Zentralbank von Curaçao und Sint Maarten
| Zentralbank von Curaçao und Sint Maarten Centrale Bank van Curaçao en Sint Maarten
| |
|---|---|
| Land | Curaçao, Sint Maarten |
| Hauptsitz | Willemstad, Curaçao |
| Gründung | 6. Februar 1828 |
| Währung | Karibischer Gulden |
| ISO 4217 | XCG |
| Website | www.centralbank.cw |
| Liste der Zentralbanken | |
Die Zentralbank von Curaçao und Sint Maarten (CBCS; niederländisch: Centrale Bank van Curaçao en Sint Maarten; früher Bank der Niederländischen Antillen – Bank of the Netherlands Antilles) ist die Zentralbank des Karibischen Guldens und verwaltet die Geldpolitik von Curaçao und Sint Maarten.[1] Die Bank besteht seit 1828 und ist damit die älteste noch bestehende Zentralbank Amerikas. Die Bank war auch für den Niederländischen Antillen-Gulden verantwortlich, bis dieser am 1. Juli 2025 aufgelöst wurde.[2]
Geschichte
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten Curaçao und die anderen niederländischen Kolonien wie Aruba und Bonaire wirtschaftlich kaum Bedeutung. Abgesehen von Salz und Holz waren die Inseln völlig von Importen abhängig. Selbst der Goldfund auf Aruba brachte keinen nennenswerten wirtschaftlichen Nutzen – die Westindische Kompanie konnte daraus keinen Gewinn ziehen.[3]
Curaçao diente als Freihafen und Umschlagplatz für Rohstoffe aus Lateinamerika und der Karibik, die nach Europa exportiert wurden. Im Gegenzug handelten Europäer dort ihre Produkte mit lateinamerikanischen und lokalen Händlern. Dadurch zirkulierten auf den Inseln viele verschiedene ausländische Währungen. Hauptsächlich wurden spanische Münzen (z. B. der Piastre oder „Pillar Dollar“) und portugiesische Goldmünzen („Golden Joe“) für größere Zahlungen verwendet, während kleinere französische, deutsche oder preußische Münzen als Kleingeld im Umlauf waren.[3]
Da die Importe höher waren als die Exporte, herrschte regelmäßig Geld- bzw. Münzknappheit. Um an Kleingeld zu kommen, wurden große Münzen in kleinere Stücke geschnitten und mit einem Stern oder der Zahl 21 gestempelt. Diese sogenannten „Guillotinen“ hatten einen Wert von 50 Cent. Der heutige Ausdruck yotin (für eine 50-Cent-Münze) leitet sich davon ab.
Kaufleute nutzten den Geldmangel aus, indem sie eigene Kreditnoten herausgaben und diese mit hohen Zinsen in Umlauf brachten. Das führte zu einem chaotischen Finanzsystem mit verschiedenen Münzen und Wertpapieren.
König Wilhelm I. störte sich an dieser Unordnung, da er Curaçao zu einem zentralen Handelsplatz zwischen dem niederländischen Königreich und Amerika machen wollte. 1826 schlug er daher die Gründung einer Bank zur Regelung der Finanzangelegenheiten der Kolonie vor.[3]
Am 6. Februar 1828 wurde die Bank schließlich gegründet. Sie befand sich im Fort Amsterdam, dem damaligen Sitz der Regierung. Drei Beamte aus der allgemeinen Buchhaltungsabteilung führten die Geschäfte der neuen Bank, die Teil des Finanzministeriums war und zunächst keinen offiziellen Namen trug.
Die Hauptaufgaben der Bank waren:
- die Förderung des Handels durch Kreditvergabe an Kaufleute,
- die Verwaltung staatlicher Zahlungen an private Unternehmen.
Im Volksmund wurde sie „Bank van Leening“ oder „Kreditbank“ genannt.[3]
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ GFIN. Abgerufen am 15. Oktober 2025.
- ↑ Sebastian Wieschowski: Eine neue Ära für die Karibik: Der Karibik-Gulden kommt - MünzenWoche %. In: MünzenWoche. 26. September 2024, abgerufen am 15. Oktober 2025 (deutsch).
- ↑ a b c d History - Centrale Bank Curaçao & Sint Maarten. Abgerufen am 15. Oktober 2025 (englisch).