Heilige Dreifaltigkeit (Kolbermoor)

Die Kirche Heilige Dreifaltigkeit ist neben der jüngeren Kirche Wiederkunft Christi im Süden der Stadt eine der beiden Pfarrkirchen des römisch‑katholischen Stadtkirchenverbands Stadtkirche Kolbermoor im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Neben der Kirche hat das gleichnamige Pfarrbüro seinen Sitz, das gleichzeitig auch Sitz der Stadtkirche ist. Sie gehört zum Prodekanat Rosenheim‑Nord in der Seelsorgsregion Süd des Erzbistums München und Freising. Die am 7. August 1881 durch Erzbischof Antonius von Steichele geweihte Kirche ist der Heiligsten Dreifaltigkeit gewidmet und feiert daher ihr Titularfest, jedes Jahr am Sonntag nach Pfingsten, dem Fest der Trinität.

Lage

Die Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit befindet sich im Zentrum Kolbermoors, umgeben vom alten Rathausplatz.[1]

Neben der Kirche liegen im Uhrzeigersinn auch ein Pfarrhaus/Pfarrbüro, ein gleichnamiger Kindergarten[2] und ein Pfarrheim mit Saal. Dieser ist der kirchlich-soziale Treffpunkt der Katholiken in Kolbermoor.

Geschichte

Die Katholiken der Mangfall-Stadt Kolbermoor stellten bereits 1864 ein Bittgesuch an den bayerischen König Ludwig II. zur Errichtung einer eigenen Kirche und eines Pfarrhofs. Unterstützt wurden sie dabei vom Aiblinger Pfarrer Stephan Rainer, nach dem später auch die Straße an der Kirche benannt wurde.

Am 5. Juli 1868 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Mit großer finanzieller Unterstützung der Katholiken wurde 1868/1869 die katholische Kirche errichtet. Am 19. Dezember 1869 war die Kirche soweit fertiggestellt, dass nach der Benediktion (Segnung) die ersten Gottesdienste darin gefeiert werden konnten.

Architektur

Die Kirche wurde dem zeitgemäßen Stilempfinden entsprechend im spätromanisch-byzantinischen Stil erbaut. 1876 folgte der Pfarrhof und 1877 erhielt der Turm seinen charakteristischen Spitzhelm und die Uhr. Die Kirche prägt seit Jahren maßgeblich das Stadtbild Kolbermoors.

Ausstattung

Links neben dem Altar, über dem Tabernakel, hängt eine vergoldete Figurengruppe mit dem Namen „Mariä Krönung“ von der Decke. Die Seitenwände der Kirche werden durch Heiligenfiguren sowie mehrere volkstümliche Josef- & Mariengemälde von Alfred Reich, einem Münchner Künstler und Architekten ausgeschmückt. Zu besonderen Festen sind des Weiteren eine neben dem Altar platzierte Jesus- oder Marienstatue zu finden.

Im hinteren Teil der Kirche ist eine „Werktagskapelle“ mit Platz für ca. 12 Personen zu finden. An der Stirnseite der Kapelle hängt ein Südtiroler Holzkreuz, daneben eine Darstellung der Schmerzensmutter Maria. Links vor dem Altar steht eine Statue, die dem Hl. Christophorus gewidmet ist, gestiftet von einer Privatperson.

Orgeln

Hauptorgel

Die Orgel mit 31 klingenden Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 2018 von Johannes Führer erbaut. Sie ist das Größte Instrument der Firmengeschichte und wurde unter Verwendung von Pfeifen der Vorgängerorgel in einem Gehäuse erbaut, welches der ersten Orgel der Kirche von Jakob Müller nachempfunden ist. Die Disposition lautet:[3]

I Hauptwerk C–g3
Bourdun 16′
Principal 08′
Konzertflöte 08′
Gedeckt 08′
Viola da Gamba 08′
Octave 04′
Hornflöte 04′
Quinte 223
Superoktave 02′
Mixtur IV 02′
Terzmixtur V 02′
Trompete 08′
II Schwellwerk C–g3
Quintatön 16′
Geigenprinzipal 08′
Rohrflöte 08′
Gedeckt 08′
Salicional 08′
Regina Dolce 08′
Vox coelestis 08′
Fugara 04′
Traversflöte 04′
Flautino 02′
Kornettmixtur 223
Harmonietrompete 08′
Oboe 08′
Pedal C–f1
Principalbass 16′
Subbass 16′
Octavbass 08′
Gedacktbass 08′
Cello 08′
Choralflöte 04′
Posaune 16′
Trompete 08′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P, Sub II/I, Sub II/II

Chororgel

Die Orgel mit acht Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 1967 von Josef Zeilhuber gebaut. Sie hat folgende Disposition:[4]

I Hauptwerk C–g3
Gedeckt 8′
Praestant 4′
Mixtur 223
II Schwellwerk C–g3
Gemshorn 8′
Spitzflöte 4′
Siffflöte 2′
Pedal C–f1
Untersatz 16′
Gemshorn 8′
Commons: Heilige Dreifaltigkeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kirchen und Kapellen. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  2. Kindergarten Heilige Dreifaltigkeit mit naturnaher Gruppe. Abgerufen am 11. Dezember 2025.
  3. Die Hauptorgel auf www.organindex.de, abgerufen am 12. Dezember 2025.
  4. Die Chororgel auf www.organindex.de, abgerufen am 12. Dezember 2025.

Koordinaten: 47° 51′ 2,3″ N, 12° 3′ 42,6″ O