Siegfried von Truhendingen

Siegfried von Truhendingen († 16. September 1150 in wohl in Würzburg.[1]) war von 1146 bis 1150 Bischof von Würzburg.

Herkunft und Anfänge

Siegfried stammte aus dem schwäbisch-fränkischen Geschlecht derer von Truhendingen. Er war spätestens seit 1128 Würzburger Domkanoniker und ab 1131 Propst des Stifts Neumünster ein Amt, das er auch als Bischof zunächst weiter behielt.[2] Bereits als Propst lässt sich seine Anwesenheit am Hof Konrad III. in den Jahren zwischen 1142 und 1146 mehrfach nachweisen. Konrad III. erwarb 1142 zudem von dem Stift Neumünster die Ortschaft Detwang.[3] Zu dieser gehörte der nordwestlich des heutigen Rothenburg ob der Tauber gelegene Bergsporn, was es dem König nun ermöglichte, im Bereich des heutigen Burggartens die Burg Rothenburg zu errichten. Siegfried von Truhendingen hat das als Propst des Stifts wesentlich mit ermöglicht.[4]

Bischof

Im Gegenzug unterstützte der König die Wahl Siegfrieds zum Bischof von Würzburg. Das genaue Datum der Wahl ist nicht bekannt, sie muss aber zwischen dem Tod seines Vorgängers Embricho, am 10. oder 11. November 1146, und dem 15. März 1147 stattgefunden haben, dem Tag, von dem erstmals eine Urkunde vorliegt, die ihn als Bischof bezeichnet. Geweiht wurde er am 15. Juni 1147 in Erfurt durch Erzbischof Heinrich I. von Mainz, Bischof Dietmar II. von Verden und Bischof Gebhard II. von Eichstätt.[5]

Im Februar 1147 kam es in Würzburg zu Ausschreitungen gegenüber den jüdischen Einwohnern. Durchziehende Haufen rückkehrender Kreuzfahrer hatten die Unruhen, die sich vor allem in der Unterschicht ausbreiteten, ausgelöst, nachdem die verstümmelte Leiche eines Mannes am Main aufgefunden worden war und sich der Verdacht erhob, er sei von Juden ermordet worden. In der Folge kam es zu einem Pogrom, dem 20 Juden zum Opfer fielen. Als sich der Bischof weigerte, den aufgefundenen Toten heiligzusprechen, bedrohte der Mob das Leben des Bischofs und er entkam nur, indem er sich in einem „festen Turm“ verbarrikadierte. Als der Haufen der Kreuzfahrer weiterzog, lösten sich auch die Unruhen wieder auf.[6]

Bereits im März 1147 besuchte Bischof Siegfried einen Hoftag in Frankfurt am Main auf dem der Zweite Kreuzzug vorbereitet und Konrads zehnjähriger Sohn Heinrich (VI.) zum Mitkönig erhoben.wurde. Am Kreuzzug selbst beteiligte er sich nicht, empfing den König aber bei dessen Rückkehr 1149 in Regensburg.[7] Im folgenden Jahr erschien er bis zu seinem Tod immer wieder am Hof des Königs.[8]

Sein Herz wurde als erstes im Kloster Ebrach gesondert bestattet[9], ein Brauch der sich bei der Bestattung Würzburger Bischöfe durchsetzte und bis ins 16. Jahrhundert beibehalten wurde.[10] Seine Grabstelle ist nicht bekannt.[11]

Literatur

  • Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg Teil 1 (= Die Bischofsreihe bis 1254), Walter de Gruyter & Co, Berlin 1962, S. 151–155.
  • Wissenschaftliche Vereinigung für den Deutschen Orden e. V. Historische Deutschorden-Compagnie zu Mergentheim e. V. (Hg.): Bilder und Siegel der Bischöfe von Würzburg. 1300 Jahre Würzburg. Zeichen der Geschichte. Sigillum Herbipolensis (= Schriftenreihe der Historischen Deutschorden-Compagnie Bad Mergentheim 23), Historische Deutschorden-Compagnie, Bad Mergentheim 2004. Ohne ISBN.
  • Wolfram Ziegler: König Konrad III. (1138–1152). Hof Urkunden und Politik. Böhlau, Wien u. a. 2008. ISBN 978-3-205-77647-5, S. 192–196.
Commons: Siegfried von Truhendingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wendehorst, S. 154.
  2. Wendehorst, S. 152.
  3. RI IV,1,2 n. 238. In: Regesta Imperii online; abgerufen am 29. Dezember 2025.
  4. Ziegler, S. 193.
  5. Ziegler, S. 193; Wendehorst, S. 152.
  6. Wendehorst, S. 153f.
  7. Ziegler, S. 193f; Wendehorst, S. 153.
  8. Ziegler, S. 195.
  9. Ziegler, S. 195.
  10. Wendehorst, S. 155.
  11. Ziegler, S. 195, Anm. 1464.
VorgängerAmtNachfolger
EmbrichoBischof von Würzburg
1146–1150
Gebhard von Henneberg