Wöllaner Nock

Wöllaner Nock
Wöllaner Nock (links, Südansicht) von Tassach (Gemeinde Afritz am See) aus gesehen
Höhe 2145 m ü. A.
Lage Kärnten, Österreich
Gebirge Nockberge, Gurktaler Alpen
Dominanz 8,1 km → Moschelitzen
Schartenhöhe 1042 m ↓ südöstl. Rottenstein
Koordinaten 46° 46′ 36″ N, 13° 49′ 42″ O
Gestein quarzitischer Phyllit
Alter des Gesteins Paläozoikum
pd5

Der Wöllaner Nock ist der 2145 m ü. A. hohe Gipfel eines gleichnamigen Bergmassivs der Nockberge in Kärnten. Ein Teil des Skigebiets Bad Kleinkirchheim liegt an seiner Nordflanke.

Berg und Umgebung

Das Bergmassiv liegt zwischen dem Gegendtal im Südwesten, der Teuchen im Süden, einem Abschnitt des Gurktals im Nordosten und dem dem Bad Kleinkirchheimer Tal im Norden. Der namensgebende Gipfel befindet sich im westlichen Drittel des Bergmassivs, nach Osten fällt ein rund 15 km langer Bergrücken mit einigen schwach ausgeprägten Gipfeln bzw. Kuppen bis ins Tal der Tiebel nordwestlich von Himmelberg ab. Gemeinden mit Anteil am Wöllaner Nock bzw. seinem östlichen Ausläufer sind Reichenau, Gnesau und Himmelberg im Bezirk Bezirk Feldkirchen, Arriach und Feld am See im Bezirk Villach-Land sowie Radenthein (zu einem sehr kleinen Anteil) und Bad Kleinkirchheim im Bezirk Spittal an der Drau. Die Grenzen der drei genannten Bezirke treffen an einem Sattel zwischen dem Hauptgipfel und der nördlich davon gelegenen Kaiserburg (2055 m) aufeinander, der Hauptgipfel liegt am Gebiet der Gemeinde Arriach und ist ihr höchster Punkt. Rund um den Hauptgipfel gruppiert sich eine Reihe niedrigerer Gipfel und Kuppen, u. a. der Vordere Wöllaner Nock (2090 m), der mit dem Hauptgipfel einen aus vielen Blickrichtungen charakteristischen „Doppelgipfel“ bildet, sowie Tobitscher (1904 m), Kolmnock (1845 m), Kaiserburg (2055 m), Lichteben (1918 m) und Buchskopf (1865 m). Vom Buchskopf aus fällt der eingangs erwähnte Rücken gemächlich Richtung Osten ab, erwähnenswert ist in diesem Bereich die Kuppe / Flur Dürrer Baum (1771 m), in derer Umgebung sich einige kleine Tümpel befinden, und als östlichster markanter Gipfel der Hoferalmkopf (1631 m).[1] Der geographische Mittelpunkt Kärntens befindet sich südwestlich unterhalb des Buchskopfs, oberhalb des zu Arriach gehörenden Weilers Laastadt.[2]

Laut der Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis bildet das Massiv des Wöllaner Nocks in den eingangs beschriebenen Umgrenzungen eine von acht Gebirgsgruppen der Nockberge.[3] Für eine detailliertere Beschreibung dieses Systems siehe den entsprechenden Abschnitt im Artikel über die Nockberge.

Etymologie

Der Name des Berges leitet sich von der auf seiner Südflanke im Gemeindegebiet von Arriach gelegenen Ortschaft Wöllan (Ober- und Unterwöllan; urkundlich 1299 erwähnt als auf dem Welein) ab. Zugrundliegen dürfte ein slawischer Personenname, der als *Velenъ oder ähnlich rekonstruiert wird.[4]

Naturraum

Die Hänge nördlich unter dem Hauptgipfel des Wöllaner Nocks (d. h. die Gemeindegebiete von Radenthein, Bad Kleinkirchheim und Reichenau) gehören zum Randgebiet („Entwicklungszone“) des Biosphärenpark Nockberge,[5] gleichwohl liegen hier Teile des Skigebiets Bad Kleinkirchheim. Insbesondere die Süd- und Westseite des Berges sind besiedelt und ihre Ökologie folglich durch menschliche Aktivitäten (Rodung zur Gewinnung von Bau- und Weideland) beeinflusst. In feuchten Gräben und tiefen Lagen kommen insbesondere am Südrand der Nockberge Laubmischwälder vor – eventuell handelt es sich bei diesen Flächen um ehemalige Wiesen und Weiden, auf denen sich nach Rückgang der Bewirtschaftung ein neues Ökoystem entwickelte. Darüber dominieren Fichtenwälder bzw. wirtschaftlich genutzte Fichtenforste. In der höher liegenden subalpinen Stufe mischen sich zunehmend Lärchen zwischen die Fichten, insbesondere zwischen 1700 und 1900 m dominieren diese. Die Wälder können in den Nockbergen in geschützten Lagen Höhen bis 2200 m erreichen (s. g. orographische Waldgrenze), sind aber aufgrund von Rodung zur Schaffung von Almweiden auch am Wöllaner Nock zumeist auf 1900 m beschränkt (s. g. anthropogene Waldgrenze).[6] In den höherlegenenen Bereichen bilden die lichter werdenden Wälder einen Unterwuchs aus Alpenrosen, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Rauschbeeren, Heidekraut und vereinzelt Alpen-Wacholder aus, der als Zwergstrauchheide über die Waldgrenze hinausreicht. Oft sind diese Heiden Indiz für einen ehemals höher hinaufreichenden Wald.[7]

Der Wöllaner Nock gehört zu jenem östlichen Teil der Nockberge, der von der zum Oberostalpin gehörende Gurktaler Decke (vgl. Tektonische Decke) gebildet wird. Diese besteht aus nur schwach metamorphen Gesteinen des Paläozoikums und der Variszischen Gebirgsbildung. Hier kommen u. a. Phyllite, Quarzite, Diabase, Grünschiefer und Dolomitmarmore vor.[8]

Wege

Neben mehreren lokalen Wanderwegen führt auch der Salzsteigweg, ein Österreichischer Weitwanderweg vom Böhmerwald nach Arnoldstein, über den Gipfel des Wöllaner Nocks.

Literatur

  • Alexander Kimmer, Helmut Lang, Gerhard Baumhackl: Nockberge Biosphärenpark – Gurktaler Alpen – Maltatal. 51 Touren. Mit GPS-Daten. 7. Auflage. Bergverlag Rother, Oberhaching 2023, ISBN 978-3-7633-4512-0, S. 122–125; 138–139.
  • Helmut Zwander: Die Nockberge. Ein Natuführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, ISBN 978-3-85328-058-4.
Commons: Wöllaner Nock – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Alle Informationen zu Höhen und Grenzverläufen entstammen dem amtlichen Kärntner Geografischen Informationssystem
  2. Mittelpunkt Kärnten. In: kleindenkmaeler.at/. Abgerufen am 30. Dezember 2025.
  3. Günter Stummer, Lukas Plan: Handbuch zum Österreichischen Höhlenverzeichnis inklusive bayerischer Alpenraum. Hrsg.: Verband Österreichischer Höhlenforscher und karst- und höhlenkundliche Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien (= Speldok 10). Wien 2002, S. 95 (hoehle.org [PDF; 2,0 MB; abgerufen am 26. August 2025]).
  4. Heinz-Dieter Pohl: Zu den Namen der Nockberge. In: Helmut Zwander (Hrsg.): Die Nockberge. Ein Natuführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, S. 19.
  5. Der Biosphärenpark Nockberge. In: biosphaerenparknockberge.at. 2. Juni 2022, abgerufen am 17. November 2025.
  6. Wilfried Robert Franz, Helmut Hartl, Gerfried Horand Leute: Botanik. In: Helmut Zwander (Hrsg.): Die Nockberge. Ein Naturführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, S. 101–108.
  7. Wilfried Robert Franz, Helmut Hartl, Gerfried Horand Leute: Botanik. In: Helmut Zwander (Hrsg.): Die Nockberge. Ein Naturführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, S. 120 f.
  8. Friedrich Hans Ucik: Geologie. In: Paul Mildner, Helmut Zwander (Hrsg.): Kärnten – Natur. Die Vielfalt eines Landes im Süden Österreichs. 2., erweiterte Auflage. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 1999, S. 62 f.