Emily Wittbrodt
Emily Anine Wittbrodt (* 1994 in Bonn) ist eine deutsche Musikerin (Violoncello, Komposition), die auch als Improvisationsmusikerin tätig ist.
Leben und Wirken
Wittbrodt, die 2012 ihr Abitur am Bonner Erzbischöflichen Clara-Fey-Gymnasium ablegte,[1] studierte Cello in Düsseldorf, Essen und Helsinki bei Gotthard Popp, Alexander Hülshoff, Laurentiu Sbarcea sowie Hannu Kiiski und Marko Ylönen. 2017 schloss sie ihr Bachelorstudium an der Folkwang Universität der Künste mit Auszeichnung ab.[2] Anschließend absolvierte sie ein Jazzstudium an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.[3]
Wittbrodt trat zwischen 2016 und 2020 regelmäßig im Duo mit dem Pianisten Eugenio Catone auf. Konzerte führen sie nach Italien und durch Deutschland.[2] Ein Schwerpunkt von Wittbrodts künstlerischem Schaffen liegt auf der Improvisation und interdisziplinären Arbeit. Im Duo Dialog arbeitet sie mit der Tänzerin Antonia Stäcker.[4] Sie schuf Musiken zu Tanz- und Theaterproduktionen und wirkte an der Uraufführung neuer Werke mit.[5]
Seit 2018 gehört Wittbrodt zur Großformation The Dorf und ist auf mehreren Alben mit der Gruppe zu hören. Mit Marie Daniels, Julia Brüssel und Maria Trautmann, die alle bei The Dorf spielen, formierte sie 2018 das Improvisationsquartett Hilde,[6] mit dem die Alben Open (2020) und Tide (2024) entstanden. Gemeinsam mit Edis Ludwig bildete sie das Duo Ludwig Wittbrodt. Im Duo mit Hanna Schörken entstand das Album Sea-less (2022). Mit Korhan Erel und Florian Walter als Trio Ephemeral Fragments erschien 2022 das Album mit gefühl. Gemeinsam mit der Organistin Annie Bloch veröffentlichte sie 2025 zudem das Album The Mendelssohn-Project mit Kompositionen und Improvisationen, die das Präludium in c-Moll op. 37 Nr. 1 von Felix Mendelssohn Bartholdy als Ausgangspunkt haben.[7] Außerdem ist sie als Cellistin auf Alben wie Nenn mich Musik der Düsseldorf Düsterboys, auf Darius Heids Album Funkstille (2025) oder becoming an area von Delusional Mind zu hören.
Seit 2023 schreibt Wittbrodt vermehrt Kompositionen, etwa für ihr Album Make You Stay.[8]
Diskografie (Auswahl)
- 2025 – The Mendelssohn-Project (stssts records)
- 2024 – Hilde: Tide (Boomslang Records)
- 2023 – Make You Stay (Ana Ott)
- 2022 – Schörken, Wittbrodt: Sea-less (Umland Records)
- 2022 – Ludwig Wittbrodt: Schleifen (Ana Ott)
- 2020 – Ludwig Wittbrodt (Ana Ott)
Weblinks
- Emily Wittbrodt bei Discogs
- https://emilywittbrodt.com/
- Profil beim NICA Artist Development Programm
- Hanna Bächer: Emily Wittbrodt „Ich suche nach dieser Überschneidung von Wortklang und Melodie“. In: kaput-mag.com. 8. Januar 2025.
- Fifteen Questions Interview with Emily Wittbrodt. In: 15 Questions. (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ Lasst uns übers Leben reden. In: spiegel.de. 6. August 2012, abgerufen am 7. März 2022.
- ↑ a b Cellogesänge
- ↑ Emily Wittbrodt. Abgerufen am 20. September 2025 (englisch).
- ↑ Mellem Rum
- ↑ Konzertankündigung
- ↑ Redaktion JazzZeitung: Vis a vis und auf verschlungenen Pfaden: Die Band Hilde im Bielefelder Bunker Ulmenwall. Jazzzeitung, 17. Dezember 2021, abgerufen am 7. März 2022.
- ↑ Vito Camarretta: Annie Bloch & Emily Wittbrodt: The Mendelssohn-Project. In: Chain D.L.K. 20. Juli 2025, abgerufen am 2. August 2025 (englisch).
- ↑ Emily Wittbrodt Make You Stay. In: ox-fanzine.de. Abgerufen am 21. September 2025.