Bahnstrecke Berlin–Guben

Berlin Ostbahnhof–Guben Grenze (Lubsko)
Streckennummer (DB):6153 (Berlin Ostbahnhof–Staatsgrenze)
6152 (Bln Ostbf–Bln Rummelsbg, 3. Gleis)
6004 (S-Bahn Berlin)
Kursbuchstrecke (DB):200, 201, 211
Streckenlänge:132,0 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Streckengeschwindigkeit:160 km/h
Zugbeeinflussung:Fernbahn: PZB
S-Bahn: ZBS
Zweigleisigkeit:Berlin Ostbahnhof–Guben
Stadtbahn von Alexanderplatz
0,098 Berlin Ostbahnhof
Berlin Ostgüterbahnhof
Bundesstraße 96a
1,300 Berlin Warschauer Straße
zur Ringbahn
2,400 Berlin Ostkreuz (S-Bahn)
2,600 Berlin Ostkreuz (Stadtbahn) Ringbahn
nach Lichtenberg
Frankfurter Chaussee
Boxhagener Krönungsbahn
3,196 Berlin-Rummelsburg (S-Bahn)
von der Ringbahn
nach Berlin-Kaulsdorf (VnK)
4,780 Berlin-Rummelsburg Betriebsbahnhof
5,772 Berlin-Rummelsburg
7,151 Berlin-Karlshorst (bis 2017)
8,795 Berlin Ostendgestell (Abzw)
nach Berlin-Schönefeld Flughafen (BAR)
Kreuz Wuhlheide Berliner Außenring (BAR)
9,552 Berlin Wuhlheide (S-Bahn)
von Berlin-Schönefeld Flughafen (BAR)
von Biesdorfer Kreuz (BAR)
10,762 Berlin Stadtforst (Bft)
11,625 Berlin-Köpenick
13,215 Berlin-Hirschgarten
14,716 Berlin-Friedrichshagen
18,800 Berlin-Rahnsdorf ÜST
19,222 Berlin-Rahnsdorf
22,007 Berlin-Wilhelmshagen
Landesgrenze Berlin / Brandenburg
24,378 Erkner
Flakenkanal
Bundesautobahn 10
30,510 Fangschleuse
nach GVZ Berlin Ost Freienbrink
37,150 Hangelsberg (Üst Hp)
47,298 Fürstenwalde (Spree)
nach Golzow und nach Beeskow
Beeskow–Fürstenwalde
54,557 Berkenbrück
62,546 Briesen (Mark)
67,893 Jacobsdorf (Mark)
70,874 Pillgram
76,050 Frankfurt (Oder)-Rosengarten
nach Frankfurt (Oder) Rbf
Bundesstraße 112
von Eberswalde und Küstrin-Kietz
Bundesstraße 87, Bundesstraße 112
81,281 Frankfurt (Oder)
nach Grunow
nach Poznań
Bundesautobahn 12
83,800 Frankfurt (Oder)-Güldendorf
86,800 Lossow
Bundesstraße 112
90,050 Finkenheerd Kraftwerk
91,710 Finkenheerd
Friedrich-Wilhelm-Kanal
92,700 Abzw Oderdeich
Strategische Bahn nach Urad
93,948 Wiesenau Hp
94,157 Wiesenau
nach Ziltendorf EKO
von Ziltendorf EKO
Bundesstraße 112
98,114 Ziltendorf
100,800 Vogelsang (Kr Eisenhüttenstadt)
104,653 Eisenhüttenstadt früher Fürstenberg (Oder)
Anschluss EKO
Oder-Spree-Kanal
Alter Abstieg
110,200 Neuzelle
116,470 Wellmitz
122,010 Coschen
126,000 Guben Nord früher Groß Breesen
von Czerwieńsk
129,695 Guben
nach Cottbus und nach Forst
Cottbus–Guben und Forst–Guben
132,100 Lausitzer Neiße; Staatsgrenze Deutschland / Polen
nach Wrocław Muchobór

Quellen: [1][2]

Die Bahnstrecke Berlin–Guben ist eine elektrifizierte, zweigleisige Hauptbahn in Berlin und Brandenburg, die ursprünglich durch die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn (NME) als Teil ihrer Hauptverbindung von Berlin nach Breslau erbaut und betrieben wurde. Sie beginnt in Berlin Ostbahnhof und führt über Fürstenwalde/Spree, Frankfurt/Oder und Eisenhüttenstadt nach Guben, wo sie an der Staatsgrenze in die polnische Bahnstrecke Wrocław Muchobór–Gubinek einmündet.

Der Abschnitt zwischen Berlin und Frankfurt/Oder ist Teil der grenzüberschreitenden, europäischen Hauptverbindung von Berlin über Warschau und Minsk nach Moskau. Die weitere Strecke dient insbesondere dem regionalen Reiseverkehr zwischen Frankfurt/Oder und Cottbus, aber auch dem Güterverkehr zum Stahlwerk ArcelorMittal Eisenhüttenstadt. Die grenzüberschreitende Strecke ab Guben ist heute stillgelegt. Zwischen Berlin und Erkner gibt es eine parallel verlaufende Strecke der S-Bahn Berlin.

Geschichte

Am 27. November 1843 wurde unter Beteiligung des preußischen Staates die Niederschlesisch=Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (NME) gegründet, um eine Verbindung von Berlin über Frankfurt nach Breslau, der zweitgrößten Stadt des Königreiches, herzustellen. Dort war schon mit dem Bau der weiter nach Oberschlesien führenden Oberschlesischen Eisenbahn begonnen worden. Der Abschnitt Liegnitz–Breslau der NME-Strecke Frankfurt–Breslau wurde zum 19. Oktober 1844 fertiggestellt. Der Verlauf ihres übrigen größeren Teils war zu dieser Zeit noch nicht endgültig festgelegt.[3] Ein Jahr später, am 1. Oktober 1845, wurde der Abschnitt Bunzlau–Liegnitz eröffnet.

Die Strecke Frankfurt–GubenSorauKohlfurt–Bunzlau war ab 1. September 1846 befahrbar. Damit war die Strecke Berlin–Breslau (Länge 357 Kilometer) vollendet. Mit der Oberschlesischen Eisenbahn war zu diesem Zeitpunkt die Weiterreise bis Ratibor möglich.

Im Herbst 1853 wurde der erste (nachts verkehrende) Schnellzug zwischen Berlin und Breslau eingerichtet. Nach der Fertigstellung der Galizischen Carl Ludwig-Bahn im Sommer 1868 diente die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn auch als kürzeste Verbindung zwischen Berlin und Bukarest. 1889 wurde der „Orientzug“, ein direkter Schnellzug zwischen Berlin und Budapest eingerichtet.

Mit der beschleunigten Industrialisierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm auch der Verkehr vor allem in Berlin und Umgebung zu. Nachdem bis in die 1890er Jahre mehrere zusätzliche Stationen entlang der Strecke gebaut wurden, wurde schrittweise ein weiteres Gleispaar für die Vorortzüge bis nach Erkner verlegt. In diesem Zuge wurde um 1902 die Strecke im Berliner Stadtgebiet auf einen Damm verlegt, um auf Straßenniveau liegende Bahnübergänge zu vermeiden.

Am 11. November 1916 fuhr der Balkanzug bei Streckenkilometer 20,2 in eine Rotte Gleisarbeiterinnen, dabei starben 19 Frauen. Ursache war das zu spät abgegebene Warnsignal sowie die nur oberflächliche Einweisung der kriegsbedingt verpflichteten Frauen. Die Opfer sind in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof Rahnsdorf beigesetzt. Den ursprüngliche Gedenkstein hatte die DDR beseitigt und die Gräber eingeebnet. Seit etwa 2005 erinnert ein neuer Gedenkstein an die Namen der 19 Opfer.[4]

Im Betrieb der Deutschen Reichsbahn bis zum Zweiten Weltkrieg

Nach der Übernahme der preußischen und damit auch der „Niederschlesisch-Märkischen“ Bahnstrecken in die neue Deutsche Reichsbahn ergaben sich offenbar mehrfache Umorganisationen des Bahnbetriebes. So wird im Kursbuch 1944/45 der Deutschen Reichsbahn die Verbindung Berlin–Breslau mit der Kursbuchnummer 145 geführt, der Streckenabschnitt Kohlfurt–Bunzlau–Liegnitz wurde zu dieser Zeit der Verbindung Dresden–Breslau (Kursbuchstrecke 160) zugeordnet, der Abschnitt Gassen–Kohlfurt wurde zur Kursbuchstrecke 157.

Die Vorortstrecke nach Erkner wurde 1928 für den elektrischen Betrieb der S-Bahn mit einer seitlichen Stromschiene versehen, wogegen der Fernverkehr weiterhin mit Dampf betrieben wurde.

1936 verkehrten die ersten Schnelltriebwagen zwischen Berlin und Beuthen. Diese legten die 508 Kilometer lange Strecke mit einer Reisegeschwindigkeit von 117 km/h in einer Zeit von 4 Stunden und 21 Minuten zurück. Seit 1938 fuhren die visafreien Korridorzüge Berlin–Wien über die ehemalige Niederschlesisch-Märkische Bahn. Das Kursbuch 1939 zeigt eine Aufteilung der Direkt- und Umsteigeverbindungen zwischen Berlin und Breslau auf die Strecken über Frankfurt (Oder) – Reppen, über Guben und über Cottbus – Görlitz. Bereits im Oktober 1939 wurden zusätzliche Schnellzüge zwischen Berlin und Krakau, der Hauptstadt des Generalgouvernements eingerichtet. Bis zur sowjetischen Weichsel-Oder-Operation im Januar 1945 war die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn eine Hauptverkehrsader der deutschen Wirtschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

In Frankfurt (Oder) zweigt die Bahnstrecke Frankfurt (Oder)–Posen ab, die Teil einer West-Ost-Verbindung über Warschau nach Moskau ist. Zur Versorgung sowjetischer Truppen wurde daher beim Vorrücken der Roten Armee ein Gleis der Strecke auf 1524 mm Breitspur umgebaut, so dass schon am 25. April 1945 der erste sowjetische Militärzug bis an die Berliner Stadtgrenze fahren konnte. Am 28. Juni 1945 erreichte der erste Personenzug aus Moskau den Schlesischen Bahnhof, wo die Gleise 1 bis 3 umgespurt waren. Für Stalins Anreise zur Potsdamer Konferenz wurde außerdem ein Gleis nach Potsdam in russische Breitspur geändert. Die Breitspurgleise wurden bis zum 20. September 1945 zwecks Erhöhung der Transportleistung wieder auf Normalspur rückgenagelt.[5][6]

Anders als die meisten Strecken wurden die Ferngleise auf dem Abschnitt Berlin–Frankfurt nicht auf die Hälfte reduziert; die Strecke diente zum Abtransport der Reparationsgüter in die UdSSR. Dafür wurden jedoch die Gleise der S-Bahn komplett demontiert, so dass ein elektrischer Betrieb innerhalb Berlins erst wieder drei Jahre nach der Demontage erfolgen konnte. Die Strecke zwischen Berlin und Frankfurt blieb eine Hauptachse des internationalen Verkehrs. 1990 wurde sie bis zum Grenzbahnhof Oderbrücke mit 15 kV, 16,7 Hz Wechselspannung elektrifiziert.

Der über die Oder-Neiße-Linie verlaufende Abschnitt GubenŻagań (Sagan) war von der Grenzziehung betroffen. Er wurde zunächst auf ein Gleis reduziert. Personenverkehr über die Grenze gab es nicht mehr. Auch der Güterverkehr wurde nur in Ausnahmefällen über diese Strecke geführt. Zuletzt der Fall im Jahr 1994 aufgrund von Bauarbeiten auf der Strecke von Guben in Richtung Czerwieńsk (Rothenburg), über die ansonsten der Verkehr verlief. Heute ist der grenzüberschreitende Abschnitt stillgelegt.

Auf polnischer Seite wurde nach dem Krieg der Bahnhof Gubinek als Grenzbahnhof und Zugang für den nun polnischen Teil der Stadt Guben errichtet. Der Personenverkehr dorthin wurde 1986 eingestellt; 1994 folgte auch der weitere innerpolnische Abschnitt bis Lubsko (Sommerfeld).

Streckenausbau

Ausbaustrecke Berlin–Frankfurt (Oder)

Der 85 km lange Streckenabschnitt zwischen Berlin Ostbahnhof und der deutsch-polnischen Grenze bei Frankfurt (Oder) ist Bestandteil der europäischen Verkehrsachse Paris – Berlin – Warschau und des Paneuropäischen Verkehrskorridors II. Er wird im Zuge des Projekts Ausbaustrecke (ABS) Berlin – Frankfurt (Oder) seit 1997 modernisiert und für Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h ausgebaut. Die Fahrzeit soll sich dadurch auf 36 Minuten verringern. Die Fertigstellung war ursprünglich für 2013 vorgesehen bei geplanten Investitionskosten von 565 Millionen Euro, nun wird eine Fertigstellung bis 2020 erwartet.[7][8][9]

Das Projekt gliedert sich in drei Abschnitte:

  1. Berlin Ostbahnhof – Erkner: Neben dem Streckenausbau ist die Errichtung eines neuen Regionalbahnsteigs im Bahnhof Berlin-Köpenick bis 2026[10] vorgesehen; der Ersatzneubau des Regionalbahnhofs Erkner wurde Ende 2009 fertiggestellt. Die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 160 km/h ist, entgegen der ursprünglichen Planung, nur noch für den Abschnitt Köpenick–Erkner(–Frankfurt (Oder)) vorgesehen. Die Regionalbahnsteige des Bahnhofs Berlin-Karlshorst wurden zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 aufgegeben, nachdem am Bahnhof Berlin Ostkreuz im Zuge des dortigen Projekts ein Regionalbahnsteig realisiert wurde.[11]
  2. Erkner – Frankfurt (Oder): Die Strecke wurde in den Jahren 2002 bis 2008 umfassend modernisiert und durchgängig für eine Streckengeschwindigkeit von 160 km/h ausgebaut. Acht Bahnstationen, darunter der Bahnhof Fürstenwalde, wurden erneuert.[7]
  3. Frankfurt (Oder) – deutsch-polnische Grenze (Bahnstrecke Frankfurt (Oder)–Poznań) mit dem 2008 erfolgten Neubau der Oderbrücke

Die Gesamtinvestition in den Projektabschnitten 2 und 3 betrug 167,5 Millionen Euro. Davon wurden 61,6 Prozent durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung aufgebracht.[12]

Im Streckenabschnitt Erkner–Fürstenwalde wurde um 2012 ETCS in den Ausprägungen Level 1 Full Supervision (FS) und Level 1 Limited Supervision (LS) erprobt.[13] Die ETCS-Versuchsaufbauten waren 2017 außer Betrieb. Die Strecke soll nunmehr zwischen Erkner und Frankfurt/Oder mit ETCS ausgerüstet werden. Während in Frankfurt ETCS Level 1 (LS, ETCS signalgeführt) zum Einsatz kommen soll, ist im Rest des Abschnitts ETCS Level 2 geplant.[14]

In Vorbereitung für den Ausbau der Fernbahngleise zwischen Erkner und Berlin-Köpenick erfolgte eine Modernisierung der Stellwerkstechnik auf der parallel verlaufenden S-Bahnstrecke. Ein Elektronisches Stellwerk (ESTW) und das elektronische Zugsicherungssystem ZBS für die S-Bahn zwischen Berlin Wuhlheide und Erkner gingen zum 13. Dezember 2015 in Betrieb. Ein weiterer Abschnitt zwischen Berlin-Karlshorst und Berlin-Rummelsburg folgte bis Ende 2016. Insgesamt wurden rund 40 Millionen Euro in die Erneuerung der Sicherungstechnik investiert.[15]

Ab 2016 wurden Gleise und Oberleitungsanlagen der Fernbahn zwischen Berlin-Wilhelmshagen und Berlin-Hirschgarten modernisiert und dabei der Gleisabstand zur parallel verlaufenden S-Bahntrasse vergrößert. Am Bahnhof Berlin-Friedrichshagen entstand ein zusätzlicher Ausgang nach Süden zum Fürstenwalder Damm. Die Eisenbahnüberführungen Neuenhagener Mühlenfließ, Straße nach Fichtenau und Fredersdorfer Mühlenfließ sowie der Personentunnel am Bahnhof Berlin-Wilhelmshagen wurden erneuert.[16]

Im April 2020 ging im Bahnhof Berlin-Köpenick ein elektronisches Stellwerk für die Fernbahn in Betrieb.[17] Dieses ist Voraussetzung für den anschließenden Umbau des Güterbahnhofs Köpenick inkl. Errichtung eines Regionalbahnsteigs.

Umbau des Bahnhofs Berlin Ostkreuz

Im Zuge des Projekts Umbau Bahnhof Ostkreuz erfolgt zwischen Berlin Ostbahnhof und Berlin-Rummelsburg derzeit eine Grunderneuerung der Gleis- und Bahnhofsanlagen. Die S-Bahn-Gleise werden neu geordnet, so verschiebt sich das bisher kurz hinter dem Ostbahnhof befindliche Kreuzungsbauwerk zur Ausfädelung der Preußischen Ostbahn bis hinter den Bahnhof Ostkreuz, um in diesem Abschnitt einen Richtungsbetrieb zu ermöglichen. Die Bahnhöfe Warschauer Straße und Ostkreuz werden grundhaft umgebaut und deren Bahnsteige in veränderter Lage neu errichtet. Auch die Anlagen der Fernbahn werden in diesem Abschnitt modernisiert und umgebaut. Am Bahnhof Ostkreuz wurde zudem ein Regionalbahnsteig errichtet.

Bahnsteigverlängerungen

Seit Ende 2022 verkehrt auf der Linie RE 1 in der Hauptverkehrszeit ein zusätzlicher Zug pro Stunde zwischen Berlin und Frankfurt (Oder), der lediglich in Erkner und Fürstenwalde hält. Ursprünglich bis Dezember 2025 sollten alle Bahnsteige von 140 auf 210 Meter verlängert werden, um im Regionalverkehr längere Züge mit rund 800 Sitzplätzen einsetzen zu können.[18] Inzwischen ist von einer Fertigstellung der Bahnsteigverlängerung bis 2028 auszugehen. Die Umsetzung erfolgt im Zuge der Initiative i2030. Eine Finanzierungsvereinbarung für die Vorplanung bis zur Genehmigungsplanung über rund 7 Millionen Euro wurde Ende 2020 unterzeichnet.[19]

Heute werden Streckenteile der Strecke teils von der ODEG mit der Regional-Express-Linie RE 1 (im Abschnitt Berlin Guben) sowie teils von der Deutschen Bahn mit der Regional-Express-Linie RE 10 bzw. der Regionalbahnlinie RB 43 (jeweils im Abschnitt Frankfurt (Oder) Guben) befahren. Auf dem Berliner Teilstück bis Erkner verkehrt zudem parallel zur Fernbahn die Linie S3 der S-Bahn Berlin.

Weiterhin verkehrt die Eurocity-Linie Berlin-Warszawa-Express auf dem Abschnitt zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) sowie weitere Eurocitys in Richtung Wroclaw, Przemysl, Gdynia und Gdansk. Ebenfalls herrscht reger Güterverkehr aufgrund der Verbindungsfunktion zwischen Polen und Deutschland.

Trivia

Literatur

  • Laurenz Demps: Der Schlesische Bahnhof in Berlin. Transpress, Berlin 1991, ISBN 3-344-70725-6
  • Wolfgang Klee: Preußische Eisenbahngeschichte. Kohlhammer-Edition Eisenbahn. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007466-0
  • Kgl. Pr. Minister d. öffentl. Arbeiten (Hrsg.): Berlin und seine Eisenbahnen. 1846–1896. 2 Bde. Springer-Verlag, Berlin 1896, Ästhetik und Kommunikation, Berlin 1982, S. 190ff. (Repr.) ISBN 3-88245-106-8
Commons: Bahnstrecke Berlin–Guben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Infrastrukturregister. DB Netz.
  2. Eisenbahnatlas Deutschland. 11. Auflage. Schweers + Wall, Köln 2020, ISBN 978-3-89494-149-9.
  3. Klee, Preußische Eisenbahngeschichte, S. 65 ff
  4. Jörn Hasselmann: Das fast vergessene Bahnunglück von Berlin-Rahnsdorf. In: Der Tagesspiegel. 11. November 2016, abgerufen am 30. November 2016.
  5. Dirk Winkler: Eisenbahnmetropole Berlin 1935 bis 1955. EK-Verlag, Freiburg 1998, ISBN 3-88255-563-7, S. 42–45.
  6. Wolfgang Grycz: Die Strecke Warschau-Berlin. Auch Stalin fuhr lieber mit der Eisenbahn … In: Ost-West. Europäische Perspektiven. Nr. 3, 2006, S. 184–194 (owep.de [abgerufen am 7. Januar 2025]).
  7. a b Ausbaustrecke Berlin – Frankfurt (Oder). Deutsche Bahn, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. Mai 2011; abgerufen am 2. Mai 2012.
  8. Berlin – Frankfurt (Oder). Projektabschnitt Berlin Ostbahnhof – Erkner. Broschüre. DB ProjektBau, Mai 2003 (deutschebahn.com [Memento vom 4. Mai 2012 im Internet Archive] [PDF; 2,7 MB; abgerufen am 2. Mai 2012]).
  9. Brückenarbeiten am Bahnhof Karlshorst. Deutsche Bahn, 2. Mai 2012, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 2. Mai 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/www.deutschebahn.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  10. Peter Neumann: Baubeginn: Neuer Bahnhof in Mahlsdorf wird noch 2017 fertig. In: Berliner Zeitung. 29. Mai 2017 (berliner-zeitung.de [abgerufen am 7. Januar 2025]).
  11. Stefan Jacobs: Kein Halt mehr in Karlshorst. In: Der Tagesspiegel. 9. Dezember 2017, abgerufen am 18. Juli 2018.
  12. Durchführungsbericht für das Jahr 2007 zur Umsetzung des Operationellen Programms 'Verkehrsinfrastruktur' des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). (PDF) Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 17. Mai 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmvbs.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
  13. Andreas Funke, Jutta Göring, Daniel Trenschel, Volker Schaarschmidt: ETCS Kompetenzzentrum Planung der DB ProjektBau am Standort Dresden. In: Der Eisenbahningenieur. Band 63, Nr. 8, August 2012, ISSN 0013-2810, S. 44–50 (eurailpress.de [Memento vom 16. Oktober 2012 im Internet Archive] [PDF; 7,8 MB; abgerufen am 7. Januar 2025]).
  14. Dirk Riedel: Betriebliche Aufgabenstellung ETCS. (PDF) ETCS-Ausrüstung Grenzanschlussstrecke PL – Frankfurt (Oder) Grenze – Erkner (– Berlin) im Bereich der PD Cottbus ETCS-signalgeführt / ETCS L2. DB Netz, 17. Mai 2017, S. 51, 77 f. (PDF), archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 7. Januar 2020; abgerufen am 7. Januar 2020 (Datei 02 Bestellung BAst QUAST BAst.pdf).
  15. Technologiesprung für S-Bahn-Strecke nach Erkner. S-Bahn Berlin, 4. Dezember 2015, abgerufen am 10. Januar 2016.
  16. Stefan Mensah: Neues vom Streckenausbau Berlin – Frankfurt/Oder. In: www.rahnsdorf.net. 1. Februar 2017, abgerufen am 11. Januar 2018.
  17. Brandenburg/Berlin – Kurzmeldungen. In: Bahn-Report. Nr. 3, 2020, S. 37.
  18. Manja Wilde: Mehr Züge, mehr Sitzplätze. In: Märkische Oderzeitung. 28. Juni 2018, archiviert vom Original am 29. Juni 2019; abgerufen am 17. September 2022.
  19. Fortschritt im i2030-Projekt RE1. Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, abgerufen am 4. Februar 2021.