Bahnstrecke Wrocław Muchobór–Gubinek

podg. Wrocław Muchobór–Gubinek
1944: Breslau-Mochbern Pbf–Guben (–Berlin Schlesischer Bf)
Streckennummer:275 (D29)
Kursbuchstrecke (PKP):260, 270
Streckenlänge:192,443 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:Wrocław Muchobór–Miłkowice: 3 kV =
Streckengeschwindigkeit:160 km/h
Zweigleisigkeit:Wrocław Muchobór–Miłkowice
Wrocław Zachodni früher Breslau Märkischer Bahnhof (bis 1950)
von Święta Katarzyna (Güterstrecke)
von Wrocław Popowice (Güterstrecke)
Wrocław-Gądów
nach Wrocław Kuźniki (Güterstrecke)
von Wrocław Główny (km 0)
Verbindungsbahn von Wrocław Świebodzki
Verbindungsbahn von podg. Stadion
5,255 podg. Wrocław Muchobór
nach Szczecin Główny
nach Wrocław Zachodni
6,898 Wrocław Nowy Dwór früher Breslau-Mariahöfchen
Wrocław-Gądów–Wrocław Zachodni
Ślęza
9,495 Wrocław Żerniki früher Breslau Neukirch
Zakłady Chemiczne Złotniki
Bystrzyca
13,577 Wrocław Leśnica früher Breslau-Lissa
20,734 Mrozów früher Nippern
24,433 Miękinia früher Nimkau
29,618 Przedmoście Święte früher Bruch-Bischdorf
33,839 Środa Śląska früher Neumarkt (Schles)
nach Środa Śląska Rynek
Bahnstrecke Malczyce–Marciszów
von Marciszów und Malczyce Port
42,706 Malczyce früher Maltsch
Malczyce baza CPN, ehem. nach Wołów
nach Jawor
52,182 Szczedrzykowice früher Spittelndorf
54,950 Jaśkowice Legnickie früher Jeschkendorf
59,100 Kunice
61,254 podg. Wielkie Piekary
nach Miłkowice (Güterstrecke)
von Katowice
Kaczawa
nach Kobylin
65,113 Legnica früher Liegnitz
nach Pobiedna
nach Rudna Gwizdanów
podg. Wielkie Piekary–Miłkowice (Güterstrecke)
70,211 Jezierzany früher Pansdorfer See
von podg. Wielkie Piekary (Güterstrecke)
74,572 Miłkowice früher Arnsdorf (b Liegnitz)
nach Jasień (über Węgliniec)
81,771 Goliszów früher Göllschau
von Złotoryja
88,892 Rokitki früher Reisicht
nach Kożuchów
von Bolesławiec Wschód
96,043 Modła früher Modlau
100,500 Wierzbowa Śląska früher Rückenwaldau
106,125 Studzianka früher Armadebrunn
von Stara Oleszna
113,121 Leszno Górne früher Ober Leschen
128,310 Małomice früher Mallmitz (Kr Sprottau)
Łódź Kaliska–Forst (Lausitz) Grenze
von Łódź Kaliska
von Jelenia Góra
139,527 Żagań früher Sagan
nach Jankowa Żagańska
nach Forst (Lausitz) Grenze
147,247 Olszyniec früher Wellersdorf
151,824 Złotnik früher Reinswalde
von Zielona Góra
155,769 Bieniów früher Benau
nach Żary
159,300 Biedrzychowice Dolne früher Friedersdorf (Kr Sorau)
von Miłkowice (über Węgliniec)
167,163 Jasień früher Gassen (Keilbahnhof)
von Bad Muskau
172,780 Lubsko früher Sommerfeld
nach Stary Raduszec
176,485 Mierków früher Merke
184,769 Jasienica Gubińska früher Jessnitz (Kr Guben)
189,708 Gębice Gubińskie früher Amtitz
bocz. Sękowice
196,915 Gubinek
197,698
132,100
Lausitzer Neiße Staatsgrenze Polen–Deutschland
Guben–Cottbus
von Cottbus
129,695 Guben
nach Zbąszynek
nach Berlin Ostbahnhof

Quellen: [1][2][3][4]

Die Bahnstrecke Wrocław Muchobór–Gubinek ist eine Eisenbahnverbindung in Polen, die ursprünglich durch die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn (NME) als Teil ihrer Hauptverbindung von Berlin nach Breslau erbaut und betrieben wurde. Sie beginnt im Eisenbahnknoten Wrocław (Breslau) und führt über Legnica (Liegnitz) und Żagań (Sagan) nach Guben, wo sie an der Staatsgrenze in die deutsche Bahnstrecke Berlin–Guben einmündet.

Der Abschnitt zwischen Breslau und Legnica ist Teil des Paneuropäischen Verkehrskorridors III von Kiew über Lwiw, Krakau und Breslau nach Dresden. Die weitere Strecke dient insbesondere dem regionalen Reiseverkehr. Die grenzüberschreitende Strecke ab Lubsko ist heute stillgelegt.

Geschichte

Die Niederschlesisch=Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (NME) wurde am 27. November 1843 gegründet, um eine Verbindung von Berlin über Frankfurt nach Breslau, der zweitgrößten Stadt des Königreiches, herzustellen. Dort war schon mit dem Bau der weiter nach Oberschlesien führenden Oberschlesischen Eisenbahn begonnen worden. Als erster Abschnitt ging am 19. Oktober 1844 der Abschnitt von Liegnitz nach Breslau der NME-Strecke Frankfurt–Breslau wurde zum 19. Oktober 1844 in Betrieb.[5] Die gesamte Strecke von Frankfurt über Guben, Sorau und Kohlfurt war ab 1. September 1846 befahrbar. Mit der Oberschlesischen Eisenbahn war zu diesem Zeitpunkt die Weiterreise bis Ratibor möglich.

Im Herbst 1853 wurde der erste (nachts verkehrende) Schnellzug zwischen Berlin und Breslau eingerichtet. Nach der Fertigstellung der österreichischen Galizischen Carl Ludwig-Bahn im Sommer 1868 diente die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn auch als kürzeste Verbindung zwischen Berlin und Bukarest. Ab 1889 verkehrte der „Orientzug“ zwischen Berlin und Budapest.

Am 15. Mai 1875 eröffnete die NME noch die abkürzende Verbindung von Gassen über Sagan nach Arnsdorf, über die fortan der durchgehende Fernverkehr lief.

Ab 1936 verkehrten die ersten Schnelltriebwagen zwischen Berlin und Beuthen. Diese legten die 508 Kilometer lange Strecke mit einer Reisegeschwindigkeit von 117 km/h in 4 Stunden und 21 Minuten zurück. Ab 1938 gab es visafreie Korridorzüge in der Relation Berlin–Wien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der größte Teil der Strecke ab der neuen Oder-Neiße-Grenze auf polnischem Staatsgebiet. Die deutschen Betriebsstellennamen wurden durch (zunächst provisorische) polnische ersetzt. Die die polnischen Staatsbahnen Polskie Koleje Państwowe (PKP) kilometrierten die Strecke von Breslau ausgehend neu. Formal beginnt die Strecke seitdem in Breslau Mochbern (Wrocław Muchobór), der fiktive Nullkilometer liegt dagegen an der Bahnstrecke Wrocław–Szczecin im Breslauer Hauptbahnhof (Wrocław Główny). Bei Guben wurde der neue Bahnhof Gubinek als Grenzbahnhof und Zugang für den nun polnischen Teil der Stadt errichtet.

Im nun grenzüberschreitenden Abschnitt GubenŻagań (Sagan) wurde das zweite Gleis nach 1945 als Reparation für die Sowjetunion abgebaut. Reiseverkehr über die Grenze gab es nicht mehr. Auch der Güterverkehr wurde nur in Ausnahmefällen über diese Strecke geführt. Letztmals fuhren 1994 Güterzüge, als die Bahnstrecke Guben–Zbąszynek wegen Bauarbeiten gesperrt war. Heute ist der grenzüberschreitende Abschnitt stillgelegt, aber nicht abgebaut.

Zwischen Breslau und Miłkowice blieb die Strecke als Teil der Fernverbindung von Breslau nach Dresden zweigleisig. Anfang der 1980er Jahre wurde die Strecke dort elektrifiziert. Der elektrische Eisenbahnbetrieb wurde dort am 3. Juli 1983 zwischen Wrocław Muchobór und Wrocław Leśnica sowie am 23. Dezember 1984 zwischen Wrocław Leśnica und Miłkowice aufgenommen.

Der Personenverkehr zwischen Lubsko (Sommerfeld) und Gubinek wurde am 5. März 1986 eingestellt, am 9. April 1995 folgte der Abschnitt zwischen Żagań und Lubsko.

Der Abschnitt bis Legnica ist heute Teil des paneuropäischen Verkehrskorridors E 30 bzw. C-E 30. Im April 2003 wurde im Rahmen des „Abkommen[s] zwischen dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen der Bundesrepublik Deutschland und dem Minister für Infrastruktur der Republik Polen über die Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung der Eisenbahnverbindungen Berlin – Warschau (Warszawa) (C-E 20) sowie Dresden – Breslau (Wrocław) (E 30/C-E 30)“ der Ausbau für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h beschlossen.[6] Bis Ende 2010 wurde der Abschnitt zwischen Breslau und Legnica (und weiter bis Węgliniec) fertiggestellt.

Im Fahrplanjahr 2026 wird die Strecke zwischen Breslau und Legnica im Fernverkehr von zwei Eurocity-Zugpaaren zwischen Leipzig Hbf und Kraków bedient, von denen eines von und nach Przemysl an der Grenze zur Ukraine durchgebunden wird. Der Regionalverkehr wird vom wojewodschaftseigenen, niederschlesischen Eisenbahnverkehrsunternehmen Koleje Dolnośląskie (KD) betrieben:

Linie Linienweg
D1 Wrocław GłównyLegnicaBolesławiecLubań Śląski
D10 Wrocław GłównyLegnicaZgorzelec
D11
D12
Wrocław GłównyLegnicaLubinGłogów
D13 LegnicaRokitkiChocianów
D14 Wrocław GłównyLegnicaŻagańForst (Lausitz)

Literatur

  • Wolfgang Klee: Preußische Eisenbahngeschichte. Kohlhammer-Edition Eisenbahn. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007466-0
Commons: Railway line 275 (Poland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Atlas linii kolejowych polski. 1. Auflage. Eurosprinter, Rybnik 2011, ISBN 978-83-931006-4-4, S. E1, E2, E3, F3, F4.
  2. Wrocław Muchobór–Gubinek auf atlaskolejowy.net
  3. Wrocław Muchobór–Gubin (–Guben) auf bazakolejowa.pl
  4. Fahrplan der Kursbuchstrecke 145 – gültig vom 3. Juli 1944 an bis auf weiteres
  5. Klee, Preußische Eisenbahngeschichte, S. 65 ff
  6. wedebruch.de: deutsch-polnisches Abkommen. Abgerufen am 25. März 2011.