Wetterzeube

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 51° 0′ N, 12° 1′ O
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verbandsgemeinde: Droyßiger-Zeitzer Forst
Höhe: 264 m ü. NHN
Fläche: 41,46 km²
Einwohner: 1645 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06722
Vorwahlen: 036693, 034425
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 565
Adresse der Verbandsverwaltung: Zeitzer Straße 15
06722 Droyßig
Website: www.vgem-dzf.de
Bürgermeister: Frank Jacob (Die Linke)
Lage der Gemeinde Wetterzeube im Burgenlandkreis

Wetterzeube ist eine Gemeinde im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sie gehört der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst mit Sitz in Droyßig an.

Geografie

Lage

Die Gemeinde liegt etwa 11 km südwestlich von Zeitz und 16 km nördlich von Gera an der Weißen Elster.

Angrenzende Gemeinden sind Droyßig und Kretzschau im Burgenlandkreis sowie Crossen an der Elster und Heideland im thüringischen Saale-Holzland-Kreis.

Gemeindegliederung

Zu Wetterzeube gehören die Ortsteile

  • Pötewitz
  • Raba
  • Rossendorf
  • Sautzschen
  • Schkauditz
  • Schleckweda
  • Schlottweh
  • Trebnitz

Die Gemeinden Breitenbach, Wetterzeube und Haynsburg schlossen sich am 1. Januar 2010 zur neuen Gemeinde Wetterzeube zusammen.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung von Wetterzeube erfolgte 1209 als Wetirzibe. Der Name wurde 1287 Wetirsin geschrieben, 1450 Wetterczin und im 16. Jhd. Wetterzeibe. Der Name soll sich ableiten aus den slawischen Worten „vetr“ für Wind und „šibati“ für schlagen, also: „dort, wo der Wind schlägt“ bedeuten.[2]

Große Teile des heutigen Ortes lagen bis 1792 im kursächsischen Amt Haynsburg.

Nach der Vereinigung mit Podebuls lautete der amtliche Ortsname bis zum 30. Juni 1950 Podebuls-Wetterzeube.[3]

Von 1952 bis 1994 lag Wetterzeube im Kreis Zeitz (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Seit der Kreisreform 1994 ist sie Teil des Burgenlandkreises.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Dietendorf, Koßweda und Schkauditz eingegliedert.

Am 1. Januar 2010 wurden Breitenbach und Haynsburg eingemeindet.[4]

Bevölkerung

Jahr Einwohner
1990 1.246
2005 1.165
2010 1.922
2015 1.833
2020 1.734
Jahr Einwohner
2021 1.710
2022 1.681
2023 1.664
2024 1.645

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[5], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik

Der Gemeinderat von Wetterzeube besteht aus 12 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 71,4 % zu folgendem Ergebnis:[6]

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil
2019[7]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Die Linke 39,0 % 5 40,2 % 5
Bürger-Liste-Wetterzeube 18,5 % 2 27,2 % 3
Freiwillige Feuerwehr Wetterzeube 13,6 % 2 19,7 % 2
CDU 25,6 % 3 07,8 % 1
Einzelbewerber Klaus Fiedler 05,1 % 1
FDP 03,3 %
Insgesamt 100 % 12 100 % 12

Bürgermeister

  • seit 2003: Frank Jacob (Die Linke)[8]

Jacob wurde bei der Bürgermeisterwahl am 4. September 2016 mit 76,0 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.[9] Am 3. September 2023 wurde er ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[10] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[11]

Wappen

Das Wappen und die Flagge wurden am 1. Juni 2015 durch den Burgenlandkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Rot mit einer rechten goldenen Flanke, darin ein spitzbedachter, ab der Mitte verjüngter roter Turm mit goldenem Torbogen sowie drei goldenen Rundbogen- und zwei quadratischen Fenstern (3:1:1), ein aus einer goldenen Weintraube mit 16 Beeren, Blättern und Ranke wachsendes goldenes Kreuz mit Kleeblattenden.“[12]

Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet. Es zeigt in seiner Symbolik den weithin sichtbaren Turm der Haynsburg und weist durch die Darstellung der Weintraube auf den über Jahrhunderte betriebenen Weinanbau hin. Durch die 16 Beeren der Weintraube wird anhand einer Zahlensymbolik auf die 16 Ortsteile der Gemeinde verwiesen. Das aus der Traube wachsende Kreuz spielt auf das sogenannte Wetterkreuz an, einem steinernen Kreuz, das sich unter einer Linde genau am Abzweig nach Katersobersdorf am Wege zwischen Haynsburg und Dietendorf befindet. In früheren Zeiten führte hier der Höhenweg von Zeitz nach Gera entlang. An der höchsten Stelle des Weges (251,5 m) stand ursprünglich ein hölzernes Kreuz. Ein 1831 am Reformationstag gesetztes Steinkreuz war bereits 1868 zerstört. 1897 wurde das noch heute existierende Kreuz errichtet. Hergestellt hatte es der Steinhauermeisters Bernhard Topschall aus Zeitz.[13]

Die Farben der Gemeinde sind Rot - Gelb.

Flagge

Flaggenbeschreibung: „Die Flagge der Gemeinde Wetterzeube ist rot - gelb - rot gestreift (Querform: Streifen 1:4:1 waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen 1:3:1 senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“[12]

Sehenswürdigkeiten

  • Burg Haynsburg, besitzt als ältesten Teil einen Bergfried aus dem 11. Jahrhundert
  • Neumühle, 1701 errichtet, im Zweiten Weltkrieg zerstört[14][15]

Der Elster-Radweg führt durch die Gemeinde. Wetterzeube ist der Anfangspunkt der ca. 20 km langen Weinroute an der Weißen Elster, die bis zum Kloster Posa nach Zeitz führt.

Nahe Rossendorf liegt der Sachsenberg, ein von Wanderern häufig begangenes Gelände. Der Droyßiger Wald im Nordwesten und der Zeitzer Forst im Osten umrahmen die Ortschaften auf dem Gemeindegebiet und bieten eine gute Aussicht in das Tal der Elster.[16]

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der Landesstraße L 193 zwischen Zeitz und Crossen an der Elster. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Eisenberg an der A 9.

Der Bahnhof Wetterzeube liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Probstzella und wird von der Regional-Express­-Linie RE 12 und der Regionalbahn­linie RB 22 (beide LeipzigSaalfeld) bedient.

Vereine

  • Schalmeienkapelle Wetterzeube
  • Sportverein Wetterzeube

Persönlichkeiten

  • Christian Schumann (1681–1744), Pfarrer und Kirchenlieddichter, ab 1736 Pfarrer in Pötewitz
  • Adolf Reichard (1849–1929), Freidenker, Land- und Gastwirt, geboren in Goßra, heiratete in Haynsburger Gastwirtschaft ein, initiierte die Anlegung des „Freidenkerfriedhofs“ bei Haynsburg[17]
  • Walter Paduch (1931–2023), Offizier der Nationalen Volksarmee der DDR

Literatur

  • Ernst Eichler: Slawische Ortsnamen zwischen Saale und Neiße Bd. 4, Domowina-Verlag, Bautzen 2009, ISBN 978-3-7420-1716-1
Commons: Wetterzeube – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2024 (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. Eichler Bd. 4, Stichwort Wetterzeube
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  4. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  5. Bevölkerung der Gemeinden. In: statistik.sachsen-anhalt.de. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
  6. Ergebnis der Gemeinderatswahl Wetterzeube 2024. In: vgem-dzf.de. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
  7. Ergebnis der Gemeinderatswahl Wetterzeube 2019. In: vgem-dzf.de. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
  8. Bürgermeisterwahl: Gewählt und ab 1. April im Ehrenamt. In: Mitteldeutsche Zeitung. 10. März 2003, abgerufen am 9. Dezember 2025.
  9. Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses der Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Wetterzeube am 04.09.2016. In: vgem-dzf.de. 10. September 2016, S. 4, abgerufen am 9. Dezember 2025.
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 3. September 2023
  11. Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
  12. a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt Nr. 6/2015, Seite 106 (Memento vom 22. Juni 2015 im Internet Archive)
  13. Jörg Mantzsch: Das Wappen der Gemeinde Wetterzeube, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt beim Burgenlandkreis 2015 (Gutachten: Landesarchiv Magdeburg)
  14. Ölgemälde von 1932 und Geschichte der privilegierten "Neuen Mühle" von 1700 bei Museum-Digital
  15. alte Fotografien Neumühle an der Weißen Elster bei Haynsburg bei Museum-Digital
  16. Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt: Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Burgenlandkreis (II). Michael Imhof Verlag, Petersberg 2003, ISBN 3-935590-57-1, S. 213–224.
  17. Flyer Ein Tor in den Zeitzer Forst: Die Haynsburg, Heimatverein Haynsburg e. V., Wetterzeube-Haynsburg o. J. (vor 2025)