Weißenhaid

Weißenhaid
Koordinaten: 50° 5′ N, 11° 51′ O
Höhe: 636 m ü. NHN
Einwohner: 96 (31. Dez. 2020)[1]
Postleitzahl: 95163
Vorwahl: 09253

Weißenhaid ist ein Gemeindeteil der Stadt Bad Weißenstadt im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[2] Weißenhaid liegt in der Gemarkung Voitsumra.[3]

Geographie

Das Dorf bildet mit Zechenhaus und Schönlind im Osten eine geschlossene Siedlung. Diese liegt nördlich des Weißenstadter Forst-Süd am Fuße des Schneeberges (1051 m ü. NHN). Durch den Ort fließt der Zinnbach. Die Kreisstraße WUN 1/BT 13 zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 303 bei der Höhenklinik Bischofsgrün (4 km südwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2180 bei Bad Weißenstadt (2,2 km nordwestlich). Die Kreisstraße WUN 2 nach Voitsumra zur St 2180 (1,5 km nördlich). Ein Anliegerweg führt zur Weißenhaider Mühle (0,4 km südwestlich). Unmittelbar südlich von Weißenhaid liegt das ehemalige Zinnerzbergwerk, das als Geotop ausgezeichnet ist.[4]

Geschichte

Der Ort wurde im Jahr 1317 als „Wizzenheyde“ erstmals urkundlich erwähnt: Berthold von Henneberg gaben u. a. diesen Ort als Reichsafterlehen an die Herren von Hirschberg weiter. 1408 war „Wizzenhaide“ in den Händen der Burggrafschaft Nürnberg. In deren Rechtsnachfolge gelangte es an Brandenburg-Kulmbach. Es lag im Fraischbezirk des Sechsamtes Weißenstadt. 1499 bestand Weißenhaid aus zwei Höfen und zwei Halbhöfen. Außerdem gab es ein sehr ertragreiches Zinnbergwerk und zwei Hammerwerke. 1676 bestand der Ort aus sechs Halbhöfen und einem Hirtenhaus.[5]

Von 1797 bis 1810 unterstand Weißenhaid dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[6] Mit dem Gemeindeedikt wurde der Ort dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Voitsumra[7] und der mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstandenen Ruralgemeinde Voitsumra zugeordnet. 1836 brannte bei einem Großband das halbe Dorf ab.[5] Am 1. Januar 1978 wurde Weißenhaid im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Weißenstadt eingemeindet.[8]

Einwohnerentwicklung

Jahr 001818 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002020
Einwohner  *123 194 169 156 142 156 144 98 112 108 96
Häuser[9] 27 26 27 28 28 31
Quelle [7] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [1]
* 
inklusive Zechenhaus

Religion

Weißenhaid ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakobus (Bad Weißenstadt) gepfarrt.[16]

Literatur

Fußnoten

  1. a b Einwohnerzahlen aus der Bestandsstatistik zum 31.12.2020. (PDF) Abgerufen am 29. Oktober 2025.
  2. Stadt Weißenstadt, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 29. Oktober 2025.
  3. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 29. Oktober 2025.
  4. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 29. Oktober 2025 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  5. a b Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 214f.
  6. Addreßhandbuch für die Fränkischen Fürstenthümer Ansbach und Bayreuth. Verlag der beiden Waisenhäuser, Ansbach und Bayreuth 1801, OCLC 869860275, S. 288 (Digitalisat).
  7. a b A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, OCLC 165644543, S. 136 (Digitalisat).
  8. Bad Weißenstadt > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 29. Oktober 2025.
  9. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1885 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  10. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 961, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  11. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1135, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1076 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1136 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1173 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1010 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 742 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 166 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 321 (Digitalisat).