Stößen

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 51° 7′ N, 11° 55′ O
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verbandsgemeinde: Wethautal
Höhe: 218 m ü. NHN
Fläche: 7,29 km²
Einwohner: 869 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06667
Vorwahl: 034445
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 470
Adresse der
Stadtverwaltung:
Naumburger Straße 33
06667 Stößen
Website: www.vgem-wethautal.de
Bürgermeister: Horst Schubert (parteilos)
Lage der Stadt Stößen im Burgenlandkreis

Stößen ist eine Stadt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sie ist nach ihrer Einwohnerzahl die neuntkleinste Stadt Deutschlands.

Geografie

Lage

Stößen liegt zwischen Naumburg (Saale), Zeitz und Weißenfels. Die Stadt gehört der Verbandsgemeinde Wethautal an.

Nachbargemeinden

Im Norden grenzt Teuchern, im Südosten Meineweh, im Süden Osterfeld und im Südwesten Mertendorf an die Gemeinde Stößen.

Gemeindegliederung

Als Ortsteile der Stadt sind Nöbeditz und Priestädt ausgewiesen.

Geschichte

Im Gräberfeld von Stößen wurde ein Spangenhelm aus der Merowingerzeit gefunden, was auf eine wichtige Stellung des Ortes in sehr früher Zeit hinweist.[2] Im Jahre 968 wurde Stößen erstmals erwähnt. Im selben Jahr kam der Ort an das Bistum Zeitz. Im Jahr 1088 wurde der Ort durch Wiprecht von Groitzsch zerstört. 1287 wurde Stößen urkundlich als „oppidum stosene“ (dt. Stadt Stößen) erwähnt. 1578 wurde mit dem Neuaufbau des 1573 eingestürzten Kirchturms begonnen. 1598 brach in Stößen die Pest aus; 47 Menschen starben innerhalb von vier Monaten an der Seuche. 1607 wurde die größte der drei Stößner Kirchenglocken gegossen. 1608 wütete im Ort erneut die Pest. 1617 sind urkundlich Wochen- und Jahrmärkte bestätigt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Stößen 1637 von Kaiserlichen Truppen gebrandschatzt. 1737 zerstörte ein durch Brandstiftung hervorgerufenes Feuer einen großen Teil des Ortes. 1817 wurde die Verbindungsstraße NaumburgZeitz erstmals befestigt. Im Jahr 1837 hatte Stößen 130 Häuser und 840 Einwohner. 1858 wurde der Grundstein für die Zuckerfabrik gelegt. 1907 hatte Stößen 1263 Einwohner, Ende der 1930er Jahre 1366 Einwohner, und gehörte zum Landkreis Weißenfels in der preußischen Provinz Sachsen. Am 2. November 1947 erfolgte die Wiedereinweihung der bronzenen Kirchenglocken, die im Zweiten Weltkrieg für Rüstungszwecke abgenommen, aber nie eingeschmolzen wurden.

Nöbeditz

Nöbeditz wurde 1266 erstmals als Nabdicz erwähnt, 1290 als Nobeditz und 1300 als Nibditz genannt. Ursprung für den Ortsnamen ist vermutlich ein slawischer Personenname. Eine andere Deutung erklärt den Namen mit wo man nicht ausspähen kann. Das Dorf bestand aus einem Rittergut und fünf weiteren Häusern. Der Gutsbezirk Nöbeditz wurde 1929 aufgelöst. Damit wurde der Ort nach Stößen eingemeindet.

Priestädt

Priestädt wurde im Jahre 1300 als Bristete und 1378 als Brystete erwähnt. Den Namen leitete man vom mittelhochdeutschen Wort Bri ab, was Brei oder Sumpf bedeutet. Vor seiner Eingemeindung war Priestädt eine selbständige Landgemeinde und gehörte kirchlich der Pfarrei Gröbitz an, wo auch das zuständige Standesamt war. In Priestädt beginnt das Nautschketal.

Bevölkerung

Jahr Einwohner
1990 1.182
2005 1.052
2010 0 961
2015 0 906
2020 0 912
Jahr Einwohner
2021 916
2022 888
2023 869
2024 869

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[3], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Stößen besteht aus 10 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 63,1 % zu folgendem Ergebnis:[4]

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil
2019[5]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Gemeinsam für Stößen 81,6 % 8 91,9 % 9
CDU 08,1 % 1
Gemeinsam für ein erfolgreiches Stößen 18,4 % 2
Insgesamt 100 % 10 100 % 10

Bürgermeister

  • seit 2000: Horst Schubert (parteilos)

Schubert wurde bei der Bürgermeisterwahl am 1. September 2013 mit 63,9 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.[6] Am 6. September 2020 wurde er mit 68,5 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[7] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[8]

Wappen

Blasonierung: „Auf goldenem Grund einen Mönch in blauer Kutte, mit blauen Schuhen und braunem Gürtel; in seiner rechten Hand einen silbernen Schlüssel, mit dem Bart nach oben und außen, in seiner linken Hand einen silbernen Hammer mit braunem Stiel, mit dem Kopf nach oben und der Bahn nach außen haltend.“[9]

Flagge

Die Flagge der Stadt Stößen zeigt in zwei gleichen Längsbahnen die Farben blau und gold (gelb) in der vorstehenden Reihenfolge.[9]

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Bemerkenswert ist die zum Teil aus der Romanik stammende evangelische Sankt-Petri-Kirche. Am südlichen Ortsausgang befindet sich der Wasserturm Stößen.

Gedenkstätten

Wirtschaft und Infrastruktur

Windpark

In Stößen befindet sich der zurzeit größte Onshore-Windpark Deutschlands mit einer Gesamtleistung von 177,1 MW, der in mehreren Bauphasen errichtet wurde. Die zuletzt errichtete Phase besteht aus drei der leistungsfähigsten Windkraftanlagen der Welt (Stand 2011), der Enercon E-126. Jede der drei Anlagen hat eine Nabenhöhe von 135 Metern, einen Rotordurchmesser von 126 Metern und eine Nennleistung von 6 MW[10]. Errichtet wurden diese Anlagen im Sommer 2010.

Verkehr

Unmittelbar südlich von Stößen verläuft die Bundesstraße B 180, auf der als nächste größere Städte im Südosten Zeitz und im Nordwesten Naumburg (Saale) erreichbar sind. Etwa zwei Kilometer östlich vom Ort liegt die Autobahn A 9, die mit der Anschlussstelle Naumburg an die Bundesstraße 180 angebunden ist.

Die Stadt lag an der Bahnstrecke Naumburg–Teuchern, auf der im Dezember 2011 der Personenverkehr eingestellt wurde.

Sport

Im HC Burgenland wird Handball gespielt.

Persönlichkeiten

  • Erich Nord (1881–1935), Diplomat, in Stößen geboren
Commons: Stößen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2024 (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. Ulrich Sieblis: Der vergoldete Spangenhelm von Stössen, Kr. Hohenmölsen. In: Astrid Pasch: Rekonstruktion einer Goldblechscheibenfibel und Untersuchungen zu den Herstellungstechniken. Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, Weimar 1985.
  3. Bevölkerung der Gemeinden. In: statistik.sachsen-anhalt.de. Abgerufen am 3. Oktober 2025.
  4. Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
  5. Wahlen am 26.05.2019. Stadt Stößen. (PDF) In: vgem-wethautal.de. 14. Juni 2019, S. 13, abgerufen am 6. Oktober 2025.
  6. Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses der Direktwahl des Bürgermeisters in der Stadt Stößen vom 01. September 2013. (PDF) In: vgem-wethautal.de. 18. September 2013, S. 3, abgerufen am 6. Oktober 2025.
  7. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 6.September 2020
  8. Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
  9. a b Hauptsatzung Stößen
  10. E-126 Windpark Stößen offiziell eingeweiht. (PDF) enercon.de, 2011, S. 4, abgerufen am 5. September 2016.