Victor Arlin
Victor Jean Clément Arlin (* 14. Juni 1868 in Lyon; † um 1951) war ein französischer Bildhauer und Maler.[1][2]
Leben
Victor Arlin wurde als Sohn des Malers Jean-Claude Arlin, genannt Joanny Arlin, geboren. Ab 1884 studierte er zunächst Malerei bei Jean-Baptiste Poncet, einem Schüler von Hippolyte Flandrin, an der École des Beaux-Arts in Lyon. Ab 1887 studierte er Bildhauerei bei Charles Dufraine. Aufgrund seiner Leistungen erhielt er ein Stipendium, um seine Studien in Paris fortzusetzen. Dort arbeitete er in den Ateliers von Jean-Paul Laurens, Benjamin Constant und Albert Maignan und wurde mehrfach ausgezeichnet. Er nahm regelmäßig an Ausstellungen teil, insbesondere am Pariser Salon des Artistes Français sowie an Ausstellungen der Société lyonnaise des beaux-arts. Er war bis in die frühen 1950er Jahre künstlerisch aktiv. Sein Todesjahr wird mit 1951 angegeben.
Werk
Victor Arlin trat zunächst als Bildhauer mit lebensnahen Porträtbüsten in Erscheinung, wandte sich jedoch bald auch der Malerei zu. Zu seinen frühen ausgestellten Werken zählen Porträts sowie historisch kostümierte Darstellungen, darunter mehrere Arbeiten mit Bezügen zur Epoche Ludwigs XIII. Im Jahr 1901 erhielt er für das Gemälde Episode de la fuite en Égypte beim Pariser Salon des Artistes Français eine Auszeichnung. Das Werk zeigt eine nächtliche Szene, deren Lichtführung an die Malerei seines Vaters sowie an die seines Lehrers Poncet erinnert. Nach Abschluss seiner Studien bereiste Victor Arlin Algerien, wo Landschaftsskizzen mit differenzierter Farbgebung entstanden, die Beachtung fanden. Neben Porträts bildeten Landschaften einen Schwerpunkt seines Schaffens, darunter Darstellungen aus den Regionen Allier, Bourbon-Lancy, Isère und Côte-d’Or. Er arbeitete auch als Aquarellist. Spätere Werke wie das venezianische Aquarell Crépuscule sur la lagun” zeugen von einer bis zum Ende seiner Laufbahn bewahrten Bindung an den Luminarismus seines Vaters. Seine Arbeiten signierte er mit „Arlin“.
Literatur
- Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 2, Wilhelm Engelmann, Leipzig 1908.
- Henry Jouë: Dictionnaire, annuaire et album du Rhône, Lyon 1899.
- Charles-Éloi Curinier: Dictionnaire national des contemporains, Band 5, Paris 1906.
- Édouard-Joseph: Dictionnaire biographique des artistes contemporains, Band 1, Paris 1930.
- Jean Maitron: Dictionnaire de biographie française, Band 3, Paris 1939.
- Emmanuel Bénézit: Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs, Band 1, Paris 1976.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of Artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris, 2006.
Einzelnachweise
- ↑ Victor Arlin (923) | Musée d'Orsay. Abgerufen am 19. Dezember 2025.
- ↑ Emmanuel Bénézit: Dictionary of Artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris 2006.