The Mendelssohn-Project
| The Mendelssohn-Project | ||||
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| Livealbum von Annie Bloch & Emily Wittbrodt | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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| Label(s) | STSSTS | |||
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Format(e) |
CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
6 | |||
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35:55 | ||||
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Besetzung |
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Aufnahmeort(e) |
Liebfrauenkirche, Hamm | |||
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The Mendelssohn-Project ist ein Musikalbum von Annie Bloch und Emily Wittbrodt. Die 2024 in der Liebfrauenkirche in Hamm entstandenen Aufnahmen erschienen am 27. Juni 2025 auf dem Label STSSTS.
Hintergrund
Die in Köln lebende deutsche Organistin, Komponistin, Improvisatorin und Singer-Songwriterin Annie Bloch und die Cellistin, Komponistin und Improvisationsmusikerin Emily Wittbrodt dekonstruieren und rekomponieren das Präludium und die Fuge in c-Moll für Orgel des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (MWV W 21), ein Werk, das das kompositorische Erbe Johann Sebastian Bachs würdigt.
Das Mendelssohn-Projekt wird durch eine werkgetreue Interpretation von Mendelssohn Bartholdys „Präludium und Fuge in c-Moll op. 37 Nr. 1“ durch den Organisten Ralf Borghoff (Dekanatskirchenmusiker der Erzdiözese Paderborn in Erwitte) zusammen mit Wittbrodt eingeleitet. Die folgenden sieben Variationen, komponiert und gespielt von Bloch und Wittbrodt, nehmen Mendelssohn Bartholdys Komposition als Ausgangspunkt und versuchen, mit ihrer Zeitauffassung zu spielen und ihre Motive durch ihre eigene Ästhetik und Sprache zu öffnen und zu erweitern, notierte Eyal Hareuveni. Das Album wurde in der Liebfrauenkirche in Hamm aufgenommen und nutzt die akustischen Eigenschaften ihres Raumes als integrales Element in Blochs und Wittbrodts Variationen.
Titelliste
- Annie Bloch & Emily Wittbrodt: The Mendelssohn-Project (STSSTS 29)
- Präludium in c-Moll op. 37 Nr. 1 (Mendelssohn Bartholdy) 4:34
- I 2:29
- II 7:59
- III 3:54
- IV 4:23
- V 2:02
- VI 4:37
- VII 5:57
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Annie Bloch & Emily Wittbrodt.
Rezeption
Ihre Perspektiven auf Mendelssohn Bartholdys Kompositionen würden durch Zitate aus den Originalkompositionen gewürzt und von ihren eigenen Erfahrungen mit klassischer und zeitgenössischer Musik, Jazz, freier Improvisation und Folkmusik gespeist, schrieb Eyal Hareuveni (Salt Peanuts). Sie würden die Musik organisch in meditative Klanglandschaften, experimentelle Drones, provokante Improvisationen und eingängige, liedhafte Formen münden lassen, die die bleibende Schönheit von Mendelssohn Bartholdys Kompositionen sowie den freien Geist von Bloch und Wittbrodt betonen.[1]
Felix Mendelssohns Geist hätte wohl nie damit gerechnet, zu einer Séance in einer Pfeifenorgel eingeladen zu werden, doch hier sei er nun und halle durch die verrauchten Korridore des „Mendelssohn-Projekts“, wo Formalismus des 19. Jahrhunderts auf disziplinierten Unfug trifft, meinte Vito Camarretta (Chain DKL). Diese Zusammenarbeit von Annie Bloch und Emily Wittbrodt – zwei unerschrockenen Klangkartografinnen aus Köln – würde das Gerüst von Mendelssohns „Präludium und Fuge in c-Moll“ nehmen und ihm ganz neuen Atem einhauchen, wobei sie keuchen, seufzen, rebellieren und gelegentlich in ekstatisches Gelächter ausbrechen würden. Bei Track VII sei klar, dass die ursprüngliche Fuge längst verschwunden sei und durch etwas viel Interessanteres ersetzt wurde: eine gemeinsame Sprache, die in den Zwischenräumen zwischen Struktur und Intuition, Zitat und Erfindung, Ehrfurcht und Rebellion lebe. Das Duo interpretiere Mendelssohn nicht einfach neu – es übersetzte ihn in ein Idiom der Gegenwart. Letztendlich gehe es bei The Mendelssohn-Project weniger um Mendelssohn als vielmehr darum, was es bedeutet, Klang zu erben. „Was tun wir mit der musikalischen Vergangenheit? Sie imitieren? Sie zerstören? Leise mit ihr sprechen und auf eine Antwort warten?“ Bloch und Wittbrodt hätten sich für Letzteres entschieden – und damit eine der betörendsten und seltsam berührendsten Alben des Jahres geschaffen. Es sei ein stiller Akt musikalischer Archäologie mit einem verschmitzten Grinsen und einer großzügigen Seele.[2]
Weblinks
- the mendelssohn-project von Annie Bloch. In: Bandcamp. 27. Juli 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ Eyal Hareuveni: Annie Bloch & Emily Wittbrodt: The Mendelssohn-Project. In: Salt Peanuts. 4. August 2025, abgerufen am 12. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Vito Camarretta: Annie Bloch & Emily Wittbrodt: The Mendelssohn-Project. 20. Juli 2025, abgerufen am 12. Oktober 2025 (englisch).