St. Radegund

St. Radegund
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Oberösterreich Oberösterreich
Politischer Bezirk: Braunau
Kfz-Kennzeichen: BR
Hauptort: Hadermarkt
Fläche: 17,97 km²
Koordinaten: 48° 6′ N, 12° 46′ O
Höhe: 480 m ü. A.
Einwohner: 701 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 39 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5121
Vorwahl: 06278
Gemeindekennziffer: 4 04 39
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
St. Radegund 7
5121 St. Radegund
Website: st-radegund.at
Politik
Bürgermeister: Simon Sigl (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(13 Mitglieder)
Insgesamt 13 Sitze
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW

St. Radegund[1] (auch Sankt Radegund) ist eine Gemeinde im österreichischen Bundesland Oberösterreich im Bezirk Braunau im Innviertel mit 701 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).

Überregional bekannt wurde es als Geburts- und Wohnort des 2007 von der katholischen Kirche seliggesprochenen Franz Jägerstätter.

Geografie

St. Radegund liegt auf 480 m Höhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 4,8 km, von West nach Ost 6,3 km. Die Gesamtfläche beträgt 17,9 km². 71,5 % der Fläche sind bewaldet, 21,8 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Das Gemeindegebiet von St. Radegund liegt am rechten Ufer der Salzach, die zwischen der Stadt Salzburg und ihrer Einmündung von rechts in den Inn die Grenze zu Deutschland bildet. St. Radegund enthält dabei den westlichsten Punkt von Oberösterreich.

Ein südwestlicher, kleiner Teil des Weilhartsforsts liegt im Gemeindegebiet von St. Radegund.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025):[2]

  • Biri (177)
  • Eichbichl (8)
  • Ettenau (12)
  • Hadermarkt (86)
  • Schwabenlandl (41)
  • St. Radegund (375)
  • Werfenau (2)

Die Gemeinde besteht aus der einzigen Katastralgemeinde Hadermarkt.

Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Mattighofen, bis 2004 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Wildshut.

Nachbargemeinden

Burghausen Deutschland Hochburg-Ach
Tittmoning Deutschland
Ostermiething Tarsdorf

Klima

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für St. Radegund
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) −1,0 0,4 3,7 8,2 13,2 16,1 18,2 17,7 13,3 8,6 3,6 −0,3 8,5
Mittl. Tagesmax. (°C) 3,3 5,2 8,7 13,3 18,2 21,1 23,4 22,9 18,3 13,3 7,6 3,3 13,3
Mittl. Tagesmin. (°C) −3,8 −2,6 0,4 4,3 8,9 11,8 13,9 13,8 9,9 5,7 1,0 −2,9 5,1
Niederschlag (mm) 24 27 50 63 102 127 116 133 93 69 50 50 Σ 904
Luftfeuchtigkeit (%) 68,4 61,5 58,6 56,0 59,2 62,1 61,8 64,1 66,5 70,7 72,9 73,6 64,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,3
−3,8
5,2
−2,6
8,7
0,4
13,3
4,3
18,2
8,9
21,1
11,8
23,4
13,9
22,9
13,8
18,3
9,9
13,3
5,7
7,6
1,0
3,3
−2,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte

Seit Gründung des Herzogtums Bayern war St. Radegund bis 1779 bayrisch. Der Ort kam nach dem Frieden von Teschen 1779 zusammen mit den östlich des Inn gelegenen Gebieten des kurfürstlichen Rentamtes Burghausen, die bis dahin „Innbaiern“ geheißen hatten, als „Innviertel“ zu Österreich. Salzach und Unterer Inn, die bis dahin in erster Linie Handelswege innerhalb Bayerns gewesen waren, wurden damit zu Grenzflüssen zwischen Bayern und Österreich ob der Enns. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört St. Radegund seit 1816 (Vertrag von München) endgültig zu Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Reichsgau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Einwohnerentwicklung

St. Radegund: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
  
445
1880
  
451
1890
  
463
1900
  
478
1910
  
535
1923
  
534
1934
  
567
1939
  
500
1951
  
503
1961
  
472
1971
  
519
1981
  
524
1991
  
560
2001
  
580
2011
  
563
2021
  
634
2025
  
701
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 560 Einwohner, 2001 dann 580 Einwohner. Von 2001 bis 2011 waren sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz negativ, sodass die Bevölkerungszahl auf 563 zurückging.[3] Danach lebten 2025 sogar 701 Menschen in St. Radegund.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Katholische Pfarrkirche St. Radegund
  • Wohnhaus des seligen Franz Jägerstätter mit Museum
  • Heilbründl-Kapelle im Weilhartsforst
  • Pestsäule
  • Farbwerk: 1996 wurde in der ehemaligen Volksschule der Gemeinde das Farbwerk Radegund, ein Atelier-, Werkstatt- und Galeriehaus, eröffnet. Das Projekt wurde vom im nahen St. Georgen lebenden Künstler Karlheinz Schönswetter († 2006) initiiert. Ziel des Farbwerks ist es, Kunst und Kultur in die kleinen Dörfer zu bringen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Tourismus

St. Radegund ist Teil der Tourismusregion Seelentium – Oberes Innviertel. Zahlreiche Rad- und Wanderwege führen durch das Gemeindegebiet, unter anderem der Pilgerweg Via Nova.

Im August 2011 fand die Weltmeisterschaft der Island-Pferde in St. Radegund statt.

Politik

BW

Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder. Nach den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen:

Bürgermeister

  • bis 2007 Isidor Hofbauer (ÖVP)
  • seit 2007 Simon Sigl (ÖVP)[6]

Wappen

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens:

In Blau ein von Rot und Silber doppelreihig geschachter Schrägbalken; oben eine goldene, alte Königskrone mit silbernen Perlen in den Blättern, unten eine silberne, schräggestellte Hirschstange.

Die Gemeindefarben sind Gelb-Rot.[6]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Franz Jägerstätter (1907–1943), Landwirt, Kriegsdienstverweigerer, Seliger der römisch-katholischen Kirche
  • Alois Wengler (1909–1989), Holzbildhauer,[7] Großneffe von Johann Baptist Wengler
  • Johann Baptist Wengler (1816–1899), Maler des Wiener Biedermeier
Commons: St. Radegund, Upper Austria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt in der Aufstellung der Gemeinden der oberösterreichischen Landesregierung im Internet und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  3. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde St. Radegund, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Abgerufen am 6. April 2019.
  4. Wahlen Oberösterreich 2021. In: orf.at. Abgerufen am 15. März 2024.
  5. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2021 in St. Radegund. (PDF) Land Oberösterreich, 26. September 2021, abgerufen am 13. April 2025.
  6. a b Geschichte der Gemeinde St. Radegund. Wappen, Bürgermeister und Vereine. Land Oberösterreich, abgerufen am 6. April 2019.
  7. Biographie Alois Wenglers auf www.st-radegund.ooe.gv.at