Walentina Petrowna Markowa
Walentina Petrowna Markowa (russisch Валентина Петровна Маркова, wissenschaftliche Transliteration Valentina Petrovna Markova; * 1907 bei Barnaul, Russisches Kaiserreich; † Dezember 1941 in Leningrad) war eine sowjetisch-russische Malerin.[1]
Leben
Markowa wurde 1907 in der Nähe von Barnaul als Tochter eines Büroangestellten geboren. Nach Familienüberlieferung war ihr eigentlicher Vater aber vermutlich ein unbekannter Engländer, der aufgrund der britischen Goldschürfrechte in der Region dort lebte. In Barnaul studierte sie 1918–20 unter Jelena Korowaj.[1]
Markowa zog vermutlich 1925, vielleicht auch erst 1927, nach Taschkent, wo sie eine künstlerische Ausbildung erhielt und für die Zeitschrift Prawda Wostoka (Правда Востока) und den Usbekischen Staatsverlag arbeitete. Teilweise hielt sie auch in Buchara und Samarkand auf. 1930 schloss sie sich einer Gruppe zentralasiatischer Künstler an, darunter Michail Gaidukewitsch, Nikolai Karachan, Viktor Ufimtzew und anderer. Ihre wichtigsten Werke stammen aus dieser Periode. Sie schuf Porträts, Landschaften und Tierstudien, sowie eine große Menge Selbstporträts.[1]
Mitte der 1930er Jahre lernte sie den Turkologen Wladimir Nikonowitsch Kasakow kennen. Das Paar heiratete und ging zusammen nach Leningrad. In dieser Zeit geriet sie in eine künstlerische Krise. Für einige Zeit war sie stark von Pawel Filonow und seiner Schule beeinflusst und erlitt aufgrund dessen Abweichungen von der offiziellen Linie staatlich verordneter Kunst Repressionen. In der Folgezeit skizzierte sie viel nach der Natur und wandte sich insgesamt einem stärkeren Naturalismus zu.[1]
Ihre künstlerische Laufbahn wurde durch ihren Tod 1941 jäh unterbrochen. Sie starb bei der Bombardierung Leningrads durch die deutsche Luftwaffe.[1]
Der Großteil ihres erhaltenen Werkes befindet sich im Kunstmuseum der Republik Karakalpakistan „I. W. Sawizki“ in Nukus. Weitere Werke sind im Museum der Künste Usbekistans in Taschkent, im Russischen Museum und im Nachlass (Sammlung D. A. Kaufman) überliefert.[1]
Werke (Auswahl)
- Zwei Personen mit einer Lampe, Anfang 1930er Jahre, Stift und Tinte auf Papier, 36 × 25,4 cm, Sankt Petersburg, Sammlung D. A. Kaufman
- Porträt einer Frau mit Schleier (Mutter der Künstlerin), Mitte 1930er Jahre, Öl und Pastel auf Karton, 52,5 × 37,5 cm, Sankt Petersburg, Sammlung D. A. Kaufman
- Porträt W. N. Kasakow, Ehemann der Künstlerin, 1930er Jahre, Buntstift und Tinte auf Papier, 28 × 20,8 cm, Taschkent, Sammlung I. Bulkina
- Porträt E. A. Tschernjaski, 1930er Jahre, Öl auf Karton, 94,5 × 66,5 cm, Nukus, Kunstmuseum der Republik Karakalpakistan „I. W. Sawizki“
- Stilleben mit Fächer, 1930er Jahre, Öl auf Leinwand, 36 × 52,5 cm, Sankt Petersburg, Sammlung D. A. Kaufman
-
Zwei Personen mit einer Lampe, frühe 1930er
-
Porträt W. N. Kasakow, 1930er
-
Stilleben mit Fächer, 1930er
Literatur
- Dalila Kaufman: Markova, Valentina Petrovna. In: Homage to Savitsky. Collecting 20th-Century Russian and Uzbek Art. Stuttgart 2015, S. 110–115 (siehe auch die Kurzbiografie auf S. 207).