Notre-Dame (La Roche-Posay)
Notre-Dame ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in La Roche-Posay im Département Vienne in Frankreich. Die Kirche ist seit 1907 als Monument historique klassifiziert.[1]
Geschichte
Die Kirche Notre-Dame in Roche-Posay wurde im Jahr 1099 in einer päpstlichen Bulle Urbans II. erstmals urkundlich erwähnt. Das Gotteshaus befindet sich auf einem hohen Felsvorsprung oberhalb des Flusses Creuse. Unmittelbar nördlich schließt sich die Ruine der Burg von Posay mit ihrem mächtigen erhaltenen Donjon an.
Die heutige Kirche, die auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes errichtet wurde, ist weitgehend ein Bau der Gotik. Ältere Bauteile finden sich vor allem im romanischen Vierungsturm aus dem 11. bzw. frühen 12. Jahrhundert, der von massiven Strebepfeilern gestützt wird. Im 14. Jahrhundert während des Hundertjährigen Krieges wurde das Gotteshaus vermutlich symbolisch befestigt, wie die beiden angedeuteten Wehrgeschosse auf den beiden Strebepfeilern des Turms belegen, die aus der Entfernung gut sichtbar sind.
Das Langhaus der Kirche ist ein einschiffiger Saal mit breiten Rippengewölben. Die Querhausarme sind vom Langhaus an den beiden Seiten neben der Öffnung zum Chor nur durch schmale Durchgänge zu erreichen, Seitenschiffe existieren nicht. Die Kirche schließt im Osten hinter der Vierung in einen gerade geschlossenen Chorraum. Der nahezu vollständige Neubau der Kirche im 15. Jahrhundert lässt sich durch heraldischen Elemente an den Gewölben und Säulen eingrenzen. Sie erlauben eine Datierung des Baus in das letzte Viertel des 15. Jahrhunderts. Auf dem Schlussstein des ersten Jochs des Langhauses befindet sich das Wappen von Jeanne de Varèze, der Gemahlin von Pierre Chasteigner, dem Herrn von La Roche-Posay, den sie im Jahr 1443 geheiratet hatte.
Der Schlussstein des zweiten Jochs der Kirche zeigt vermutlich das Wappen von Madeleine Dupuy, der Ehefrau von Guy Châtaigner, dem Sohn von Jeanne und Pierre. Madeleines Wappen ist zusammen mit dem ihres Mannes auch in einem Stundenbuch für Poitiers aus der Zeit um 1489 nachweisbar. Die Bauarbeiten an diesem Teil der Kirche Notre-Dame würden demnach zwischen 1480, dem Jahr der Heirat des Paares, und dem Beginn des 16. Jahrhunderts zu datieren sein. Guy starb vor dem 5. Mai 1507 und wurde in der Kirche beigesetzt.
Während des Zweiten Weltkriegs verlor die Kirche am 22. Juni 1940 ihre Buntglasfenster durch die Explosion einer Mine, die die Brücke über die Creuse sprengen und so den deutschen Vormarsch verzögern sollte. Nur ein einziges Buntglasfenster aus dem 15. Jahrhundert sowie ein Fenster aus dem späten 19. Jahrhundert blieben verschont, das sogenannte Herz-Jesu-Fenster. Alle modernen Buntglasfenster wurden zwischen 1948 und 1949 von dem Glasmaler Jacques Le Chevallier geschaffen.[2][3][4]
Einzelnachweise
- ↑ Notre-Dame in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ La Roche-Posay, église Notre-Dame
- ↑ Die Kirche auf der Seite der Gemeinde
- ↑ Vitraux
Weblinks
Koordinaten: 46° 47′ 12,5″ N, 0° 48′ 56,9″ O