Jean-Claude Arlin

Jean-Claude Arlin, genannt Joanny Arlin (* 5. Januar 1830 in Lyon; † 7. April 1906 ebenda), war ein französischer Maler und Zeichner, der vorwiegend als Landschaftsmaler tätig war.[1]

Leben

Jean-Claude Arlin wurde als Sohn eines Bauern geboren und war ein Neffe des Goldschmieds Melchior Drut. Bis in die 1870er Jahre arbeitete er als Seidenfabrikant und widmete sich in dieser Zeit der Malerei als Amateur. Erst nach und nach verlagerte er seinen Schwerpunkt vollständig auf die künstlerische Tätigkeit. Jean-Claude Arlin arbeitete bevorzugt nach der Natur und begleitete andere Landschaftsmaler bei ihren Exkursionen. Um 1881 erwarb er ein Atelier in der Lyoner Vorstadt Montchat, wo er sich intensiv der Malerei widmete. 1887 war er Mitbegründer der Société lyonnaise des beaux-arts, die den bisherigen Salon de Lyon ablöste. Seit 1867 stellte er regelmäßig in Lyon aus und war auch auf dem Pariser Salon vertreten. Erst ab den frühen 1890er Jahren fand sein Werk stärkere Beachtung durch die Lyoner Kunstkritik, nachdem er 1892 im Salon von Lyon mit einer Medaille ausgezeichnet worden war. Jean-Claude Arlin war der Vater des Malers Jean-Clément-Victor Arlin.[1]

Werk

Jean-Claude Arlin widmete sich hauptsächlich der Landschaftsmalerei. Er arbeitete mit verschiedenen Techniken wie Aquarell, Kohle, Tusche und Öl. Seine bevorzugten Arbeitsgebiete lagen in der Dauphiné, insbesondere in den Regionen um Optevoz, Crémieu, Creys und Morestel, aber auch in den Dombes, im Bugey, in der Ardèche, in der Bourgogne und zeitweise in Nordafrika.[1]

Charakteristisch für seine Landschaften sind ebene Felder, in denen kaum Einzelformen hervorgehoben werden. Ein zentrales Thema seines Werkes ist die Darstellung von Lichtstimmungen, insbesondere von Gewittern, Sonnenuntergängen und vor allem von Mondlicht, das zu seiner besonderen Spezialität wurde. Viele seiner Bildtitel benennen den dargestellten Zeitpunkt oder die Lichtverhältnisse präzise, etwa Sonnenuntergang bei Regen oder Mondaufgang zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten.[1]

Obwohl Jean-Claude Arlin sich intensiv mit Lichtwirkungen beschäftigte, näherte er sich nicht dem Impressionismus an, sondern blieb stilistisch der Schule von Barbizon verbunden. Neben Landschaftsgemälden schuf er auch dekorative Arbeiten für öffentliche Gebäude. Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Gemälde Le Soir à Saint-Paul de Varax, das sich im Besitz der Stadt Lyon befindet.[1]

Literatur

  • Ulrich Thieme, Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band 2, Wilhelm Engelmann, Leipzig, 1908.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs, Band 1, Paris, 1976.
  • André Schurr: Les petits maîtres de la peinture, Band 5, Paris, 1981.
  • Élisabeth Hardouin-Fugier, Étienne Grafe: Paysagistes lyonnais du XIXe siècle, Lyon 1984.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris, 2006.

Einzelnachweise

  1. a b c d e Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris 2006.