Nikolai Georgijewitsch Karachan

Nikolai Georgijewitsch Karachan (russisch Николай Георгиевич Карахан, wissenschaftliche Transliteration Nikolaj Georgievič Karahan, armenisch Նիկոլայ Գեորգիևիչ Կարահան; * 1900 in Nachitschewanik (Naxçıvanlı) in Nagorno-Karabach, Russisches Kaiserreich; † 1970) war ein sowjetisch-armenischer Maler, der in Taschkent lebte und arbeitete.[1]

Leben

Karachan wurde 1900 im Dorf Nachitschewanik in Nagorno-Karabach geboren. Die Familie zog später nach Taschkent, wo er von 1918 bis 1921 die Regionale Volkskunstschule Turkestan unter A. W. Isupow und S. P. Judin besuchte. 1921 wurde er in die Rote Armee berufen, wo er bis 1924 als Künstler in der Kunstabteilung der Garnison Fergana arbeitete. Dort schuf er Panele für Klubs, Poster und Bühnenbilder für Veranstaltungen. Karachan führte seinen frühen Malstil, insbesondere die Verwendung populärer Motive und der plakative Farbeinsatz, auf seine Zeit bei der Armee zurück.[1]

1925–34 lehrte er Zeichnen an der Turkmenischen Pädagogischen Hochschule. Während der Zeit von 1926 bis 1929 war er Mitglied der Vereinigung der Künstler des revolutionären Russlands. Von 1934 bis 1941 lehrte er Malerei an der Taschkenter Kunstschule.

Anfang der 1930er Jahre war er Teil einer Gruppe von jungen Künstlern um Alexander Wolkow. Dieser sogenannten „Wolkow-Brigade“ gehörten auch Oʻrol Tansiqboyev, Alexander Podkowyrow und Pjotr Schtschegoljew an. Seine besten Werke entstanden unter dem Einfluss Wolkows, ohne dass er dessen Stil imitierte. Neben Wolkow arbeitete er auch mit Robert Falk und Michail Kursin zusammen.[1]

Werke (Auswahl)

  • Lehmmauern, 1920er Jahre, Öl auf Leinwand, 28,5 × 37,5 cm, Taschkent, Sammlung A. Kusibajew
  • Los zur Arbeit, 1929
  • Fabrikschornsteine, 1929
  • Auf dem Registan, Ende 1929, Öl auf Leinwand, 51,5 × 79,5 cm, Nukus, Kunstmuseum der Republik Karakalpakistan „I. W. Sawizki“
  • Bau eines Dammes, 1932, Öl auf Leinwand, 72 × 85 cm, Moskau, Stiftung Mardjani
  • In der Fabrik, Anfang 1930er Jahre, Öl auf Leinwand, 139 × 97 cm, Nukus, Kunstmuseum der Republik Karakalpakistan „I. W. Sawizki“
  • Verlegung von Wasserleitungen, Anfang 1930er Jahre, Öl auf Leinwand, Nukus, Kunstmuseum der Republik Karakalpakistan „I. W. Sawizki“
  • Bau einer Straße, Anfang 1930er Jahre
  • Bewässerer, Anfang 1930er Jahre
  • Baustelle, undatiert, Öl auf Leinwand, Nukus, Kunstmuseum der Republik Karakalpakistan „I. W. Sawizki“

Literatur

  • Nigora Akhmedova: Karakhan, Nikolai Georgievich. In: Homage to Savitsky. Collecting 20th-Century Russian and Uzbek Art. Stuttgart 2015, S. 90–95 (siehe auch die Kurzbiografie auf S. 206).
Commons: Nikolai Georgijewitsch Karachan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Nigora Akhmedova: Karakhan, Nikolai Georgievich. In: Homage to Savitsky. Collecting 20th-Century Russian and Uzbek Art. Stuttgart 2015, S. 90–95 (siehe auch die Kurzbiografie auf S. 206).