Tatort: Nachtschatten
| Folge 1323 der Reihe Tatort | |
| Titel | Nachtschatten |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 89 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Regie | Saralisa Volm |
| Drehbuch | Viola M. J. Schmidt |
| Musik | Malakoff Kowalski |
| Kamera | Roland Stuprich |
| Schnitt | Andreas Baltschun |
| Premiere | 1. Jan. 2026 auf Das Erste |
| Besetzung | |
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| → Episodenliste | |
Nachtschatten ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom MDR Fernsehen produzierte Beitrag ist die 1323. Tatort-Episode und wurde am 1. Januar 2026 in SRF zwei und im Ersten ausgestrahlt. Der Dresdner Ermittler Peter Michael Schnabel ermittelt in seinem 20., Leonie Winkler in ihrem 14. Fall.
Handlung
Die verwirrte 16‑jährige Amanda wird nachts in Dresden mit einem blutverschmierten Skalpell aufgegriffen. Sie berichtet, ihr Vater habe sie und ihre Schwester Jana lebenslang in einem Keller gefangen gehalten und Jana sei noch dort. Kommissarin Winkler glaubt der traumatisierten Teenagerin, während Schnabel Zweifel hegt. Ermittlungen und forensische Untersuchungen decken Hinweise auf familiäre Blutspuren auf – und plötzlich steht Amanda selbst unter Mordverdacht.
Am Ende klärt sich auf, dass Amanda von ihrer Mutter über Jahre eingesperrt worden war. Diese tötete auch ihre eigene Schwester, die Tierärztin Schmitt, deren Blut sich an dem Skalpell befunden hatte. Amandas biologischer Vater wird zwar ermittelt, behauptet aber, von Amandas Existenz nichts zu wissen. Er ist zwar Vater einer Tochter; diese starb aber bereits vor Amandas Geburt. Die Schwester, an deren Existenz Amanda glaubt, ist ihre imaginäre Zwillingsschwester, die sich Amanda gegen die Einsamkeit erschaffen hat.
Amandas Mutter nimmt Winkler als Geisel. Schnabel kann sie aufspüren und befreien, kurz nachdem Amanda Winkler das Leben rettete.
Hintergrund
Der Film wurde vom 4. April 2024 bis zum 3. Mai 2024 in Dresden, Leipzig und Umgebung gedreht[1], unter anderem am Bahnhof Dresden-Neustadt und auf dem Flachdach des Ibis-Hotels an der Prager Straße. Eine Hochhaus-Siedlung, die sich im Dresdner Stadtteil Prohlis befinden soll, wurde in Grünau-Ost in Leipzig gedreht. Bei der Grünanlage im Film handelt es sich um den Parkfriedhof im Leipziger Stadtteil Plagwitz.[2]
Die Premiere erfolgte am 13. Juni 2025 beim Internationalen Filmfest Emden Norderney.[3]
Rezeption
Kritiken
„Diese Doppelbödigkeit und Uneindeutigkeit tragen den Film, der im zweiten Teil Fahrt aufnimmt, […] die Handlung wird immer rätselhafter, je länger man zuschaut – und entwickelt gerade deshalb einen Sog. […] Ein Entrinnen aus dieser Welt ist weder möglich noch vorgesehen. Ganz wie im echten Leben.“
„Es geht halt nicht um gute Polizeiarbeit, sondern um böse Menschen in diesem „Tatort“, dessen Macher sich selbst bescheinigen, „einen atmosphärisch sehr intensiven Beitrag“ zur Krimiserie beigesteuert zu haben. Vielleicht ist damit die großen Vorbildern verpflichtete Montagetechnik von Regisseurin Saralisa Volm gemeint, womöglich gar der an den Nerven zerrende Soundtrack, der vor allem unangenehme Geräusche und Eso-Geklimper parat hat. Dies soll die offenbar vom Fall Josef Fritzl inspirierte Geschichte über Kinder, die jahrelang von Eltern eingekerkert werden, mit Spannung und Bedeutung aufladen. Das erste gelingt leidlich, auf der letzten Rille reicht es sogar für ein klein wenig Dramatik. Das zweite fällt dem Verwirrspiel darum zum Opfer, wer denn so was warum macht. Am Ende muss das Böse sich redselig erklären wie weiland Blofeld oder Goldfinger. Vorher wird ausgiebig gezeigt, wie sich Drehbuchautorin Viola M. J. Schmidt schwere Persönlichkeitsstörungnen vorstellt. Von Schuldgefühlen über Essstörungen und Selbstverletztungen bis roboterartigen Bewegungen wird so ziemlich nichts ausgespart. Und wer Nahaufnahmen von Stichen, Schnitten oder Erbrechen für Formen atmosphärischer Verdichtung hält, wird mit dem Dresdner Fall zufrieden sein.“
Einschaltquoten
Die Erstausstrahlung von Nachtschatten am 1. Januar 2026 wurde in Deutschland von 6,12 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 22,5 % für Das Erste.[6]
In der Altersklasse der 14- bis 49-Jährigen erreichte der "Tatort" mit 9,6 Prozent erstmals einen einstelligen Wert, in all den Jahren zuvor wurde so ein niedriger Wert noch nie erzielt.[7]
Weblinks
- Tatort: Nachtschatten bei IMDb
- Nachtschatten bei Tatort-Fans.de
- Website der Produktionsfirma zum Film
- Mediendossier des MDR
Einzelnachweise
- ↑ Tatort: Nachtschatten bei crew united, abgerufen am 31. Dezember 2025.
- ↑ Connor Endt: An diesen Orten wurde der neue„Dresden“-Tatort gedreht. In: Sächsische Zeitung. 2. Januar 2026 (kostenpflichtig online [abgerufen am 2. Januar 2026]).
- ↑ Tatort: Nachtschatten. In: 35. Internationales Filmfest Emden Norderney. Filmfest Emden, abgerufen am 28. Juli 2025.
- ↑ Holger Gertz: „Tatort“ aus Dresden. Auf doppeltem Boden. In: Serien. Süddeutsche Zeitung, 30. Dezember 2025, abgerufen am 31. Dezember 2025.
- ↑ Flucht aus dem Familien-Kerker; Rationale Ermittlungen scheinen in der Dresdner „Tatort“-Fiktion am Ende; Silvester 2025; S. 6
- ↑ Felix Maier: Primetime-Check: Donnerstag, 1. Januar 2026. Quotenmeter.de, 2. Januar 2026, abgerufen am 2. Januar 2026.
- ↑ Vor "Tatort" und "Traumschiff": ARD-"Brennpunkt" setzt sich an Neujahr an die Spitze dwdl.de vom 2. Januar 2026