Bahnstrecke Jelenia Góra–Żagań

Jelenia Góra–Żagań
1944: Hirschberg (Rsgb) Hbf–Sagan
Streckennummer:283
Kursbuchstrecke (PKP):250
Streckenlänge:104,730 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
von Wrocław Świebodzki
von Kamienna Góra
0,000 Jelenia Góra früher Hirschberg (Rsgb) Hbf
Bóbr
0,969 Jelenia Góra Zabobrze
nach Görlitz/Zgorzelec
1,866 bocz. Przedsiębiorstwo Energetyki Cieplnej
Wrocław Świebodzki–Görlitz/Zgorzelec
2,140 Infrastrukturgrenze PLK / DSDiK
3,519 Jeżów Sudecki früher Grunau (Rsgb)
7,321 Siedlęcin früher Boberröhrsdorf
10,665 Bobertalsperre (131 m)
11,168 Pilchowice Zapora früher Talsperre
11,610 Pilchowicki I (187 m)
13,575 (50 m)
13,723 Pilchowicki II (154 m)
14,815 Pilchowice Nielestno früher Mauer-Waltersdorf
14,940 Bóbr
15,555 Pilchowice Nielestno Towarowe
17,380 Pilchowicki III (320 m)
18,004 Wleń früher Lähn
22,903 Marczów früher Märzdorf (Kr Löwenberg)
26,633 Dębowy Gaj früher Siebeneichen
von Pobiedna
32,636 Lwówek Śląski früher Löwenberg (Schles)
nach Legnica
33,316 Infrastrukturgrenze DSDiK / PLK
35,711 Rakowice Wielkie früher Gross Rackwitz
von Rakowice Żwirownia ZKGM
36,320 Rakowice Żwirownia
37,735 Radłówka früher Hartelangenvorwerk
41,230 Niwnice früher Neuland
bocz. kopalna gipsu i anhydritu
45,910 Gościszów früher Giessmannsdorf (Kr Bunzlau)
48,277 Gościszów Dolny früher Nieder Gießmannsdorf
48,800 bocz. Welczów BZMO
51,618 Nowogrodziec früher Naumburg (Queis)
Queis
53,315 bocz. Surmin-Kaolin
53,316 Ołdrzychów früher Ullersdorf (Queis)
Zebrzydowa Wieś früher Siegersdorf Ort
von Miłkowice
61,030 Zebrzydowa früher Siegersdorf
nach Jasień
67,134 Tomisław früher Thommendorf
71,549 Osiecznica Kliczków früher Wehrau-Klitschdorf
75,759 Przejęsław früher Prinzdorf
77,526 Ławszowa früher Lorenzdorf
77,621
82,206 Luboszów früher Lipschau
84,876 Luboszów Przystanek früher Dohms
87,237 Świętoszów früher Neuhammer (Queis)
90,010 Łozy früher Loos
94,410 Dobre nad Kwisą
96,492 Trzebów früher Tschiebsdorf
von Łódź Kaliska
104,730 Żagań früher Sagan
nach Forst (Lausitz)

Quellen: [1][2][3][4]

Die Bahnstrecke Jelenia Góra–Żagań ist eine Eisenbahnverbindung in der Wojewodschaft Niederschlesien in Polen. Sie zweigt in Jelenia Góra (Hirschberg) von der Bahnstrecke Wrocław Świebodzki–Zgorzelec ab und führt über Lwówek Śląski (Löwenberg in Schlesien) und Zebrzydowa (Siegersdorf) nach Żagań (Sagan), wo sie in die Bahnstrecke Miłkowice–Jasień einmündet.

Der Abschnitt Jelenia Góra–Rakowice Żwirownia ist seit 2016 betrieblich gesperrt, aber nicht stillgelegt. Zwischen Rakowice Żwirownia und Zebrzydowa gibt es noch regelmäßigen Güterverkehr. Die weitere Strecke ist Stand 2025 nur noch bis Osiecznica Kliczków (Wehrau-Klitschdorf) befahrbar. Zwischen Świętoszów (Neuhammer am Queis) und Żagań ist sie stillgelegt.

Eine Instandsetzung und Wiederinbetriebnahme der Gesamtstrecke für den Reise- und Güterverkehr ist vorgesehen.

Geschichte

Vorgeschichte und Bau

Hirschberg–Löwenberg

Die Strecke von Hirschberg nach Löwenberg ist als Bobertalbahn bekannt und wurde als letzter Streckenabschnitt zwischen 1906 und 1909 in Betrieb genommen. Ihr Bau war eng mit der Errichtung der Bobertalsperre verbunden. Erste Pläne für einen Bahnstrecke gab es bereits in den 1880er Jahren, doch wurden sie aufgrund der schwierigen topografischen Gegebenheiten erst später umgesetzt. Nach dem Hochwasser von 1897 entschied man sich für den Bau der Talsperre bei Mauer, wobei die Eisenbahn als zentrales Transportmittel für die Baumaterialien diente. Der Bau begann 1902 und stellte insbesondere im Abschnitt nahe der Talsperre bis Lähn eine große Herausforderung dar, da dort drei Tunnel und mehrere Viadukte errichtet werden mussten.[5]

  • Hirschberg–Mauer: 1. Oktober 1906
  • Lähn–Löwenberg: 1. Juli 1909
  • Mauer–Lähn: 28. August 1909
Löwenberg–Siegersdorf

Die Strecke von Löwenberg nach Siegersdorf nahm die preußische Staatsbahn am 20. Juli 1904 in Betrieb.

Siegersdorf–Sagan

Die Strecke von Siegersdorf nach Sagan wurde zwischen 1902 und 1905 in Betrieb genommen.

  • Siegersdorf–Lorenzdorf: 25. November 1902
  • Lorenzdorf–Neuhammer am Queis: 1. November 1904
  • Neuhammer am Queis–Sagan: 1. August 1905

Betrieb bis 1945

Die Reichsbahndirektion Breslau betrieb die Strecken Hirschberg–Siegersdorf und Siegersdorf–Sagan betrieblich als Einheit. Im Reichskursbuch vom Sommer 1939 war die Verbindung als Kursbuchstrecke 123m Sagan–Siegersdorf–Löwenberg (Schles)–Hirschberg (Rsgb) verzeichnet. Über die Gesamtstrecke liefen täglich drei Personenzugpaare durch, dazu kamen weitere Züge auf Teilstrecken. Sonntags verkehrte zusätzlich ein beschleunigter Personenzug für Ausflügler, der die 105 Kilometer lange Strecke von Sagan nach Hirschberg in 136 Minuten bewältigte.[6]

Unmittelbar am Ende des Zweiten Weltkrieges sprengte die Wehrmacht am 8. Mai 1945 die drei Tunnel bei Mauer.

Im Betrieb der PKP nach 1945

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 liegt die Strecke auf polnischem Staatsgebiet. Betreiber der Strecke waren fortan die polnischen Staatsbahnen Polskie Koleje Państwowe (PKP). Die deutschen Betriebsstellennamen wurden durch (zunächst provisorische) polnische ersetzt. Die PKP fassten die bislang eigenständigen Strecken auch administrativ zusammen. Ausgehend von Jelenia Góra wurde die Strecke bis Żagań durchgehend neu kilometriert. Die gesprengten Tunnel bei Pilchowice wurden bis Oktober 1946 wieder aufgebaut.

Am 30. September 1991 stellten die PKP den Personenverkehr zwischen Zebrzydowa und Żagań ein. Am 20. Oktober 1994 wurde der Abschnitt Ławszowa–Żagań stillgelegt. Der Reiseverkehr zwischen Jelenia Góra und Zebrzydowa wurde hingegen noch eine Zeitlang aufrechterhalten, bis der abgängige Oberbau dessen Stilllegung erzwang. Der Reiseverkehr im Betrieb der PKP endete zwischen Lwówek Śląski und Zebrzydowa am 2. Juni 1996. Zwischen Jelenia Góra und Lwówek Śląski ging der Reiseverkehr am 4. Juli 2005 zunächst auf einen Schienenersatzverkehr über. Danach wurde die Strecke zwischen Jelenia Góra und Zebrzydowa ab 2006/2007 wieder durchgängig betrieben, wobei dann auch ein neuer Dieseltriebzug zum Einsatz kam.

Am 1. März 2011 übernahm das neu begründete, wojewodschaftseigene Eisenbahnverkehrsunternehmen Koleje Dolnośląskie (KD) den Betrieb der Reisezüge. Am 11. Dezember 2016 stellte KD den Reiseverkehr ersatzlos ein. Seitdem ist die Strecke nur noch zwischen Rakowice Żwirownia und Ławszowa für den Güterverkehr in Betrieb.

Ausblick

Die Wojewodschaft Niederschlesien plant die Instandsetzung und Modernisierung der Strecke zwischen Jelenia Góra und Lwówek Śląski. Im Jahr 2023 ging der betrieblich gesperrte Abschnitt zwischen Jelenia Góra und Lwówek Śląski für 30 Jahre kostenfrei in den Besitz des wojewodschaftseigenen Eisenbahninfrastrukturunternehmens Dolnośląska Służba Dróg i Kolei we Wrocławiu (DSDiK) über. Mittelfristig soll der Reiseverkehr in der Relation Jelenia Góra–Lwówek Śląski–Legnica wieder aufgenommen werden.

Die Strecke zwischen Zebrzydowa und Żagań soll mit finanziellen Mitteln des polnischen Verteidigungsministeriums instandgesetzt und wieder aufgebaut werden. Auch dort sollen die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des planmäßigen Schienenpersonennahverkehrs geschaffen werden. Die Arbeiten sollen bis 2026 abgeschlossen werden.

Commons: Railway line 283 (Poland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Atlas linii kolejowych polski. 1. Auflage. Eurosprinter, Rybnik 2011, ISBN 978-83-931006-4-4, S. F3, G3, G4.
  2. Jelenia Góra–Żagań auf atlaskolejowy.net
  3. Jelenia Góra–Żagań auf bazakolejowa.pl
  4. Reichskursbuch – gültig vom 3. Juli 1944 an bis auf weiteres
  5. Die Bobertalbahn – Mit der Eisenbahn von Hirschberg nach Löwenberg.
  6. Deutsches Kursbuch Sommer 1939 – gültig vom 15. Mai bis 7. Oktober 1939