Alexander Öhlberger

Alexander Öhlberger (* 2. April 1956 in Wien) ist ein österreichischer Oboist und ehemaliges aktives Mitglied der Wiener Volksoper, des Wiener Staatsopernorchesters und der Wiener Philharmoniker. Daneben trat er auch als Komponist in Erscheinung.

Leben

Alexander Öhlberger wurde am 2. April 1956 als Sohn von Camillo Öhlberger (* 28. Mai 1921 in St. Pölten; † 12. Juni 2013 in Wien),[1] Fagottist, Mitglied der Wiener Philharmoniker und späterer Hochschullehrer sowie Autor, und dessen Ehefrau Maria (geborene Malcher; * 25. März 1921; † 10. September 2002) in Wien geboren. Sechs Jahre zuvor wurde sein Bruder Reinhard (* 1950) geboren, der in späteren Jahren als Fagottist und Komponist tätig war und ebenfalls als aktives Mitglied den Wiener Philharmonikern angehörte.[2] Die Eltern hatten am 27. April 1946 im Dom zu St. Pölten geheiratet.[1]

Bereits ab dem sechsten Lebensjahr erhielt Öhlberger Klavierunterricht. Im Unterschied zu seinem Vater, seinem Onkel und seinem älteren Bruder, die alle Fagott spielten, entschied er sich später für die Oboe. Noch während seiner Schulzeit begann er in seinem zwölften Lebensjahr das Oboenstudium an der Wiener Musikakademie bzw. späteren Hochschule für Musik und darstellende Kunst (seit 1998: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien). Dort wurde er zuerst von Hans Hadamovsky und später von Manfred Kautzky und Günter Lorenz unterrichtet und schloss seine Ausbildung 1976 mit dem Diplom ab. Daneben absolvierte er ein Kompositionsstudium bei Karl Pilß. Während dieser Phase schuf er mehrere Werke, unter anderem für unterschiedliche Bläserbesetzungen, eine Burleske für Kammerorchester und eine Deutsche Messe für Soli, Chor, Orgel und Streicher. Im Jahr 1975 maturierte er am Musikgymnasium Wien in der Neustiftgasse in Wien-Neubau.

Nach einem erfolgreichen Probespiel trat der damals 20-Jährige im Jahr 1976 eine Stelle als Solooboist an der Wiener Volksoper an und gewann nur ein Jahr später das Probespiel für den frei gewordenen Posten in der Wiener Staatsoper, wohin er in weiterer Folge wechselte und nebenbei auch als Englischhornist des Staatsopernorchesters auftrat. Ab dem 1. September 1980 gehörte er als aktives Mitglied dem Verein der Wiener Philharmoniker an und war damit nach seinem Onkel Karl (1936–1975), seinem Vater Camillo (1957–1977) und seinem Bruder Reinhard (1978–2015) das vierte Mitglied seiner Familie, dem diese Ehre zuteilwurde.

Im Verlauf seines Berufslebens spielte Alexander Öhlberger neben der Oboe auch die dafür erforderlichen Nebeninstrumente, darunter die Oboe d’amore, das Englischhorn sowie das Heckelphon. Seine kammermusikalische Tätigkeit führte ihn unter anderem zu den Wiener Bläsersolisten und zum Wiener Bläseroktett. Darüber hinaus trat Öhlberger auch solistisch hervor, insbesondere mit Werken aus der Sololiteratur von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Domenico Cimarosa, Anton Reicha, Gaetano Donizetti, Franz Krommer, Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Strauss.

Wie auch schon seine anderen Verwandten trat Alexander Öhlberger eine Lehrtätigkeit an und fungierte von 1984 bis 2006 als Lehrer am Konservatorium der Stadt Wien, der späteren Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien. Daneben war er über viele Jahre hinweg ehrenamtlich als Sicherheitsvertrauensperson des Staatsopernorchesters beschäftigt und war im Verein der Wiener Philharmoniker zehn Jahre hinweg Mitglied (Beisitzer) des Überwachungsausschusses. Eine namhafte Ehrung, die Öhlberger zeitlebens erhielt, war die Verleihung der Goldenen Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien für besondere Verdienste um Wien.

Am 1. Mai 2019 trat Öhlberger im Alter von 63 Jahren als aktives Orchestermitglied in den Ruhestand. Mit seinem Ausscheiden endete eine seit 1936 ununterbrochene Präsenz des Namens Öhlberger im aktiven Mitgliederstand der Wiener Philharmoniker.

Auszeichnungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. a b Taufbuch St. Pölten-Dom, tom. XVIII, fol. 17 (Faksimile), abgerufen am 8. Jänner 2026
  2. Prof. Reinhard Öhlberger trat in den Ruhestand, abgerufen am 8. Jänner 2026