Wildenreuth (Erbendorf)

Wildenreuth
Stadt Erbendorf
Koordinaten: 49° 48′ N, 12° 3′ O
Einwohner: 511 (1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 92682
Vorwahl: 09682

Wildenreuth ist ein Gemeindeteil (Pfarrdorf) und eine Gemarkung von Erbendorf, einer Stadt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth.

Geographie

Das Pfarrdorf Wildenreuth liegt am Sauerbach nahe der Bundesstraße 22. Der Sauerbach entspringt direkt in Wildenreuth.

Die Gemarkung Wildenreuth (094137) umfasst 19,708 km² und 719 Einwohner.[2]

Geschichte

1294 wird der Ortsadelige Marquard Wild als Urkundenzeuge der Landgrafen von Leuchtenberg genannt. Vermutlich stammt die Orts- und Burggründung aber von den Grafen von Sulzbach her und die Gegend kam nach deren Aussterben an die Staufer und dass erst an die Leuchtenberger.

Um 1300 kommt Iacof der Wilde als Urkundenzeuge des Deutschordenhauses in Eger vor. 1338 wird Wolfhart der Wild von Welnreut urkundlich erwähnt.[3] Im 14. Jahrhundert werden die Wild auch als Besitzer von Schloss Krummennaab genannt.

1462 müssen die Brüder Jorg (Georg) und Adam Wild die Burg dem Wittelsbacher Herzog Ludwig dem Reichen bei dessen Fehde gegen den Kurfürsten Albrecht von Brandenburg öffnen, da die Brüder keine Möglichkeit gesehen haben, sich gegen die überlegene Macht des Herzogs zu wehren. In der Folge werden die Wilds Vasallen der Wittelsbacher.

Das ursprüngliche Bestimmungswort »Wellen-« wurde spätestens im 16. Jahrhundert (vgl. 1526 Wildenreut[3]) an den Namen der Adelsfamilie Wild angeglichen. Diese Familie ist mit vielen Verzweigungen bis 1611 in dieser Gegend genannt. Junker Hanns Wiltt von Diebsfurth stirbt 1611 kinderlos und der Pfalzgraf gibt Wildenreuth an Hans von Podewils aus einer Pommerschen Familie. Die Freiherrn von Podewils sind bis heute Eigentümer des Schlosses.[4]

Im gesamten Herrschaftsgebiet des Pfalzgrafen Christian August von Sulzbach wurden ab 1652 Simultankirchen eingerichtet. Die heutige Kirche St. Jakob entstand, nachdem die alte Kirche in den Jahren 1808 bis 1810 vollständig bis auf den Turm abbrannte und neu erbaut werden musste. Sie ist die einzige Kirche im Landkreis Tirschenreuth, die noch von der katholischen und evangelischen Gemeinde als Simultankirche genutzt wird.

1777 kam Wildenreuth zum Kurfürstentum Bayern. Wildenreuth wurde mit dem bayerischen Gemeindeedikt von 1818 eine eigenständige Gemeinde. Die Gemeinde Wildenreuth bestand aus den Teilorten:

  • Wildenreuth
  • Birkenreuth
  • Frodersreuth
  • Geiselhof
  • Glashütte
  • Gössenreuth
  • Gramlhof
  • Knierermühle
  • Neuenreuth (erst 1946 eingemeindet)
  • Steinbach
  • Steinbachermühle

Wildenreuth kam am 1. Januar 1978 zu Erbendorf.[5]

Baudenkmäler

In der Liste der Baudenkmäler in Erbendorf sind für Wildenreuth folgende Baudenkmäler aufgeführt:[6]

Einzelnachweise

  1. Wildenreuth In: bavarikon.de
  2. Gemarkung Wildenreuth (Erbendorf) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 2. Oktober 2025.
  3. a b Wildenreuth. In: Ortsnamen - Geschichte Bayerns. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
  4. Schloss Wildenreuth in der privaten Datenbank Alle Burgen.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 663 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  6. Denkmalliste für Erbendorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege