Mertendorf (Sachsen-Anhalt)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 51° 7′ N, 11° 51′ O | |
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Burgenlandkreis | |
| Verbandsgemeinde: | Wethautal | |
| Höhe: | 165 m ü. NHN | |
| Fläche: | 32,51 km² | |
| Einwohner: | 1538 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 47 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 06618 | |
| Vorwahlen: | 03445, 034422 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 84 335 | |
| Gemeindegliederung: | 13 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Corseburger Weg 11 06721 Osterfeld | |
| Website: | www.vgem-wethautal.de | |
| Bürgermeister: | Hartmut Friedland | |
| Lage der Gemeinde Mertendorf im Burgenlandkreis | ||
Mertendorf ist eine Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde Wethautal und liegt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.
Geografie
Mertendorf liegt ca. 6 km südöstlich von Naumburg (Saale) an der Wethau. Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:
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Geschichte
Die Gemeinde wurde 1030 als Martindorf erstmals urkundlich erwähnt. 1178 erkaufte der Abt des Klosters Pforta 18 Hufengüter des Orts mit allen Zubehörungen. Später erwarb das Kloster auch die Grundherrschaft über die restlichen Güter des Ortes. 1353 verkaufte Heinrich von Busleben an das Kloster Pforta seine Besitzungen zu Mertendorf und Punkewitz mit aller Gerichtsbarkeit.[2] Nach der Säkularisation des Klosters Pforta im Jahr 1540 gehörte Mertendorf mit dem Nachbarort Punkewitz als Exklave von 1543 bis 1815 zum kursächsischen Schulamt Pforta.[3] Ihre Steuern mussten die beiden Exklavenorte jedoch ins kursächsische Amt Weißenfels zahlen.[4] Im 18. Jahrhundert wurde in der Gegend um Mertendorf Braunkohle entdeckt.
Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Mertendorf zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Naumburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem der Ort bis zur Auflösung des Kreises und dessen Eingliederung in den Kreis Weißenfels im Jahr 1932 gehörte.[5]
Die genauen Eingemeindungsdaten von Punkewitz und Wetterscheidt nach Mertendorf sind unbekannt, sie lagen jedoch vor 1950.[6][7] Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Scheiplitz eingegliedert.[8] Der Ort wurde am 1. Januar 1963 nach Görschen umgegliedert.
Von 1952 bis 1994 lag Mertendorf im Kreis Naumburg (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Seit der Kreisreform 1994 gehört die Gemeinde zum Burgenlandkreis.
Am 1. Januar 2010 fusionierten die vormals selbständigen Gemeinden Mertendorf (mit den Ortsteilen Punkewitz und Wetterscheidt), Löbitz (mit den Ortsteilen Utenbach, Cauerwitz und Seiselitz) sowie Görschen (mit den Ortsteilen Droitzen, Rathewitz und Scheiplitz) zur neuen Gemeinde Mertendorf.[9]
Bevölkerung
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[10], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Der Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2010 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.
Politik
Der Gemeinderat von Mertendorf besteht aus 12 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,5 % zu folgendem Ergebnis:[11]
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019[12] |
Sitze 2019 |
Stimmenanteil 2024 |
Sitze 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Wählergemeinschaft Schönes Wethautal | 27,8 % | 3 | 39,1 % | 5 | |
| Für die Zukunft unserer Dörfer | – | – | 31,0 % | 4 | |
| Einzelbewerber Maik Schumann | – | – | 12,4 % | 1 | |
| CDU | 35,2 % | 4 | 9,9 % | 1 | |
| Die Linke | 12,5 % | 2 | 7,6 % | 1 | |
| Wählergemeinschaft Gemeinde Löbitz | 17,6 % | 2 | – | – | |
| SPD | 4,1 % | 1 | – | – | |
| Einzelbewerberin Sofie Barth | 2,8 % | – | – | – | |
| Insgesamt | 100 % | 12 | 100 % | 12 |
Bürgermeister
- 2009–2016: Klaus-Dietmar Maurer[13]
- 2016–2023: Armin Kunze
- seit 2023: Hartmut Friedland
Kunze wurde bei der Bürgermeisterwahl am 25. September 2016 mit 50,3 % der gültigen Stimmen mit vier Stimmen Vorsprung gegenüber seinem Mitbewerber Hartmut Friedland gewählt.[14]
Friedland wurde am 17. September 2023 mit 76,9 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[15] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[16]
Sehenswürdigkeiten
- St.-Crucis-Kirche in Görschen
- St.-Martins-Kirche in Mertendorf
- Dorfkirche in Löbitz
- Kriegerdenkmal an der Kreuzung Wettaburger Straße – Straße des Friedens
Verkehr
Zur Bundesstraße 180, die nördlich der Gemeinde von Naumburg (Saale) nach Zeitz verläuft, sind es ca. 2 km. Mertendorf war seit 1900 Haltepunkt an der Bahnstrecke Naumburg–Teuchern. Der Personenverkehr wurde im Dezember 2011 eingestellt.
Vereine
- SV Mertendorf, die Fußballmannschaft spielt in der Saison 2025/26 in der Kreisliga Burgenland I
- Pfingstgesellschaft Mertendorf e. V., 1980 gegründet
Persönlichkeiten
- Karl August von Schauroth (1755–1810), österreichischer Reitergeneral, in Großgestewitz geboren
- Eugen Diederichs (1867–1930), Verleger, in Löbitz geboren
- Ursula Vehrigs (1893–1972), Malerin, in Mertendorf geboren
- Wolf Krötke (1938–2023), Theologe, Pfarrer in Görschen
Literatur
- Louis Naumann: Mertendorf und Punkewitz: Aus Erbzinsregistern d. Domkapitels, Heuneburg 1937
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2024 (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Kleine Geschichten zur sächsisch-thüringischen Geschichte, Band 2, S. 143f.
- ↑ Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 34f.
- ↑ Erdbeschreibung der Churfürstlich- und Herzoglich-Sächsischen Lande, S. 164
- ↑ Der Landkreis Naumburg im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 7. April 2024; abgerufen am 31. Oktober 2025.
- ↑ Punkewitz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- ↑ Wetterscheidt im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- ↑ Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 280 (PDF).
- ↑ StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
- ↑ Bevölkerung der Gemeinden. In: statistik.sachsen-anhalt.de. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
- ↑ Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
- ↑ Ergebnis der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019. In: vgem-wethautal.de. 24. Juni 2019, S. 17/18, abgerufen am 16. Dezember 2025.
- ↑ Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses der Direktwahl des Bürgermeisters in der Mitgliedsgemeinde Mertendorf vom 27. September 2009. (PDF) In: vgem-wethautal.de. 21. Oktober 2009, S. 12, abgerufen am 16. Dezember 2025.
- ↑ Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses der Direktwahl des Bürgermeisters in der Gemeinde Mertendorf vom 25. September 2016. (PDF) In: vgem-wethautal.de. 12. Oktober 2015, S. 4, abgerufen am 16. Dezember 2025.
- ↑ Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 17. September 2023
- ↑ Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61