The Cry of My People

The Cry of My People
Studioalbum von Archie Shepp

Veröffent-
lichung

Juni 1973

Aufnahme

Oktober 1972

Label(s) Impulse! Records

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

11

Länge

42:52

Besetzung

siehe Artikel

Produktion

Ed Michel

Chronologie
Attica Blues
(1972)
The Cry of My People Kwanza
(1974)

The Cry of My People ist ein Musikalbum von Archie Shepp. Die im Oktober 1972 entstandenen Aufnahmen erschienen im Juni 1973 auf Impulse! Records in Kooperation mit ABC Records.

Hintergrund

Dieses Album stammt aus den frühen Siebzigern, als Shepp alle Facetten afroamerikanischer Musik – von Gospel über Blues bis hin zu der Musik von Duke Ellington – in seine Kompositionen einfließen ließ, merkte, merkte David Rickert an.[1] Shepp spielte das Album mit einer Kernband ein, zu der Leroy Jenkins (Geige), Cornell Dupree (Gitarre), Jimmy Garrison (Bass) und Charles Greenlee gehörte. Er ergänzte diese Besetzung auf ähnliche Weise wie die Besetzung von Attica Blues: mit Gospelsängern, Big Bands, Quintetten, Sextetten und Kammerorchestern, darunter Gäste wie Harold Mabern am Klavier, Bernard Purdie am Schlagzeug und Ron Carter am E-Bass.

Titelliste

  • Archie Shepp: The Cry of My People (Impulse! AS-9231, ABC Records AS-9231)[2]
  1. A1 Rest Enough (Song to Mother) (Archie Shepp) 4:38
  2. A2 A Prayer (Cal Massey) 6:29
  3. A3 All God’s Children Got a Home in the Universe (Archie Shepp) 2:57
  4. A4 The Lady (Bob Ford) 5:28
  5. B1 The Cry of My People (Cal Massey) 5:43
  6. B2 African Drum Suite, Part 1 (William G. Harris) 0:35
  7. B3 African Drum Suite, Part 2 (William G. Harris) 7:32
  8. B4 Come Sunday (Duke Ellington) 9:30

Besetzung

Trompete – Charles McGhee (A2 bis B1, B3, B4), Posaune – Charles Greenlee (A2 bis B3), Charles Stephens (A2 bis B1, B4), Sopransaxophon – Archie Shepp (A2, A4, B3), Tenorsaxophon – Archie Shepp (A3, A4, B1, B4), Piano – Dave Burrell (B2, B3), Harold Mabern (A1 bis B1, B4), Gitarre – Cornell Dupree (A1, A3), Perkussion – Nene DeFense (A2, A4, B1, B4). Bass – Jimmy Garrison (A2, A4 bis B4), Cello – Esther Mellon (A2, A4, B1, B3, B4), Pat Dixon (A2, A4, B1, B3, B4), Schlagzeug – Beaver Harris (A3 bis B1), Bernard Purdie (A1, A2), E-Bass [Fender] – Ron Carter (A1, A3, B1), Tamburin – Nene DeFense (A1, A3), Violine – Gayle Dixon (A2, A4, B1, B3, B4), Jerry Little (A4, B3, B4), John Blake (A2, B1), Leroy Jenkins (A2, A4, B1, B3, B4), Lois Siessinger (A2, B1), Noel DaCosta (A4, B3, B4), Gesang – Andre Franklin (A2, A3, B1, B3), Patterson Singers (A2, A3, B1, B3).

Rezeption

Thom Jurek verlieh dem Album in Allmusic fünf Sterne und schrieb, aufgenommen in einer Zeit, in der Shepp sich über das Jazz-Idiom hinausbewegte und alles einbezog, was er damals als „transafrikanische“ Musik empfand, gebe es hier kernigen R&B sowie den süßen Soul-Gospel von „Rest Enough“. Die Arrangements der Stücke seien eine Kombination aus Ellingtons eher pastoraler Stimmung – die normalerweise in seinen Suiten zum Ausdruck komme – und dem düstereren, komplexeren modalen Stil von George Russell. Anders als bei einigen von Shepps Aufnahmen aus dieser Zeit würde der Gesang hier nicht von der Mischung ablenken. Diese urbane Platte demonstriere Shepps Fähigkeit, zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere buchstäblich jedes Projekt anzunehmen, so viele Quellen zu kombinieren, wie es seine finanziellen Mittel erlaubten, und etwas Fesselndes, Provokantes und Gefühlvolles zu schaffen. Alle Extreme würden vom Ganzen aufgegriffen: Der avantgardistische Free Jazz der Zeit werde durch das Spiel des großen Ensembles abgedeckt, das wiederum durch Gospel- und R&B-Elemente umhüllt werde, die von den Free-Jazz-Musikern akzentuiert würden. Shepp habe als Leiter mit vielen größeren Ensembles zusammengearbeitet, doch nie eine so perfekte Balance wie auf „The Cry of My People“ erreicht. Dessen Eindringlichkeit und Dringlichkeit könnte nicht aktueller sein.[3]

Nach Ansicht von David Rickert, der die Neuauflage des Albums in All About Jazz rezensierte, ist Archie Shepp ein Künstler, dessen Werke zwar nicht immer erfolgreich, aber dennoch fesselnd und hörenswert seien. The Cry of My People sei zwar nicht sein bestes Werk, doch man könne seinen unkonventionellen Ansatz in der Jazzgelehrsamkeit respektieren, der sich jeder Klassifizierung widersetze und die Definition von Jazz in Frage stelle. Das Ergebnis sei eine durchweg interessante, wenn auch leicht schizophrene Aufnahme. Wer Shepp als Avantgardist einstufe, dürfte überrascht sein, wie zugänglich The Cry of My People sei, unabhängig davon, ob er den experimentierfreudigen Charakter oder das soziale Bewusstsein seines Werks verstehen könn.e Sein Ansatz sei offensichtlich nicht jedermanns Sache, doch Shepp-Fans würden sich natürlich freuen, dieses Werk wieder aufgelegt zu sehen.[1]

Einzelnachweise

  1. a b David Rickert: Archie Shepp: The Cry Of My People. In: All About Jazz. 10. Juni 2004, abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
  2. Archie Shepp – The Cry Of My People. In: Discogs. Abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
  3. Besprechung des Albums von Thom Jurek bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 24. Oktober 2025.