Wiederkunft Christi (Kolbermoor)

Die Kirche Wiederkunft Christi ist neben der älteren Kirche Heilige Dreifaltigkeit eine der beiden Pfarrkirchen des römisch-katholischen Pfarrverbands Stadtkirche Kolbermoor[1], einer Stadt im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Sie ist Teil des Prodekanats Rosenheim-Nord[2] in der Seelsorgsregion Süd[3] im Erzbistum München und Freising. Die 1971 geweihte Kirche ist der endzeitlichen Wiederkunft Christi in die Welt gewidmet und entbehrt daher eines Patroziniums.

Lage

Die Kirche liegt in einem Ende der 1960er Jahre neuentstandenen Stadtteil Kolbermoors südlich der Mangfall in der Nordostecke eines trapezförmigen Areals, das im Uhrzeigersinn auch ein Pfarrhaus, einen Kindergarten, ein Pfarrheim mit Saal und einen Kinderhort beheimatet. Kindergarten und -hort werden inzwischen vom Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e. V. betrieben.

Geschichte

Eine Kirchenstiftung „Wiederkunft Christi“ wurde bereits am 11. Februar 1965 errichtet, zu deren Kurat am 29. März jenes Jahrs der damalige Kolbermoorer Kaplan und heutige Ehrenbürger Eugen Klaas ernannt wurde. Seine Aufgabe war es, die neue Pfarrei aufzubauen und zugleich den Bau von Kirche sowie Gemeindezentrum voranzutreiben.[4]

Kirche und Altar wurden am 19. Dezember 1971 durch Weihbischof Matthias Defregger geweiht.[4] Der Bau des vom Kirchengebäude getrennt aufragenden Turms wurde am 17. November 1990 abgeschlossen.[4] Auch dessen Glocken wurden von Weihbischof Defregger geweiht.[5]

Am 30. November 2014 wurde die Pfarrei Wiederkunft Christi gemäß erzbischöflichem Dekret mit der „Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit“ zum „Pfarrverband Stadtkirche Kolbermoor“ zusammengelegt.[6]

Architektur

Wegen des hohen Grundwasserstands liegt das Fundament der Kirche auf tiefreichenden Betonpfählen auf. Aber auch das Gebäude selbst besteht aus Betonfertigteilen. Es besitzt eine freitragende Decke.[4] Der gleichfalls in Betonbauweise errichtete Turm erreicht eine Höhe von 41 Metern.[4]

Ausstattung

Über der Priesterbank der Kirche hängt ein Mosaikkreuz.[4] 1987 ergänzte der Kirchenmaler Werner Persy aus Trier auf den zahlreichen Betonwänden einen großflächigen Kreuzweg.[4]

Orgel

2012 erhielt die Kirche eine Orgel der Werkstätte Frenger & Eder aus Bruckmühl. Das Instrument verfügt über 23 klingende Register auf zwei Manualen und Pedal – zuzüglich eines Vorabzugs, dreier Transmissionen und einer Extension. Seine Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur elektrisch. Die Disposition des Schleifladeninstruments lautet wie folgt:[7]

I Hauptwerk C–g3
1. Bourdon 16′
2. Principal (tw. Prospekt) 08′
3. Gedeckt 08′
4. Gamba 08′
5. Octave 04′
6. Rohrflöte 04′
7. Quinte 223
8. Superoctave 02′
9. Mixtur IV 113
10. Trompete 08′
II Schwellwerk C–g3
11. Geigenprincipal 8′
12. Salicional 8′
13. Rohrgedeckt 8′
14. Vox coelestis (ab c)0 8′
15. Octave 4′
16. Traversflöte 4′
17. Nasat 223
18. Frankeflöte (= Vorabz. von Nr. 19)0 2′
19. Terz 135
20. Mixtur IV 2′
21. Oboe 8′
Tremulant
Pedal C–f1
22. Violon (tw. Prospekt) 16′
23. Subbaß (= Transm. von Nr. 1) 16′
24. Octavbaß 08′
25. Gedecktbaß (= Transm. von Nr. 4)0 08′
26. Choralbaß (= Ext. von Nr. 22) 04′
27. Posaune 16′
28. Trompete (= Transm. von Nr. 10) 08′

Die Weihe der Orgel erfolgte am 29. September 2012 im Rahmen einer Vesper, tags darauf folgte ein Einweihungskonzert. In beidem spielte der auch heute (Stand 2022) noch für Kolbermoor zuständige Kirchenmusiker Gerhard Franke,[8] nach dem auch der Vorabzug im Schwellwerk benannt ist. Zuständiger Sachverständiger für den Orgelbau war Friedemann Winklhofer.[9]

Das Vorhaben des Orgelbaus wurde durch den Förderverein Aktion: Pfeifenorgel für Wiederkunft Christi, Kolbermoor e. V. begleitet, dessen Aktivitäten nach Fertigstellung des Instruments in dem weit umfassenderen pizzicato Kulturverein Kolbermoor e. V. aufgegangen sind. Dieser organisiert an der Frenger & Eder-Orgel u. a. allmonatlich ein Orgelkonzert.[10]

Glocken

Alle fünf Glocken der Kirche wurden 1990 von der Glockengießerei Rudolf Perner aus Passau gegossen.[5] Das Geläut[11] setzt sich wie folgt zusammen:[5]

Glocke Name Schlagton Gewicht Durchmesser Inschrift
1 Christus-Glocke f′+6 965 kg 1197 mm Ich komme wieder
2 Marien-Glocke g′-4 712 kg 1065 mm Maria bitt für uns
3 Josefs-Glocke a′-4 495 kg 960 mm Segne unsere Arbeit
4 Korbinians-Glocke c″+1 281 kg 786 mm Beschütze unsere Heimat!
5 Michaels-Glocke d″-8 195 kg 705 mm Gott lobe ich – die Toten geleite ich

Einzelnachweise

  1. Stadtkirche Kolbermoor. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  2. Dekanat Rosenheim. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  3. Seelsorgsregionen im Erzbistum München und Freising. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  4. a b c d e f g Kirchen und Kapellen. Abgerufen am 14. Februar 2022.
  5. a b c Die Glocken von Wiederkunft Christi. Abgerufen am 14. Februar 2022.
  6. Über uns. Abgerufen am 14. Februar 2022.
  7. Kolbermoor, Wiederkunft Christi. Abgerufen am 14. Februar 2022.
  8. Unser Kirchenmusiker. Abgerufen am 14. Februar 2022.
  9. Pfarrkirche Wiederkunft Christi in Kolbermoor. Abgerufen am 14. Februar 2022.
  10. Orgel-MITTWOCH. Abgerufen am 14. Februar 2022.
  11. Klangbeispiel des Vollgeläuts auf YouTube, abgerufen am 14. Februar 2022.

Koordinaten: 47° 50′ 41,9″ N, 12° 3′ 7,4″ O