Arbeitslose nun direkt anstellten.[2.3] Ab Juni 1948 trat eine Wende ein, und bis März 1949 fanden erneut rund 25.000 Arbeitslose Beschäftigung bei der Trümmerbeseitigung. Dies war vor allem auf die hohe Arbeitslosigkeit in West-Berlin zurückzuführen, die durch die Berlin-Blockade zusätzlich verschärft wurde. Ab 1950 hatte der (Wieder-)Aufbau Vorrang vor der Enttrümmerung.[2.7] Für eine vergleichsweise kurze Zeitspanne übernahmen demnach also arbeitslose Frauen die Hauptarbeit bei der Trümmerbeseitigung, doch von einem Massenphänomen kann man dennoch nicht sprechen: Selbst die Maximalzahl von 26.000 Frauen im Mai 1946 machte nur eine kleine Gruppe der etwa 500.000 Berlinerinnen zwischen 15 und 50 Jahren aus, nämlich 5,2 Prozent.[7] Frauen wurden in Berlin auch nach Oktober 1946 noch zu Enttrümmerungseinsätzen verpflichtet.[2.8]

Bremen

Durch 171 Luftangriffe auf Bremen wurden erhebliche Teile der Altstadt fast ganz zerstört, unter anderem vor allem die westliche Vorstadt (Utbremen und Walle).[8] Bei der Enttrümmerung sollten zuerst die Häfen wieder in Gang gebracht werden.[9]

Dresden

In Dresden betrugen die Trümmermengen etwa 25 Millionen Kubikmeter, je Einwohner waren es umgerechnet 39,7 Kubikmeter.[10] Es waren rund 60 Prozent der Wohnungen zerstört.[11]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden von den Besatzern ehemalige Mitglieder der NSDAP und ihrer Unterorganisationen zur Trümmerräumung gezwungen. Männer und Frauen aus dieser Gruppe wurden gemeinsam eingesetzt.[2.2]

Für die Stadt ist belegt, dass die Soldaten der Roten Armee willkürlich Menschen, die einen arbeitsfähigen Eindruck machten, auf der Straße aufgriffen und zur Arbeit zwangen.[2.9] Trümmerräumung war hier für Frauen etabliert. Bei Frauen, die ohne Rücksicht auf die Umstände wegen einer Geschlechtskrankheit der Prostitution beschuldigt wurden oder sich an Orten wie Bahnhöfen oder Tanzcafés aufhielten, wurde die Arbeitsverpflichtung mit dem Resozialisierungsgedanken begründet.[12]

Doch diese unsystematische Vorgehensweise war nicht von langer Dauer. Während etwa Magdeburg bei der Enttrümmerung stark auf Bürgereinsätze setzte und Berlin die Verwendung von Arbeitslosen bevorzugte, engagierte sich die Verwaltung Dresdens in beiden Bereichen: Erstmals am 1. Juli 1945 rief die Stadt ihre Bürger beiderlei Geschlechts zu monatlichen Vierstundenschichten am Wochenende auf.[2.10] Formal war die Arbeit freiwillig, doch es herrschte ein moralischer Druck, daran teilzunehmen.[2.10] Über Jahre hinweg wurden die Bürger in regelmäßigen Abständen immer wieder zum Bürgereinsatz aufgerufen.[2.11]

Arbeitslose beiderlei Geschlechts wurden in Dresden von Anfang an für die Trümmerbeseitigung eingesetzt.[2.12] Ein erster Aufruf zur Registrierung der Arbeitskräfte wurde schon Ende Mai 1945 veröffentlicht, wegen der geringen Resonanz folgte im Juli 1945 ein zweiter. Als auch dieser nicht das erwünschte Ergebnis brachte, wurde der dritte mit dem Recht auf die Zuteilung einer Lebensmittelkarte verbunden: Nur wer sich registrieren ließ, bekam eine Karte.[13]

Die Arbeitsämter fassten Personen ohne Arbeit zusammen und wiesen ihnen in regelmäßigen Abständen Arbeit bei den sogenannten Soforteinsätzen (Aufräumungsarbeiten) zu.[2.13] Die Einsatzleitung lag bei den städtischen Ämtern. In Zeiten höherer Arbeitslosigkeit wurden Programme entwickelt, die die Enttrümmerung zur Pflicht machten, um den Betroffenen Arbeit zu geben und den Staat bei der Einsparung von Sozialleistungen zu unterstützen. So begann etwa die „Aktion Arbeitskraft“ im Frühjahr 1949 und dauerte bis 1952 an.[14] Hierbei waren bis Dezember 1949 durchschnittlich zwischen 3200 und 3500 Arbeitssuchende zu Enttrümmerungsmaßnahmen verpflichtet.[2.14]

Die Verwaltung war sehr darauf bedacht, Arbeitslose für die Enttrümmerung einzusetzen. Daher waren Strafen für diejenigen vorgesehen, die sich der schweren Arbeit zu entziehen versuchten. In keiner anderen deutschen Stadt gab es so strenge Strafen wie in Dresden: Schon ab August 1945 drohte dort denen, die der „Arbeitsbummelei“ bezichtigt oder überführt wurden, die Einweisung in ein Kommandohaftlager.[2.13] Ende des Monats wurden die ersten Personen, die keinen Arbeitsnachweis vorlegen konnten, in das Kommandohaftlager überführt, teilweise mussten sie 10 Stunden täglich bei der Enttrümmerung helfen. Die Zahl blieb allerdings gering, im September und Oktober verbüßten 370 Personen ihre Strafe im Lager.[2.15]

Anfangs wurde der Hauptteil der Trümmerbeseitigung von arbeitslosen Frauen geleistet.[15] Da männliche Arbeitskräfte nicht in ausreichender Zahl vorhanden waren, stellte sich die Arbeit von Frauen als notwendig dar. Zweifel an der ethischen Vertretbarkeit sind nicht dokumentiert. In den Berichten von Verwaltungsorganen über den Erfolg des Einsatzes von Frauen finden sich etwa gleich viele positive wie negative Aussagen. Es wurde zu bedenken gegeben, dass eine große Zahl von Frauen gar nicht einsatzfähig sei. Diese hätten ab dem Alter von 40 Jahren zum einen selbst gesundheitliche Probleme, zum anderen seien sie mit der Pflege der Eltern beschäftigt; auch wurde berichtet, dass Frauen nach harten Einsätzen wegen Unterleibsproblemen arbeitsunfähig geworden seien. Der Einsatz von Frauen wurde also von deutscher Seite nicht ohne Vorbehalte angenommen.[2.16] Schon ab 1946 waren in Dresden mehr Männer als Frauen eingesetzt, da immer mehr Männer aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrten und für den Arbeitsmarkt verfügbar waren.[15] Dennoch wurden Frauen in Dresden auch nach Oktober 1946 noch zu Enttrümmerungseinsätzen verpflichtet.[2.8]

Duisburg

In Duisburg belief sich das Volumen der unaufgelockerten Trümmer auf 5,6 Millionen Kubikmeter, was pro Einwohner etwa 12,9 Kubikmetern entspricht. Insgesamt wurden rund 82.000 Wohnungen zerstört.[16]

Wegen des großen Mangel an Arbeitskräften in der ersten Zeit nach dem Krieg wurde die Bevölkerung zu Bürgereinsätzen aufgerufen.[2.17] Dabei wandte man sich ausschließlich an die männliche Bevölkerung.[17] Die Trümmerbeseitigung war in diesem Rahmen freiwillig. Eine Entschädigung wurde in den Aufrufen zu den Bürgereinsätzen nicht in Aussicht gestellt.[2.11]

Da die Auflistung der Personen, die sich meldeten, nach Geschlechtern getrennt ist, waren offensichtlich auch Frauen zur Arbeit gekommen. Allerdings standen hier 50 Frauen 10.550 Männern gegenüber, sodass ihr Beitrag als verschwindend gering gelten kann.[2.18] Am 31. März 1947 wurden in Duisburg im gesamten Baugewerbe nur 68 Frauen gezählt.[2.19] Nach wenigen Wochen stellte man die Bürgereinsätze ohnehin völlig ein.[2.20]

In Duisburg wurden mit den Trümmern die Löschwasserteiche und Bombentrichter aufgefüllt.[2.21]

Essen

In Essen umfassten die Trümmermengen unaufgelockert knapp 15 Millionen Kubikmeter, je Einwohner waren es umgerechnet 22,4 Kubikmeter. Es gab ca. 100.000 zerstörte Wohnungen.[16]

In Essen wurden Frauen zur Trümmerräumung eingesetzt, die als sogenannte „Amateurprostituierte“ galten, weil sie sich mit einem Soldaten einer Besatzungsmacht eingelassen hatten. Man machte sie für die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten verantwortlich. Die Arbeitsverpflichtung wurde mit dem Resozialisierungsgedanken begründet.[18]

Frankfurt am Main

In Frankfurt am Main betrugen die Trümmermengen unaufgelockert 11,7 Millionen Kubikmeter, je Einwohner waren es umgerechnet 21,1 Kubikmeter. Es gab ca. 80.575 zerstörte Wohnungen.[16]

Die Stadt ging bei der Professionalisierung der Trümmerbeseitigung mit Planung vor. Schon im Oktober 1945 rief sie zusammen den lokalen Bauunternehmen Philipp Holzmann AG, Metallgesellschaft AG und Wayss & Freytag AG die Trümmerverwertungsgesellschaft (TVG) ins Leben.[14] Nach Räumung der bedeutendsten Hauptverkehrsadern im Zentrum weitete man die Anstrengungen auf die großflächige und umfassende Enttrümmerung der zerbombten Stadtteile aus. Diese konnte die TVG von Baufirmen ausführen lassen, die über die notwendigen Maschinen verfügten, unter anderem Bagger zum Aufladen der Trümmer und Lastwagen für den Abtransport. Zusätzlich wurden in der Stadt Gleise verlegt, auf denen die Trümmerbahn den Schutt in den Osten zum Firmengelände der TVG transportierte, wo er zunächst auf einer Halde gesammelt wurde. Dann verarbeitete man ihn in einer eigens für diesen Zweck gebauten Verwertungsanlage zu neuen Baustoffen, die sich für den Wiederaufbau der Stadt nutzen ließen. Da Bauteile fehlten, konnte man die Anlage erst 1950 in Betrieb nehmen und musste sich vorher mit kleineren, behelfsmäßig errichteten Anlagen begnügen.[19] Maschinen spielten somit bei der Enttrümmerung die Hauptrolle, was für alle Städte der französischen und amerikanischen Besatzungszone und mit Einschränkungen auch für die britische galt.[19]

Im Januar 1946 begann die Trümmerverwertungsgesellschaft mit der Enttrümmerung, aber mit der Frage nach den Arbeitskräften war man noch zu keinem befriedigenden Ergebnis gekommen. So standen anfangs nur 33 Arbeitskräfte zur Verfügung, deren Zahl sich bis Mitte 1946 auf 244 steigerte. Obwohl damals der Kontrollratsbefehl Nummer 3 bereits wirksam und daher eine Zwangsverpflichtung von Arbeitslosen möglich gewesen wäre, wurde dieser Weg nicht beschritten. Im September 1946 einigte sich der Stadtrat auf einen groß angelegten Bürgereinsatz.[2.15] Dabei war die Trümmerräumung in diesem Rahmen schon anfangs freiwillig und blieb dies auch dauerhaft.[2.22] Auch Frauen konnten sich freiwillig beteiligen.[2.23] Eine Entschädigung wurde in den Aufrufen zu den Bürgereinsätzen nicht in Aussicht gestellt.[2.11] Alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren, die ihre Wohnung oder Arbeitsstelle in Frankfurt hatten, sollten sich jeweils für acht Stunden an zwei Tagen beteiligen.[20]

Die Stadt bedankte sich mit einer Ehrenurkunde. Dieser Einsatz hatte jedoch hauptsächlich symbolische Funktion. Mit fühlbarem Stolz erwähnte 1949 Oberbürgermeister Walter Kolb in einer Rede, man habe mit Absicht keine Frauen eingesetzt, da Maschinen bessere Arbeit leisteten und Menschenkraft geschont werden solle.[19] Man weigere sich, dem Berliner Vorbild zu folgen und ehrenwerte Bürger, ja sogar Bürgerinnen in den Ruinen zu versklaven.[21] In Frankfurt am Main wollte man bewusst keine Frauen zur Teilnahme am „Bürgereinsatz zur Trümmerräumung“ auffordern.[2.24] Von ihnen sei nämlich, so die Verantwortlichen der Bauverwaltung, ohnehin nur eine geringe Arbeitsleistung zu erwarten und es wäre mit so vielen berechtigten oder nicht überprüfbaren Anträgen auf Arbeitsbefreiung zu rechnen, dass der Verwaltungsaufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen stünde.[20] Wenn sich allerdings Frauen selbst zur Arbeit meldeten, wurden sie angenommen und ihre Teilnahme als Ausnahme herausgestellt.[2.24][20] Für den Einsatz von arbeitslosen Frauen bei der Enttrümmerung in Frankfurt gibt es keine Belege.[2.25]

In besonderen Aktionen wurden Schüler und Jugendgruppen in die Bürgereinsätze in Frankfurt einbezogen.[2.26] Im August 1945 hatte der Stadtbaurat den Plan, im Rahmen sogenannter „Notstandsaktionen“ Arbeitslose zur Trümmerräumung zu verpflichten. Dazu existiert zwar ein Brief an die Militärregierung, doch gibt es keine Belege für die tatsächliche Umsetzung der Überlegungen. Möglicherweise spielte hier eine Rolle, dass man in Frankfurt erst dann mit der praktischen Durchführung beginnen wollte, wenn die vorbereitenden und konzeptionellen Schritte erledigt waren.[2.15]

Frankfurt an der Oder

Es liegen Angaben vor, dass in Frankfurt an der Oder rund 50 Prozent der Wohnungen zerstört wurden.[11]

Für Frankfurt an der Oder sind in der unmittelbaren Nachkriegszeit keine zentral organisierten Bürgereinsätze für das gesamte Stadtgebiet nachweisbar; hier konzentrierten sich die Stadtverwaltungen auf den Einsatz von Arbeitslosen.[2.4] 1949 gab es eine Initiative, die mit sogenannten Aktiveinsätzen zum freiwilligen Einsatz bei der Enttrümmerung aufrief. Erst im Februar 1951 beschloss die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Erwin Hinze, erstmals einen freiwilligen Bürgereinsatz einzuführen. Grund hierfür war, dass die Enttrümmerung nur langsam voranschritt und der Fünfjahresplan für die Stadt den Wiederaufbau vorsah, der ohne eine vorausgehende Enttrümmerung nicht denkbar war. Daher mussten zusätzliche Arbeitskräfte rekrutiert werden. Die bis dahin mangelhaften Leistungen auf dem Gebiet sollten durch mehr oder weniger freiwillige Schichten von Bürgern verbessert werden, was auch das Budget der Städte sehr schonte.[2.27]

Arbeitslose beiderlei Geschlechts wurden in Frankfurt an der Oder von Anfang an zu Enttrümmerungsarbeiten eingesetzt.[2.12] Die Arbeitsämter fassten Personen ohne Arbeit zu Arbeitseinsätzen zusammen und wiesen ihnen Arbeit bei der Trümmerräumung zu.[2.13] Frauen wurden hier auch nach Oktober 1946 noch zu Enttrümmerungseinsätzen verpflichtet.[2.8] Man riskierte den Verlust der Lebensmittelkarte, wenn man einer Aufforderung zum Trümmereinsatz nicht nachkam.[22][2.13]

Freiburg

Im Rahmen der Operation Tigerfish am 27. November 1944 wurde Freiburg im Breisgau von der Royal Air Force massiv bombardiert. Fast völlig zerstört wurden der historische Altstadtkern, die Stadtteile Neuburg, Betzenhausen und Mooswald sowie der nördliche Teil des Stühlingers. Insgesamt wurden rund 30 % aller Wohnungen vernichtet oder schwer beschädigt.[23][24] Auch zahlreiche historische Bauwerke und Industriebetriebe wie Hüttinger Elektronik, M. Welte & Söhne und die Gießereihalle von Grether & Cie. wurden zerstört.

Wegen des großen Mangels an Arbeitskräften in Freiburg in der ersten Zeit nach dem Krieg wurde die Bevölkerung zu Bürgereinsätzen aufgerufen.[2.17] Im September 1946 wurden alle Männer zwischen 16 und 60 Jahren und alle Frauen von 16 bis 45 Jahren aufgerufen, freiwillig im Rahmen eines sogenannten „Ehrendienstes“ mindestens einmal im Monat bei der Trümmerbeseitigung mitzuhelfen. In einer Ausschusssitzung wurde festgehalten, dass Frauen keineswegs zur Arbeit verpflichtet worden seien. Doch die Bevölkerung beteiligte sich nicht am Bürgereinsatz. Eine Neuregelung im Mai 1948 wandelte den Ehrendienst in einen verpflichtenden Einsatz um, der aber Frauen nicht betraf.[2.23] Für den Einsatz von arbeitslosen Frauen bei der Enttrümmerung in Freiburg gibt es keine Belege.[2.25] Eine Entschädigung wurde in den Aufrufen zu den Bürgereinsätzen nicht in Aussicht gestellt.[2.11]

In Freiburg war es zwischen 1946 und 1949 erforderlich, dass Studierende vor ihrer Einschreibung eine festgelegte Anzahl an freiwilligen Einsätzen bei der Trümmerräumung an der zerstörten Universität nachweisen mussten. Ohne diese Nachweise hätten sie nicht die Erlaubnis erhalten, ihr Studium zu beginnen oder fortzusetzen.[2.26] Nur wenige Wochen nach der Beendigung des Kriegs gab es Schülereinsätze zur Enttrümmerung von Häuserblocks und Verkehrswegen. Ein Einsatz vom 20. Mai bis 16. Oktober 1945 für monatlich 250 bis 640 Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren ist belegt.[25]

Halberstadt

Am 8. April 1945 erlebte Halberstadt einen so schweren Angriff, dass 80 Prozent der Stadt zerstört waren. Bevor die Häftlinge des nahen Konzentrationslagers Langenstein-Zwieberge auf die Todesmärsche geschickt wurden, zwang man sie zur Trümmerbeseitigung in der Stadt. Drei Tage später endete der Krieg in Halberstadt. Am Beispiel Halberstadts lässt sich ablesen, dass die Enttrümmerung von den Nationalsozialisten so lange wie möglich fortgeführt und vor Kriegsende nur sehr kurz unterbrochen wurde.[26]

Hamburg

Im Jahr 1946 wurde der Trümmerschutt in Hamburg zunächst von privater Seite auf 22 bis 25 Millionen Kubikmeter geschätzt. Später erhöhte sich diese Schätzung auf 37 Millionen Kubikmeter. Daraufhin wurde die Menge von amtlicher Seite auf 43 Millionen Kubikmeter angehoben. Gleichzeitig wurden auch andere Werte von 52,9 und 63,9 Millionen Kubikmetern genannt, die dann auf 35,8 Millionen Kubikmeter (unaufgelockert) und 43,0 Millionen Kubikmeter (aufgelockert) reduziert wurden, einschließlich des Hafens.[27] Die Einwohnerzahl fiel von 1,7 Millionen auf 900.000.[1]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs gab es fünf städtische Lager des KZ Neuengamme, deren Insassinnen für die Trümmerräumung eingesetzt wurden. In vier davon befanden sich nur Frauen, jeweils etwa 500 bzw. etwa 800.[2.28]

Ausdrücklich nur Männer wurden 1946 aufgerufen, im Rahmen von Bürgereinsätzen an bestimmten Orten 100 Steine pro Monat zu beseitigen. Die meisten Einwohner waren stolz darauf, dass diese Arbeiten für beide Geschlechter freiwillig waren. Bereits ein Jahr nach Kriegsende benutzte man diese Aussage dazu, sich von der Sowjetischen Besatzungszone abzugrenzen.[21]

In Hamburg war das Aufenthaltsrecht für Vertriebene an eine feste Arbeitsstelle geknüpft. Flüchtlinge, die von öffentlichen Fürsorgemitteln und in Flüchtlingslagern lebten, wurden verhältnismäßig oft zur Trümmerarbeit eingeteilt.[2.14]

Weil schwere Räumgeräte fehlten, wurden auch Zootiere bei der Trümmerbeseitigung eingesetzt. So zogen Elefanten Autowracks aus den Ruinen.[28] Zwei entsprechend ausgebildete Elefantenkühe aus dem Tierpark Hagenbeck wurden zunächst für die Enttrümmerung des ausgebombten Sommerlokals auf dem Zoogelände verwendet. Später rissen sie in nahen Stadtteilen wie Eimsbüttel mit Hilfe von Stahlketten baufällige Gebäude ein und wuchteten schwere Trümmerteile, riesige Metallheizkörper und Stahlträger aus dem Weg.[29]

Hannover

In Hannover betrugen die Trümmermengen unaufgelockert 8,4 Millionen Kubikmeter, je Einwohner waren es umgerechnet 17,8 Kubikmeter. Es gab ca. 75.375 zerstörte Wohnungen.[16]

Noch im Januar 1947 wurden Männer verpflichtet, für eine Woche bei der Enttrümmerung zu helfen.[30]

Jülich

Wegen des großen Mangel an Arbeitskräften in der ersten Zeit nach dem Krieg wurde in Jülich die Bevölkerung zu Bürgereinsätzen aufgerufen.[2.17] Arbeitsfähige Frauen zwischen 18 und 35 Jahren und Männer zwischen 16 und 65 Jahren sollten einen freiwilligen Ehrendienst leisten.[2.29] Dabei stellte die Beschäftigung von Frauen bei Bürgereinsätzen, wie sie in Jülich üblich war, in den drei westlichen Besatzungszonen eine Ausnahme dar.[31] Die Trümmerarbeit war in diesem Rahmen jedoch für beide Geschlechter freiwillig und blieb dies auch auf Dauer.[2.22] Dabei wurden bis Ende 1946 etwa dreimal so viele Männer wie Frauen gezählt, was bei der wesentlich geringeren Altersspanne für Frauen auch zu erwarten war. Auch die mangelhafte Ausstattung der Frauen spielte eine Rolle, sodass die Stadt schließlich leihweise geeignete Schuhe zur Verfügung stellte, allerdings nur in kleiner Zahl. Jülich gilt als Beispiel für eine Stadt, in der die Beteiligung von Frauen an Bürgereinsätzen gefördert wurde, doch auch hier waren Frauen in der Minderheit und immer zusammen mit Männern bei der Trümmerräumung.[2.29]

Eine Entschädigung wurde in den Aufrufen zu den Bürgereinsätzen nicht in Aussicht gestellt.[2.11] 1947 wurden in Jülich die Bürgereinsätze eingestellt.[2.30]

Kassel

Kassel gehört zu den am stärksten zerstörten Städten im Zweiten Weltkrieg. Heute geht man davon aus, dass 85 % der Wohnungen und 65 % der Industrieanlagen zerstört wurden, direkt nach dem Krieg wurde der Zerstörungsgrad von Kassel mit 77,6 % angegeben. In der Stadt belief sich das Volumen der unaufgelockerten Trümmer auf 5775 Kubikmeter, was pro Einwohner etwa 26,7 Kubikmetern entspricht. Insgesamt waren rund 40.440 Wohnungen zerstört.[16]

In Kassel begann die Räumung der Trümmer bereits im Krieg, denn es mussten die Infrastruktur der Städte aufrechterhalten und ein einigermaßen reibungsloses Alltagsleben ermöglicht werden. Zur Trümmerräumung wurde sowohl der Sicherheits- und Hilfsdienst (SHD), das Bauhandwerk, Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter eingesetzt.[32]

Nach 1945 setzte die Stadt Kassel zunächst auf freiwillige Mitarbeit bei der Trümmerbeseitigung, wie aus Artikeln in den seit dem 23. September 1945 erscheinenden Hessischen Nachrichten deutlich wird. Allerdings kam dadurch eine effektive Trümmerbeseitigung nicht in Gang. Erst zu Beginn des Jahres 1946 begann eine planvolle Enttrümmerung der Stadt. Dafür initiierte der Oberbürgermeister Willi Seidel einen „Ehrennotdienst“ für die gesamte Bevölkerung. Mit der Trümmerräumung auf der Grundlage einer Notdienstverordnung sollte am 25. März 1946 begonnen werden. Der vom Magistrat beschlossene Notdienst wurde am 16. März 1946 in der Zeitung und durch Aushänge bekannt gegeben. Anders als zuerst geplant, wurden auch Frauen zu diesem Notdienst herangezogen.[33]

Männer zwischen 15 und 65 Jahren und Frauen zwischen 15 und 50 Jahren wurden auf der Grundlage dieses Notdienstes bei der Trümmerräumung eingesetzt. Ausgenommen waren lediglich Schwangere, Mütter von Kindern unter 10 Jahren und Personen, die nachweisen konnten, dass sie zu krank für einen Arbeitseinsatz waren. Der Notdienst sollte an sechs zusammenhängenden Tagen jeweils 8 Stunden am Tag geleistet werden, das Arbeitsgerät und ein warmes Mittagessen wurden gestellt, Geschirr und Besteck waren mitzubringen.[34]

Durch Auszählung von Einsatzlisten konnte für Kassel nachgewiesen werden, dass knapp 55 % der Männer und 45 % der zum Ehrennotdienst angeschriebenen Frauen ihren Dienst ableisteten. Da Frauen nur bis zum 50. Lebensjahr herangezogen wurden, Männer aber bis zu ihrem 65. Lebensjahr, kann gesagt werden, dass in Kassel gleich viele Männer wie Frauen an der Enttrümmerung der Stadt teilnahmen. Auch Jugendliche, Jungen und Mädchen, wurden in den Ehrennotdienst integriert. Diese halfen vor allem bei der Trümmerbeseitigung an ihren Schulen.

Für eine effektive Enttrümmerung der Stadt wurden ab 1946 aber vor allem die maschinell unterstützte Trümmerräumung und die Trümmerverwertungsgesellschaft in Kassel wichtig. 1955, als die Bundesgartenschau in Kassel stattfand, war die Enttrümmerung weitestgehend abgeschlossen. Der für die Gartenschau angelegte Rosenhang erinnert bis heute an die Enttrümmerungsarbeiten der Kasseler Bevölkerung.[35]

Kiel

Für Kiel sind Einsätze von Zwangsarbeiterinnen zur Trümmerräumung während des Zweiten Weltkriegs belegt. Zwar bestanden die speziell zusammengestellten Kolonnen nur aus Männern, doch unmittelbar nach Bombenangriffen wurden nicht selten die Menschen in den umliegenden Lagern von ihren eigentlichen Aufgaben zur Enttrümmerung abgezogen, und darunter konnten auch Frauen sein.[2.28]

In dieser Stadt belief sich das Volumen der unaufgelockerten Trümmer auf etwas über 4 Millionen Kubikmeter, was pro Einwohner etwa 15 Kubikmetern entspricht. Insgesamt wurden rund 44.700 Wohnungen zerstört.[16]

Schon wenige Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in Kiel Schüler für die Räumung von Verkehrswegen und Häuserblocks eingesetzt. Vom 20. Mai bis zum 15. Oktober 1945 liefen Aufräumarbeiten durch Schülerinnen und Schüler, monatlich waren zwischen 250 und 640 von ihnen im Einsatz.[2.26] Für 1946 ist ein Einsatz zur Trümmerräumung vor den jeweiligen Schulen belegt.[36] Im Rahmen eines Bürgereinsatzes rief der Oberbürgermeister 1945 vor allem die Jugend zur Arbeit auf. Dabei erklärte er die Enttrümmerung zum vielversprechenden Berufseinstieg.[37]

Wegen des großen Mangels an Arbeitskräften in der ersten Zeit nach dem Krieg wurde die Bevölkerung zu Bürgereinsätzen aufgerufen.[2.17] Dabei war die Trümmerräumung in diesem Rahmen schon anfangs freiwillig und blieb dies auch dauerhaft.[2.22] Der Aufruf richtete sich an „alle Einwohner der Stadt“, gleichbedeutend für beide Geschlechter, Männer im Alter von 16 bis 65 Jahren und Frauen zwischen 18 und 35. Daraufhin waren bis zum „Jahresende 1946 in Kiel bei Bürgereinsätzen 6069 Arbeitskräfte (4605 Männer und 1464 Frauen)“ tätig. Die niedrigere Zahl an Frauen ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass die Altersspanne nicht so groß war.[2.31] Die Beschäftigung von Frauen stellte in den drei westlichen Besatzungszonen bei Bürgereinsätzen eine Ausnahme dar.[31][38]

Zunächst war man in Kiel nur mit der Registrierung von Männern gestartet, die bereits eine Arbeitsstelle hatten. Im August 1945 folgte ein Registrierungsaufruf an alle Männer ohne Arbeit zwischen 14 und 65 Jahren und an die ledigen Frauen im Alter von 17 bis 45 Jahren. Wer sich nicht meldete, musste mit Strafen rechnen.[2.32] Mit der Registrierung ging die Verpflichtung zum Notdiensteinsatz einher, bei dem durchschnittlich 2700 Arbeitslose beschäftigt waren. Diese Aktion dauerte bis Dezember 1945 an und diente vor allem dazu, Baustoffe für das Winterfestmachungsprogramm 1945/1946 bereitzustellen.[2.33] Somit wurden Arbeitslose in Kiel nur bei einer zeitlich begrenzten und einmaligen Aktion zur Trümmerräumung verpflichtet.

Arbeitslose Frauen wurden in Kiel zwar von Anfang an zu Enttrümmerungsarbeiten eingesetzt, doch war ihre Tätigkeit überwiegend auf den sogenannten Notdiensteinsatz beschränkt. Er wurde im August 1945 initiiert und dauerte nur bis Ende 1945.[2.34] Der Anstoß für den Notdiensteinsatz in der Stadt kam von der Militärregierung. In der gesamten britischen Besatzungszone, zu der Kiel gehörte, hielt es die Militärregierung von Anfang an für angebracht, dass auch Frauen ihren Beitrag zur Enttrümmerung leisteten.[2.25] Im Januar 1947 war bei der Trümmerräumung täglich nur noch eine Frau beschäftigt. Die geringen Zahlen standen im Widerspruch zur Linie der Besatzungsmacht. Der Grund dafür war, dass die deutschen Verwaltungen eine andere Auffassung von der Rolle von Frauen im Baugewerbe hatten und deren Zahl durch Arbeitsschutzbestimmungen minimierten.[2.35]

Eine Entschädigung wurde in den Aufrufen zu den Bürgereinsätzen nicht in Aussicht gestellt.[2.11]

Der Aufruf zur Anmeldung aller Arbeitslosen umfasste einen klaren Hinweis, dass dies ebenfalls für Flüchtlinge zutreffe. Dies gilt auch für die Anordnung, die nur wenige Wochen später die Kieler Arbeitslosen, einschließlich der Flüchtlinge, zur Registrierung für Aufräumarbeiten im Rahmen des Notdienstes aufforderte.[2.36] Vertriebene waren zu diesem frühen Zeitpunkt häufig ohne Arbeit. Daher ist anzunehmen, dass sie einen vergleichsweise hohen Anteil der Arbeitslosen ausmachten, die bei der Trümmerbeseitigung eingesetzt wurden.

In Kiel wurde für die Enttrümmerung in so hohem Maße technisches Großgerät eingesetzt, dass die Stadt zu einem „Wahrzeichen der Trümmerräumung“ wurde. Im August 1947 fand in Kiel die Bau-Ausstellung statt, bei der die Leistungen im Bereich der Enttrümmerung und Wiederaufbau der Öffentlichkeit präsentiert und im Vergleich mit anderen Städten dargestellt wurden.[2.37]

Im August 1948 entschied der Fachausschuss für Trümmerräumungen, die regulären Trümmerräumungen in der Stadt auf Handarbeit umzustellen, um einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Die zuvor übliche Trümmerräumung mit schweren Maschinen hatte den negativen Nebeneffekt, dass sie weniger menschliche Arbeitskraft benötigte und somit sogar zur Schaffung von Arbeitslosigkeit führte. Näheres zur tatsächlichen Umsetzung ist nicht bekannt.[2.38]

Ein Teil der Trümmer wurde im Meer versenkt.[2.21]

Die Trümmerbeseitigung forderte immer wieder auch Menschenleben. In den ersten beiden Jahren nach Kriegsende starben in Kiel 35 Menschen, weil Ruinen über ihnen zusammenbrachen.[39]

Köln

Für Köln gab das Wiederaufbauministerium 15 Millionen Kubikmeter Schutt an, während im amtlichen Fragebogen 24,1 Millionen Kubikmeter (unaufgelockert) aufgeführt sind.[27]

Nach dem Ende des Kriegs wurden von den Besatzern ehemalige Mitglieder der NSDAP und ihrer Unterorganisationen zur Trümmerräumung gezwungen. Männer und Frauen aus dieser Gruppe wurden gemeinsam eingesetzt.[2.39]

Magdeburg

In Magdeburg belief sich das Volumen der Trümmer auf ca. 5,2 Millionen Kubikmeter,[10] rund 20 Prozent der Wohnungen waren zerstört.[11]

Bei der Beschreibung der Verhältnisse in der unmittelbaren Nachkriegszeit ist die besondere Geschichte der Stadt zu berücksichtigen, da hier amerikanische, sowjetische und britische Truppen zusammenkamen. Im April 1945 hatten Truppen der 9. US-Armee die Westgrenze der Stadt erreicht, im Mai besetzte die Rote Armee den ostelbischen Teil. Am 1. Juni 1945 wurden die letzten Kräfte der 117. US-Infanterie-Division durch britische Truppen ersetzt, und diese übergaben am 1. Juli Magdeburg-West an die Rote Armee.

Von den Besatzern wurden ehemalige Mitglieder der NSDAP und ihrer Unterorganisationen zur Trümmerräumung gezwungen. Männer und Frauen aus dieser Gruppe wurden gemeinsam eingesetzt.[2.2] Für die Stadt ist auch belegt, dass die Soldaten der Roten Armee willkürlich Menschen, die einen arbeitsfähigen Eindruck machten, auf der Straße aufgriffen und zur Arbeit zwangen.[2.9]

Magdeburg beschaffte die nötigen Arbeitskräfte zum Teil über die Beschäftigung von Arbeitslosen, zu einem großen Teil aber auch über verpflichtende Bürgereinsätze. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Wegen lag darin, dass die Enttrümmerung für die ehemals Arbeitslosen jedenfalls für eine gewisse Zeit ihre Haupttätigkeit war, während die Arbeit beim Bürgereinsatz zusätzlich zu einem Hauptberuf zu leisten war. Bürgereinsätze betrafen nämlich alle arbeitsfähigen Männer, unabhängig von der Frage, ob sie bereits anderswo beschäftigt waren oder nicht. Dafür war ein Tag vorgesehen, der im Hauptberuf arbeitsfrei war. Ein weiterer Unterschied lag darin, dass man bei Bürgereinsätzen keinen Lohn bekam.[2.4]

Magdeburg-Ost existierte kurze Zeit als unabhängige Verwaltungseinheit. In diesen Wochen wurden dort die Einsätze von Arbeitslosen zur Trümmerbeseitigung besonders streng gehandhabt: Alle Männer, ob mit oder ohne Beschäftigung, wurden sofort nach der Einsetzung eines Bürgermeisters zur Registrierung und Enttrümmerung aufgefordert. Dies galt allerdings nur für jeden zweiten Tag. Nach zehn Tagen erfolgte eine Veränderung: Nunmehr waren Menschen beiderlei Geschlechts ohne festen Arbeitsplatz zur Trümmerarbeit verpflichtet. Diese unkonkreten und häufig veränderten Anforderungen hatten chaotische Verhältnisse zur Folge. Geregelte Verhältnisse entstanden erst, als die Erfassung der Arbeitskräfte erste gesicherte Zahlen erbrachte. Von den am 11. Juli 1945 registrierten 6600 Personen wurden durchschnittlich pro Tag 1540 zur Enttrümmerung geschickt, wohl in eigenen Arbeitseinsätzen des Arbeitsamtes. Der Rest verteilte sich auf andere Arbeitsorte.[2.40] Als Magdeburg-Ost ab August 1945 keine eigene Verwaltungseinheit mehr war, gab es diese Art von Einsätzen nicht mehr. In Magdeburg-West herrschte nämlich eine andere Praxis vor: Hier wurden die nicht zu vermittelnden Arbeitslosen zu Unternehmen geschickt, die Aufträge zum Ausbessern von Schlaglöchern, zur Beseitigung von Schutt und zum Abklopfen von Steinen erhalten hatten.[2.13]

Es wurden zwar Arbeitslose für Enttrümmerungsarbeiten an Firmen vermittelt, aber das Arbeitssystem war hier – etwa im Vergleich zu Berlin – verhältnismäßig wenig ausdifferenziert.[2.4] Arbeitslose Frauen wurden in Magdeburg von Anfang an zu Enttrümmerungsarbeiten eingesetzt.[2.12] Anfangs leisten sie den Hauptteil der Arbeit. Da jedoch immer mehr Männer aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrten und für den Arbeitsmarkt verfügbar waren, überstieg der Männeranteil den Frauenanteil schon ab 1946.[15]

Schon sehr früh nach Kriegsende hatte die Stadtverwaltung beschlossen, bei der Beschaffung von Arbeitskräften auf sogenannte Pflichtarbeit im Rahmen von Bürgereinsätzen zu setzen. Dies ließ die Vermittlung von Arbeitslosen im Vergleich dazu in den Hintergrund treten.[2.4] Ein entsprechender Aufruf an die Bevölkerung erging bereits im Mai 1945. Der Bürgereinsatz wurde also noch vor der Übergabe des Westteils der Stadt an die Russische Armee am 1. Juli 1945 von amerikanischer und britischer Seite etabliert.[2.41] Aufgerufen waren ausdrücklich nur arbeitsfähige Männer.[2.41] Magdeburg setzte dabei feste Zeiten für die Räumungsarbeiten an: Erwachsene Männer mussten jeden Montagvormittag hundert Steine reinigen und ordentlich schichten, damit diese für den Wiederaufbau verwendet werden konnten.[22] In besonderen Aktionen wurden Schüler und Jugendgruppen in die Bürgereinsätze in Magdeburg einbezogen.[2.26]

Im Frühling 1946 wurde die Pflichtarbeit über das neu gegründete Dezernat für die Enttrümmerung und den Neuaufbau unter Erich Koß neu strukturiert. Er änderte die Bezeichnung in Aufbauarbeit ab, erhöhte die Zahl der bei einer Schicht zu bearbeitenden Ziegelsteine von 100 auf 150 und professionalisierte die Arbeitseinsätze: Die nun Aufbauarbeiter genannten Bürger wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die sich vierzehntägig mit den Diensten abwechselten. Darüber hinaus gab es Änderungen bei der Art des Einsatzes: Wer bereits als Hilfs- oder Fachkraft im Bauhaupt- oder Dachdeckergewerbe oder bei der Dachsteinherstellung arbeitete, leistete die Bürgerarbeit an seinem freien Tag an seiner gewohnten Arbeitsstelle, aber unbezahlt. Firmen, die Arbeitskräfte für den Wiederaufbau ihrer Betriebsstätten Arbeitskräfte brauchten, konnten diese beim neuen Dezernat anfordern. Die übrigen Aufbauarbeiter gruppierte man in größere Einheiten und teilte ihnen auf den Baustellen des Dezernats für die Enttrümmerung und den Neuaufbau Arbeiten zu.[2.10] Über Jahre wurde in Magdeburg immer wieder zu Bürgereinsätzen aufgerufen.[2.11] Erst 1952 stellte die Stadt die Trümmereinsätze ein.[2.30]

Das Portal der Johanneskirche ist seit 1982 ein dreiteiliges Ensemble von Heinrich Apel mit dem Titel Zerstörung und Wiederaufbau der Stadt Magdeburg. Eine Trauernde und eine „Trümmerfrau“ in Bronze stehen links und rechts vom Eingang, die Bronzetür zeigt die Plastiken Krieg und Frieden. Hier stellte der Künstler den Bombenangriff auf Magdeburg vom 16. Januar 1945 dar, den er von seinem Wohnort, einem Bördedorf, aus gesehen hatte.[40]

München

Im Zweiten Weltkrieg wurde auch München stark zerstört. Es gab mindestens fünf Millionen Kubikmeter Schutt, 82.000 zerstörte Wohnungen, davon in neun Stadtbezirken jeweils mehr als die Hälfte.[41][42]

Im Jahr 1945 lebten in München etwa 550.000 Menschen.[41] Zur Räumung der ersten Straßen wurden von den US-amerikanischen Besatzern kriegsgefangene deutsche Soldaten und NSDAP-Mitglieder gezwungen, die sonst keine Essensmarken bekommen hätten.[41] Gemäß dem Münchner Stadtarchiv halfen in der Stadt etwa 1500 Menschen bei den Aufräumarbeiten, davon 200 Frauen; 90 Prozent davon waren vorher Mitglieder nationalsozialistischer Organisationen gewesen.[41][43] Männer und Frauen aus dieser Gruppe wurden gemeinsam zur Trümmerräumung eingesetzt.[2.39]

Ein für die Agentur Bayerisches Pressebild, vermutlich von Wolf Pelikan, im Juni 1946 aufgenommenes Foto zeigt junge, lachende Frauen beim Weitergeben und Werfen von Trümmersteinen. Die Personen stehen auf einem schmalen Sims, wie es aussieht nah an einem Abgrund. Publiziert wurde es neben einem zweiten Bild mit derselben Frauengruppe und zwei Fotos, die Männer und schweres Gerät zeigen, erstmals unter der Überschrift München räumt auf in der Süddeutschen Zeitung vom 30. Mai 1946. In einer Veröffentlichung von 1983 heißt das Bild Trümmerfrauen am Färbergraben, Mai 1946.[44] Doch die Kontaktabzüge tragen die Beschriftung Pg-Frauen arbeiten am Färbergraben. Das Bild zeigt also einen Einsatz ehemaliger NS-Parteigenossinnen, die im Rahmen einer halbfreiwilligen Aktion Trümmer räumten, und nicht etwa Freiwillige oder vom Arbeitsamt Angestellte. Ein weiteres Bild von dieser Aktion, das im Münchner Stadtmuseum liegt, stammt vom Münchner Nachkriegsfotografen W. B. Francé. Beschriftet ist es mit Zusammenarbeit beim Schutträumen im Färbergraben. Es zeigt zumindest eine der Frauen von dem Foto der Agentur Bayerisches Pressebild, welche zusammen mit vier Männern und einer zweiten Frau in einer Kette Ziegel räumt. Durch ihre auffällige Kleidung mit grober Hose mit Hosenträgern und karierter Bluse ist sie leicht zu identifizieren. Dies zeigt, dass an diesem Einsatz ehemalige Parteimitglieder beiderlei Geschlechts beteiligt waren. Vermutlich waren für das Foto mit der Frauenkette vor dem Abgrund möglichst viele der beteiligten Frauen vor einem eingebrochenen Keller aufgestellt worden.[45]

Nach Kriegsende räumte man zunächst mit Handwagen und Pferdefuhrwerken die Straßen und Schienen frei, die von 3500 Bombeneinschlägen getroffen worden waren. Bereits im Mai 1945 konnte der Schienenverkehr provisorisch wieder aufgenommen werden. Ab März 1946 wurde systematisch und professionell der Gebäudeschutt beseitigt: Die Stahlbeton- und Betonteile wurden von Sprengfirmen und dem Sprengkommando der Münchner Feuerwehr beseitigt, während der Einsturz von Mauerresten von Baggern und Flaschenzügen bewerkstelligt wurde. Für komplizierte Fälle war die städtische Bauwacht zuständig. Die Bockerlbahn, die es schon im Krieg gegeben hatte, brachte mit ihren Kleinbahnen mit Dampflokomotiven und Kipploren die Trümmer zu den großen Schuttplätzen am Luitpoldpark, dem Oberwiesenfeld und in Sendling. 1949 waren bereits vier der fünf Millionen Kubikmetern Schutt weggeschafft worden.[41][42] Damit galt München als die Großstadt in Westdeutschland, die am besten von Kriegsschutt befreit war.[41]

1946 meldeten sich auf einen städtischen Aufruf hin Bürgerinnen und Bürger zur Mithilfe. Nach der Währungsreform 1948 gab die Stadt München vor allem Baufirmen den Auftrag, die Trümmer wegzuschaffen. Dabei wurde nach geräumter Menge bezahlt, nicht wie in anderen Städten nach Arbeitszeit, was zu deutlich mehr Leistung führte.[41] Am 29. Oktober 1949 gab es einen Aufruf zum Rama dama, einer gemeinsamen Trümmerräumung. Auch der damalige Oberbürgermeister Thomas Wimmer half mit und wurde dadurch zu einer Identifikationsfigur. Diese symbolische Aktion war prägend für die Überlieferung, dass nach dem Krieg alle gemeinsam angepackt und so Freiwillige die Stadt vom Schutt befreit hätten. In Wirklichkeit aber wurden an diesem Tag von den etwa 7000 Freiwilligen mit ihren Handwerkzeugen und Karren weniger Schutt beseitigt, als die professionelle Räumung damals ohnehin täglich aus dem Stadtbild verschwinden ließ.[41][46]

Münster

In Münster betrugen die Trümmermengen unaufgelockert etwa 2,5 Millionen Kubikmeter, je Einwohner waren es umgerechnet 17,7 Kubikmeter. Es gab ca. 13.200 zerstörte Wohnungen.[16]

In der Stadt, in der die britische Besatzung das Geschehen leitete, mussten Displaced Persons – also Menschen, die aus Konzentrationslagern und Kriegsgefangenenlagern kamen sowie ehemalige Zwangsarbeiter und Flüchtlinge – aktiv bei der Beseitigung von Trümmern mitwirken, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Dies trug zur Kostenreduzierung bei.[2.23] Im Rahmen des dort verpflichtenden Bürgereinsatzes wurden verstärkt Displaced Persons einberufen. So machte das Ziel der britischen Militärregierung, die Displaced Persons durch Arbeitsverpflichtungen zur Rückkehr in ihre Ursprungsländer zu bewegen, die Trümmerräumung erneut zu einer Form von Zwangsarbeit.[2.42]

Nürnberg

In Nürnberg belief sich das Volumen der unaufgelockerten Trümmer auf 10,7 Millionen Kubikmeter, was pro Einwohner etwa 25,3 Kubikmetern entspricht. Insgesamt wurden rund 61.315 Wohnungen zerstört.[16]

Die US-amerikanische Militärregierung drängte in Nürnberg auf die Einführung eines umfangreichen Räumungsprogramm, an dem alle Einwohner teilnehmen sollten. Zunächst versuchte der Nürnberger Bürgermeister zwar, die Bevölkerung mit Aufrufen zur freiwilligen Trümmerräumung zu gewinnen. Doch da von den zunächst geschätzten 50.000 Einwohnern nur 610 gekommen waren, wurde die Freiwilligkeit im Juni 1946 vom Nürnberger Stadtrat in eine Verpflichtung umgewandelt:[14] Nun musste die ganze männliche Bevölkerung vom 16. bis 60. Lebensjahr Pflichtarbeit leisten. Eine Woche später erfuhren die Bürger, dass sie 50 Arbeitsstunden an 8 Tagen abzuleisten hatten und dafür mit 79 Pfennig pro Stunde entlohnt würden.[2.11] Die Teilnahme an Bürgereinsätzen war nur für Männer Pflicht, Frauen konnten sich freiwillig beteiligen.[2.23] In Nürnberg folgte der Stadtrat den Vorgaben der Militärregierung also nur teilweise. Der Oberbaudirektor, ein Deutscher, erklärte die Abweichung damit, dass vom Pflichteinsatz von Frauen grundsätzlich abzusehen sei, weil genügend Männer für die Arbeiten vorhanden seien. Wenn sich Frauen aber freiwillig meldeten, wurden ihnen leichte Arbeiten zugewiesen.[2.24]

Für den Einsatz von arbeitslosen Frauen bei der Enttrümmerung in Nürnberg gibt es keine Belege.[2.25] In Nürnberg wurde ein Teil der Trümmer in der Baugrube des Deutschen Stadions versenkt.[2.21]

Auf der Deutschen Bauausstellung im September 1949 in Nürnberg zeigten 22 westdeutsche Städte ihre Fortschritte bei der Trümmerräumung und beim Wiederaufbau. Maschinenbauer präsentierten die hierfür eingesetzten Fahrzeuge und Geräte.[2.37]

Saarbrücken

In Saarbrücken wurden während des Zweiten Weltkrieges rund 38.700 Wohnungen zerstört.[11]

In der Stadt sind Einsätze von Zwangsarbeiterinnen zur Trümmerräumung während Kriegs belegt. Zwar bestanden die speziell zusammengestellten Bataillone nur aus Männern, doch unmittelbar nach Bombenangriffen wurden nicht selten die Menschen in den umliegenden Lagern von ihren eigentlichen Aufgaben zur Enttrümmerung abgezogen, und darunter konnten auch Frauen sein.[2.28]

Wegen des großen Mangels an Arbeitskräften in der ersten Zeit nach dem Krieg wurde die Bevölkerung zu Bürgereinsätzen aufgerufen.[2.17] Bürgereinsätze waren in Saarbrücken von Anfang an Pflicht.[2.22][2.17] Die Aufrufe zur Trümmerräumung im Rahmen von Bürgereinsätzen richteten sich an alle arbeitsfähigen Männer.[20] Eine Beteiligung von Frauen wurde in Saarbrücken nicht erwogen.[2.23] Sie konnten sich aber freiwillig beteiligen.[2.23] Eine Entschädigung wurde in den Aufrufen zu den Bürgereinsätzen nicht in Aussicht gestellt.[2.11] Anfang 1948 wurden die Bürgereinsätze eingestellt.[2.30]

Arbeitslose Frauen wurden nur in sehr geringer Zahl von den Arbeitsämtern ins Baugewerbe vermittelt.[2.25]

Stuttgart

In Stuttgart wurde die anfängliche Schätzung zur Trümmerschuttmenge des Tiefbauamtes im Sommer 1945 von 6 Millionen Kubikmetern später auf 4,2 Millionen Kubikmeter korrigiert.[27]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden von den Besatzern ehemalige Mitglieder der NSDAP und ihrer Unterorganisationen zur Trümmerräumung gezwungen. Männer und Frauen aus dieser Gruppe wurden gemeinsam eingesetzt.[2.39]

Zunächst hatte man daran geglaubt, dass die Einwohner den Aufrufen zur freiwilligen Trümmerräumung nachkommen würden. Doch die Bevölkerung weigerte sich, weil die Enttrümmerung immer noch als Straf- und Sühnearbeit galt. Infolgedessen stellte die Stadt die Bürgereinsätze ganz ein.[14]

Ulm

In Ulm wurden 1949 die regulären Trümmerräumungen in der Stadt auf Handarbeit umgestellt, um einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Die zuvor übliche Trümmerräumung mit schweren Maschinen hatte den negativen Nebeneffekt, dass sie weniger menschliche Arbeitskraft benötigte und Arbeitslosigkeit förderte. Die Maßnahme betraf jedoch lediglich 62 Arbeitende.[2.38]

Siehe auch

Commons: World War II destructions in Germany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Reconstruction in Germany after World War II – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015, ISBN 978-3-8389-0655-3.
  • Irmgard Weyrather: „Was Männer zerstören, bauen Frauen wieder auf.“ Frauenarbeit am Bau in den Trümmerjahren. In: A. Klönne, O. Bartels (Hrsg.): Hand in Hand. Bauarbeit und Gewerkschaften – Eine Sozialgeschichte. Frankfurt am Main 1989, S. 280–295; 285.
  • Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. Hrsg.: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener. Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York/Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114.

Anmerkungen

  1. Die angegebenen Trümmermengen dienen hauptsächlich dem Vergleich der Städte, sie sollen lediglich eine allgemeine Orientierung bieten.
  2. Im überwiegenden Teil der Forschungsliteratur zum Thema seit 2013 (u. a. Leonie Treber, Clara-Anna Egger, Martin Tschiggerl/Thomas Wallach) eben diese Distanzierung als angemessener Umgang mit dem Begriff gilt und durch Anführungszeichen angezeigt wird, folgt der Artikel der Forschung und verwendet diese typografischen Kennzeichen.

Einzelnachweise

  1. a b Theo Sommer: 1945. Die Biographie eines Jahres. Hrsg.: Rowohlt. Reinbek 2005, S. 219.
  2. Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015, ISBN 978-3-8389-0655-3.
    1. a b Seite 47 mit weiteren Quellen
    2. a b c Seite 44
    3. a b Seite 25
    4. a b c d e f Seite 29
    5. Seite 23
    6. a b c d Seite 24
    7. Seite 38
    8. a b c Seite48
    9. a b Seite 20–21
    10. a b c Seite 30
    11. a b c d e f g h i Seite 32
    12. a b c Seite 48
    13. a b c d e Seite 27
    14. a b Seite 36
    15. a b c Seite 28
    16. Seite50/51
    17. a b c d e f Seite 28–29
    18. Seite 61
    19. Seite 56
    20. Seite 33
    21. a b c Seite 18
    22. a b c d Seite 31
    23. a b c d e f Seite 62
    24. a b c Seite 60
    25. a b c d e Seite 54
    26. a b c d Seite 34
    27. Seite 39/40
    28. a b c Seite 43
    29. a b Seite 59
    30. a b c Seite 39
    31. Seite 58/59
    32. Seite 17
    33. Seite 22/23
    34. Seite 48/49
    35. Seite 53/54
    36. Seite 3
    37. a b Seite 20
    38. a b Seite 37
    39. a b c Seite 44/45 mit weiteren Nachweisen
    40. Seite 26
    41. a b Seite 58
    42. Seite 35
  3. a b c d e f g Irmgard Weyrather: „Was Männer zerstören, bauen Frauen wieder auf.“ Frauenarbeit am Bau in den Trümmerjahren. In: A. Klönne, O. Bartels (Hrsg.): Hand in Hand. Bauarbeit und Gewerkschaften – Eine Sozialgeschichte. Frankfurt am Main 1989, S. 280–295;285.
  4. a b Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York / Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;100 mit weiteren Nachweisen.
  5. Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Klartext Verlag, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1178-9, S. 141.
  6. Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York/Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;100–101 mit weiteren Nachweisen.
  7. Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York/Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;101 mit weiteren Nachweisen.
  8. Nils Aschenbeck: Bremen: der Wiederaufbau 1945–1960. Temmen Verlag, Bremen 1997, ISBN 3-86108-297-7, S. 11.
  9. Nils Aschenbeck: Bremen : der Wiederaufbau 1945–1960. Temmen Verlag, Bremen 1997, ISBN 3-86108-297-7, S. 12.
  10. a b Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden. 37. Jahrgang. Alfons Bürger Verlag, Schwäbisch-Gmünd 1949, S. 363.
  11. a b c d Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden. 37. Jahrgang. Alfons Bürger Verlag, Schwäbisch-Gmünd 1949, S. 369.
  12. Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Klartext Verlag, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1178-9, S. 204.
  13. Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Klartext Verlag, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1178-9, S. 140.
  14. a b c d Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York/Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;97–98.
  15. a b c Thomas Widera: Dresden 1945–1948: Politik und Gesellschaft unter sowjetischer Besatzungsherrschaft. Göttingen 2004, S. 299 (zitiert nach: Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener: Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York/Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;101).
  16. a b c d e f g h Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden. 37. Jahrgang. Alfons Bürger Verlag, Schwäbisch-Gmünd 1949, S. 374–376.
  17. Stadtarchiv Duisburg (Hrsg.): 600/2910: Ausschnitt aus Duisburger Mitteilungen. Duisburg 1. Dezember 1945 (zitiert nach: Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015, S. 60).
  18. Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Klartext Verlag, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1178-9, S. 204.
  19. a b c Leonie Treber: Heldinnen des Schuttbergs. In: Damals. Nr. 4, 2018, S. 64–69;66–67.
  20. a b c d Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York/Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;104.
  21. a b Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfener (Hrsg.): Gendering Post-1945 German History. Entanglements. Berghahn Books, New York/Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;105.
  22. a b Miriam Gebhardt: Die kurze Stunde der Frauen. Zwischen Aufbruch und Ernüchterung in der Nachkriegszeit. Herder, Freiburg im Breisgau 2024, ISBN 978-3-451-39938-1, S. 63.
  23. Ueberschär, S. 381.
  24. Gerd R. Ueberschär: Freiburg im Luftkrieg 1939–1945. Ploetz, Freiburg/Würzburg 1990, ISBN 3-87640-332-4, S. 381.
  25. StAFr (Hrsg.): Schreiben des Städtischen Tiefbauamts an die Militärregierung - Administration Generale, 11. November 1945. C5/3132, Heft 1. Freiburg 11. November 1945.
  26. Klaus Neumann: Lange Wege der Trauer: Erinnerungen an die Zerstörung Halberstadts am 8. April 1945. In: Jörg Arnold et al. (Hrsg.): Luftkriege. Erinnerungen in Deutschland und Europa. Göttingen 2009, S. 212–213 (zitiert nach: Leonie Treber: The Big Cleanup. Men, Women, and Rubble Clearance in Postwar East and West Germany. In: Karen Hagemann, Donna Harsch, Friederike Brühöfner: Genderng Post-1945 German History. Berghahn Books, New York/Oxford 2019, ISBN 978-1-78920-191-8, S. 93–114;96).
  27. a b c Deutscher Städtetag (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch deutscher Gemeinden. 37. Jahrgang. Alfons Bürger Verlag, Schwäbisch-Gmünd 1949, S. 361.
  28. Wolfgang Brenner: Zwischen Ende und Anfang. Nachkriegsjahre in Deutschland. dtv Verlagsgesellschaft, 2016, ISBN 978-3-423-28106-5, S. 96.
  29. Jochen Lambernd: „Trümmer-Elefanten“ helfen 1945 bei Aufräumarbeiten in Hamburg – Kiri und Meni reißen Gebäudereste ein. In: ndr.de. 24. Juni 2025, abgerufen am 23. August 2025.
  30. Miriam Gebhardt: Die kurze Stunde der Frauen. Zwischen Aufbruch und Ernüchterung in der Nachkriegszeit. Herder, Freiburg im Breisgau 2024, ISBN 978-3-451-39938-1, S. 67.
  31. a b Dieter Hanauske: „Bauen, bauen, bauen…!“ Die Wohnungspolitik in Berlin (West) 1945–1961. Akademie Verlag, Berlin 1995, S. 177. Zitiert nach: Leonie Treber: Die Geburtsstunde der „Trümmerfrau“ in den Presseerzeugnissen der deutschen Nachkriegszeit. In: Elisabeth Cheauré, Sylvia Paletschek, Nina Reusch (Hrsg.): Geschlecht und Geschichte in populären Medien. transcript Verlag, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-8376-2373-4, S. 189–207; 190/191 mit weiteren Nachweisen.
  32. Thomas Ewald / Gunnar Richter: Ausländische Zwangsarbeiter in Kassel 1940 bis 1945. In: Arbeitsgemeinschaft „Arbeit und Leben“ Kassel (Hrsg.): Kassel und Nordhessen in der Zeit des Nationalsozialismus. Dokumentation einer Vortragsreihe. Kassel, S. 109–128; 109–114.
  33. Helke Dreier / Kerstin Wolff: Eine Herkulesaufgabe. Die Trümmerräumung in Kassel 1942–1955. Wartberg Verlag, Kassel 2024, S. 82.
  34. Bekanntmachung des kommissarischen Oberbürgermeisters Nr. 217. Anordnung betr. Heranziehung zu kurzfristigem Notdienst. In: Hessische Nachrichten, Nr. 22 v. 16. März 1946. S. 8.
  35. Helke Dreier, Kerstin Wolff: Eine Herkulesaufgabe. Die Trümmerräumung in Kassel 1942–1955. Wartberg Verlag, Kassel 2024, S. 156.
  36. Schüler räumen auf. In: Kieler Nachrichten. Kiel 8. Juni 1946, S. 4 (zitiert nach: Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015, S. 34).
  37. StArch Kiel (Hrsg.): Niederschrift über die Sitzung der Stadtvertretung am 17. April 1946. Nr. II/65. Kiel (zitiert nach: Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015, S. 34).
  38. Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Klartext Verlag, Essen 2014, ISBN 978-3-8375-1178-9, S. 228.
  39. Kiel im Aufbau: Trümmerbeseitigung und Trümmerverwertung. In: Schriftenreihe der Stadt Kiel, Kiel im Aufbau: Trümmerbeseitigung und Trümmerverwertung. StArch Kiel, 36446. Kiel 1948, S. 8 (zitiert nach: Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsotes. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015, S. 18.).
  40. Magdeburger Museen, Kloster Unser Lieben Frauen (Hrsg.): Heinrich Apel: Querschnitte; Plastiken, Textilien, Collagen (Ausstellungskatalog). Ziethen Verlag, Oschersleben 1995, ISBN 3-928703-57-9, S. 81.
  41. a b c d e f g h Jakob Wetzel: Denkmal am Marstallplatz - Gab es Trümmerfrauen in München? In: https://www.sueddeutsche.de/. 9. Dezember 2013, abgerufen am 17. August 2025.
  42. a b Helmut Fischer: Aufbauleistungen in München 1945–1949. In: Richard Bauer (Hrsg.): Ruinen-Jahre. Bilder aus dem zerstörten München 1945–1949. 4. Auflage. Hugendubel, München 1995, ISBN 3-88034-202-4, S. 45–48 (Erste Auflage 1983).
  43. Karoline Meta Beisel: Trümmerfrauen in München – Schutt räumen unter Nazi-Aufsicht. In: sueddeutsche.de. 12. Dezember 2013, abgerufen am 17. August 2025.
  44. Richard Bauer: Ruinen-Jahre. Bilder aus dem zerstörten München 1945–1949. 4. Auflage. Hugendubel, München 1995, ISBN 3-88034-202-4, S. 167 (Erste Auflage 1983).
  45. Marita Krauss: Trümmerfrauen. Visuelles Konstrukt und Realität. In: Gerhard Paul (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. Band 1: 1900–1949. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89331-949-7, S. 738–745; 743 (Sonderausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2009.).
  46. Marita Krauss: Trümmerfrauen. Visuelles Konstrukt und Realität. In: Gerhard Paul (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. Band 1: 1900–1949. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89331-949-7, S. 738–745; 742 (Sonderausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2009.).