St. Pantaleon (Oberösterreich)

St. Pantaleon
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Oberösterreich Oberösterreich
Politischer Bezirk: Braunau
Kfz-Kennzeichen: BR
Hauptort: Sankt Pantaleon
Fläche: 18,33 km²
Koordinaten: 48° 0′ N, 12° 54′ O
Höhe: 436 m ü. A.
Einwohner: 3.295 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 180 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5120
Vorwahl: 06277
Gemeindekennziffer: 4 04 37
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Pantaleoner Straße 25
5120 St. Pantaleon
Website: stpantaleon.at
Politik
Bürgermeister: Walter Hartl (OGL)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(25 Mitglieder)
Insgesamt 25 Sitze

Luftbild von St. Pantaleon
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

St. Pantaleon[1] (auch Sankt Pantaleon; in der lokalen Mundart Pontigo) ist eine Gemeinde im oberösterreichischen Innviertel (Bezirk Braunau), mit 3295 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).

Geografie

St. Pantaleon liegt auf 436 m ü. A. im Oberen Innviertel, direkt an der Salzach, auf der anderen Seite dieser ist Bayern.

Südlich grenzt St. Pantaleon an das österreichische Bundesland Salzburg.

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,5 km, von West nach Ost 5,7 km. Die Gesamtfläche beträgt 18,32 km². 23,6 % der Fläche sind bewaldet, 63,7 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Im Gemeindegebiet befindet sich in einer bewaldeten Senke der Höllerersee.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst die drei Katastralgemeinden

Die 15 Ortschaften der Gemeinde sind (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[2]):

Des Weiteren gibt es Ortslagen mit eigenen Bezeichnungen, die einer oder zwei Ortschaften zugerechnet werden so Eiferding, Esterloh, Söllham, Pichling, wie auch Kirchberg Siedlung, Riedersbach Siedlung und die Vorderberger Siedlung.

Zählsprengel sind Riedersbach für den Nordteil der Gemeinde mit Trimmelkam, und St.Pantaleon-Wildshut für den Süden und Osten.

Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Mattighofen, bis 2004 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Wildshut.

Nachbargemeinden

Salzach

Haigermoos Franking



 
Salzach
St. Georgen bei Salzburg (Bez. Salzburg-Umg., SBG)
 
Gem. Lamprechtshausen, Bez. Salzburg-Umgebung, grenzt im Weidmoos um 150 m nicht an.

Geschichte

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war St. Pantaleon bis 1779 bayrisch. Der Ort kam nach dem Frieden von Teschen 1779 zusammen mit den östlich des Inn gelegenen Gebieten des kurfürstlichen Rentamtes Burghausen, die bis dahin „Innbaiern“ geheißen hatten, als „Innviertel“ zu Österreich. Salzach und Unterer Inn, die bis dahin in erster Linie Handelswege innerhalb Bayerns gewesen waren, wurden damit zu Grenzflüssen zwischen Bayern und Österreich ob der Enns. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört St. Pantaleon seit 1816 (Vertrag von München) endgültig zu Oberösterreich. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Während der NS-Zeit wurde von den Nationalsozialisten im Juli 1940 auf dem damaligen Gemeindegebiet in Weyer (heute der Gemeinde Haigermoos zugehörig) das Arbeitserziehungs- und Zigeuneranhaltelager St. Pantaleon-Weyer eingerichtet, das zunächst bis Januar 1941 als Arbeitserziehungslager betrieben und dann bis Ende 1941 als Zigeuneranhaltelager weitergeführt wurde.[3][4]

Im Jahr 2000 wurde an der Moosach, einem kleinen Nebenbach der Salzach, die Erinnerungsstätte Lager Weyer/Innviertel geschaffen und dort ein Mahnmal errichtet. Die Häftlinge des ehemaligen nationalsozialistischen Gefangenenlagers in Weyer waren damals bei der Regulierung der Moosach als Zwangsarbeiter eingesetzt worden. Eine Brücke, die in unmittelbarer Nähe zum ersten Lager über die Moosach führt und die St. Pantaleon mit der Salzburger Gemeinde St. Georgen verbindet, wurde 2009 vom St. Pantaleoner Bürgermeister gemeinsam mit dem Bürgermeister der Nachbargemeinde zur Brücke der Erinnerung erklärt.

Einwohnerentwicklung

St. Pantaleon: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
  
920
1880
  
996
1890
  
958
1900
  
985
1910
  
1.035
1923
  
1.089
1934
  
966
1939
  
892
1951
  
1.478
1961
  
3.038
1971
  
3.043
1981
  
3.001
1991
  
3.108
2001
  
3.054
2011
  
3.093
2021
  
3.220
2025
  
3.295
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 3108 Einwohner, 2001 wurden 3054 Bewohner gezählt. Von 2001 bis 2011 blieb zwar die Wanderungsbilanz negativ, konnte aber durch die positive Geburtenbilanz wettgemacht werden, sodass die Bevölkerungszahl wieder auf 3.093 stieg.[5] 2018 sank die Einwohnerzahl auf 3085 und stieg in den Folgejahren bis 2025 zum Höchststand von 3.085.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Vereine

  • Bergknappenkapelle Trimmelkam
  • Bergknappenchor Trimmelkam
  • Bergknappenklub Trimmelkam
  • Musikkapelle St. Pantaleon
  • Kinderfreunde Riedersbach
  • Landjugend St. Pantaleon
  • USV St. Pantaleon
  • Bergbaufreunde St. Pantaleon
  • Schützenverein St. Pantaleon

Verkehr

Im Gemeindegebiet liegen der Bahnhof Trimmelkam und weitere vier Stationen der Bahnstrecke Bürmoos–Ostermiething. Diese wird von der Salzburg AG betrieben und ist als Linie S11 in die S-Bahn Salzburg integriert. Die Haltestellen werden stündlich, teilweise halbstündlich angefahren.

Sport und Freizeit

Die Gemeinde ist Mitglied in der Tourismusregion Seelentium.

Der Höllerersee gilt als Ausflugsziel und wird sowohl im Sommer als auch im Winter zu Freizeitzwecken genutzt (Schwimmen, Fischen, Eislaufen). Er ist einer von mehreren kleinen Seen aus dem weiter umliegenden Gebiet, die namensgebend für die Tourismusregion Seelentium waren.

Durch das Gemeindegebiet von St. Pantaleon führt der als R 25 geführte „Ibmer Moor Radweg“, ein Radwanderweg vom nahen Ibmer Moor, der über die St. Pantaleoner Ortschaft Riedersbach nach Hochburg-Ach führt.

Politik

Der Gemeinderat hat seit 2009 25 Mitglieder. Nach den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen:

  • 2003: 12 SPÖ, 9 ÖVP und 2 OGL. (23 Mandate)
  • 2009: 11 SPÖ, 10 ÖVP und 4 OGL.
  • 2015: 11 ÖVP, 6 SPÖ, 4 FPÖ und 4 OGL.
  • 2021: 12 ÖVP, 6 Offene Gemeinde Liste (OGL), 5 SPÖ und 2 FPÖ.[6][7]

Bürgermeister

  • bis 2009 Herbert Huber (SPÖ)
  • 2009–2025 Valentin David (ÖVP)
  • seit 2026 Walter Hartl (OGL)

Wappen

Die offizielle Beschreibung des Gemeindewappens lautet:

Geteilt; oben in Silber ein blauer, rot bewehrter und bezungter, schreitender Löwe, unten in Grün schräggekreuzt ein silberner Hammer und ein silberner Schlegel.

Die Gemeindefarben sind blau-weiß-grün.

Der Löwe weist darauf hin, dass das Gemeindegebiet lange Zeit zu Bayern gehörte. Die Bergmannszeichen Hammer und Schlegel stehen für den Braunkohleabbau.[8]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Franz Höfer (* 1980), Triathlet, lebt in St. Pantaleon
  • Ludwig Laher (* 1955), Schriftsteller, lebt in St. Pantaleon
  • Lukas Perman (* 1980), Sänger, als Sohn von Gemeindearzt Ulrich Permanschlager in St. Pantaleon aufgewachsen
  • Hubert Schatz (1960–2023), Autor, Maler, Grafiker und Naturgeist-Forscher
  • Karlheinz Schönswetter (1941–2006), Künstler, war von 1981 bis 1989 Direktor der Hauptschule St. Pantaleon
  • Rudolf Wohland (* 1956), Spieler und Präsident Salzburg Lions, Gewinner des I. Austrian Bowl 1984, Mitglied des österreichischen Nationalteams

Literatur

  • Ludwig Laher: Herzfleischentartung. Roman. Ungekürzte Taschenbuchausgabe. Haymon Verlag, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-85218-808-9.
  • Ludwig Laher: Das Zigeuneranhaltelager Weyer-St. Pantaleon. Zufälliges Zentrum der NS-Aussonderungspolitik im Gau Oberdonau. In: Oberösterreichisches Landesarchiv (OÖLA) (Hrsg.), Florian Freund (Bearb.): Oberösterreich und die „Zigeuner“. Politik gegen eine Minderheit im 19. und 20. Jahrhundert. OÖLA, Linz 2010, ISBN 978-3-900313-97-5 (online).
  • Andreas Maislinger: Ergänzung einer Ortschronik. „Arbeitserziehungslager“ und „Zigeunersammellager“ Weyer. In: Österreich in Geschichte und Literatur. Mit Geographie, Heft 3–4/1988, ISSN 0029-8743.
Commons: St. Pantaleon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt in der Aufstellung der Gemeinden der oberösterreichischen Landesregierung im Internet und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  3. Ludwig Laher: Herzfleischentartung. Roman. Ungekürzte Taschenbuchausgabe. Haymon Verlag, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-85218-808-9.
  4. Ludwig Laher: Das Zigeuneranhaltelager Weyer-St. Pantaleon. Zufälliges Zentrum der NS-Aussonderungspolitik im Gau Oberdonau. In: Oberösterreichisches Landesarchiv (OÖLA) (Hrsg.), Florian Freund (Bearb.): Oberösterreich und die „Zigeuner“. Politik gegen eine Minderheit im 19. und 20. Jahrhundert. OÖLA, Linz 2010, ISBN 978-3-900313-97-5 (online (Memento des Originals vom 13. Januar 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/members.surfeu.at).
  5. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde St. Pantaleon, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Abgerufen am 6. April 2019.
  6. Wahlen Oberösterreich 2021. In: orf.at. Abgerufen am 15. März 2024.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2021 in St. Pantaleon. (PDF) Land Oberösterreich, 26. September 2021, abgerufen am 13. April 2025.
  8. Geschichte der Gemeinde St. Pantaleon. Wappen, Bürgermeister und Vereine. Land Oberösterreich, abgerufen am 6. April 2019.