Jelena Ljudwigowna Korowaj
Jelena Ljudwigowna Korowaj (russisch Елена Людвиговна Коровай, wissenschaftliche Transliteration Elena Lûdvigovina Korovaj; * 1901; † 1974) war eine sowjetisch-russische Künstlerin.[1]
Leben
Korowaj wurde 1901 als Tochter einer aristokratischen Familie geboren. Sie studierte 1914 bis 1917 an der Schule der Kaiserlichen Gesellschaft für die Förderung der Bildenden Künste in Sankt Petersburg. Ihr Lehrer war der berühmte Maler und Grafiker Iwan Bilibin. Sie lehrte am Atelier für Kunst und Industrie der Provinz Altai in Irkutsk. 1920 beteiligte sie sich am Aufbau des Museum für künstlerische Kultur. Sie studierte 1920 bis 1923 als Gaststudentin an der WChUTEMAS.[1]
In den 1930er Jahren war sie an der Gründung des Standortes Samarkand der Union der Künstler beteiligt und arbeitete an verschiedenen Theatern in Usbekistan. In Samarkand arbeitete sie auch in der Isofabrika und nahm an Ausstellungen teil und schrieb und entwarf Kinderbücher.[1]
Während des Zweiten Weltkriegs lernte sie Wladimir Faworski kennen, der nach Samarkand evakuiert worden war. 1946 zog sie nach Moskau. In den 1950er Jahren assistierte sie Faworski bei dessen Mosaik für die Sowjetische Botschaft in Warschau. Ende der 1950er Jahre kehrte sie zur Malerei zurück.[1]
Neben Sankt Petersburg lebte Korowaj zeitweise auch in Woronesch, Harbin, Barnaul, Moskau, verschiedenen Städten im Kaukasus, auf der Krim und in Usbekistan. Neben ihrer Tätigkeit als Malerin und Zeichnerin widmete sie sich regelmäßig auch anderen Genres, wie Musik, Poesie und Theater.[1]
Werke (Auswahl)
- Basar, 1920er Jahre, Gouache auf Karton, 35,5 × 45,5 cm, Nukus, Kunstmuseum der Republik Karakalpakistan „I. W. Sawizki“
- Matrose, 1960, Gouache und weißes Pigment auf Papier, 58,5 × 46,5 cm, Moskau, Privatsammlung
- Porträt der Kunsthistorikerin Rimma Jeremjan, Anfang 1960er Jahre, Tempera auf Papier, montiert auf Karton, 69 × 57 cm, Moskau, Sammlung I. G. Korowaj
Literatur
- Korovay, Elena Ludwigovna. In: Homage to Savitsky. Collecting 20th-Century Russian and Uzbek Art. Stuttgart 2015, S. 96–99, 206 (siehe auch die Kurzbiografie auf S. 206).