St. Laurentius (Odenkirchen)

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Laurentius steht im Stadtteil Odenkirchen in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen), Laurentiusplatz 9.

Die neuromanische Kirche wurde 1889 bis 1891 nach Plänen von Franz Schmitz erbaut. Sie wurde unter Nr. L 033 am 17. September 1991 in die Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach eingetragen.[1] Die Kirche steht unter dem Patrozinium des heiligen Laurentius von Rom.

Zur Pfarre zählen auch die Kirchen St. Michael in Odenkirchen sowie Heilig Geist in Geistenbeck, sowie die Orte Bell, Goerdshof, Güdderath, Mongshof, Sasserath, Wetschewell mit der Kapelle St. Sophia, Fides, Spes und Caritas und Hove.

Lage

Das Objekt liegt südwestlich der in den Laurentiusplatz einmündenden Straßen Burgfreiheit und der von-der-Helm-Straße in unmittelbarer Nähe des Ortszentrums in Odenkirchen auf einem Eckgrundstück.

Geschichte

Die Entstehung der Pfarre Odenkirchen kann heute nicht mehr genau nachvollzogen werden. Im Jahr 1028 wird eine Familie namens hudenkirchen erstmals urkundlich erwähnt, die also aus Odenkirchen stammte. Der Name deutet auf die Existenz einer Kirche hin. Der Ort Odenkirchen wird als castellum Udenkirchen in einer Urkunde aus dem Jahr 1153 genannt, aufgrund des Ortsnamens muss damals bereits eine Kirche bestanden haben. Diese Kirche wurde mit Urkunde vom 26. Januar 1243 durch den Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden dem Kölner Domstift inkorporiert.

Im 12. Jahrhundert war eine neue, dreischiffige Kirche aus Tuffstein in Formen der Romanik erbaut worden, der man um 1200 einen Glockenturm im Westen anfügte. Im Verlauf des 16. Jahrhunderts wurde das Kirchenschiff zu einer einschiffigen Saalkirche umgebaut, Turm und Chor blieben dabei erhalten.

1531 konnte sich die Reformation in Odenkirchen durchsetzen, sodass die Protestanten die Kirche übernahmen. Den verbliebenen Katholiken stand seitdem nur die Margaretenkapelle in Hockstein zur Verfügung. Ab 1627 konnten die Katholiken ihre alte Kirche wieder benutzen, die Protestantische Gemeinde wich auf die Schule und andere Räumlichkeiten aus, was aber zu Streitigkeiten führte. Dieser Konflikt um die Kirche endete erst nach dem Bau der Evangelischen Kirche 1754, dem vorausgegangen war eine Abfindung, die der Kölner Erzbischof Clemens August von Bayern auszahlte.[2]

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche zu klein für die stark angewachsene Bevölkerung. Daher beschloss der Kirchenvorstand den Abriss und Neubau an selber Stelle. Mit der Planung der heutigen Kirche wurde Architekt Franz Schmitz aus Köln beauftragt, die Pläne wurden 1887 vom Generalvikariat genehmigt. Drei Jahre später wurde mit dem Bau begonnen. Am 4. Mai 1890 war Grundsteinlegung und am 15. November 1891 war Kirchweihe durch den Kölner Erzbischof Philippus Krementz.[3] Die Kirche wurde am 31. August 1943, am 14. Dezember 1944 und am 28. Februar 1945 durch alliierte Bombenangriffe stark beschädigt, konnte aber Ende des Jahres 1948 wieder benutzt werden.

Am 26. Juni 2017 wurde der „Förderverein St. Laurentius Odenkirchen“ gegründet, dessen Zweck es unter anderem ist, den Erhalt der Pfarrkirche St. Laurentius in Odenkirchen zu unterstützen.

Architektur

Es handelt sich um eine dreischiffige, gewestete Basilika mit Querschiff. Östlich des zweijochigen Langschiffs steht der von einem steilen Rhombendach abgeschlossene hohe Ostturm. Ein halbrunder Chorabschluss wird flankiert von je einem schlanken Chorflankenturm über quadratischem Grundriss mit je einem Sakristeieinbau.

Orgel

Die Orgel wurde 1997 von der Orgelbaufirma Rensch (Lauffen/Neckar) errichtet. Das Schleifladen-Instrument hat 40 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch. Die Disposition lautet:[4][5]

I Grand Orgue C–g3
1. Bourdon 16′
2. Montre 8′
3. Flûte harmonique 8′
4. Bourdon 8′
5. Salicional 8′
6. Prestant 4′
7. Flûte douce 4′
8. Nazard harmonique 223
9. Octavin 2′
10. Grosse Mixture III-IV 4′
11. Plein jeu V 2′
12. Cornet V (ab c1) 8′
13. Bombarde 16′
14. Trompette 8′
II Solo expressif C–g3
15. Bourdon 8′
16. Montre 4′
17. Flûte octaviante 4′
18. Piccolo 2′
19. Sesquialtera II 223
20. Cymbale III 1′
21. Voix humaine 8′
22. Cromorne 8′
Tremblant doux
III Récit expressif C–g3
23. Cor de nuit 8′
24. Viole de Gambe 8′
25. Voix céleste (ab c0) 8′
26. Prestant 4′
27. Flûte traversière 4′
28. Nazard 223
29. Doublette 2′
30. Tierce 135
31. Trompette harmonique 8′
32. Clairon harmonique 4′
33. Basson-Hautbois 8′
34. Basson 16′
Tremblant
Pedale C–f1
35. Flûte ouverte 16′
36. Soubasse 16′
37. Basse 8′
38. Chant de Laurent (Flûte) 4′
39. Bombarde 16′
40. Trompette 8′
  • Koppeln: II/I, III/I (Suboktavkoppel), III/II, I/P, II/P, III/P

Siehe auch

Pfarrer

Folgende Priester wirkten bislang als Pfarrer an St. Laurentius:[6][7][8]

  • 1800–1861: Klinkenberg
  • 1861–1900: Ludwig Wiedemann
  • 1900–1942: Heinrich von der Helm
  • 1942–1965: Franz Rixen
  • 1965–1985: Johannes Giesen
  • 1985–2005: Josef Vohn
  • 2015–2024: Michael Röring (Pfarradministrator)
  • Seit 2024: Achim Köhler (Pfarradministrator)

Literatur

  • Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, ISBN 3-87448-172-7, Seiten 1107–1109.
Commons: St. Laurentius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach. (PDF) Stadt Mönchengladbach, 8. Juni 2021, abgerufen am 12. April 2023.
  2. Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 1107 f.
  3. Gladbacher Volkszeitung Nr. 266. Mittwoch, 18. November 1891. Artikel: Nachrichten aus Stadt und Land. Digitalisat zeit.punkt NRW
  4. Orgeldisposition bei Rensch Orgelbau
  5. Informationen zur Orgel (Memento vom 13. August 2015 im Internet Archive) auf der Website der Gemeinde
  6. Gladbacher Volkszeitung Nr. 5. Montag, 8. Januar 1900. Artikel: Nachrichten aus Stadt und Land. Digitalisat zeit.punkt NRW
  7. Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 1108.
  8. Kirchlicher Anzeiger für die Diözese Aachen - Amtsblatt für das Bistum Aachen

Koordinaten: 51° 7′ 55″ N, 6° 26′ 58,1″ O