Breitenrain-Lorraine

Breitenrain-Lorraine
Stadtteil von Bern
Koordinaten 601264 / 201169
Höhenbereich 488–571 m ü. M.
Fläche 3,840 km²
Einwohner 26.488 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte 6898 Einw./km²
Ausländeranteil 19.28 % (31. Dez. 2024)[2]
Arbeitslosenquote 1.8 % (31. Dez. 2024)[3]
Arbeitsstätten 2340 (31. Dez. 2023)[4]
Gliederung
Stadtteil V
Statistische Bezirke

Breitenrain-Lorraine ist der Stadtteil V von sechs Berner Stadtteilen. Er befindet sich im Nordosten der Stadt und umfasst die statistischen Bezirke Altenberg, Breitenrain, Breitfeld, Lorraine und Spitalacker.[5]

Im Stadtteil betrug die Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2024 insgesamt 26.488 Personen. Davon waren 48 Prozent Männer und 52 Prozent Frauen. 2024 wurden 118 Personen eingebürgert. 249 Geburten standen 182 Todesfällen gegenüber. Es wurden 281 Ehen geschlossen und es gab 90 Scheidungen. 21.382 Personen hatten die Schweizer Staatsbürgerschaft, 5106 waren Ausländer (die Ausländerquote beträgt 19.28 %).[2]
Die Arbeitslosenquote betrug 1.8 %.[3] Die Zahl der bewohnten Gebäude war 2419[6] und es befanden sich dort 2340 Arbeitsstätten mit 35.630 Beschäftigten (beides Stand: 31. Dezember 2023).[4]

Die Gesamtbevölkerung ist nach Altersklassen in Jahren wie folgt aufgeteilt:[1]

Altersklasse Anz. Einw. Anteil in %
0–6 (Vorschule) 1564 5.90
7–15 (Schule) 1677 6.33
16–19 (Ausbildung) 693 2.62
20–64 (Berufsphase) 18.797 70.96
ab 65 (Rentner) 3757 14.18

Besonderheiten

Der Stadtteil dient heutzutage hauptsächlich als Wohnquartier. Ein Kasernenareal, eine gewerbliche Berufsschule und mehrere kleinere Gewerbebetriebe sind ebenfalls vorhanden.

Wohnungen

Ende 2004 standen 14'581 Wohnungen im Stadtteil, was annähernd 20 Prozent aller Wohnungen der Stadt Bern ausmachte. Die Verteilung der Wohnungen nach Zimmeranzahl sah im Dezember 2004 folgendermassen aus[7]:

Wohnungen in Breitenrain-Lorraine
Zimmeranzahl Anzahl der Wohnungen
(Dez. 2004)
1 Zimmer 2'011
2 Zimmer 3'921
3 Zimmer 5'636
4 Zimmer 2'160
5 Zimmer oder mehr 845
Insgesamt 14'581

Brücken

Die ältesten Brücken zwischen der Inneren Stadt (Stadtteil I) und dem Stadtteil V sind die Untertorbrücke aus dem Jahr 1487 und die zwischen 1840 und 1844 daneben aber deutlich höher gebaute Nydeggbrücke.

Als Fussverbindung zwischen den beiden Stadtteilen wurde 1857 der Altenbergsteig eröffnet.

Die erste Brücke zwischen der Lorraine und der Stadt, die sogenannte Rote Brücke, wurde am 28. Oktober 1858 eingeweiht. Im oberen Stockwerk der Brücke fuhr die Eisenbahn, das untere diente der Nutzung durch Fussgänger und Pferdefuhrwerke. Die Baukosten betrugen 114'500 Franken.[8]

Die Kornhausbrücke wurde auf Beschluss der Gemeinde Bern vom 13. Januar 1895 erbaut und am 18. Juni 1898 eröffnet. Sie ist benannt nach dem Berner Kornhaus und führt vom Kornhausplatz zum Viktoriaplatz im Stadtteil Breitenrain-Lorraine.

Der 1'100 Meter lange Lorraineviadukt, ein Eisenbahnviadukt, wurde in den Jahren 1936 bis 1941 erbaut. Er ersetzte die Rote Brücke, die abgerissen wurde.[8]

Sport

Im Berner Breitenrain stehen mit dem Stadion Wankdorf (früher Stade de Suisse) und der PostFinance-Arena (frühere Allmend) die beiden grossen Stadien der Stadt Bern. Sie befinden sich rund zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und sind mit der Tram-Linie 9 erreichbar.

Stadtteilvertretung

Gemäss «Reglement über die politischen Rechte» (RPR)[9] der Stadt Bern vertritt die Quartierkommission DIALOG Nordquartier den Stadtteil V. Delegierte der im Stadtrat vertretenen Parteien sowie von Vereinen, Organisationen und Quartierleisten sind im DIALOG Nordquartier vertreten (aktuell 24) und sie sollen die Diskussion und die Mitsprache der Bevölkerung auf Quartierebene ermöglichen und fördern. Drei Arbeitsgruppen (Verkehr. Quartierentwicklung und Soziokultur Bern Nord) wurden gebildet.[10] Der Leist Bern Nord nennt sein Gebiet zwischen Breitenrain-Schulhaus und der Postfinance Arena, zwischen Viktoria-Schulhaus und dem Wylerdörfli Nordquartier.[11]

Politik

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Wahl des Stadtrates vom 29. November 2020 betrugen: SP 29,0 % (davon JUSO 3,7 %), GB 15,6 %, glp 12,5 % (davon jglp 2,5 %), GFL 9,5 %, FDP 7,7 % (davon jf 0,8 %), SVP 6,4 %, AL 4,6 %, JA! 4,3 %, BDP 2,9 %, PdA 1,6 %, EVP 1,8 %, GaP 1,4 %, CVP 2,3 %, zämä 0,6 %, DLSSLP 0,4 %, EDU 0,4 %.[12] Im Vergleich der Stadtteile erzielten im Stadtteil Breitenrain-Lorraine AL, JUSO und PdA ihren jeweils höchsten Wähleranteil.

Im Vergleich mit dem gesamtstädtischen Ergebnis schnitten im Stadtteil Breitenrain-Lorraine die linken Parteien überdurchschnittlich ab, wobei sich der alternativ geprägte Stadtteil besonders durch gute Ergebnisse der kleineren und radikaleren Linkskräfte auszeichnet.

Sehenswürdigkeiten

Commons: Breitenrain-Lorraine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Polizeiinspektorat Stadt Bern, Einwohnerdatenbank; Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten, Ordipro (einige online)
  2. a b Schweizer und Ausländer gemäss Die Wohnbevölkerung der Stadt Bern 2024
  3. a b Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Arbeitsmarktstatistik Datenstand 9.7.2025
  4. a b Bundesamt für Statistik, Statistik der Unternehmensstruktur STATENT
  5. Interaktiver Stadtplan der Stadt Bern (Luftbild/Parzellen/Stadtplan wählen; Quartierart unter "Themen")
  6. Bundesamt für Statistik, Gebäude- und Wohnungsstatistik Datenstand 21.10.2025
  7. Bern in Zahlen. Abgerufen am 14. Dezember 2010.
  8. a b Die Lorraine. Verein für ein lebendiges Lorrainequartier, ISBN 978-3-03301824-2.
  9. Stadt Bern: Reglement über die politischen Rechte (RPR) Kapitel 7 Mitwirkung der Bevölkerung. Abgerufen am 1. Oktober 2020.
  10. Der DIALOG Nordquartier
  11. Leist Nordquartier (Memento vom 28. September 2020 im Internet Archive)
  12. Ergebnis Gemeindewahlen 2020