Zentralbank von Montenegro
| Zentralbank von Montenegro Centralna Banka Crne Gore
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|---|---|
| Land | Montenegro |
| Hauptsitz | Podgorica, Montenegro |
| Gründung | 15. März 2001 |
| Währung | Euro |
| ISO 4217 | EUR |
| Website | www.cbcg.me/en |
| Liste der Zentralbanken | |
Die Zentralbank von Montenegro (montenegrinisch: Centralna Banka Crne Gore, kurz CBCG) ist die Zentralbank des Landes. Montenegro gibt keine eigene Währung aus und hat den Euro 2002 einseitig eingeführt.[1] Die erklärte Aufgabe der Zentralbank besteht darin, ein solides Bankensystem und eine solide Geldpolitik aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
Geschichte
Die Idee einer montenegrinischen Zentralbank entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. 1906 wurde in Cetinje die Crnogorska banka gegründet, die als Zentralbank fungieren sollte, jedoch nie das Münzrecht erhielt. Dieses blieb beim Finanzministerium – der 11. April 1906 gilt daher als „Tag der Zentralbank Montenegros“.[2]
1909 führte Fürst Nikola den Perper als nationale Währung ein, der bis zur österreich-ungarischen Besatzung 1916 in Umlauf blieb. Nach dem Anschluss Montenegros an das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (später Jugoslawien) wurde der Dinar zur neuen Währung. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Nationalbank der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien die Geldpolitik, mit einer Zweigstelle in Titograd (heute Podgorica).[2]
Durch die Verfassungsreform von 1972 erhielt Montenegro eine eigene Nationalbank, die ab 1977 als unabhängige Institution fungierte – jedoch ohne das Recht zur Geldemission. Sie blieb bis 1993 bestehen, ehe sie erneut in die jugoslawische Zentralbank eingegliedert wurde.
Angesichts wirtschaftlicher Krise und Hyperinflation führte Montenegro 1999 ein Doppelwährungssystem mit der Deutschen Mark ein, die 2001 alleiniges Zahlungsmittel wurde. Seit 2002 ist der Euro offizielle Währung.
Die Zentralbank Montenegros (CBCG) wurde 2001 durch Gesetz gegründet, zuständig für Geldpolitik, Bankenaufsicht und Zahlungsverkehr – jedoch ohne eigene Währungshoheit. Das Gesetz von 2010 stärkte ihre Rolle bei der Finanz- und Preisstabilität, und die Reform von 2017 passte die Rechtsgrundlage vollständig an das EU-Recht an – als Vorbereitung auf eine künftige Mitgliedschaft im Europäischen System der Zentralbanken.[2]
2024 trat die Bank dem europäischen Zahlungssystem SEPA bei.[3]
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ WirtschaftsWoche. Abgerufen am 15. Oktober 2025.
- ↑ a b c History - CBCG. In: CBCG. (cbcg.me [abgerufen am 15. Oktober 2025]).
- ↑ Die Zentralbank von Montenegro tritt dem SEPA-System bei. 14. April 2025, abgerufen am 15. Oktober 2025 (russisch).