Camillo Öhlberger

Camillo Öhlberger (* 28. Mai 1921 in St. Pölten als Kamillo Rudolf Andreas Öhlberger; † 12. Juni 2013 in Wien) war ein österreichischer Fagottist, Mitglied der Wiener Philharmoniker und Autor.

Leben

Camillo Öhlberger wurde am 28. Mai 1921 als Sohn von Karl Öhlberger (* 25. Dezember 1887), Werkmann und Maler bei der Bundesbahn-Werkstätte in St. Pölten, und dessen Ehefrau Anna (geborene Richter; * 1. Juni 1891) in Hofstatt Nr. 1 in St. Pölten geboren und am 18. Juni 1921 auf den Namen Kamillo Rudolf Andreas getauft.[1] Seine Großeltern väterlicherseits waren der Maler und Anstreicher Andreas Öhlberger und dessen Frau Anna (geborene Teufl) aus St. Pölten.[1] Die Großeltern mütterlicherseits waren Karl Richter, Tischler in Schlaggenwald in Böhmen, und dessen Ehefrau Franziska (geborene Hein).[1] Seine Eltern hatten am 6. Juni 1911 im Dom zu St. Pölten geheiratet; der Vater war in dieser Zeit noch als Schriftenmaler beschäftigt.[1][2] Mit Karl Friedrich (1912–2001),[3] der von 1936 bis 1975 Fagottist der Wiener Philharmoniker war, und Anna Leopoldine (1913–1992)[4] hatte er zwei ältere Geschwister.

Bereits vor der Matura am Humanistischen Gymnasium in St. Pölten erhielt er von seinem älteren Bruder an der damaligen Wiener Musikakademie Fagottunterricht.[5] Nach der Matura studierte Öhlberger 1940/41 Germanistik und Musikwissenschaften an der Universität Wien, 1949 schloss er das Fagottstudium mit Diplom ab.

Am 1. Dezember 1945 trat er als Fagottist ins Orchester der Wiener Staatsoper ein. Nach Kriegsende heiratete er am 27. April 1946 im Dom zu St. Pölten Maria Friederike Malcher (* 25. März 1921; † 10. September 2002),[1] mit der er bis zu ihrem Tod verheiratet war. Ab 1. September 1957 war Öhlberger Mitglied der Wiener Philharmoniker und trat am 1. November 1977 in den Ruhestand.

Zwischen 1966 und 1992 lehrte er auch an der Wiener Musikhochschule, 1977 wurde er außerordentlicher Professor, ab 1982 führte Öhlberger als ordentlicher Professor eine Klasse im Konzertfach Fagott.[5] Zu seinen Schülern zählte unter anderem Peter Marschat.

Öhlberger starb am 12. Juni 2013 im Alter von 92 Jahren in Wien und wurde am 26. Juni 2013 am Baumgartner Friedhof (Gruppe 8, Nummer 452) bestattet.[6][7]

Die Söhne von Camillo Öhlberger sind ebenfalls Musiker: Reinhard (* 1950) war bis 2015 ebenfalls Fagottist der Wiener Philharmoniker,[8] Alexander (* 1956) bis 2019 Oboist des Orchesters.[9][5]

Auszeichnungen

Publikationen (Auswahl)

  • Wien, Vienna, Weanarisch oder Philharmonische Seitensprünge. Gedichte und Balladen. Österreichische Verlagsanstalt, Wien 1972.
  • Sonnenuhr und Wetterhahn. Gedichte und Balladen. Österreichische Verlagsanstalt, Wien 1973.
  • Hinter der Oper. Neue philharmonische Seitensprünge. Gedichte und Balladen. Österreichische Verlagsanstalt, Wien 1975.
  • Philharmonische Capriolen: Heiteres von Dirigenten, Musikern und Instrumenten. Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 1992, ISBN 3-85326-959-1
  • Neue Philharmonische Capriolen: Heiteres von Dirigenten, Musikern und Instrumenten. Ueberreuter, Wien 1993, ISBN 3-8000-3507-3
  • Philharmonische Eskapaden: Heiteres von Komponisten, Dirigenten und Musikern. Ueberreuter, Wien 1996, ISBN 3-8000-3625-8

Einzelnachweise

  1. a b c d e Taufbuch St. Pölten-Dom, tom. XVIII, fol. 17 (Faksimile), abgerufen am 6. Jänner 2026
  2. Trauungsbuch St. Pölten-Dom, tom. X, fol. 165 (Faksimile), abgerufen am 6. Jänner 2026
  3. Taufbuch St. Pölten-Dom, tom. XVI, fol. 239 (Faksimile), abgerufen am 6. Jänner 2026
  4. Taufbuch St. Pölten-Dom, tom. XVII, fol. 17 (Faksimile), abgerufen am 6. Jänner 2026
  5. a b c d Musiklexikon - Familie Öhlberger. Abgerufen am 23. Dezember 2014.
  6. Wiener Philharmoniker - Im Sommer 2013 verstarben vier langjährige Mitglieder der Wiener Philharmoniker (Memento des Originals vom 23. Dezember 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wienerphilharmoniker.at. Artikel vom 16. September 2013, abgerufen am 23. Dezember 2014.
  7. friedhoefewien.at - Verstorbenensuche (Memento des Originals vom 17. Dezember 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.friedhoefewien.at. Abgerufen am 22. Dezember 2014.
  8. Wiener Philharmoniker - Prof. Reinhard Öhlberger trat in den Ruhestand
  9. Prof. Alexander Öhlberger tritt in den Ruhestand, abgerufen am 6. Jänner 2026