Charles Dufraine

Charles Dufraine (* 25. Oktober 1827 in Saint-Germain-du-Plain, Département Saône-et-Loire; † 2. Februar 1900 in Lyon) war ein französischer Bildhauer. Er schuf vorwiegend religiöse Bauplastiken und Porträtbüsten und prägte damit die kirchliche Skulptur im Großraum Lyon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.[1]

Leben

Charles Dufraine wurde 1827 in Saint-Germain-du-Plain geboren. Im Jahr 1848 ging er nach Lyon, wo er Mitarbeiter von Guillaume Bonnet wurde und an der École des Beaux-Arts Schüler von James André Vibert war. Zwischen 1863 und 1867 leitete er das Atelier des Architekten Pierre Bossan in Valence im Département Drôme. In dieser Zeit sowie später arbeitete er eng mit Bossan zusammen, ebenso mit Thomas-Joseph Armand-Calliat und Louis Jean de Sainte-Marie Perrin, insbesondere im Zusammenhang mit der Ausstattung der Basilika Notre-Dame-de-Fourvière in Lyon. Charles Dufraine beteiligte sich an bauplastischen Dekorationen bedeutender öffentlicher Gebäude, darunter des Palais du Commerce in Lyon im Jahr 1861 und der Préfecture du Rhône im Jahr 1890. Von 1884 bis 1900 lehrte er an der École des Beaux-Arts in Lyon. Zu seinen Schülern zählten unter anderem Jean Chorel und Jean-Baptiste Larrivé. Er war insbesondere in der Provinz als Bildhauer religiöser Werke bekannt und geschätzt. Charles Dufraine starb am 2. Februar 1900 in Lyon.[1]

Werk

Der Großteil der Werke von Charles Dufraine sind religiöse Skulpturen und Porträtbüsten. Er schuf zahlreiche Altäre, Hochreliefs, Statuen und dekorative Plastiken für Kirchen, Kapellen und öffentliche Gebäude. Zu seinen Arbeiten für die Kirche von Ars-sur-Formans gehören Skulpturen der Muttergottes, des Jesuskindes sowie mehrerer Heiliger und Engel. Für die Kirche Notre-Dame in Bourg-en-Bresse schuf er den Hauptaltaraufsatz und für die Kirche in Couzon den Hochaltar. In der Basilika Notre-Dame-de-Fourvière in Lyon stammen unter anderem ein Hochrelief im Fronton, Skulpturen in der Krypta, Reliefs in der Kapelle Notre-Dame de la Compassion sowie Darstellungen der Mariä Himmelfahrt in der Kapelle de l’Assomption von ihm.[1]

Weitere bedeutende Werke sind das Tympanonportal der Kirche Saint-Georges in Lyon mit dem Drachenkampf des heiligen Georg, die Figuren des heiligen Petrus und des Evangelisten Johannes am Hauptportal derselben Kirche, die Herz-Jesu-Statue für die Kirche Saint-Vincent und eine Pietà für die Kapelle des Hôpital Saint-Joseph, beide in Lyon. Zudem schuf er Grabdenkmäler und Porträtbüsten, darunter die Bronzebüste des Malers Jean-Baptiste Chatigny für dessen Grabmal sowie die Büste des Pfarrers Aeschimann. Neben sakralen Werken entstanden auch profane, dekorative Skulpturen, etwa für das Palais du Commerce und die Préfecture du Rhône in Lyon. Dufraine war außerdem ständiger Mitarbeiter des Goldschmieds Thomas-Joseph Armand-Calliat und lieferte Entwürfe für kirchliche Ausstattungsstücke.[1]

Literatur

  • Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 10, E. A. Seemann, Leipzig, 1914.
  • Stanislaw Lami: Dictionnaire des sculpteurs de l’école française au dix-neuvième siècle, Band II, Paris, 1916.
  • Louis Maynard: Dictionnaire des lyonnaiseries, Lyon, 1932.
  • Élisabeth Hardouin-Fugier: Miniguide de Fourvière, Lyon, 1983.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris, 2006.
Commons: Charles Dufraine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris 2006.