Willi Wrenger

Wilhelm Wrenger (* 15. April 1938 in Essen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Der zumeist als Halbstürmer im damaligen WM-System agierende Mittelfeldspieler hat von 1959 bis 1963 in der damaligen Erstklassigkeit der Fußball-Oberliga West bei den Vereinen Rot-Weiss Essen, 1. FC Köln und Rot-Weiß Oberhausen 55 Ligaspiele absolviert und dabei 14 Tore erzielt. In den zweitklassigen Fußball-Regionalligen West und Südwest hat er bei den Vereinen DJK Gütersloh und FC 08 Homburg von 1969 bis 1972 noch weitere 50 Ligaspiele mit neun Toren folgen lassen.[1]

Karriere

Oberliga West, 1959 bis 1963

Wrenger begann seine Fußball-Laufbahn beim ESV Essen und hat mit seinem Heimatverein 1957/58 in der Bezirksklasse Ruhrbezirk die erste Runde im Seniorenfußball gespielt. Zur Saison 1958/59 schloss er sich Rot-Weiss Essen an, zuerst spielte er aber eine Runde bei den Amateuren der Rot-Weissen und gewann mit seiner neuen Mannschaft die Meisterschaft in der Bezirksklasse. Zur Saison 1959/60 wurde Wrenger in den Vertragsspielerkader des Teams von der Hafenstraße übernommen. Er spielte unter Trainer Willi Multhaup neben den Routiniers Fritz Herkenrath, Franz Islacker, Willi Köchling, Michael Pfeiffer, Willi Vordenbäumen und Heinz Wewers. Die Legende Helmut Rahn war zum 1. FC Köln gewechselt und der Flügelflitzer Heinz Hornig war von Eintracht Gelsenkirchen nach Bergeborbeck gekommen. Wrenger lief am ersten Rundenspieltag, den 23. August 1959, erstmals in der ersten Mannschaft der Rot-Weissen in der Oberliga West auf. Bei einer 1:2-Auswärtsniederlage bei Preußen Münster bildete er dabei mit Hornig den linken Flügel und er brachte in der 6. Minute RWE mit 1:0 in Führung. Am Rundenende belegte Rot-Weiss Essen den 6. Tabellenrang und Wrenger hatte in 17 Ligaeinsätzen zwei Tore erzielt.

Zur Saison 1960/61 wechselte er zum 1. FC Köln. Unter Trainer Oswald Pfau gehörte er sofort der Stammbesetzung an und lief auch im Eröffnungsspiel der Runde, am 16. August 1960, bei einem 3:3-Heimremis gegen den FC Schalke 04 vor 35.000 Zuschauern auf. Die „Geißbock-Elf“ war dabei im Angriff mit Karl-Heinz Thielen, Hans Schäfer, Christian Müller, Wrenger und Christian Breuer gegen die Schalker „Knappen“ angetreten. Zum Titelgewinn in der Oberliga West des 1. FC Köln trug Wrenger in 15 Ligaeinsätzen mit vier Toren bei. In der Rückrunde setzte Trainer Pfau in der linken Verbinderrolle auf Karl-Heinz Ripkens und Wrenger zog nach nur einem Jahr in Köln weiter zu Rot-Weiß Oberhausen.

In seinem ersten Jahr bei der „Kleeblatt-Elf“, 1961/62, spielte das Team von Trainer Nandor Lengyel eine ausgesprochen starke Runde und belegte mit 40:20 Punkten den 3. Rang in der Westliga. Die Abwehr um Torhüter Helmut Traska stand wie eine Eins und das Mittelfeld gehörte mit Siegfried Lüger, Jürgen Sundermann und Hans Siemensmeyer mit zum Besten was es in der Liga gab. Wrenger musste sich mit 13 Ligaeinsätzen und fünf Toren zufriedengeben. Ausgerechnet im letzten Jahr der alten erstklassigen Oberliga, 1962/63, konnte die Elf vom Niederrheinstadion nicht ihre beste Leistung abrufen und landete nur auf dem 10. Rang. Damit war keine Nominierung für die neue Fußball-Bundesliga ab 1963/64 zu erreichen gewesen und RWO trat ab dieser Runde in der Zweitklassigkeit der Regionalliga West an. Wrenger nahm ein Angebot des 1. FC Kaiserslautern an und wechselte im Sommer 1963 in die Pfalz und spielte deshalb in der neuen Bundesliga.

Bundesliga, 1963 bis 1967

1963, mit Beginn der Fußball-Bundesliga, wechselte Wrenger zum 1. FC Kaiserslautern. Mit Wrenger kamen noch Harald Braner, Horst-Dieter Strich und als Star der niederländische Nationalspieler Jacobus Prins von Ajax Amsterdam zum Betzenberg. Unter Trainer Günter Brocker gehörte der Neuzugang aus Oberhausen am Starttag der neuen Bundesliga, den 24. August 1963, bei einem Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt der Startelf der „Roten Teufel“ an. Der zumeist als linker Verbinder spielende Mittelfeldakteur spielte dabei als rechter Außenläufer und der FCK holte sich mit einem 1:1 den ersten Punkt. Der Allrounder und laufstarke Mittelfeldrenner kam durch Verletzungen in der Hinrunde nur auf 12 Einsätze (2 Tore) und der FCK belegte am Rundenende den 12. Rang in einer 16er-Liga. Der Kampf um die Torhüterposition zwischen Wolfgang Schnarr und Neuzugang Strich trug nicht zur Festigung der Abwehr bei, auch nicht die Eskapaden des niederländischen Stars „Co“ Prins. Neben der Bundesliga kam Wrenger noch im DFB-Pokal und in der Intertoto-Runde zum Einsatz.[2]

In seiner zweiten Lauterer Runde, 1964/65, setzte sich der Kampf um den Klassenerhalt der Betzenberg-Elf fort. Trainer Brocker wurde ab dem 27. Februar 1965 durch Ex-Nationalspieler Werner Liebrich ersetzt und Wrenger steigerte seine Einsatzzahlen auf 19 Ligaspiele mit vier Toren. Auch bei den Neuzugängen hatte der FCK eine gute Nase bewiesen: Helmut Kapitulski zeigte sich auch als Routinier den Anforderungen der Bundesliga gewachsen, der Mann vom Erbsenberg, Dietmar Schwager, war eine Verstärkung für die Defensive und der Amateurnationalspieler für den linken Flügel, Wilfried Leydecker, erzielte in 21 Ligaeinsätzen fünf Tore. Wrenger erzielte am Schlusstag den 2:1-Siegtreffer bei Eintracht Frankfurt und der FCK war damit mit 25:35 Punkten als 13. gerettet. Am Rundenende wurde Hertha BSC wegen verdeckten Gehalts- und Handgeldzahlungen zur Strafe in die Regionalliga versetzt. In einem außerordentlichen Bundestag wurde die Bundesliga auf 18 Klubs aufgestockt und die sportlich abgestiegenen Karlsruher SC und FC Schalke 04 durften in der Liga verbleiben und aus Berlin rückte Tasmania 1900 Berlin nach.[3]

Im ersten Jahr des neuen Trainers Gyula Lóránt, 1965/66, gehörte Wrenger mit 26 Einsätzen und vier Toren der Stammbesetzung des Ungarn an. Trotz der guten Neuzugänge Otto Geisert, Uwe Klimaschefski und Manfred Rummel landete der FCK im 18er-Feld lediglich auf dem 15. Rang. Willi Wrenger kam mit dem temperamentvollen Perfektionisten Lorant nie auf einen Nenner.[4] Auch sorgte seine Vorliebe für das 4-2-4-System für Diskussionen mit Abteilungsleiter Karl Schmidt, der vehement für das gewohnte WM-System plädierte. Am Rundenende belegte der FCK in der Bundesliga den 15. Rang. Im DFB-Pokal dagegen war für Lautern erst im Halbfinale, am 18. Mai 1966, durch eine 3:4-Auswärtsniederlage beim MSV Duisburg der Wettbewerb zu Ende. Wrenger lief in Duisburg vor 30.000 Zuschauern bei der Niederlage gegen die „Zebras“ im FCK-Mittelfeld auf.

USA und Regionalliga, 1968 bis 1972

Nachdem er 1967 die Pfälzer verlassen hatte, ging er 1968 für ein Jahr in die USA zu den St. Louis Stars, wo er mit der von Rudi Gutendorf trainierten Mannschaft unter anderem auch gegen den legendären Pelé und dessen Santos FC antreten durfte. Wieder zurück in Deutschland folgten noch Stationen bei DJK Gütersloh in der zweitklassigen Regionalliga West (37/5) von 1969 bis 1971 und 1971/72 beim FC Homburg in der Regionalliga Südwest (13/4).

Nach der Rückkehr aus den Vereinigten Staaten schloss sich Wrenger 1969 dem Aufsteiger in die zweitklassige Regionalliga West, DJK Gütersloh, an. Der Lokalkonkurrent, die „Grünen“ des SV Arminia Gütersloh, debütierten 1971/72 in der Regionalliga. Die „Blauen“ hatten mit der Finanzkraft des Möbelfabrikanten Willy Stickling den Durchmarsch in die Regionalliga West erreicht. Er war auch 1969 für die Regionalliganeuzugänge Hans-Jürgen Neisen, Werner Rinas, Hans-Joachim Schellberg, Jürgen Todebusch und Wrenger verantwortlich. Unter Trainer Günter Luttrop erreichte die Mannschaft aus dem Heidewaldstadion den 10. Rang und Wrenger hatte 23 Ligaspiele mit drei Toren an der Seite von Mitspielern wie Torhüter Horst Staude, den Verteidigern Heinz Michallik, Karl-Heinz Nonnenbruch und den Offensivspielern Bernhard Siefert und Jürgen Todebusch (14 Tore) absolviert. Dank der 15 Saisontreffer von Neuzugang Hans-Jürgen Kurrat verbesserte sich die DJK 1970/71 auf den 8. Rang. Der 33-jährige Routinier Wrenger hatte nur noch in 14 Ligaspielen dabei mitgewirkt und zwei Tore beigesteuert. Mit dem Einsatz am 34. Rundenspieltag, den 16. Mai 1971, bei einer 1:4-Heimniederlage gegen den Wuppertaler SV, verabschiedete er sich als Torschütze zum Ehrentreffer aus Gütersloh. Bei der Mannschaft von Trainer Horst Buhtz standen schon die späteren Bundesligaakteure Emil Meisen, Manfred Reichert, Bernhard Hermes, Gustav Jung, Günter Pröpper und Heinz-Dieter Lömm auf dem Platz.

Unter Trainer Kurt Sommerlatt und an der Seite von Mitspielern wie Torhüter Gyula Toth, Otto Geisert und Albert Müller konnte Wrenger nur noch in 13 Ligaeinsätzen (4 Tore) der Mannschaft aus dem Waldstadion, FC 08 Homburg, behilflich sein. Homburg belegte 1971/72 in der Regionalliga Südwest den 9. Rang und Wrenger beendete im Sommer 1972 seine höherklassige Spielerlaufbahn als Vertrags- und Lizenzspieler.

Der gelernte Stahlbauschlosser arbeitete später auch als Trainer im Amateurbereich und hatte seinen Wohnsitz in Kaiserslautern, wo er noch bis zu seinem 54. Lebensjahr in der Traditionsmannschaft des FCK spielte. Beruflich war er bei Coca-Cola in der Werbe-Abteilung angestellt und war in Kaiserslautern knapp 19 Jahre lang für alle PR-Aktionen des Brauseunternehmens verantwortlich, ehe er 1996 in den Vor-Ruhestand ging.

Vereinsstationen

Als Spieler

Als Trainer

Statistik

  • 1. Bundesliga
    61 Spiele; 11 Tore, 2 Platzverweise (1. FC Kaiserslautern)
  • Oberliga West
    17 Spiele; 2 Tore (Rot-Weiss Essen)
    15 Spiele; 4 Tore (1. FC Köln)
    23 Spiele; 8 Tore (Rot-Weiß Oberhausen)

Literatur

  • Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4. S. 558.
  • Dominic Bold: 1. FC Kaiserslautern. Die Chronik. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2013. ISBN 978-3-7307-0046-4.

Einzelnachweise

  1. Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. S. 558
  2. Dominic Bold: 1. FC Kaiserslautern. Die Chronik. S. 172–175
  3. Kicker Sportmagazin (Hrsg. Karl-Heinz Heimann): Sonderheft 40 Jahre Bundesliga. Olympia-Verlag. Nürnberg 2003. S. 52
  4. Dominic Bold: 1. FC Kaiserslautern. Die Chronik. S. 181