Tatort: Das jüngste Geißlein

Folge 1324 der Reihe Tatort
Titel Das jüngste Geißlein
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe
Regie Rudi Gaul
Drehbuch
Musik
Kamera Stefan Sommer
Schnitt Saskia Metten
Premiere 4. Jan. 2026 auf Das Erste
Besetzung
Episodenliste

Das jüngste Geißlein ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom SWR produzierte Beitrag ist die 1324. Tatort-Episode und wurde am 4. Januar 2026 im ORF und im Ersten ausgestrahlt. Die Freiburger Ermittlerin Franziska Tobler ermittelt ihren 16. Fall, ihr Kollege Friedemann Berg seinen 15.

Handlung

Im Schwarzwald entdeckt der nach den Ereignissen im vorherigen Fall Der Reini des Dienstes enthobene Kommissar Friedemann Berg das verängstigte neunjährige Mädchen Eliza, das sich in seinem Elternhaus in einem Uhrkasten versteckt hält. Ihre Eltern sind verschwunden. Kurz darauf wird die Leiche ihres Stiefvaters, mit Steinen beschwert, in einem Stausee aufgefunden. Tobler, Berg und die Kinderpsychologin Dr. Kaltenstein versuchen das Trauma des mutistischen Kindes zu überwinden und die verschwundene Mutter zu finden. Einzig Berg gegenüber öffnet sich das Kind und spricht.

Eliza hat eine Affinität für das Märchen Der Wolf und die sieben Geißlein der Gebrüder Grimm, welches sie immer wieder als Hörspiel auf einem alten Walkman anhört. Immer wieder sieht sie sechs andere Mädchen, die sich und Eliza als die sieben Geißlein identifizieren. Nachdem Eliza aus der Obhut der Psychologin nach Hause geflüchtet ist, offenbart sich dort der Tathergang:

Eliza hatte beobachtet, wie ihr Stiefvater Sex mit ihrer Mutter hatte. In dem Glauben, dass ihr Stiefvater der Wolf sei und ihre Mutter angegriffen habe, verletzte sie ihn mit einem Küchenmesser tödlich. Die Mutter brachte dann den Leichnam zu dem Stausee. Als sie bei ihrer Rückkehr den Hausschlüssel vergessen hatte und an der Tür klingelte, wähnte Eliza, dass es sich – wie im Märchen – um den verkleideten Wolf handele. Nachdem sie der Mutter die Tür nicht öffnete, versuchte diese durch ein Kellerfenster ins Haus zu gelangen und wurde dabei von Eliza erschlagen und in ein Kellerloch geworfen. Dann versteckte sich Eliza im Uhrkasten, wo Berg sie schließlich fand.

Am Ende der Episode sind die internen Ermittlungen gegen Berg abgeschlossen und er kehrt in den Dienst zurück.

Hintergrund

Der Film wurde vom 4. November 2024 bis zum 16. Dezember 2024 gedreht.[1] Die Premiere erfolgte am 22. August 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein.[2]

Rezeption

Kritiken

„Die Autoren […] schufen einen unergründlichen Schauerkrimi, der die sprichwörtliche grimmsche Grausamkeit in eine finstere Story und dazu passende Bilder mit Nebel, Schnee und eisblaue Kälte packt. Die heraufbeschworene Mystik wirkt allerdings teilweise etwas bemüht. Die eine oder andere Kamerafahrt über die Weiten des Schwarzwalds hätte sich Stefan Sommer, der schon die Bilder zu zahlreichen SWR-„Tatorten“ schuf, schenken können – der Plot allein schafft Gänsehaut genug.“

„[…] Märchen gehen immer gut aus, was dieser „Tatort“ aber bitterböse widerlegt. Das ist gruselig gelungen, wobei die schaurige Stimmungsmalerei etwas überzogen wirkt. Es nebelt im Tann, donnert und blitzt. Dazu wispert und murmelt es musikalisch. Die Märchenwelt des Kindes dehnt sich zumindest akustisch ein wenig penetrant auf den Einsatz der Kommissare aus. Das ist zu viel des Schauerlichen, aber zu wenig, um den starken Eindruck dieser Geschichte zu trüben.“

Stefan Benz: Allgemeine Zeitung (VRM)[4]

Einschaltquoten

Die Erstausstrahlung von Das jüngste Geißlein am 4. Januar 2026 wurde in Deutschland von 8,60 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 32,5 % für Das Erste.[5]

Auszeichnungen

Der Film wurde für den Rheingold Publikumspreis 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein nominiert.[2]

Einzelnachweise

  1. Tatort: Das jüngste Geißlein bei crew united, abgerufen am 20. Juli 2025.
  2. a b Das jüngste Geißlein (Tatort). In: Filme. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein gGmbH, Juli 2025, abgerufen am 20. Juli 2025: „Nominiert für den Rheingold Publikumspreis 2025“
  3. Tatort: Das jüngste Geißlein, tvspielfilm.de, aufgerufen am 4. Januar 2026
  4. Es war einmal ein Tatort … Die neue Freiburger Folge „Das jüngste Geißlein“ ist auf unheimliche Weise mysteriös; Kultur, S. 8 vom Samstag, 3. Januar 2026
  5. Felix Maier: Primetime-Check: Sonntag, 4. Januar 2026. Quotenmeter.de, 5. Januar 2026, abgerufen am 5. Januar 2026.