Lorraine (Bern)

Lorraine
Statistischer Bezirk von Bern
Koordinaten 600545 / 201150
Höhenbereich 492–556 m ü. M.
Fläche 0,663 km²
Einwohner 3987 (31. Dez. 2024)[1]
Ausländeranteil 19.31 % (31. Dez. 2024)[2]
Arbeitslosenquote 1.7 % (31. Dez. 2024)[3]
Arbeitsstätten 380 (31. Dez. 2023)[4]
BFS-Nr. 351028
Postleitzahl 3013, 3014
Stadtteil Breitenrain-Lorraine
Lorraine
Gebräuchliches Quartier von Bern
Höhenbereich 492–550 m ü. M.
Fläche 0,351 km²
Einwohner 2528 (31. Dez. 2024)[1]
Ausländeranteil 24,6 % (31. Dez. 2024)[2]
Arbeitsstätten 330 (31. Dez. 2023)[4]
Quartiernummer 507
Postleitzahl 3013, 3014
Statistischer Bezirk Lorraine
Stadtteil Breitenrain-Lorraine

Die Lorraine (oder das Lorraine-Quartier) ist ein statistischer Bezirk im Stadtteil Breitenrain-Lorraine (V) im Nordosten der Stadt Bern. Zugleich wird sie als kleineres gebräuchliches Quartier geführt. Zum statistischen Bezirk gehören noch Wylergut und ein kleiner westlicher Teil von Wyler.[5]

Im statistischen Bezirk betrug die Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2024 insgesamt 3987 Personen. Davon waren 50,4 Prozent Männer und 49,6 Prozent Frauen. 2024 wurden 18 Personen eingebürgert. 28 Geburten standen 36 Todesfällen gegenüber. Es wurden 28 Ehen geschlossen und es gab 20 Scheidungen. 3217 Personen hatten die Schweizer Staatsbürgerschaft, 770 waren Ausländer (die Ausländerquote beträgt 19.31 %).[2]
Die Arbeitslosenquote betrug 1.7 %.[3] Die Zahl der bewohnten Gebäude war 553[6] und es befanden sich dort 380 Arbeitsstätten mit 3760 Beschäftigten (beides Stand: 31. Dezember 2023).[4]

Die Gesamtbevölkerung ist nach Altersklassen in Jahren wie folgt aufgeteilt:[1]

Altersklasse Anz. Einw. Anteil in %
0–6 (Vorschule) 222 5.57
7–15 (Schule) 310 7.78
16–19 (Ausbildung) 140 3.51
20–64 (Berufsphase) 2755 69.10
ab 65 (Rentner) 560 14.05

Im gebräuchlichen Quartier betrug die Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2024 insgesamt 2528 Personen. Davon waren 51,3 Prozent Männer und 48,7 Prozent Frauen. 2024 wurden 13 Personen eingebürgert. 15 Geburten standen 23 Todesfällen gegenüber. Es wurden 17 Ehen geschlossen und es gab 13 Scheidungen. 1907 Personen hatten die Schweizer Staatsbürgerschaft, 621 waren Ausländer (die Ausländerquote beträgt 24.56 %).[2]
Es befanden sich dort 330 Arbeitsstätten[4] (Stand:31. Dezember 2023)

Die Gesamtbevölkerung ist nach Altersklassen in Jahren wie folgt aufgeteilt:[1]

Altersklasse Anz. Einw. Anteil in %
0–6 (Vorschule) 110 4.35
7–15 (Schule) 158 6.25
16–19 (Ausbildung) 63 2.49
20–64 (Berufsphase) 1889 74.72
ab 65 (Rentner) 308 12.18

Die Lorraine liegt nordwestlich der Altstadt von Bern, auf einer Aareterrasse gegenüber der Altstadt. Als Stadtquartier entstand es im Verlauf des 18. Jahrhunderts. Es war und ist immer noch ein Arbeiterquartier.

Geschichte

Johann von Steiger, auch als «Lothringer-Hauptmann» bezeichnet (Lorraine entspricht Lothringen),[7] errichtete hier im Jahr 1705 den Lorraine-Gutshof. Zwischen 1750 und 1777 gehörte das «Lorraine-Gut» sowie die südlich und westlich angrenzenden «Rabbental-Güter» Mitgliedern der Familie Frisching.[8] Aus dem «Lorraine-Gut» entstand später das Steck-Gut an der Lorrainestrasse 80.

Im Jahre 1760 gründete Franz Rudolf Frisching, zusammen mit Teilhabern, die damals weit über die Grenzen der Stadt Bern bekannte Fayence-Manufaktur Frisching in der Lorraine. Die Manufaktur bestand bis 1776. Nach der Einstellung der Geschäftstätigkeit der Fayence-Manufaktur Frisching beantragte Franz Rudolf Frischings Bruder Karl Albrecht einige Jahre später die Konzession für den Betrieb einer Badewirtschaft mit Brauerei anstelle der Fayence-Manufaktur. Karl Albrecht erhielt die Konzession am 16. September 1785 von Schultheiss und Rat der Stadt Bern. Die bis heute bestehende Wirtschaft wurde um 1800 ans Brauereigebäude angebaut. Von ca. 1830 datiert das östlich der heutigen Gartenwirtschaft stehende, ursprünglich als Trinkpavillon dienende Holzhäuschen im Biedermeierstil. Am Uferweg 7 befindet sich der Restbestand des ehemaligen Altenbergbades, das die Wannenbäder enthielt. Die aareseitigen Flussbäder fielen der Aarekorrektion von 1910–15 zum Opfer. Stehen geblieben ist der ursprünglich auf Pfählen ruhende, heute für den Ausschank genutzte Musikpavillon von 1887.[9]

In der Lorraine befand sich der erste Bahnhof der Stadt Bern, allerdings nur provisorisch, weil die Aarebrücke noch nicht fertiggestellt war. Der Bahnbau war zwar der Initiator zum Quartierbau, aber auch zugleich dessen Fluch. Die Linienführung der Eisenbahn trennte das Quartier jahrelang von der übrigen Stadt ab. Die damalige Strecke führte entlang der heutigen Strassen Dammweg und Nordring und überquerte danach auf der Roten Brücke die Aare. In der Brücke war auch eine Fahrstrasse eingebaut, welche die Hauptverbindung des Quartiers zu Stadt darstellte. Unmittelbar östlich dieser Bahnbrücke entstand 1930 die Lorrainebrücke. Die alte Bahnstreckenführung wurde 1941 aufgegeben und durch das Lorraineviadukt ersetzt.

Das Quartier wird auch durch die Gewerblich Industrielle Berufsschule Bern geprägt, deren Hauptgebäude das sichtbarste Bauwerk des Quartiers ist. Das Gebäude ist stark von den Werken von Le Corbusier inspiriert, es wurde 1937–39 nach den Plänen von Hans Brechbühler erbaut und steht unter nationalem Denkmalschutz.

Literatur

Commons: Lorraine (Bern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b c d Polizeiinspektorat Stadt Bern, Einwohnerdatenbank; Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten, Ordipro (einige online)
  2. a b c d Schweizer und Ausländer gemäss Die Wohnbevölkerung der Stadt Bern 2024
  3. a b Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Arbeitsmarktstatistik Datenstand 9.7.2025
  4. a b c d Bundesamt für Statistik, Statistik der Unternehmensstruktur STATENT
  5. Interaktiver Stadtplan der Stadt Bern (Auswahl unter «Themen»)
  6. Bundesamt für Statistik, Gebäude- und Wohnungsstatistik Datenstand 21.10.2025
  7. Horst Conrad: Etymologie. Abgerufen am 23. Mai 2018.
  8. Adolf Hebeisen: Die Lorraine in Bern. Verlag Paul Haupt, Bern 1952, Anhang S. 28
  9. Peter Landolf: Die Fayence-Manufaktur Frisching am Altenberg. Altenberg-Rabbental-Leist, Nr. 1/März 2010, S. 3