Attica Blues
| Attica Blues | ||||
|---|---|---|---|---|
| Studioalbum von Archie Shepp | ||||
|
Veröffent- |
||||
|
Aufnahme |
24.–26. Januar 1972 | |||
| Label(s) | Impulse! Records, ABC Records | |||
|
Format(e) |
LP, CD, Download | |||
|
Titel (Anzahl) |
11 | |||
|
37:16 | ||||
|
Besetzung |
siehe Artikel | |||
|
Studio(s) |
A&R Studios, New York City | |||
| ||||
Attica Blues ist ein Musikalbum von Archie Shepp. Die vom 24. bis 26. Januar 1972 in den A&R Studios, New York City, entstandenen Aufnahmen erschienen 1972 auf Impulse! Records in Kooperation mit ABC Records.
Hintergrund
Das Album wurde nur wenige Monate, nachdem die Behörden den Aufstand im Attica-Gefängnis durch das Massaker an 43 Insassen und Geiseln beendet hatten, aufgenommen. Zusammen mit dem Schwesteralbum The Cry of My People (ebenfalls 1972 aufgenommen und 1973 veröffentlicht) ist dieses Album nach Ansicht von Jazzfuel ein weiteres Gruppenprojekt Archie Shepps mit Gesangsbeiträgen.[1] Zu den zahlreichen Musikern, die an dem Projekt beteiligt waren, gehörten John Blake, Dave Burrell, Roy Burrowes, Walter Davis junior, Cornell Dupree, Jimmy Garrison, Charles Greenlee, Beaver Harris, Billy Higgins und Leroy Jenkins.
Titelliste
- Archie Shepp: Attica Blues (Impulse! – AS-9222, ABC Records – AS-9222)[2]
- A1 Attica Blues (Archie Shepp, Beaver Harris) 4:49
- A2 Invocation: Attica Blues (Beaver Harris) 0:18
- A3 Steam, Part 1 (A. Shepp) 5:08
- A4 Invocation to Mr. Parker (A. Shepp, Bartholomew Gray) 3:17
- A5 Steam, Part 2 (A. Shepp) 5:10
- B1 Blues for Brother George Jackson (A. Shepp) 4:00
- B2 Invocation: Ballad for a Child (Beaver Harris) 0:30
- B3 Ballad for a Child (A. Shepp, Beaver Harris) 3:37
- B4 Good Bye Sweet Pops (Cal Massey) 4:23
- B5 Quiet Dawn (Cal Massey) 6:12
Besetzung
Posaune – Charles Greenlee (Titel: A1, B1, B4, B5), Charles Stephens (A1, B1, B4, B5), Kiane Zawadi (A1, B1, B4, B5), Trompete – Charles McGhee (A1, B1, B4, B5), Michael Ridley (A1, B1, B4, B5), Roy Burrowes (A1, B1, B4, B5), Kornett – Clifford Thornton (A1, B1, B4, B5), Euphonium – Hakim Jami (A1, B1, B4, B5), Flügelhorn – Cal Massey (B5), Flöte – Marion Brown (A4), Bambus-Flöte – Marion Brown (A3, A5), Altsaxophon – Clarence White (A1, B1, B4, B5), Marion Brown (A1, B1), Baritonsaxophon – James Ware (A1, B1, B4, B5), Sopransaxophon – Archie Shepp (A3, A5, B4), Tenorsaxophon – Archie Shepp (A1, B1, B3, B5), Billy Robinson (A1, B1, B4, B5), Roland Alexander (A1, B1, B4, B5)
Piano – Walter Davis Jr. (B1, B3, B4, B5), E-Piano – Dave Burrell (A3, A5), Walter Davis Jr. (A1, B1), Gitarre – Cornell Dupree (A1, A3, A5, B3), Bass – Jimmy Garrison (A3, A4, A5, B4, B5), Bass [Fender] – Jerry Jemmott (A1), Roland Wilson (A1, A3, A5, B1, B3), Cello – Calo Scott (A1, A3, A5, B3, B4, B5), Ronald Lipscomb (A1, A3, A5, B3, B4, B5), Schlagzeug – Beaver Harris (A1, A3, A5, B1, B3), Billy Higgins (B4, B5), Schlagzeug – Juma Sutan (A1, B1, B5), Marion Brown (A3, A4, A5), Nene DeFense (A1, B1, B5), Ollie Anderson (A1, B1, B5), Violine – John Blake (A1, A3, A5, B3, B4, B5), Leroy Jenkins (A1, A3, A5, B3, B4, B5), Shankar (A1, A3, A5, B3, B4, B5), Gesang – Henry Hull (A1, B3), Joe Lee Wilson (A3, A5), Waheeda Massey (B5), Erzähler – Bartholomew Gray (A4), William Kunstler (A2, B2), Hintergrundgesang – Albertine Robinson (A1), Joshie Armstead (A1), Dirigent – Romulus Franceschini (B4, B5)
Rezeption
Nach Ansicht von Kevin Le Gendre (Jazzwise) gehört das Album zu den bedeutendsten Alben Shepps. Seine damalige Verbundenheit mit der Black-Power-Bewegung der 1960er-Jahre und mit dem Glauben, dass Musik Teil eines größeren sozialen und politischen Kampfes sei, zeige sich auch hier. Der raue, funkige Titeltrack würde daran erinnern, dass Shepp stolz auf seine afroamerikanische Herkunft ist, gleichzeitig sei er völlig empört über die soziale Ungerechtigkeit in Amerika.[3]
Steve Huey verlieh dem Album in Allmusic viereinhalb Sterne und schrieb, Attica Blues sei eines von Archie Shepps bedeutendsten Statements nach den 1960er-Jahren. Es sei ein reichhaltig arrangiertes Album mit traurigem, leise gequältem Blues und Duke-Ellington-artigem Swing, gemischt mit ein paar stürmischen Funk-Krachern. Natürlich spiele Shepp es nicht ganz geradlinig, sondern bringe sein avantgardistisches Gespür sowohl in klassische Bigband als auch in zeitgenössischen Funk ein, ohne sich groß um die Grenzen zu kümmern, die sie alle trennen. Seine Soli auf Tenor- und Sopransaxophon seien typischerweise scharfkantig und modal, und sein nasaler, schneidender Ton auf dem Sopran ziemlich stark ausgeprägt.
Trotz seiner Schwächen, wie den Rezitationen sei Attica Blues letztendlich eines von Shepps erfolgreichsten Großgruppenprojekten, weil sein geschickter Umgang mit so vielen verschiedenen Stilen afroamerikanischer Musik so ungeheuer sei.[4]
Es handle sich um eine Sammlung verschiedener Stile, die Shepps Aufmerksamkeit in dieser Phase seiner Karriere erregten, hieß es in Jazzfuel. Dies würde von traurigen, qualvollen Blues-Stücken über Duke-Ellington-artige Vintage-Swing-Nummern bis hin zu einigen stürmischen Pop-Funk-Krachern reichen. Shepp bringe sein avantgardistisches Gespür in traditionelle Bigband-Musik und zeitgenössischen Funk ein, ohne Rücksicht auf die Grenzen zwischen beiden Genres. Seine Tenorsoli seien typisch aggressiv, und sein Talent am Sopransaxophon würde auf diesem klassischen Album besonders gut zur Geltung kommen.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b Archie Shepp‘s Iconic Albums. In: Jazzfuel. 27. Oktober 2024, abgerufen am 21. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Archie Shepp – Attica Blues. In: Discogs. Abgerufen am 1. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Kevin Le Gendre: Archie Shepp: Essential Albums. In: Jazzwise. 28. Oktober 2021, abgerufen am 25. Oktober 2021 (englisch).
- ↑ Besprechung des Albums von Steve Huey bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 26. Oktober 2025.