Baach (Winnenden)
Baach Stadt Winnenden
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| Koordinaten: | 48° 53′ N, 9° 26′ O | |
| Einwohner: | 855 (30. Juni 2021)[Ohne Beleg] | |
| Eingemeindung: | 1. Dezember 1971 | |
| Postleitzahl: | 71364 | |
| Vorwahl: | 07195 | |
Lage von Baach in Baden-Württemberg
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Ansicht von Baach aus dem 17. Jahrhundert (von Andreas Kieser)
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Baach ist ein Dorf und seit 1971 ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Winnenden im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis.
Geographische Lage
Umliegende Ortschaften sind Paulinenhof im Norden, Bürg mit Schulerhof im Nordosten, Rettersburg im Osten, Birkmannsweiler im Südosten, Höfen im Südwesten, die Kernstadt Winnenden im Westen und Hertmannsweiler mit dem Degenhof im Nordwesten.
Gliederung der Altgemeinde
Zur Altgemeinde Baach gehört der nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ort zusammengewachsene Pfeilhof.
Geschichte
Nach dem Historiker Lutz Reichardt wurde Baach 1442 erstmals als Bach erwähnt. Der Ortsname bedeutet Siedlung am Bach und verweist auf den Brunnenbach, der durch den Ort fließt und in den Buchenbach mündet. Der Ortsname hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert. Erst ab 1618 wurde der Ort Baach genannt.[1] Im Mittelalter gehörte Baach größtenteils der Deutschordens-Komturei Winnenden an. 1665 veräußerte der finanziell und politisch angeschlagene Orden unter Hochmeister Johann Caspar von Ampringen seinen Besitz in der Region, darunter auch das Dörfchen Baach, an Herzog Eberhard III. von Württemberg für 48.000 Gulden. Somit kam der Ort zu Württemberg und wurde dann dem Amt bzw. Oberamt Winnenden zugeteilt. Im Rahmen der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre wurde Baach nach Winnenden eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
- 1808: 198 Einwohner[2]
- 1850: 220 (alle evangelischen Glaubens)[3]
- 1873: 172 (alle evangelischen Glaubens)[4]
- 1894: 197 (mit Pfeilhof)[5]
- 1961: 437
- 1970: 615
Religion
Seit der Einführung der Reformation 1535 durch Herzog Ulrich ist Baach wie ganz Altwürttemberg evangelisch geprägt. Der Ort hatte nie eine eigene Kirche. Bis 1911 gehörte Baach kirchlich zu Winnenden und seither zu Birkmannsweiler. Die wenigen Katholiken besuchen die Messe in Winnenden.[6]
Politik
Schultheißen und Bürgermeister
Wappen und Flagge
Die Altgemeinde Baach führte ein Wappen und eine Flagge.
Blasonierung: In silbernem (in der Heraldik weißem) Wappenschild eine blaue Scheibe, belegt mit einem silbernen (weißen) Pfahl.
Wappenbegründung: Die Gemeinde Baach führte vermutlich im 19. Jahrhundert das 1970 amtlich eingeführte Wappen. Nach alten Berichten waren um 1930 noch Keltergefäße vorhanden, die mit der Wappenfigur gestempelt waren. Wahrscheinlich sollte der weiße Pfahl ursprünglich einen Bach darstellen und somit als redendes Wappen an den Ortsnamen erinnern. Ein entsprechendes Dienstsiegel war noch 1929 vorhanden.[8]
Die Gemeindefarben waren Weiß-Blau.
Das Wappen wurde vom baden-württembergischen Innenministerium am 3. März 1970 verliehen[8] und ist bereits 1971 mit der Auflösung der Gemeinde erloschen. Gelegentlich wird es noch von lokalen Vereinen als Abzeichen oder Wimpel geführt.
Lage und Verkehrsanbindung
Baach liegt östlich der Kernstadt Winnenden an der am südlichen Ortsrand verlaufenden Kreisstraße K 1914. Südlich verläuft die Landesstraße L 1140 und westlich die B 14. Durch den Ort fließt das Baacher Bächlein, ein rechter und nordöstlicher Zufluss des Buchenbachs.
Sehenswürdigkeiten
In der Liste der Kulturdenkmale in Winnenden ist für Baach kein Kulturdenkmal aufgeführt.
Vereine
- Baacher Dorfgemeinschaft e.V. (gegründet 2010)
Ortsneckname
In früheren Zeiten wurden die Einwohner von Baach scherzhaft Kropfjockel genannt.[9] Diese Körpermissbildung war wegen Jodmangels in vielen Dörfern verbreitet.
Siehe auch
Literatur
- Rudolph Friedrich von Moser: Beschreibung des Oberamts Waiblingen. J. G. Cotta, Stuttgart und Tübingen, S. 113 f.
- Waldemar Lutz, Erich Scheible (Hrsg.): Kennzeichen WN. Heimatkunde für den Rems-Murr-Kreis. Verlag Waldemar Lutz Lörrach und Ernst Klett Schulbuchverlag, Stuttgart 1990. ISBN 3-12-258290-2, S. 222.
Einzelnachweise
- ↑ Lutz Reichardt: Ortsnamenbuch des Rems-Murr-Kreises. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1993, S. 33.
- ↑ Königlich Württembergisches Staatshandbuch. Verlag J.F. Steinkopf, Stuttgart 1808, S. 703.
- ↑ Beschreibung Oberamt Waiblingen, S. 113.
- ↑ Königlich Statistisch-topographisches Bureau (Hrsg.): Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Württemberg. Carl Grüninger, Stuttgart 1873, S. 414.
- ↑ a b Königlich Württembergisches Hof- und Staats-Handbuch. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1894, S. 398.
- ↑ Baach - Altgemeinde~Teilort - Detailseite - LEO-BW. Abgerufen am 9. November 2025.
- ↑ Königlich Württembergisches Staatshandbuch. Verlag J.F. Steinkopf, Stuttgart 1808, S. 703.
- ↑ a b Landkreis Waiblingen und Archivdirektion Stuttgart (Hrsg.): Wappenbuch des Landkreises Waiblingen. Heft 24 der Veröffentlichungen der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg. Stuttgart 1970.
- ↑ Kennzeichen WN, S. 223.