Stiftskirche Saint-Martin de Candes
| Basisdaten | |
|---|---|
| Konfession | römisch-katholisch |
| Ort | Candes-Saint-Martin, Frankreich |
| Diözese | Erzbistum Tours |
| Patrozinium | hl. Martin von Tours |
| Baugeschichte | |
| Bauzeit | vor 1180–um 1250 |
| Baubeschreibung | |
| Baustil | angevinische Gotik |
| Ausstattungsstil | Gotik |
| Funktion und Titel | |
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Pfarrkirche | |
| 47° 12′ 40,3″ N, 0° 4′ 26″ O | |
Die Stiftskirche Saint-Martin de Candes ist eine frühere Stiftskirche, die sich in Candes-Saint-Martin im Westen des französischen Départements Indre-et-Loire in der Region Centre-Val de Loire befindet.
Eine Vorgängerkirche, gewidmet dem hl. Mauritius, wurde hier durch den hl. Martin von Tours in einer der durch ihn begründeten ersten ländlichen Pfarreien der Touraine errichtet. Er starb in dieser Kirche im November 397. In der Folge wurde sie zum Ziel einer Wallfahrt und dies sogar, obwohl sie keine Reliquien des Heiligen beherbergte. Im Jahr 1050 wird die Kirche von Candes als « Stiftskirche » erwähnt, deren Kapitel 12 Kanoniker zählte.[1]
Nachdem die alte Kirche des hl. Mauritius mittlerweile in Ruinen lag, wurde zwischen 1175 und der Mitte des 13. Jahrhunderts die heutige Kirche Saint-Martin de Candes errichtet. Der Bau erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte, jedoch erscheint diese Bauzeit bescheiden in Anbetracht der Bedeutung des Bauwerks, dessen Architektur in weiten Teilen vom Stil der angevinischen Gotik inspiriert ist. Sie ist gekennzeichnet durch einen überreichen Skulpturenschmuck, der zum einen das Querschiff und das Langhaus ziert, zum anderen auch eine monumentale Vorhalle an der Nordseite des Langhauses. Die Hinzufügung von Bauteilen nach dem Hundertjährigen Krieg im 15. Jahrhundert, die aus dieser Kirche eine der seltenen Wehrkirchen der Touraine machen, unterstreicht ihre Einzigartigkeit.
Die Stiftskirche, die von Prosper Mérimée 1836 persönlich besucht wurde, wurde 1840 in seine Liste der Monuments historiques aufgenommen. Verschiedene Teile ihrer Ausstattung (z. B. der Hochaltar mit Tabernakel, einzelne Statuen, Tafelbilder und eine Glocke) stehen jedes für sich gesondert unter Denkmalschutz.
Genaue Lage
Candes-Saint-Martin, gelegen im Grenzbereich dreier römischer civitates, nämlich der der Turonen im Osten, der Andecaver im Norden und Westen und der Piktonen im Süden, gehört zu den frühesten ländlichen Pfarreien, die im letzten Viertel des 4. Jahrhunderts von Bischof Martin von Tours gegründet wurden. Seine strategische Lage beeinflusste zweifellos die Entscheidung Martins, an dieser seit dem 1. Jahrhundert besiedelten Stelle eine Kirche zu erbauen.[3]
Das Dorf wurde am linken Ufer der Vienne, unmittelbar an deren Zusammenfluss mit der Loire erbaut. Es profitierte zudem von der Nähe zu einer längs der Loire verlaufenden Straße. Deren Streckenverlauf ist wahrscheinlich antik, denn er ist auf der Tabula Peutingeriana verzeichnet und Candes ist eine der möglichen Lokalisationen von Robrica, einer Station, die auf dieser römischen Karte verzeichnet ist, deren genaue Lage man aber nicht kennt.[4] Der Abschnitt von Tours (Caesarodunum) bis Candes wurde erneut interessant im Zuge der Martinswallfahrten, die auf Veranlassung des Bischofs Perpetuus von Tours im letzten Viertel des 5. Jahrhunderts in Gang kamen.[5] Ein anderer Weg entlang der Vienne erreichte ebenso Candes wie noch ein dritter, der von Loudun (Iuliodunum) geradewegs nach Norden verlief.[6] Ein Teil der Wohnhäuser von Candes wurde im Norden zwischen der Straße und der Uferkante errichtet, der andere Teil befindet sich südlich der Straße auf einer Reihe natürlicher Terrassen am Hang. Die Stiftskirche, die auf der ersten der hierfür nutzbar gemachten Terrassen steht, ragt einige Meter über der Straße empor. Um den Gegebenheiten des Terrains Rechnung zu tragen, ist die Kirche nicht streng von Ost nach West ausgerich-tet, sondern ihr Chorraum zeigt nach Südosten, parallel zu den Höhenlinien des Hanges.[7] Im Mittelalter nahm sie vernünftigerweise die Mitte des Raumes ein, der von den Verteidigungsmauern der Stadt umschlossen war.[2]
Geschichte
Vor dem Bau der Stiftskirche
Während eines Aufenthalts in Candes, wohin er sich begeben hatte, um einen Streit zwischen Geistlichen seiner Diözese beizulegen, starb der hl. Martin als Altersschwäche – er war zu der Zeit 81 Jahre alt – am 8. November 397.[8] Das Haus, in dem er starb und das Ziel der Pilger seit dem 5. Jahrhundert war, blieb anscheinend bis ins 12. Jahrhundert erhalten und die Kirche, die Martin unter das Patronat des hl. Mauritius gestellt hatte und zu der die Pilger kamen, um ihn zu verehren, Anm.1 existierte auch bis zu jener Zeit; ihre exakte Lage ist unbekannt, aber wahrscheinlich befand sie sich südlicher als die heutige Stiftskirche.[9] Bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts wurde die Kirche des hl. Mauritius von Mönchen eines Priorats betreut, das gleichfalls durch den hl. Martin gegründet worden war. Jedoch wurde diese Kirche erst gegen 1050, als die Mönche durch ein Stiftskapitel von 12 Kanonikern ersetzt wurden, in den Rang einer Stiftskirche erhoben.[1]
Diese Änderung im Status der Kirche scheint notwendig geworden zu sein, da es Regularklerikern verboten wurde, nahezu ständig mit der immer zahlreicheren Volksmenge in Kontakt zu sein, die in der Kirche empfangen wurde.[10] Diese Kirche und das Haus, in dem Martin starb, fallen jedoch im 12. Jahrhundert in Ruinen; sie werden 1175 abgerissen oder wenigstens vollständig verlassen. Daher ist der Neubau einer Stiftskirche, die nunmehr dem hl. Martin gewidmet wird, unabdingbar. Als der Abt Guibert von Gembloux am 25. April 1181 Candes besucht,[11] ist dieser Bau bereits im Gange, wie er dem Erzbischof von Köln, Philipp von Heinsberg, geschrieben hat.[12]
Neben solchen Verpflichtungen kanonischer oder materieller Natur besteht auch die Möglichkeit, dass die Erbauung der Stiftskirche mit Auseinander-setzungen um religiösen Einfluss zusammenhängt. Der Erzbischof von Tours, Barthelemy von Vendôme, der sein Amt seit 1174 ausübt,[13] stellt fest, dass die Stätten des hl. Martin von Tours nach und nach unter die Kontrolle zweier Kapitel gekommen sind: desjenigen von Saint-Martin de Tours, was die Grabstätte des Heiligen anbelangt, und desjenigen von Marmoutier, was seine Gründung der Abtei betrifft. Mit dem monumentalen Bauwerk in Candes konnte er möglicherweise seine Autorität hinsichtlich des dritten, eng mit dem hl. Martin verbundenen Ort in seiner Diözese bekräftigen.[14]
Die Bauphase im 12. und 13. Jahrhundert
Die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts regelmäßig angeführte Hypothese einer Erbauung der Stiftskirche in zwei klar unterschiedenen Abschnitten, zunächst der Chor und das Querschiff, dann in einer zweiten Phase das Hauptschiff mit seiner Vorhalle, scheint aufgegeben werden zu müssen, weil sich die Chronologie des Gebäudes als komplizierter erweist.[15] Bedeutende Wiederaufnahmen an bereits abgeschlossenen Bauabschnitten haben zur gleichen Zeit stattgefunden, während andere Bauteile errichtet wurden.[16] Demzufolge erstreckte sich die Bauphase nur über einige Jahrzehnte, was eine kurze Zeitspanne angesichts der Bedeutung der Baustelle ist.[17]
Chor und Querschiff
Die Arbeiten begannen mit dem Chor. Es ist möglich, die die Kapelle der nördlichen Apsidiole, genannt „Kapelle des hl. Martin“ und der Überlieferung nach als Ersatz für Haus, in dem Martin starb, errichtet, als erster Baukörper aufgerichtet wurde Anm.2 , wobei Strukturen eines älteren Bauwerks wiederverwendet wurden, dessen Datierung, Natur und Funktion nicht mehr festgestellt werden können. Möglicherweise war dieses Bauwerk eine Kirche und der massive Baukörper von 3,70 m Dicke, durch den der Zugangskorridor zur Kapelle verläuft, wäre das Fundament des Glockenturms gewesen.[18] Jedoch umfasst dieser massive Bau außerdem einen unterirdischen Kellerraum und ein Obergeschoss, was die Unsicherheit über seine ursprüngliche Funktion noch verstärkt.[15]
Es folgten die Hauptapsis und die südliche Apsidiole des Chors, anschließend die südliche Seitenkapelle, die in der heutigen Zeit als Sakristei dient. All dies wurde im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts errichtet.[19] Der Schmuck des Chorraums, der an die angevinische Gotik erinnert, bestätigt den Zeitabschnitt der Errichtung dieses Ensembles. Der Kirchenbau wurde dann im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts mit der nördlichen Seitenkapelle, genannt „Kapelle der Jungfrau Maria“, die im Norden an die Martinskapelle anschließt, fortgesetzt[19], gefolgt vom Querschiff mit seinem Skulpturenschmuck.[20] Jedoch gab es zahlreiche Umbauten und Neugestaltungen, v. a. im Bereich der Chorapsiden, die bis ins 18. Jahrhundert andauerten und das Verständnis für die zeitlichen Abläufe jenes Teils der Kirche verkomplizieren.[21] So wurde beispielsweise das Querschiff erhöht, um die hohen Gewölbebögen des Langhauses zu empfangen.[22]
Es scheint, dass aufgrund der Notwendigkeit das Chorgebet in der Stiftskirche abgehalten wurde, sobald Chor und Querschiff vollendet waren und lange vor der Vollendung des Hauptschiffs. Diese Eile würde den Zustand des Verfalls der Kirche des hl. Mauritius bestätigen, als deren Ersatz die neue Stiftskirche vorgesehen war.
Hauptschiff
Als der Chor und das Querschiff errichtet sind, erlebt das Bauprojekt eine entscheidende Veränderung, denn es kommt ein neuer Architekt zum Zuge und der von diesem umgesetzte Bauplan ist nicht derjenige, der zu Beginn vorgesehen war. Das geplante Langhaus sollte die gleiche Höhe wie das Querschiff aufweisen, also weniger hoch sein als das dann realisierte, was damzufolge eine Umgestaltung des Querschiffs erforderlich machte. Auch die Breite war im Ursprungsplan gleichermaßen eine andere, wobei die Seitenschiffe schmaler als das Hauptschiff sein sollten. Dies erklärt die Unregelmäßigkeiten am Übergang zwischen Langhaus und Querschiff, die Neigung der südlichen Außenwand oder die notwendige Nachbesserung bei der Ausrichtung der Pfeiler der Nordseite.[21] In seiner 1988 dem Schmuck der Vorhalle von Candes gewidmeten Studie schlägt Edward-R. Gish einen Bauplan der Stiftskirche in seiner ursprünglich vorgesehenen Form vor. Demnach hätte der Bau ein Hauptschiff mit einfachen, schmaleren Seitenschiffen gehabt, wobei die Anzahl der Joche nicht definiert war, eine Querschiff und einen Chor aus einem Joch, der von zwei Kapellen flankiert gewesen wäre; jeder Teil des Chors wäre im Südosten durch eine Apsis abgeschlossen worden; die Höhe des Chors und seiner Kapellen wäre die gleich gewesen wie diejenige des Haupt- und der Seitenschiffe. Dieser Vorschlag ist aber nur eine Arbeitshypothese, die auf dem Studium der architektonischen Besonderheiten beruht, da kein initialer Plan des Bauprojekts der Stiftskirche existiert.[23]
Die Architektur dieses Teils des Gebäudes scheint, so wie sie letztlich umgesetzt wurde, stark von der Kathedrale Saint-Pierre in Poitiers (drei Schiffe von gleicher Breite) beeinflusst zu sein, während die Gliederung des Chors an die Kathedrale Saint-Julien von Le Mans erinnert.[24] Der Referenzver-gleich mit diesen beiden Baudenkmälern, von denen die Chronologie ihrer Erbauung belegt scheint, macht eine Bauzeit des Hauptschiffs von Candes im ersten oder zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts plausibel.[25]
Nördliche Vorhalle
Obwohl sie nicht offiziell dieser Bestimmung diente, wird die sehr wahrscheinliche Nutzung der Kirche von Saint-Martin de Candes als Wallfahrtskirche durch die Öffnung des nördlichen Seitenschiffs mittels eines Portals mit Vorhalle gestärkt, die einen direkten Zugang zur Straße bietet, auf einen Weg, der von einer antiken Straße entlang der Vienne und der Loire herrührt.[26] Die stilistische Einheit zwischen dem Langhaus und der nördlichen Vorhalle deutet darauf hin, dass diese in unmittelbarem Zusammenhang, wahrscheinlich unter der Leitung desselben Architekten, aber mit einer unterschiedlichen Gruppe von Handwerkern, wenige Jahre vor 1250 errichtet wurde. Auf jeden Fall scheint die Vorhalle bei der Erbauung des Kirchenschiffs, die nicht kontinuierlich vom Querschiff hin zur Fassade verlief, nicht vorgesehen gewesen zu sein. Die ersten beiden Joche des Langhauses wurden ausgehend vom Querschiff aufgeführt. Anschließend wurde der Langhausbau zeitweise gestoppt, um den Aufbau der Vorhalle zu ermöglichen, die auf bereits vorhandenes Mauerwerk aufgesetzt wurde, das für deren Aufnahme angeglichen werden musste. Daher verdeckt die Vorhalle teilweise das Gewände eines der Fenster des zweiten Langhausjochs, weiterhin unterstreicht eine Spalte im Mauerwerk auf der Südseite der Kirche die zeitliche Trennung der beiden Bauphasen.[27] Anschließend wurde der Bau des Langhauses bis zur Westfassade hin fortgesetzt.[22] Die Ausführung des Skulpturenschmucks erfolgte erst einige Jahre später; er blieb jedoch aus unbekannten Gründen (vielleicht wegen der Finanzierung) bis heute unvollendet.[28]
- nördliche Vorhalle
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Überblick über Nordportal und Vorhalle.
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Verbindung von Vorhalle und Langhaus Anm.3 .
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Unvollendetes Dekor des Tympanons der inneren Pforte.
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Inneres der Vorhalle, die von einer zentralen Säule gestützt wird
Befestigung im 15. Jahrhundert
Wahrscheinlich als Antwort auf die Unsicherheiten, die mit dem Hundertjährigen Krieg verbunden waren, wurde die Stiftskirche im 15. Jahrhundert teilweise befestigt. Die sich immer wieder verschiebende Grenze zwischen den von den Franzosen und den Engländern kontrollierten Territorien verlief in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts nicht weit entfernt von Candes. Dies legt den Auftrag zur Befestigung der Stiftskirche in jener Zeit nahe.[29] Die Plattformen an den Spitzen beider Türme, welche die Westfassade flankieren, und der beiden weiteren Türme beiderseits der Vorhalle sind mit Pechnasen und Zinnen ausgestattet.[28] Diese vier befestigten Türme sind durch einen Wehrgang verbunden, der über die Dachschrägen hinweg verläuft. Innerhalb der Fassade des Nordportals wurde ein Wehrerker installiert und im oberen Teil der Apsidiolen, die zu diesem Zweck erhöht wurden, wurden Wachkammern eingerichtet.[30] Zu den Befestigungsmaßnahmen muss auch die teilweise Vermauerung der Fenster der Stiftskirche gezählt werden.[29] Es ist möglich, dass die Kirche wie eine kleine Festung gedacht war, die der Bevölkerung von Candes im Falle eines Angriffs Zuflucht bieten könnte; so wurde sie auch zu einer der raren Wehrkirchen der Touraine, wie z. B. die Kirche Notre-Dame in La Roche-Posay[31]Anm.4 .
- Details der Befestigungsanlagen
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Die befestigten Türme
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in Stufen verlaufender Wehrgang
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Wachkammer
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Wehrerker der Nordfassade
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Kirche Notre-Dame in La Roche-Posay
Ebenfalls im 15. Jahrhundert erteilt Jean Bernard, Erzbischof von Tours von 1441 bis 1466, dem Maler Jean Fouquet den Auftrag für ein Altarretabel mit dem Thema Mariae Himmelfahrt für die Stiftskirche.[32] Es existiert jedoch keine Quelle, welche die Frage beantwortet, ob das Retabel geliefert wurde und später verloren ging oder ob der Auftrag niemals vollständig ausgeführt wurde.[33]
Es konnte nicht verhindert werden, dass die Kirche in den Hugenottenkriegen schwere Schäden erlitt. Trotz der Befestigung der Kirche zerstörten 1562 die Truppen von Gabriel de Lorges, Graf von Montgomery, verschiedene Gegenstände, darunter eine Wachsbüste von König Ludwig XI, ein eigenhändiges Geschenk des Königs, und beschädigten die Statuen der Vorhalle. Sie steckten auch das Archiv der Stiftskirche in Brand.[34] Die Zerstörung der dort vorhandenen Dokumente ist die Ursache für die lückenhafte Kenntnis der mittelalterlichen Geschichte von Candes und seiner Kirche, denn deswegen existieren nur noch zwei Texte aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert, die deren Geschichte beschreiben.[35] 1568 wurde die Kirche ein zweites Mal geplündert, wobei die Schäden möglicherweise noch schwerer ausfielen als 1562.[36]
Letzte Veränderungen
18. Jahrhundert
Am 6. Oktober 1711 verursachte ein Erdbeben bedeutende Schäden am GebäudeAnm.5 und ein schwerer Sturm, der am 10. Dezember desselben Jahres über Frankreich wütete,Anm.6 verschlimmerte mit Sicherheit noch die Beschädi-gungen. König Ludwig XIV. finanzierte in Teilen die groß angelegten Reparatur- und Wiederaufbauarbeiten.[30] Eine gravierte Schieferplatte, welche in die Innenwand des Kirchenschiffs eingelassen ist, erinnert an dieses großzügige Eingreifen des Königs. Ein Dokument, das im Archiv des Départements Maine-et-Loire aufbewahrt wird, besagt, dass im Juni 1723 die Gewölbe des Chors und des südlichen Teils des Querschiffs zusammenbrachen, was den Einsturz des Glockenturms zur Folge hatte. Dieser Turm, möglicherweise aus Stein errichtet, dürfte sich nicht über der Vierung befunden haben, sondern über dem Südarm des Querschiffs, wie die Existenz einer Wendeltreppe in diesem Bereich der Kirche nahelegt.[18]
Die danach begonnenen Bauarbeiten zur Reparatur der Schäden zogen sich bis mindestens 1727 hin, da in diesem Jahr ein Bauarbeiter durch einen Unfall ums Leben kam. Während dieser ganzen Zeit konnten scheinbar weder Stundengebet noch Zeremonien in der Kirche abgehalten werden.[37] Diese zwei Katastrophen und die Reparaturarbeiten, die auf sie folgten, veränderten die Architektur und den Schmuck der zentralen und südlichen Bereiche des Querschiffs tiefgreifend, ebenso diejenigen eines Stützpfeilers des Hauptschiffes und der von ihm gestützten Gewölbe. Dank dieser Reparaturkampagne wurde der Glockenturm über der Vierung aufgerichtet und das entsprechende Gewölbe darunter mit einem Oculus ausgestattet, durch den die Glockenseile geführt werden konnten. Nach dem Ende der französischen Revolution, die den Wegzug der letzten Kanoniker 1791 mit sich brachte, wurde die Kirche im Jahr 1802 wieder für den Gottesdienst geöffnet.[38]
19. Jahrhundert
Am 8. Juni 1840 ereignete sich in der Umgebung von Candes ein weiteres Erdbeben,[28] im gleichen Jahr, in dem die Stiftskirche in die erste Liste von 934 Monuments historiques aufgenommen worden war.[39] 1836 hatte Prosper Mérimée, Generalinspekteur für die historischen Denkmäler, die Stifts-kirche besucht.[40] Er forderte im Januar 1851 die Aufnahme der Arbeiten zur Beseitigung der Erdbebenschäden und der Erneuerung des durch Ver-nachlässigung des Bauwerks verrotteten Dachstuhls,[41] die dann 1852 begannen und bis 1856 andauerten.[37] Sie wurden vom Architekten Charles Joly-Leterme durchgeführt und in den 1880er Jahren auf das Schwerste kritisiert; einige Kunsthistoriker wie Louis Réau sprechen sogar von „wohlmei-nendem Vandalismus“.[42][43] Dies geht zurück auf die Zerstörung zahlreicher Kunstgegenstände (z. B. Statuen des Hl. Martin und des hl. Mauritius und des Chorgestühls), sowie dreier Altäre, deren Steine teilweise als Treppenstufen oder zur Pflasterung des Langhauses verwendet wurden.[44]
Bei dieser Gelegenheit wurde eine Phiole gefunden, die angeblich Blut der Märtyrer der thebaischen Legion enthielt, zu der der hl. Mauritius gehörte, und die durch den hl. Martin nach Candes gebracht worden war.[45]Anm.7 Der Erzbischof von Tours, Charles Théodore Colet, hat 1875 die Authentizität dieser Reliquie sowie eines weiteren, zerbrochenen Gefäßes aus Kno-chen oder Elfenbein, das Asche und ein Stück braunen Stoffs (angeblich vom Totenhemd des hl. Martin) bestätigt.[46] 1882 wurden die Westfassade und die Vorhalle Restaurierungen unterzogen.[19] In den letzten beiden Jahrzehn-ten des 19. Jahrhunderts wurde die Innendekoration der Kapelle des hl. Martin erneuert.[47]
20. und 21. Jahrhundert
Angelo Giuseppe Roncalli, der zukünftige Papst Johannes XXIII, besuchte die Stiftskirche von Candes, nachdem er im Dezember 1944 zum Apostolischen Nuntius in Frankreich ernannt worden war, während der ersten Monate des Folgejahrs.[48]
Seit 1959 besitzt die Kirche von Candes keinen titularen Pfarrer mehr. Ein Priester betreut die Gemeinden der Gesamtpfarrei Sainte-Jeanne-d'Arc en Chinonais, zu welcher auch Candes gehört.[28] 1982 bildete sich ein Spalt an der Fassade, dessen Risse sich im Folgejahr teilweise schlossen; Arbeiten zur Sicherung wurde sofort eingeleitet.[28] Bedeutende Restaurierungsarbeiten wurden 2013 unternommen. Sie befassten sich mit dem Dachstuhl und der Schiefer-eindeckung des Gebäudes, aber auch mit dem Mauerwerk und den Elektroinstallationen[49]. Sie wurden 2015 beendet, worauf eine Renovierung des Innenraums des Gebäudes folgte, die in Vorbereitung auf das 1700. Geburtsjahr des hl. Martin 2016 stand.[50] Während dieses Jubiläumsjahres fanden in der ehemaligen Stiftskirche zahlreiche Zeremonien, Konzerte etc. statt.
Wichtige Daten zur Geschichte der Stiftskirche von Candes-Saint-Martin.
Architektur
Der Gesamtgrundriss des Gebäudes ist schwer zu interpretieren: Der ursprüngliche architektonische Plan, welcher wahrscheinlich durch schon bestehende Mauern oder Gebäude und die Topographie des Ortes eingeschränkt war, ist aufgrund zahlreicher Umbauten und Neuaufbauten derart verändert worden, dass heute kein Raum mehr durch strikt parallel verlaufende Mauern begrenzt wird.[52] Die Stiftskirche ist zudem auf eingeebnetem Boden errichtet worden, wobei im Süden Terrain abgetragen und im Norden aufgeschüttet wurde, ja der nördliche Arm des Querschiffes scheint sogar über einem eingewölbten Raum erbaut zu sein.[53]
Die Stiftskirche scheint als Wallfahrtskirche konzipiert worden zu sein, obwohl sie keine bekannten Reliquien des hl. Martin besitzt und trotz der Tatsache, die wahrscheinlich auf eben jenem Faktum beruht, dass der Chor über keinen Chorumgang verfügt.[10] Das Mauerwerk besteht aus einem harten, aber weniger ästhetischen Süßwasserkalkstein in den unteren Partien und aus weißem oder gelblichem Tuff von schönerem Aussehen, aber viel geringerer Dichte und höherer Zerbrechlichkeit in den oberen Lagen.[16] Die Dachdeckung besteht aus Schiefer.[28] Die Stiftskirche hat die Grundform eines lateinischen Kreuzes und ist von Nordwest nach Südost orientiert, um dem natürlichen Relief des Abhangs zu folgen. Das Hauptschiff wird von zwei einfachen Seitenschiffen flankiert. Die inneren Abmessungen der Kirche betragen 41,80 m (Gesamtlänge) auf 22,42 m (Breite auf Höhe des Querschiffs).[54] Der Chor ist im spätromanischen Stil erbaut, während die Gewölbe des Langhauses und des Querschiffs sich mehr der angevinischen Gotik annähern[25]Anm.9 . Der Chor schließt mit drei Apsiden ab, von denen die nördlichste der angenommenen Lage des Sterbehauses des hl. Martin entspricht.[55] Um den Bau der Fassade gut an den bereits errichteten Chor anzubinden, war es nötig, bei der Errichtung des Kirchenschiffs, die in einer zweiten Bauphase erfolgte, mit der Ausrichtung der Säulen zu spielen, insbesondere im Nordteil des Langhauses.[28] Alle Fensteröffnungen tragen Rundbögen.
Eine der Besonderheiten der Stiftskirche besteht in der Koexistenz eines religiösen Bauwerks vom Ende der Romanik bzw. dem Beginn der Gotik, je nach betrachtetem Bauabschnitt der Kirche, und von Militärarchitektur, bezeugt durch das Vorhandensein von vier quadratischen Türmen, die von Zinnen und Pechnasen gekrönt sind. Von ihnen flankieren zwei die nördliche Vorhalle, die den Hauptzugang zur Kirche bildet, und zwei weitere die Westfassade: die Kirche muss im Falle eines Angriffs die Funktion als Zufluchtsort für die Bevölkerung von Candes übernommen haben.[55] Ihre architektonischen Besonderheiten und der Reichtum ihrer Ausschmückung machen sie zum „zweitschönsten religiösen Bauwerk im Département Indre-et-Loire nach der Kathedrale Saint-Gatien von Tours“.[56]
Chor und Querschiff
Der Bau des Chors und des Querschiffs erfolgte ganz offensichtlich in mehreren aufeinanderfolgenden Phasen und der späte Wunsch, das Ganze zu harmonisieren, konnte sich sowohl bezüglich des Grundrisses als auch der Architektur nur schwer durchsetzen. Das Vorhandensein eines früheren Bauwerks an der Stelle der nördlichen Apsiskapelle bildet eine schwerwiegende Einschränkung: diese Kapelle schließt eine sehr dicke Mauer mit ein, durch die ein Durchgang angelegt wurde, die sie mit dem nördlichen Arm des Querschiffes verbindet. Diese massive Mauer könnte den Glockenturm eines Vorgängerbauwerks der Stiftskirche getragen haben.[18] Was den übrigen Chor betrifft, sind die Gewölbe der Zentralapsis und der südlichen Apsidiole sehr voneinander verschieden, was von den Ausbesserungsarbeiten zeugt, die im 18. Jahrhundert an der Stiftskirche vorgenommen wurden.[19] Diese wirken stärker als eine bloße Fortentwicklung des Baustils während der Erbauungszeit.[21] Schließlich ist die südliche Kapelle ein gutes Stück breiter als die Apsis, welche sie abschließt, was einen weiteren Hinweis für die Überarbeitung dieses Gebäudeteils bildet, bei der die anfangs bestehen-de Kapelle und ihre an den Chor angelehnte Apsidiole mit einer externen Kapelle zu einem Baukörper vereinigt wurden.[19] Eine Nische, angelegt in der Südwestecke des Querschiffs, erlaubt den Zugang zu einem nicht mehr aktiven Brunnen, dessen Rolle (rein funktioneller oder ritueller Natur) unbestimmt ist.[57]
Zahlreiche Gewölbeschlusssteine im Querschiff und mehr noch im Langhaus blieben im behauenen Rohzustand; dies zeugt nicht von einer unvollende-ten mittelalterlichen Bautätigkeit, wie es lange Zeit hindurch vermutet worden war, sondern von den Reparaturarbeiten des 18. Jahrhunderts, bei denen sie, gewollt oder ungewollt, in diesem Zustand verblieben.[58]
- Chor, Kapellen und Querschiff
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Eingang zur Kapelle des hl. Martin.
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Nahaufnahme des Eingangs zur Kapelle des hl. Martin
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Brunnennische im Querschiff
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Außenansicht des Chorhaupts
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Innenansicht des Chors
Langhaus
Auf den Plänen eines neuen Baumeisters, der von den Historikern und Architekten „Meister von Candes“ genannt wird,[59] besteht das Langhaus aus einem Hauptschiff und zwei einfachen Seitenschiffen, die die gleiche Höhe besitzen, alle unterteilt in vier Joche,Anm.10 die sich nach außen mit engen und hohen Rundbogenfenstern öffnen. Zwar haben die Gewölbe des Hauptschiffs und der Seitenschiffe die gleiche Höhe, aber die letzteren verengen sich zum Querschiff hin, weshalb die Gewölbe spitziger ausfallen.[60] Dieser Bauplan ist direkt von Poitiers inspiriert, musste aber tiefgreifend angepasst werden, um den Anschluss des Langhauses an das bestehende Querschiff zu erlauben; daher erweitert sich das Hauptschiff nach Norden zu mehr und mehr auf Kosten des nördlichen Seitenschiffs und die südliche Seitenwand weist eine leicht Neigung auf. An der Außenseite werden an den Außenwän-den Strebepfeiler am Ende jedes Jochs hochgezogen, die so die Grenzlinien der Joche markieren.
Die Joche des Haupt- und der Querschiffe weisen jeweils Kreuzrippengewölbe auf, deren Gewölberippen alle durch Liernen miteinander verbunden sind. Die Gewölberippen ruhen auf Höhe der Mauern auf Kämpfern, die mit menschlichen Statuetten verziert sind, an den Innenseiten der Schiffe stützen sie sich auf Bündelpfeiler, die aus vier Säulen und acht weiteren Säulchen zusammengesetzt sind. Mit einer lichten Höhe von 18 Metern bleibt das Lang-haus bescheiden, dennoch verleiht die Anordnung der Säulen dem Ensemble eine schlanke Erscheinung.[27] Die Höhe der Gewölbe über ihren Kämpfersteinen ist charakteristisch für die Gotik Westfrankreichs.[61]
Zwei Türen, von denen eine vermauert ist, durchbrechen die südliche Außenwand des Langhauses. Die noch existierende, gegenüber der Vorhalle, öffnet sich auf einen mittelalterlichen Friedhof: es ist möglich, dass diese die Funktion der Totenpforte hatte, dies ist aber nicht gesichert.[62]
- Langhaus
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Innenansicht von Haupt- und Seitenschiffen
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Ausrichtungsfehler der nördlichen Langhaus-pfeiler Anm.11 .
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Ansicht des Kreuzrippengewölbes im Hauptschiff
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südliche Außenmauer des LanghausesAnm.12 .
Westfassade
Die Fassade wird von zwei massiven Anbauten in Form von Ecktürmen begleitet und ergänzt durch zwei dazwischen liegende Stützpfeiler, die in spitzen Türmchen enden und in den Fassadenschmuck integriert sind. Diese Stützpfeiler umrahmen ein einzelnes spitzbogiges Portal, das von einem Säulengang überragt wird, dessen Arkaden sich über die Pfeiler hinweg erstrecken. Darüber liegen eine Rosette und eine heute leere Nische.[63] Je ein Rundbogenfenster zwischen den Stützpfeilern und den Ecktürmen vervollständigt den Aufbau. Die zu Wehrtürmen umgestalteten Baukörper an den Ecken der Fassade sind von Pechnasen und von Zinnen gekrönt, die im 15. Jahrhundert hinzugefügt wurden. Eine Wendeltreppe im Nordwestturm ermöglicht den Zugang zu seiner Plattform; von dort gelangt man über Außentreppen, die über die Dachschrägen hinweg in Form eines Wehrgangs verlaufen, zu den Plattformen der übrigen Türme. Beide Ecktürme der Fassade endeten ursprünglich in je einer Pyramide, die wahrscheinlich im Zuge der Restaurierungen des 19. Jahrhunderts verschwunden sind,[64] die aber auf einem Aquarell von Louis Boudan aus dem Jahr 1699, das Candes zeigt und sich in der Collection Gaignières befindet, zu sehen sind.[65] Außerdem sind sie auf einer Fotografie des Westportals sichtbar, die vor der Durchfüh-rung der Restaurierungen durch Henri Deverin 1882 angefertigt wurde.[66] Wegen der Nähe zum Abhang und des deshalb stark eingeschränkten Platzes vor dem Portal diente die Westseite niemals als Haupteingang der Kirche.[53]
- Westfassade
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Übersicht über den oberen Teil der Westfassade
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Die Westfassade im Detail
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Candes mit der Stiftskirche (Louis Boudan, 1699)
Nördliche Vorhalle und Kapelle des hl. Michael
Entworfen als Haupteingang für die Pilger ist dem spitzbogigen Portal eine siebenstufige Treppenanlage vorgelagert, um den Höhenunterschied zwischen dem nördlichen Vorplatz und dem Boden der Vorhalle auszugleichen. Die Monotonie des Mauerwerks der Fassade um das Portal wird unterbrochen durch drei Gruppen von Schmuckelementen. Die erste Gruppe bilden auf dem Niveau des Zugangsportals vierzehn Statuen, von denen diejenigen der linken Seite nicht vollendet wurden und die durch dem Mauerwerk vorgelagerte Säulen voneinander getrennt werden. Darüber bilden auf einem Zwischenniveau siebzehn Halbsäulen, welche nicht von Statuen begleitet werden, die zweite Gruppe der Schmuckelemente. Die dritte Gruppe schließlich stellen auf dem höchsten Niveau sechzehn weitere Statuen dar (zwei davon fehlen bzw. wurden zerstört). Sie werden von der mittleren Gruppe durch ein Gesims abgetrennt, wo sich die Kapitelle der Säulen mit Konsolsteinen abwechseln. Die Statuen der obersten Gruppe stehen somit auf den Säulenkapitellen der mittleren Gruppe, die sie voneinander trennenden Säulen auf den Konsolen. Der Wehrerker, der aus der Epoche der Befestigungsarbeiten im 15. Jahrhundert stammt und der über eine umgewandelte Fensteröffnung von der Kapelle des hl. Michael aus zugänglich ist, verdeckt teilweise den Skulpturenschmuck dieser Etage.
Die Eintrittspforte führt in eine große Vorhalle von 9,5 m Breite und 5 m Tiefe (Innenmaße), die Zugang zum zweiten Langhausjoch hat.[55] Die Vorhalle besitzt ein Spitzbogengewölbe, bestehend aus drei Jochen. In ihrer Mitte steht eine monolithische Säule,Anm.13 die die acht Bögen des mittleren Gewölbejochs stützt.[67] Eine Serie von 14 Statuen, voneinander durch Säulchen getrennt, schmückt die Innenwände der Vorhalle, aber auch hier sind, wie an der Fassade, einige Skulpturen (Statuen oder Schlusssteine) nicht vollständig ausgeführt. Das Portal, welches sich von der Vorhalle zur Kirche hin öffnet, wird von drei schmalen Spitzbögen bekrönt, die ein Tympanon umschließen, bei welchem der Skulpturenschmuck der Gewände nur auf der linken Seite ausgeführt ist und rechts fast vollständig fehlt.
Über der Vorhalle liegt die Kapelle des hl. Michael, die ebenfalls drei spitzgewölbte Joche besitzt, welche sich genau über denjenigen der Vorhalle befinden.[67] Sie ist über eine enge Stiege zugänglich, die in die dicke Mauer eingelassen ist und mit der Wendeltreppe an der Nordwestecke der Fassade in Verbindung steht. Im Schiff der Kapelle befindet sich eine Fensteröffnung. Die Existenz dieser Kapelle über dem monumentalen Portal lässt zum einen die Vermutung zu, dass das Ensemble auch hochrangige Persönlichkeiten wie die Könige aufnehmen konnte, die von dieser Kapelle aus den Gottes-diensten beiwohnten, obwohl ihr Fenster nicht auf den Chor mündet. Auch die Widmung der Kapelle an den hl. Michael, der im Mittelalter mit ranghohen königlichen oder kaiserlichen Persönlichkeiten in Verbindung gebracht wurde, stützt diese These.[68] Claude Boissenot wiederum entwickelt eine andere Hypothese, nach welcher die Symbolik der Skulpturen der Vorhalle sich um das Haus Blois und insbesondere um Graf Odo II. von Blois zentriert, zu dessen Gunsten der hl. Michael eingreift. Die Kapelle, die sich oberhalb der Vorhalle befindet, sei dieser Familie gewidmet gewesen[69] und ursprünglich nicht unter dem Patronat des hl. Michael gestanden.[70] Es kann ebenso möglich sein, dass die Kapelle eine andere Funktion hatte, die noch nicht geklärt ist, aber auf jeden Fall eine bedeutsame war.[71]
- nördliche Vorhalle und Kapelle des hl. Michael
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Innenansicht der Vorhalle
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darüberliegen-de Kapelle des hl. Michael
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Detailansicht des Gewöl-bes der Kapelle
Dekoration und Inventar
Dekoration
Es sind mehrere Bildhauer, die nach und nach je nach Baufortschritt den skulpturalen Schmuck in Candes schufen. An den verschiedenen Schmuckelementen (Statuen, Kapitelle, Gewölbeschlusssteine) sind so große stilistische Unterschiede erkennbar, dass es André Mussat, der darüber detaillierte Studien angestellt hat, für möglich hielt, vier verschiedene Künstler zu identifizieren, wobei gewisse Statuen trotzdem zu keiner dieser Gruppen passen.[28] Der „Meister der kleinen Figuren“, der vom Ende des 12. Jahrhunderts an in Chor, Querschiff und Langhaus tätig war, soll der Urheber der sehr realistischen und fein ausgearbeiteten dortigen Figuren sein (z.B. König David und Ältester der Apokalypse an der Westwand des südlichen Seiten-schiffs).[72] Zur selben Zeit arbeitete ein zweiter Künstler, der deutlich versucht, den vorgenannten Meister zu kopieren, wenn auch in einem einfacheren Stil, der „Meister des hl. Martin“. Vielleicht war es ein lokaler Künstler, der nach einer ihm zugeschriebenen Statue benannt wurde. Von ihm stammen auch die drei weiblichen Heiligen im südlichen Seitenschiff.[73] Dem „Meister der 18 Statuen“ wird die Ausführung verschiedener Persönlichkeiten der biblischen Geschichte zugeschrieben (z.B. Königin von Saba, Abraham).[28] Er soll zwischen 1220 und 1240 tätig gewesen sein. Später, am Ende des 13. Jahrhunderts, soll sich der „Meister der Apostel“ der Ausführung der Schmuckelemente der Vorhalle gewidmet haben: dieser Künstler, der möglicher-weise aus Moulins stammte,[28] soll insbesondere die 12 Apostelstatuen geschaffen haben, die sich in mehreren Skulpturenreihen der Vorhalle befinden. Vier stehen neben anderen Statuen im Inneren der Vorhalle, fünf in der oberen Statuenreihe an deren Fassade und weitere drei in der unteren Reihe.[74]
Die Abfolge unterschiedlicher Stile in den Skulpturen hat íhre Ursache wahrscheinlich darin, dass es sich um wandernde Künstler handelte, die als Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela waren und einen Umweg über Candes machten, um an der Baustelle der Stiftskirche mitzuarbeiten. Die Stilelemente der Dekoration in Candes findet man auch an anderen religiösen Bauwerken wieder, wie dem früheren Priorat Saint-Jean-de-l'Habit in Fontevraud, der Komturei Les Moulins der Tempelritter in Bournand oder der Kirche Notre-Dame in Puy-Notre-Dame.[56]
Chor, Querschiff und Langhaus
Chor, Sakristei und die Kapelle des hl. Martin erhielten ihr heutiges Aussehen unter der Leitung des Architekten Henri Deverin in den 1880er Jahren.[75]
Die Glasfenster der Kapelle des hl. Martin werden im Generalinventar des Kulturerbes dem Pariser Glasmaler Claudius Lavergne zugeschrieben,[76] falls nicht das Fenster, das den Abtransport der Leiche des hl. Martin zeigt und sich in der Rundbogennische im Norden befindet, ein Werk des Ateliers von François-Léon Bigot aus Tours ist, eines Mitarbeiters von Lucien-Léopold Lobin.[75] Dieses Fenster ist der Überlieferung zufolge dasjenige, durch welches die Mönche aus Tours die Leiche „hindurchgeschleust“ haben. Ein Kenotaph mit einer Liegefigur (Gisant) Martins füllt eine aus moderner Zeit stammende Nische, die zwischen die Kapelle des hl. Martin und die Chorapsis eingefügt wurde.
- Dekoration der Kapelle des hl. Martin
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Fenster mit der Entfernung der Leiche des hl. Martin
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Inschrift im nebenstehenden Fenster (Durch dieses Fenster und in der Nacht seines Todes wurde die Leiche des hl. Martin hinuntergelassen. Die Einwohner von Tours wollten ihn so den Ansprüchen der Einwohner von Poitiers entziehen, die eingeschlafen waren.)
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Kenotaph mit der Liegefigur des hl. Martin
Der Skulpturenschmuck des Chors ist von der westlichen Gotik geprägt, so wie die Kapitelle mit mehreren Reihen von Akanthusblättern oder anderen pflanzlichen Ornamenten und die Figuren, die dem mythologischen oder monströsen Bestiarium entnommen sind.[47] Der Schmuck des Querschiffs und des Langhauses findet zum größten Teil seine Vorbilder in biblischen Szenen. Obwohl es schwierig ist, einen Gesamtplan für das Skulpturenprogramm zu erstellen, scheinen die Themen der Auferstehung und der Wiederkunft Christi in Chor, Querschiff und Langhaus von Candes am häufigsten vertreten zu sein.[77] Die meisten Statuen oder Figurengruppen, die die Pfeiler oder die Basen der Gewölbebögen zieren, sind polychrom. Bei einigen Skulpturen wurde die Behauptung aufgestellt, es könnte sich um Abgüsse handeln, die bei den Restaurierungen im 19. Jahrhundert die Originale ersetzt haben.[78] Die großen Glasfenster im Chor sind das Werk von Félix Gaudin, einem Pariser Glasmaler, und datieren von 1900.[75]
- Schmuckelemente von Chor, Querschiff und Langhaus
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Glasfenster des Chors
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Kapitell mit pflanzlichen Motiven (Übergang vom Querschiff zum Langhaus).
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Kapitell mit diversen Fabelwesen (gleicher Bogen)
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Skulpturengruppe (oben Petrus und Paulus, darunter Moses[?]) (Langhaus)
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Gruppe dreier weiblicher Heiliger (Langhaus).
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Statue des hl. Martin als Bischof (li. Seitenschiff)
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Figurengruppe des Kindermords von Bethlehem, links König Herodes (li. Seitenschiff)
Nördliche Vorhalle
Die Vorhalle ist sowohl an der Außenseite als auch im Inneren mit zahlreichen Statuen geschmückt,Anm.14 begleitet von reichem bildhauerischem Dekor. Sara Lutan äußert in ihrer Studie von 2002 über die Ikonografie der Vorhalle die Ansicht, dass in einem Teil dieser Statuen symbolische Dar-stellungen der Mitglieder der Plantagenet-Dynastie zu sehen sind, deren Einfluss im gesamten Westen Frankreichs von der Mitte des 12. bis unmittelbar zum Beginn des 13. Jahrhunderts von größter Bedeutung war.[79] Sie greift damit eine Hypothese von Edward Gish von 1988 auf.[23] Diese Interpreta-tion, die auf der Annahme basiert, dass das Portal gegen Ende des 12. Jahrhunderts oder spätestens um 1215 erbaut wurde,[80] ist nicht allgemein akzeptiert.[81] Sie wird allem Anschein nach durch Beobachtungen widerlegt, die zeigen, dass die Vorhalle erst nach einem Teil des Kirchenschiffs errichtet wurde, da sie eine der Fensteröffnungen teilweise verdeckt, also nicht vor 1225, eher zum Ende der Bauarbeiten hin um 1250 herum.[82] Andere Autoren haben, mit ebenso wenig Sicherheit, die Abbildung von merowingischen Königen wachgerufen.[83]
Der Schmuck der nördlichen Vorhalle ist jedoch nicht abgeschlossen worden: einige Blöcke, die zu Statuen werden sollten, sind nicht einmal begonnen worden und alle Schlusssteine der Vorhalle sind noch im Rohzustand. Dies gilt auch für die rechte Hälfte der Archivolte des Tympanons über dem Eingangsportal. Eine der Skulpturen des Tympanons könnte den hl. Martin selbst darstellen, der die Phiole mit den Reliquien des hl. Mauritius in Händen hält.[84] Drei Gesichter an einem Kapitell an der rechten Außenseite der Vorhalle, die dort die Akanthusblätter ersetzen, gelten laut einer 1945 aufge-schriebenen lokalen Tradition als diejenigen der Revolutionäre Georges Danton, Jean Paul Marat und Maximilien de Robespierre. Sie wurden von einem Handwerker im Zuge der Restaurierung der Kirche 1852 geschaffen.[85]
- Dekoration der nördlichen Vorhalle
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Statuen in den Gewänden links des Portals
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nicht ausgeführte Statuen der Fassade.
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Kapitell der Revolutionäre
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Schlussstein im Rohzustand
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gekrönte Köpfe (angebl. Heinrich II. Plantagenet und Eleonore von Aquitanien)
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Denkmalgeschütztes Inventar
Der Hochaltar mit seinem Tabernakel, drei Tafelbilder, eine aus drei Statuen bestehende Kreuzigungsgruppe und eine Glocke sind als Inventarobjekte der Stiftskirche in der Base Palissy als geschützte Monuments historiques eingetragen.
Der mit schwarzem Marmor verkleidete Altar aus dem 18. Jahrhundert – das einzige liturgische Objekt der Stiftskirche, das aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist[87] – ist in der Mitte des Antemensale von einer Taube vor dem Hintergrund eines Kreuzes mit Strahlenkranz geschmückt. Zusammen mit dem Tabernakel, welcher auf dem Altar steht und von einem hohen Kruzifix gekrönt wird, wurde er 1994 in die Denkmalliste aufgenommen.[88] Bis zu den Umbauten des 19. Jahrhunderts stand er nicht in der Rundung der Apsis, sondern befand sich als „römischer Altar“ (Zelebrationsaltar) unter der Vierung des Querschiffs. Er enthielt zwei Reliquiare, von denen das zum Chor hin orientierte verschwunden ist.[87]
Bei den drei Tafelbildern handelt es um Die Taufe Christi (16. Jahrhundert, in die Denkmalliste aufgenommen 1990)[89], Der hl. Paulus stürzt auf dem Weg nach Damaskus zu Boden (17. Jahrhundert, ebenfalls aufgenommen 1990)[90] und Die Nächstenliebe des hl. Martin von Antoine Rivoulon (1837, zusammen mit seiner Umrahmung aufgenommen 1995)[91]. Im Moment ist nur das letzte Bild für die Öffentlichkeit zugänglich. Es befindet sich oberhalb des Eingangs zur Kapelle des hl. Martin. Die beiden anderen Bilder werden in der Sakristei aufbewahrt und können nicht besichtigt werden.
Die Statuen aus dem 17. Jahrhundert aus Terrakotta auf Podesten aus bemaltem Holz stellen eine Kreuzigungsgruppe dar, mit dem Kruzifixus in der Mitte, flankiert von der Jungfrau Maria und Johannes Evangelist (in die Denkmalliste aufgenommen 1921)[92]. Ihren Charakteristika nach scheinen sie aus einem Terrakotta-Atelier in Maine zu stammen, vielleicht demjenigen von Gervais Delabarre und seinen Söhnen, und zwar aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts[93]. Die Figurengruppe befindet sich seit 1715 am Eingang zum nördlichen Seitenschiff.[87]
Die 1728 gegossene Bronzeglocke, die im wieder aufgebauten Glockenturm aufgehängt wurde, wurde vom Erzbischof von Tours Louis-Jacques Chapt de Rastignac und Prinzessin Henriette-Louise de Bourbon-Condé auf den Namen Marie-Louise getauft (aufgenommen 1913)[94]. Sie wurde 2013 restauriert.[95]
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Hochaltar und Tabernakel (18. Jahrhundert)
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Kreuzigungs-gruppe (1. Hälfte des 17. Jahrhunderts)
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Die Barmher-zigkeit des hl. Martin (Antoine Rivoulon, 1837)
Architektonische und historische Studien zur Stiftskirche
Diese Liste von Studien ist nicht vollständig. Sie ist auf diejenigen begrenzt, die sich in ganz besonderer Weise der Stiftskirche von Candes-Saint-Martin widmen und eine weitere Verbreitung gefunden haben.
Der Priester Henri Bas hat gegen Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts eine zusammenfassende Schrift über die Geschichte von Candes verfasst, in welcher er der Stiftskirche einen großen Part einräumt. Daher scheint dies die erste umfassende Veröffentlichung zu diesem Gegenstand zu sein, die auch mehrere Neuauflagen erlebte.[34]
Im Jahr 1948 wurde der französische Archäologiekongress in Tours abgehalten. In den Kongressprotokollen von 1964 widmete André Mussat der Stiftskirche von Candes-Saint-Martin einen langen Artikel, in welchem er deren Schmuckelemente untersucht. So bewies er die Tätigkeit verschiedener Gruppen von Bildhauern, von denen jede von einem „Meister“ geleitet wurde.[21][26][30]
1997 fertigte Yves Blomme eine Studie über die Stellung der Stiftskirche im Gesamtkontext der Charakterbauwerke des gotischen Stils in Westfrankreich an. Die Studie wurde in den Kongressprotokollen des französischen Archäologiekongresses Monuments en Touraine publiziert.[18][19][20][37]
2002 präsentierte Sara Lutan-Hassner ihre Doktorarbeit mit dem Titel The Gothic Sculpture of the Collegiate Church of St. Martin in Candes and the Artistic Traditions of Western France und widmete sie dem Studium der nördlichen Vorhalle der Stiftskirche, ihrer Ausschmückung und deren Symbolik. Die Doktorarbeit ist nicht in Gänze publiziert, aber die Autorin hat sie in mehreren, später publizierten Artikeln zusammengefasst.[68][79][80][86]
Claude Boissenot stellte 2011 seine Doktorarbeit La place de la collégiale de Candes-Saint-Martin dans l'Ouest de la France vor.[10][16][22][29][35][54][57][60][64][65][69][70][82] Der Inhalt dieser Doktorarbeit, die ebenfalls nicht vollständig publiziert ist, wurde von verschiedenen Historikern in deren zusammenfassenden Artikeln übernommen.
Das von Bertrand Lesoing verfasste Buch La Collégiale de Candes-Saint-Martin aus dem Jahr 2016, das einzige Werk, welches sich ausschließlich mit der Stiftskirche befasst, fasst den Wissensstand über dieses Denkmal zusammen, zählt aber auch die bis zu diesem Zeitpunkt unbeantworteten Fragen auf.[14][15][17][27][36][43][52][53][61][62][66][75][71][77][81][87][96]
Heraldik und bildende Kunst
Die Blasonierung des Wappens der Stiftskirche lautete wie folgt: „Auf blauem Grund der heilige Martin zu Pferde, gefolgt vom Teufel in Gestalt des Armen, dem er einen Mantelteil reicht, dies alles in Gold und umgeben von den Lettern SANCTE MARTINE“.[97]
Im 19. Jahrhundert haben Maler wie Paul-Désiré Trouillebert und Zeichner wie die Gebrüder Rouargue oder Albert Robida die Stiftskirche in ihren Werken dargestellt, entweder als Hauptsujet oder als Element in einer größeren Landschaft.[28]
Die Stiftskirche von Candes-Saint-Martin diente als Kulisse für die Dreharbeiten einiger Szenen des französisch-italienischen Films Der Triumph des Musketiers von Bernard Borderie, der im Jahr 1964 in die Kinos kam.[98]
Anmerkungen und Bibliographie
Anmerkungen
1 Der Legende nach wurde der Leichnam des hl. Martin durch eines der Kirchenfenster nach draußen gehoben. Das Fenster in „Nische Nr. 20“ der Kathedrale von Chartres zeigt zwei Bürger von Tours, die den Leichnam für die Überführung aus der ersten Kirche von Candes heben.[99]
2 Ein lebendiger Volksglaube will es, dass in dieser Kapelle auch heute noch das Fenster existiert, durch das die Mönche aus Tours in der auf den Tod des hl. Martin folgenden Nacht „unter der Nase“ ihrer Mitbrüder aus Poitiers seinen Leichnam entfernt und nach Tours zurückgebracht haben. (nach[34])
3 Die östliche Seitenwand der Vorhalle ist vor die Nordwand des Langhauses gesetzt und verdeckt so zum Teil das Gewände des Fensters im zweiten Langhausjoch.
4 Die Gemeinde La Roche-Posay, heute zum Département Vienne gehörig, bildete vor der Französischen Revolution eine Pfarrei, welche zur Region Touraine gehörte.
5 Dieses Erdbeben, dessen Epizentrum in der Gegend von Loudun lag, bleibt mit seiner Stärke von VII-VIII auf der MSK-Skala bis heute das schwerste je aufgezeichnete im Poitou.[100][101]
6 Dieser Sturm von gewaltigem Ausmaß forderte Todesopfer durch Schiffbrüche an der Atlantikküste, brachte die Turmspitze der Kirche St-Laon in Thouars zum Einsturz,[102] zerstörte verschiedene Gebäude in der Touraine[103] und die Fensterrosette der ehemaligen Kirche St-Nicaise in Reims.[104]
7 Eine auf 1783 datierte Notiz besagt, dass in diesem Jahr auf Betreiben des Pfarrers Maronneau, der neu auf die Pfarrstelle in Candes berufen worden war, eine Analyse der Reliquien stattgefunden hat.[96] Der verantwortliche Chemiker schloss, dass es sich um „Blut oder mit Blut getränktes Fleisch“ handele, das Protokoll der Analyse wird aber in keiner anderen Quelle erwähnt.
8 Die Bauphase der Befestigungen im 15. Jahrhundert, die die oberen Partien des Gebäudes betreffen, sind hier nicht wiedergegeben.
9 Im diesem Sinn bemerken Y. Labande-Mailfert und D. Manson, dass die „Vertikalität“ der Langhaussäulen in Form von Bündeln auch dem gotischen Stil verbunden zu sein scheint. Dieses architektonische Element ist ein Charakteristikum der gotischen Kirchen Nordfrankreichs.[105]
10 Diese Anordnung macht aus der Stiftskirche eine dreischiffige Hallenkirche.[106]
11 Die Säulenbasen sind durch eine gestrichelte rote Linie verbunden, die den Ausrichtungsfehler darstellt.
12 Auf Höhe des zweiten Jochs von links ist eine vertikale Spalte zu sehen. Sie entspricht der Unterbrechung der Bauarbeiten am Langhaus, die aufgrund der Errichtung der nördlichen Vorhalle erfolgte.
13 Der Mittelalterforscher Nurith Kenaan-Kedar stellt einen Bezug dieser Säule der nördlichen Vorhalle von Candes mit den drei Säulen her, welche im Narthex der Kapelle Sainte-Radegonde in Chinon stehen. Er deutet an, dass diese Art eines isolierten Stützelements für eine „Gedenkarchitektur“ steht.[107]
14 In der ehemaligen Abtei Sankt Arnulf in Metz, wo ein Teil des Grabmals von Ludwig dem Frommen erhalten ist, das während der französischen Revolution zerstört und seine Teile verstreut wurden, befindet sich eine Statue, die die Jungfrau Maria oder die Königin von Saba darstellt, datiert auf 1230–1250. Sie ist in einen ehemaligen Pfeiler der Moselschleuse eingebaut und ihr „Stil und Faltenwurf“ zeigt laut Dorothée Jacoub starke Ähnlichkeiten mit jenen, die an der Außenseite der nördlichen Vorhalle der Stiftskirche thronen.[108]
Bibliographie
Die folgenden Publikationen wurden von der französischen Wikipedia herangezogen:
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- Henri Bas, Candes, 3. Auflage, Eigenverlag des Autors, Tours, 1921, 31 S.
- Yves Blomme, La collégiale Saint-Martin de Candes, in: Congrès archéologique de France. 155e session. Touraine. 1997, Société française d'archéologie, Paris, 2003, 358 S., ISBN 978-2-36919-096-7, S. 43-54.
- Claude Boissenot, La place de la collégiale de Candes-Saint-Martin dans l'Ouest de la France: Doktorarbeit, Université François-Rabelais, Tours, 2011, 699 S.
- Pierre Gourdin, Candes-Saint-Martin au cours des âges, in: Mémoire de la Société archéologique de Touraine, Band LXII, 1997, S. 107-125.
- Bertrand Lesoing, La collégiale de Candes-Saint-Martin, Éditions Anovi, Chinon, 2016, 139 S., ISBN 979-1-09-638501-0.
- Bertrand Lesoing, La transmission de la mémoire – Candes et Saint Martin entre le IVe et le XIIe siècle, in: Bruno Judic, Robert Beck, Christine Bousquet-Labouérie, Élisabeth Lorans (Hrsg.), Un nouveau Martin – Essor et renouveaux de la figure de Saint Martin, IVe-XXIe siècle, Collection Perspectives historiques, Presses universitaires François-Rabelais, Tours, 2019, S. 109–119.
- Sara Lutan, Le porche septentrional de la collégiale Saint-Martin de Candes (v. 1180) et l’image dynastique des Plantagenêt, in: Cahiers de civilisation médiévale, Nr. 170, Cahiers de Civilisation Médiévale, Poitiers, Oktober-Dezember 2002, S. 341–361.
- André Mussat, Candes, in: Congrès archéologique de France, 122e session tenue à Anjou en 1964, Société française d'archéologie, Paris, 1964, S. 499-516.
- André Mussat, Le style gothique de l'ouest de la France (XIIe et XIIIe siècles), A. & J. Picard et Cie, Paris, 1963, 446 S.
- P.-A. Savette, Candes. Notice historique, A. Roland, Saumur, 1935, 31 S.
Weblinks
- Site officiel de la collégiale de Candes (französisch)
- Le porche septentrional de la collégiale Saint-Martin de Candes (v. 1180) et l'image dynastique des Plantagenêt – Persée (französisch)
Einzelnachweise
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- ↑ a b Stéphanie Philippon, Matthieu Gaultier: Candes-Saint-Martin et ses cimetières: évolution de son organisation spatiale, depuis l’Antiquité jusqu’à l’époque Moderne (Région Centre, Indre-et-Loire). In: Revue archéologique du centre de la France. Band 53, 2014, S. 10 (französisch, openedition.org).
- ↑ Raymond Mauny: Une ancienne limite gauloise identifiée: la borne des trois eveches près de Candes. In: Bulletin de la Société des Amis du Vieux Chinon. Band VIII, Nr. 6, 1982, S. 763–766 (französisch).
- ↑ Jean-Paul Lecompte: Découverte d’un ouvrage de franchissement gallo-romain dans le confluent Loire/Vienne à Candes-Saint Martin. In: Bulletin de la Société archéologique de Touraine. Band 45, 1999, S. 756–759 (französisch).
- ↑ Eugen Ewig: Le culte de saint Martin à l’époque franque. In: Revue d’Histoire de l’Église de France. Band 47, Nr. 144, 1961, S. 1–18 (französisch).
- ↑ Pierre-Marie Danquigny, Jacky Duvigneau: Les voies gallo-romaines au pays des Turons. Eigenverlag der Autoren, 2013, S. 13, 32 und 100 (französisch).
- ↑ géoportail – Collégiale Saint-Martin, 37500 Candes-Saint-Martin. In: geoportail.gouv.fr. Institut géographique national, 2023, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Véronique Bruge-Caroux: La Collégiale de Candes-Saint-Martin (1176-124?): du bâti au bâtisseur. In: lesamisdecandessaintmartin.wordpress.com. 22. März 2022, S. 2, abgerufen am 19. Dezember 2025 (französisch).
- ↑ Stéphanie Philippon, Matthieu Gaultier: Candes-Saint-Martin et ses cimetières: évolution de son organisation spatiale, depuis l’Antiquité jusqu’à l’époque Moderne (Région Centre, Indre-et-Loire). In: Revue archéologique du centre de la France. Band 53, 2014, S. 8 (französisch, openedition.org).
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- ↑ Hippolyte Delehaye: Guibert, abbé de Florennes et de Gembloux. In: Revue des questions historiques. Nr. 46, 1889, S. 56 (französisch, bnf.fr).
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- ↑ a b c Yves Blomme: La collégiale de Saint-Martin de Candes. In: Congrès archéologique de France. 155e session. Touraine. 1997. Société francaise d'Archéologie, Paris 2003, ISBN 978-2-36919-096-7, S. 43–45 (französisch).
- ↑ P.-A. Savette: Candes. Notice historique. A. Roland, Saumur 1935, S. 26 (französisch, bnf.fr).
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- ↑ Prosper Mérimée: Église de Candes-Saint-Martin (Indre-et-Loire). In: Procès-verbaux de la Commission des Monuments historiques de 1848 à 1850 – 10 janvier 1851 [Vendredi]. Paris 1851 (französisch, sorbonne.fr).
- ↑ Louis Réau: Histoire du Vandalisme: Les Monuments détruits de l'Art de France. Band I. Hachette, Paris 1959 (französisch, archive.org).
- ↑ a b Bertrand Lesoing: La collégiale de Candes-Saint-Martin, Kap. Le XIXe siècle, entre oubli et renouveau. Éditions Anovi, Chinon 2016, ISBN 979-1-09638501-0, S. 115 (französisch).
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